Wer-wie-was ist Thelema?

Thelema Anderwelt

Thelema ist nicht nur neu, sondern anders, deshalb: Ein Mysterium:

  • weder-Kunst-noch-nicht-Kunst
  • weder-Religion-noch-nicht-Religion
  • weder-Wirtschaft-noch-nicht-Wirtschaft
  • weder-Politik-noch-nicht-Politik
  • weder-Wissenschaft-noch-nicht-Wissenschaft
  • weder-Familie-noch-nicht-Familie
  • weder-Magie-noch-nicht-Magie

Man könnte das auch umkehren und sagen: Thelema ist sowohl-Kunst-wie-auch-nicht-Kunst, usw.

Alle bisher bekannten sozialen Gebilde kann Thelema weder-sein-noch-nicht-sein oder nur sowohl-sein-wie-auch-nicht-sein. Warum? Weil Thelema nicht nur neu, sondern anders ist: Die alten Unterscheidungen machen keinen Unterschied mehr. Thelema ist:

  • weder-wahr-noch-falsch
  • weder-Sein-noch-Schein
  • weder-absolut-noch-relativ
  • weder-subjektiv-noch-objektiv

Das kann man wiederum umkehren: Thelema ist sowohl-wahr-wie-auch-falsch, usw.

Soll das bedeuten, dass die bisherigen Unterscheidungen und sozialen Gebilde alle falsch sind? Nein! Sie sind weder wahr noch falsch, sie sind uninteressant, nutzlos, witzlos. Thelema schließt nicht als Neues an Altes an, Thelema ist anders: Anderwelt.

Das Neue ist nur die Fortsetzung des Alten mit anderen Mitteln. Das Neue sucht Lösungen für Morgen in Illusionen von gestern. Neu ist zu wenig. Es geht nur noch anders.

Warum geht es nur noch anders? Kein Warum! Jedes Warum würde auf die Kritik des Alten hinauslaufen. Es gibt nichts zu kritisieren. Es gibt nur Unterscheidungen, soziale Gebilde, Diskussionen und Verhaltensweisen, die uninteressant geworden sind.

  • Kleine Jungs fahren mit Tretautos, Erwachsene reisen im Düsenjet.
  • Kleine Mädchen spielen mit der Puppenstube, Frauen leben in einer eigenen Wohnung.

Tretautos und Puppenstuben sind nicht falsch, sie werden nur irgendwann uninteressant. Man vergisst sie einfach, wirft vielleicht noch einen nostalgischen Blick zurück - das wars.

Thelema ist der Bruch und der Abgrund:

Thelema ist: Ein anderes Äon.

Was ist ein anderes Äon?

Hochkultur Ägypten

Ägypten:
Entstehung einer Hochkultur

Ein anderes Zeitalter der Menschheit. Das geschah zum letzten Mal etwa 3000 v. Chr., als die ersten Hochkulturen entstanden. Diese Kulturen verstanden sich selbst als Ordnung und alle Überbleibsel des vorhergehenden Äons als Chaos.

Sie waren nicht eine neue Art des Nomadischen, sondern etwas völlig anderes: Hochkultur. Plötzlich geschahen Ereignisse vorher unbekannter Art, ein totaler Bruch mit der Vergangenheit:

  • der erste große Flächenstaat entstand in Ägypten,
  • Pyramiden wurden gebaut,
  • die Schrift wurde entwickelt,
  • Schreiber verwalteten Wirtschaft und Bevölkerung,
  • die Wahrheit wurde erfunden,
  • die Menschen gaben sich eine Ordnung, der gegenüber alles vorher nur als Chaos verstanden werden konnte.

Andere Äonen entstehen dann, wenn Menschen aus dem vorhergehenden Äon herauswachsen: vom Tretauto zum Düsenjet. Diese anderen Menschen beginnen, überall auf der Welt das Andere Äon zu 'basteln'. Wir nennen sie Thelemiten. Man erkennt sie daran, dass sie sich für die alten Streitigkeiten, Unterscheidungen, Philosophien und sozialen Gebilde nicht mehr interessieren. Sie tasten nach der Anderwelt, die sie im Zwielicht erahnen.

Das "Liber L vel Legis"

 

Liber L vel Legis - erste Manuskript-Seite

Liber L vel Legis
Erste Manuskript-Seite

Es gibt einige mysteriöse Hinweise auf das Andere Äon: Das "Liber L vel Legis". Ein kleines Büchlein mit 220 Versen und einer uralten ägyptischen Stele. Es wurde 1904 in Kairo von dem Engländer Aleister Crowley gechannelt. In dem Text wird (1904!) sowohl der 2. Weltkrieg in den 40er Jahren des letzten Jahrhundert, als auch der Zusammenbruch des Sowjetblocks in den 80er Jahren in klaren und eindeutigen Worten vorhergesagt. Das ist zumindest eine Merkwürdigkeit und verleitet dazu, das Buch genauer zu prüfen.

