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 <title>Michael D. Eschner - Denken</title>
 <link>https://www.mde-net.de/taxonomy/term/47</link>
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 <title>Beobachtung: Unterscheidung und Bezeichnung</title>
 <link>https://www.mde-net.de/beobachtung</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;Das Folgende ist die &lt;strong&gt;stark vereinfachte Darstellung&lt;/strong&gt; eines komplexen Problems. Wer hier Anlehnungen an Spencer-Brown, Hegel, Luhmann oder Gotthardt Günther zu erkennen glaubt, liegt richtig. Dennoch folgt die Darstellung keinem der genannten in allen Aspekten. Wir wollen Versuche im Selbstdenken wagen ;-)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zuerst: &quot;&lt;strong&gt;Beobachten&lt;/strong&gt;&quot; - wie der Begriff hier benutzt wird - hat nichts mit &quot;hinsehen&quot; oder sonst einer spezifischen Wahrnehmung zu tun. Man kann &quot;hinsehen&quot; einer Beobachtung zugrundlegen, aber Beobachtung kann auch ohne jede sinnliche Wahrnehmung stattfinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&quot;&lt;strong&gt;Bezeichnung&lt;/strong&gt;&quot; meint einerseits das Herstellen einer Bezeichnung, also bezeichnen, andererseits die hergestellte, also bestehende Bezeichnung: das Resultat des Bezeichnens.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dann: &quot;&lt;strong&gt;Bezeichnung&lt;/strong&gt;&quot; meint ganz unspezifisch alle möglichen Arten des Bezeichnens:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Symbolisch&lt;/strong&gt;: Ein Zeichen ist für Bezeichnetes durch Konvention festgelegt, z.B. das Wort &quot;Katze&quot; für eine Katze.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Indexikalisch&lt;/strong&gt;: Ein Hinweis auf etwas, z.B., ein Wegweiser, der hinweisende Zeigefinger oder ein Wetterhahn, der die Windrichtung anzeigt.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Ikonisch&lt;/strong&gt;: Eine Bezeichnung durch Ähnlichkeit, z.B. eine Fotografie.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;&quot;&lt;strong&gt;Unterscheidung&lt;/strong&gt;&quot; meint einerseits das Herstellen einer Unterscheidung, also unterscheiden, andererseits den hergestellten Unterschied, also das Resultat des Unterscheidens. Eine Unterscheidung ist eine nicht weiter bestimmte Beziehung zwischen Unterschiedenen. Eine Unterscheidung besteht aus einer Grenzziehung so, dass ein Punkt auf der einen Seite der Grenze die andere Seite nicht erreichen kann ohne die Grenze zu kreuzen. Die beiden Unterschiedenen&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		sind nicht identisch,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		gehen nicht ineinander über und&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		haben eine gemeinsame Grenze&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;- das ist alles. Mehr ist nicht gesagt und nicht gemeint.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nun zur &lt;strong&gt;Beobachtung&lt;/strong&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Eine Beobachtung ist ein Ereignis,&lt;br /&gt;
	das eine Unterscheidung benutzt,&lt;br /&gt;
	eine der beiden Seiten dieser Unterscheidung bezeichnet&lt;br /&gt;
	und dadurch Informationen gewinnen oder verarbeiten bzw.&lt;br /&gt;
	weitere Beobachtungen anschließen kann.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wer etwas bezeichnet, egal was, hat es damit schon von allem anderem unterschieden. Die &lt;strong&gt;Bezeichnung&lt;/strong&gt; erzeugt das Unterschiedene. Man kann nicht unterscheiden, ohne zu bezeichnen - und umgekehrt. Wir benutzen den Begriff &quot;Form&quot; (zwei-Seiten-Form) als synonym zu &quot;Unterscheidung&quot; und zu &quot;Bezeichnung&quot;. Alle drei Begriffe bezeichnen denselben - nicht nur den gleichen - Sachverhalt, aber aus verschiedenen Perspektiven.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir können niemals mit einer &lt;strong&gt;Einheit&lt;/strong&gt; oder Identität, z.B. essen, lieben oder Gott, anfangen zu handeln, zu fühlen oder zu denken. Sobald wir etwas bezeichnen unterscheiden wir das Bezeichnete und das mit dieser Bezeichnung nicht Bezeichnete: was es ist und was es nicht ist. Wäre das anders, könnten wir mit einer Bezeichnung nicht unterscheiden, also nicht bezeichnen. Selbst wenn man sagt &quot;Alles&quot;, unterscheidet man gegen &quot;Nicht-Alles&quot;, z.B. Ganzes und Teil.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Deshalb kann man immer nur,&lt;br /&gt;
