Endlich: Kreationismus als Biologie

Wieder mal schafft es die Politik mich zu überraschen. Ich dachte bisher, daß es noch niveauloser nicht ginge. Es geht ...

Heute ist in der F.A.Z. folgender Artikel zu finden: " Wolff will Schöpfungslehre im Biologieunterricht - Hessens Kultusministerin: Evolutionstheorie in erstaunlicher Übereinstimmung mit der Bibel."

Zitat Anfang:

Die hessische Kultusministerin Karin Wolff sieht in einer Debatte über die Schöpfungslehre der Bibel die Chance für "eine neue Gemeinsamkeit von Naturwissenschaft und Religion" ...

Für Karin Wolff, die von 1986 bis 1995 evangelischen Religionsunterricht an der Darmstädter Edith-Stein-Schule erteilte und die sagt, dass die Bibel für sie "das faszinierendste Buch" und "eine Art Koordinatensystem für mein Leben" sei, kann die Vermittlung christlicher Werte nicht allein Aufgabe des Religionsunterrichts sein ...

In der biologischen Evolution und der biblischen Erklärung für die Entstehung der Welt sehe sie keinen Widerspruch, ...

Was aber sei wichtiger als die Frage nach dem Sinn des Lebens, nach dem Ursprung des Seins? "Solche Fragen müssen in der Schule nicht nur zugelassen, sondern provoziert werden", sagt Frau Wolff. Deshalb sollten nicht nur Biologielehrer, sondern alle Pädagogen in ihrem Unterricht über die Deutungen der Welt und des Menschwerdens reflektieren, und hier kämen Wissenschaft und Religion unweigerlich zusammen. "Die Wissenschaft allein gibt auf solche Fragen nämlich keine befriedigende Antwort." Selbstverständlich erwarte sie umgekehrt von einem Religionslehrer auch, dass er neben den Inhalten der biblischen Schöpfungsgeschichten auch die biologische Entwicklungslehre anspreche.

Mit Kreationismus habe all das nichts zu tun. "Damit habe ich überhaupt nichts am Hut", stellt Frau Wolff klar. Schöpfungslehre und Evolutionstheorie miteinander in der Schule in Verbindung zu bringen sei jedoch alles andere als verwerflich, sondern vielmehr dringend geboten.

Zitat Ende

Eine durchaus religiöse Argumentation: An den Schulen soll Kreationismus unterrichtet werden, aber mit Kreationismus habe das nichts zu tun. Die Wissenschaft kann keine befriedigenden Antworten auf Sinnfragen geben, aber die Religion kann? Seit wann gibt Religion denn Antworten? Religion fordert vernunftlosen und unkritischen Glauben an unbegründete und unbegründbare Behauptungen. Es ist richtig, daß Wissenschaft Sinnfragen nicht beantwortet, aber Religion erstickt sie.

Eigentlich sollte es ja reichen, wenn der Kreationismus im Religionsunterricht gelehrt wird und nicht auch noch im Biologieunterricht. Damit hat jeder Schüler die Möglichkeit, sich zu entscheiden. Das Problem ist nur: Wer geht noch zum Religionsunterricht? Richtig, immer weniger. Deshalb muß man versuchen, die religiöse Indoktrination in den regulären Unterricht zu verlegen.

Frau Wolff fordert, daß die Schule zu unkritischer glaubensseeliger Dummheit erziehen soll. Die Behauptung, daß Unterrichtung von Kreationismus mit Kreationismus nichts zu tun habe, zeigt ja deutlich die Ablehnung jeder Vernunft.

Verständlich ist diese Forderung sowohl aus religiöser wie aus politischer Sicht. Sowohl Christen als auch Wähler werden immer weniger - die Menschen sind zu vernünftig, um die religiösen und politischen Märchen noch zu glauben. Gegenmittel: Der  nächsten Generation die Vernunft in der Schule austreiben. Dann sollten Religion und Parteien-Politik endlich wieder zu Ehren kommen.

Was fürchten Religion und Politik am meisten? Die Vernunft des mündigen Menschen!


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