Der Text ist, wenn man ihn mit der alteuropäischen Vernunft zu verstehen sucht, widersprüchlich und im Ganzen unverständlich. Mit Unterscheidungen wie wahr-falsch, gut-böse, Leben-Tod, Grund-Begründung, etc. gelesen, bleibt er sinnlos.

Bei intensivem Studium erweist sich das "Liber L vel Legis" als psychoaktives Kunstwerk: Das Bewußtsein und die Welt verändern sich. Der Text stellt keine Verständnis-Probleme, sondern er verursacht Sinnzusammenbrüche und provoziert Sinnsuche. Die Sinnfindung geschieht durch ein Spiel mit Bedeutungen, welches im Anders-Denken Erfüllung findet.

Ausschlaggebend ist das Spiel, denn nur erspielt werden kann das radikal Andere.

 

Was ist das: Spiel?

Was ist mit Spiel gemeint? Die folgenden Punkte mögen einen ersten Eindruck geben:

  • Der Zweck des Spiels ist das Spielen - nichts außerdem..
  • Ein durch Spielregeln bestimmtes und nur auf diese Weise zu erreichendes Spielziel wird angestrebt. Das Spielziel zu erreichen, ist mit Anstrengung verbunden, eine Herausforderung muss es sein, damit es Spaß machen kann.
  • Wer spielt, ist in das Spiel versunken, er ist hineingezogen, er ist so gefesselt, dass er nur mitspielen kann: Er handelt mit Heiligem Ernst - ansonsten ist er ein Spielverderber.
  • Der Gegenbegriff zu Spiel ist nicht Ernst, sondern Nichtdabeisein. Nichtdrinsein.
  • Spielen ist emotionale Intensität. Dabeisein ist emotional, Drinsein, Nicht-distanziertsein.
  • Wie werden die Spieler ins Spiel gezogen? Durch die Herausforderungen, Aufgaben und Regeln, die das Spiel an sie stellt.
  • Die Zeitlichkeit des Spiels ist die des "Dabeiseins für eine Weile". Spielen hat seine Eigenzeit, erfüllte Zeit statt leerer, die nur zu füllen wäre.
  • Das Spiel existiert nur im Gespielt-Werden, seine Seinsweise ist die des Mitspielens. Man kann ein Spiel nicht objektiv erfahren, ihm nicht gegenüberstehen, man kann es nur im Dabeisein erfahren - in der Teilnahme am Prozess, nicht im Beobachten des Prozesses oder im Studium der Spielregeln.
  • Nicht die Spielenden spielen das Spiel, sondern das Spiel spielt sich selbst. Das Spiel bestimmt, was die Spielenden tun. Die Spieler sind für jedes Spiel kontingent (austauschbar). Das Spiel behält seine Identität, auch wenn die Spieler wechseln.
  • Spielen ist Da-sein, Wach-bei-sich-sein und In-der-Welt-sein, nicht Weg-sein, nicht Verfallenheit an etwas anderes als Da-sein.

Spiel darf nicht mit Konsum oder Unterhaltung verwechselt werden. Im Spiel geht es um etwas, das erspielt werden muss: Der Wille zum Erfolg gehört zum Spiel und ohne diesen ist es kein Spiel, sondern, vielleicht, Unterhaltung.

Aber Spieler kämpfen nicht gegeneinander um den Erfolg, sondern gestalten als 'Brüder' gemeinsam das Spiel: Wenn ein Mitspieler etwas essen will, macht man eine Pause. Wer großartig verliert, ist ein besserer Spieler, als wer langweilig gewinnt. Das vollendete Spiel ist ein gemeinsames Werk.

Ein gespieltes Leben ist ein florierendes Leben.

Genaueres zum Spiel kannst du unter "Was ist ein Spiel" und "Das Leben spielen" nachlesen.

Das Andere Äon erspielen

 

Was?
Nein,
Wie!
ist Thelema.

Was sich ergibt, ist ein erstes Ahnen des Anderen Äons als Äon des Welt-Spiels, des Lebens-Spiels, des Götter-Spiels und des Homo ludens (lat. der spielende Mensch). Der Homo ludens entwickelt durch Spielen seine Fähigkeiten, macht seine Erfahrungen, entdeckt seine Möglichkeiten und erschafft sich dadurch zu dem Anderen, das er ist.