	egal ob man es explizit tut oder nicht,&lt;br /&gt;
	mit Unterscheidung anfangen,&lt;br /&gt;
	niemals mit Einheit.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine &lt;strong&gt;Unterscheidung&lt;/strong&gt; hat zwei Seiten. Das Bezeichnete, die eine Seite, und alles übrige, die andere Seite. Die Seiten sind getrennt - und verbunden - durch eine Grenze. Die Grenze ist nichts Substantielles, keine Substanz zwischen den Seiten, denn dann wäre sie eine dritte Seite. Sie ist, weil nur Beobachter unterscheiden können, die Operation, welche die Seiten sortiert, die unterscheidende Operation (Tätigkeit, Geschehen) - also der Beobachter. Insofern ist sie selbst die Unterscheidung im Sinne von unterscheiden &lt;u&gt;und&lt;/u&gt; Unterschiedenem. Unterscheidung ist sortieren und Sortiertes.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kann sich das an einem einfachen &lt;strong&gt;Beispiel&lt;/strong&gt; verdeutlichen: Nur die Regierungen, nicht die Geographie, bestimmen über die Grenzen von Staaten. Eine Regierung kann durch scharfe Einreise- und Zollkontrollen ihre Grenzen &quot;dicht&quot; machen, eine andere kann sie durch laxe Handhabung und liberale Gesetze öffnen. Eine Regierung kann die Staatsgrenzen verändern wollen und muss dazu mit anderen Regierungen verhandeln oder Krieg führen. Daran sieht man, dass nicht der rote Strich auf der Landkarte, sondern die Regierungen, also die Beobachter der Grenze, die Grenze ziehen und regulieren. Jeder Beobachter der Grenze wirkt mit an der Unterscheidung: Den regulären Grenzübergang benutzen oder sich durch die Büsche schlagen? Waren verzollen oder doch lieber schmuggeln?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Beobachter schaffen durch ihr Unterscheiden nicht nur Grenzen, sie sind selbst diese Grenzen. Beobachter &lt;strong&gt;projizieren&lt;/strong&gt; die Grenzen die sie sind, nach außen und entdecken sie dann dort wieder - Überraschung!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie entsteht der Beobachter? &lt;strong&gt;Fluktuationen des Formlosen&lt;/strong&gt;. Die Physik nennt es &quot;Fluktuationen des Nichts&quot;, ähnlich die Mystik, mit den Worten Heideggers: &quot;das Nichts nichtet&quot;. Wir werden das später vertiefen.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;&quot;&lt;strong&gt;Jenseits des geschichtlich entstandenen Repertoires der Formen erstreckt sich die unreduzierbare Wüste des Formlosen&lt;/strong&gt;. Nicht die ganze Erde kann man kolonisieren, privatisieren, formen. Das Frontier bleibt. ... jenseits aller hegelianischen Sicherheiten lauert das Gesetzlose, Namenlose und Wilde, das als ewige Quelle der Gefahr nicht gezähmt werden kann. Das Modell Luhmanns kann damit als theoretische Klärung des obenerwähnten Midaskomplexes verstanden werden, der das Verhältnis der Kunst zu ihrem Anderen regelt: &lt;strong&gt;das Kunstsystem kann und muß in der Suche nach dem Neuen weiter und weiter ins Formlose eindringen&lt;/strong&gt;. Dadurch wird das Formlose aber nicht besiegt, sondern bloß verschoben und wieder aus den Augen verloren, d.h. in seiner verborgenen Gefährlichkeit unangetastet belassen. Diese Vision ist beunruhigend und beruhigend zugleich. Die Gefahr ist zwar nicht beseitigt. Aber sie ist nach Außen verdrängt, so daß sich zumindest im Inneren der Form die reine, ungetrübte Freude am Werk, die wir mit dem Kunstschaffen assoziieren, friedlich entfalten kann.