Da ein neues Äon der Menschheitsgeschichte anfängt, können wir das Mysterium Thelema nicht auflösen, indem wir fragen: 'Was' ist Thelema. Das wissen wir, wenn überhaupt, erst am Ende des Äons. Wir müssen deshalb anfangen mit der Frage: 'Wie' ist Thelema. Damit fragen wir nach der Funktion von Thelema: Dafür sorgen, dass das Leben als anderes Leben erspielt wird. Wenn das geschieht, wird die Menschheit eine andere sein als vorher, also in einem anderen Äon leben.

 

Thelema geschieht,
wenn das Leben ge- und erspielt wird.

Man kann dieses Spiel z. B. als Religion spielen, aber dann eine Religion ohne Dogma, ohne Glauben, ohne die eine Moral für alle und ohne vorgeschriebene Wahrheiten: "Open Religion". Das wäre Religion als Nicht-Religion, eine Art religiöses Experiment: Stabilität durch Wechsel. Ähnlich der Kunst, die nur als Experiment noch Kunst sein kann. Ähnlich der Wissenschaft, die Wissen durch Experimente erzeugt.

Was wäre daran noch Religion? Vielleicht die das Spiel leitende Frag-Würdigkeit:

Wie spiele ich mein Leben?

Wenn man Religion spielt, dann ist dieses Spiel Weder-Religion-noch-nicht-Religion bzw. Sowohl-Religion-wie-auch-nicht-Religion. Es ist eine Art Religions-Simulation. Man kann anders spielen. Vielleicht das Kunst-Spiel, Lebens-Spiel, Wissenschafts-Spiel ... oder einfach ein Spiel - spielen? Wie du willst ...  z. B.:

  • Kunst-Spiel: Wie erspiele ich ein schönes Leben?
  • Wissenschafts-Spiel: Wie erspiele ich ein nützliches Leben?
  • Wirtschafts-Spiel: Wie erspiele ich Wohlstand - und was spiele ich dann damit?
  • Politik-Spiel: Wie erspiele ich ein Leben für die Gemeinschaft?
  • Religions-Spiel: Wie erspiele ich ein heiliges Leben?
  • World of Warcraft: Wie erspiele ich mir Reputation bei den Fans?

Wenn Ziele erspielt werden, entsteht ein radikal anderes Leben, als wenn sie erkämpft oder erarbeitet werden. Das Spiel ist offen, es lässt das Unerwartete, das Schöpferische und das Andere zu. Die Spielregeln von Thelema ("Liber L vel Legis") sind paradox und das Meta-Spiel ist absurd. Deshalb ist Thelema selbst die Andersheit und das neue Äon eine Anderwelt - weshalb es Menschen gibt, die Angst vor Thelema haben.

Der Kernpunkt der ersten Ahnungen des Anderen Äons muss immer im Fokus bleiben:

Es geht weder um Wahrheit, Glauben oder Moral,
noch um kämpfen oder arbeiten,
sondern um Spiel:
Chaos, Paradox, Kreativität und Experiment,
Spaß, Abenteuer, Glück, Produktivität und Liebe.

Wenn ein Spiel langweilig wird, spielt man ein anderes Spiel. Religion, Kunst, Wissenschaft - alles Spiele, jedes mit seinen eigenen Regeln. Worum es letztlich geht ist: Das Spiel des Lebens! Spannend, geglückt, erfolgreich, liebevoll - wie du willst. Jeder Mensch wählt sein Spiel selbst.

Wir spielen und sehen, wie andere Menschen kämpfen und sich abarbeiten! Das gilt für jede Religion und jede Weltanschauung, seien es Juden, Christen, Atheisten, Kommunisten oder Kapitalisten. Sie nehmen sich alle fürchterlich unspielerisch und denken ihre Spielregeln seien heilige und unabänderliche Wahrheiten, von Gott, der Natur oder der Vernunft gegeben.

Wir Thelemiten, wir Menschen des Anderen Äons, wissen, dass Thelema unser Geschöpf, unser Spiel und unsere Entscheidung ist - und deshalb gestalten wir Thelema nach unserem Willen.

Was tun Thelemiten?

Wir sagten es schon: Spielen! Nichts als Spielen! Aber: Das Leben spielen! Spielen macht alles anders. Spielen ist das einzige, was getan werden kann, um das Andere Äon zu erschaffen.

Praktisch:

  • erkundet ein Thelemit verschiedene Spiele,
  • entscheidet sich, an welchem Spiel er teilnehmen will,
  • setzt sich Spielziele und
  • fängt an.

Es ist egal, ob das Wirtschafts-Spiel, das Politik-Spiel, "World of Warcraft" oder sonstwas gespielt wird. Im ersten Fall ist das Spielziel vielleicht eine bestimmte Geldsumme oder ein Jahreseinkommen, in letzterem Fall vielleicht bestimmte Level oder Items. Wenn du das Ziel erreichst, hast du gewonnen, wenn du das Ziel nicht erreichst, egal aus welchem Grund, hast du verloren.

Eine kleine Besonderheit: Wir verpflichten uns gewöhnlich zu gewinnen - indem wir eine Konsequenz für den Fall des Verlierens festlegen. Eine Art Wette.

Ein einzelnes Spiel bis zum Erreichen des Ziels nennen wir Projekt. Wenn du dir in der Wirtschaft eine bestimmte Geldsumme erspielen willst, wäre dies ein Projekt und wenn du in "World of Warcraft" ein bestimmtes Level erspielen willst, wäre dies genauso ein Projekt. du kannst an ein Projekt weitere Projekte anschließen, z. B. das erspielte Geld irgendwo investieren.

Klar ist jedoch eins: Jedes Projekt verbraucht Lebenszeit, ist eine Runde im Spiel des Lebens, also: Wähle wohl.

Die Thelema-Society

 

Zeichen der Thelema-Society

Mancher Mensch möchte gern mitspielen, aber weiß nicht, wie er das tun kann.

 

Mitspielen oder selbst ein Spiel entwerfen? Wie entwirft man ein Spiel? Welche Spiele lohnt es sich mitzuspielen? Fragen, zu denen bei der Thelema-Society erfahrene Gesprächspartner zu finden sind.

Für viele Projekte braucht man bestimmte Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten und manche Projekte kann man allein nicht durchführen. An dieser Stelle kommt die Thelema-Society ins Spiel.

Die Thelema-Society ist eine Gemeinschaft von Thelemiten.

  • Sie organisiert Veranstaltungen zum Erlernen und Einüben von Spielfähigkeiten,
  • bringt Thelemiten zu gemeinsamen Projekten zusammen,
  • unterstützt manche Projekte mit Ressourcen.

kurz: Die Thelema-Society unterstützt ihre Mitglieder beim Spielen, bei ihren Projekten und bei ihren Wetten.

Warum könntest du dich für die Thelema-Society entscheiden?

Weil wir Thelema für uns selbst machen, um unser Spiel zu spielen und unsere eigenen Spiele zu unterstützen. Wir machen Thelema nicht für dich oder andere Menschen. Thelema ist unser Spiel. Wenn du mitmachst, ist es auch dein Spiel. Das Ergebnis des Spiels ist ein Schritt auf dem Weg zum Anderen Äon.

Ob du Thelema magst oder nicht, ist für uns unwichtig. Das ist deine Entscheidung. Aber wenn du mitspielst, freuen wir uns, denn jeder weitere Mitspieler optimiert unsere Spiel-Möglichkeiten. Wenn du mitmachst, optimierst du deine Spiel-Möglichkeiten.

Jeder Mensch trifft seine Wahl:
Mit der alten Welt verwehen
oder den anderen Morgen sehen.

Bist du Thelemit? Thelema-Society!


Das Wolfs-Rudel ist die effektivste Jagdmaschine der Natur. Es spielt nach den Regeln des Wolf-Credo:

Das Gesetz der Wölfe

Respektiere
die Ältesten
Spiele,
wenn du kannst
Teile deine Interessen Hinterlasse
dein Zeichen
Lehre
die Jungen 
Jage,
wenn du musst
Äußere deine Gefühle  
Kooperiere
mit dem Rudel
Raste
dazwischen
   
Wolf
Die ersten drei Punkte betreffen Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Die nächsten drei Punkte betreffen die Prioritäten der Aktivitäten im Rudel. Die nächsten beiden Punkte betreffen die Kommunikation zwischen den Mitgliedern des Rudels. Der letzte Punkt betrifft die Resultate von Aktivitäten des Rudels und seiner Mitglieder.

Kommentare

Eine Nachfrage:

 

Warnung:

Thelema hat keinerlei Sicherheiten zu bieten.
Die Spielregeln können sich ständig ändern.

 

Die Spielregeln können sich ständig ändern ? Tun sie das so einfach von sich aus?

Müssen sie nicht mindestens immer darauf hinauslaufen, (bzw. wir dafür sorgen, daß sie das tun), daß wir  Menschen lernen, sich Spielregeln zu setzen, nach denen wir (wirklich) leben können?

Angel

 

Spielen ist das ganze Geheimnis.