&quot; (Boris Groys, Die dunkle Seite der Kunst)&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Jeder Unterscheidung muss etwas zugrundeliegen: das was sortiert oder unterschieden wird. Man kann es mit Spencer-Brown &quot;unmarked space&quot; oder mit Luhmann &quot;Welt&quot; nennen. Wir nennen es einfach das &lt;strong&gt;Formlose&lt;/strong&gt;: ein Meer von irgendetwas, was auch immer, das, wie auch immer, sortiert wird. Statt &quot;sortiert&quot; können wir auch sagen: in (eine) &lt;strong&gt;Form&lt;/strong&gt; gebracht wird. Eine Unterscheidung ist eine Form mit zwei Seiten, die das Formlose in Form bringt. Das Formlose ist nur hinsichtlich der thematischen Unterscheidung formlos, in anderer Hinsicht mag es Formen enthalten und die thematische Unterscheidung mag sich daran orientieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Beispiel&lt;/strong&gt;: Simone de Beauvoir erfand die Unterscheidung zwischen biologischem Geschlecht (&quot;sex&quot;) und sozialem Geschlecht (&quot;gender&quot;) der Frau. Die Frau war für sie das Formlose, welches durch diese Unterscheidung in Form gebracht wurde. Die Unterscheidung richtete sich gegen eine Rollenfestlegung der Frau, die durch ihren Körper und dessen biologische Funktionen bestimmt war. Natürlich hatte die Frau vorher schon eine Form, z.B. durch die Differenz Frau / Mann deren Formloses der Mensch ist, welcher wiederum in der Form Mensch / Tier oder Mensch / lebloses Ding eine Form hat. Dennoch liegt die Frau der sex / gender Unterscheidung als Formloses zugrunde, denn der Aspekt der Frau, der mit der neuen Unterscheidung in Form gebracht wurde, war vorher ununterschieden und damit nicht erkennbar, also formlos.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Eine Unterscheidung gründet im Formlosen.&lt;br /&gt;
	Sie entsteht durch eine unterscheidende Operation,&lt;br /&gt;
	welche die beiden Seiten der Unterscheidung erzeugt&lt;br /&gt;
	und wird nur aufrechterhalten durch weitere unterscheidende Operationen:&lt;br /&gt;
	der Weg wird im Gehen erzeugt.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Wenn wir das vergessen&lt;br /&gt;
	glauben wir - mit sich selbst identisch bleibende - Einheiten zu erkennen:&lt;br /&gt;
	Stühle, Menschen, Gott.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Das ist der Unterschied zwischen Nomaden und Siedlern.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine Beobachtung setzt voraus, dass eine der beiden Seiten der Unterscheidung &lt;strong&gt;bezeichnet&lt;/strong&gt; wird: dick und nicht dünn, Theorie und nicht Praxis, Mensch und nicht Tier. &quot;Bezeichnen&quot; heißt hier einfach: sich darauf beziehen, auf etwas referieren, einen Bezug herstellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine Beobachtung liegt vor, wenn das, was bezeichnet wird, &lt;strong&gt;anschlussfähig&lt;/strong&gt; ist, d.h. wenn weitere Beobachtungen an die erste Beobachtung angeschlossen und Informationen gewonnen werden können. So ist die Beobachtung eines Menschen als Frau anschlussfähig, weil an diese Beobachtung weitere informative Beobachtungen, z. B. bezüglich &quot;sex&quot; oder &quot;gender&quot;, angeschlossen werden können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man könnte meinen, dass nur Menschen beobachten. Das ist falsch. Auch eine &lt;strong&gt;Amöbe&lt;/strong&gt; muss beobachten. Sie muss z. B. wenn sie frisst, zwischen sich und nicht-sich unterscheiden, ansonsten sie sich möglicherweise selbst auffressen würde. Sie beobachtet sich (Bezeichnung) und schließt weitere Beobachtungen, z. B. fressbar versus nicht fressbar, an. Ein &lt;strong&gt;Thermostat&lt;/strong&gt; unterscheidet zwischen zu hoher und zu niedriger Temperatur. Wenn das Kühlsystem ausgeschaltet ist, beobachtet er zu hohe Temperatur und kann an diese Beobachtung z.B. die weitere Beobachtung an / aus des Kühlsystems anschließen. Wir Menschen benutzen natürlich viel mehr Unterscheidungen als Amöben und Kühlschränke: dick und dünn, groß und klein, Theorie und Praxis, Identität und Unterscheidung, unterscheiden und bezeichnen, Mensch und Nicht-Mensch, etc. - aber am Prinzip ändert sich dadurch nichts.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man sagt z.B. Kinder sind süß. Welche Unterscheidung liegt der Bezeichnung &quot;süß&quot; zugrunde? Vielleicht süß / sauer? Denkt man dabei wirklich an eine Unterscheidung - oder bezeichnet man nur, ohne die Unterscheidung zu beobachten? Wenn man aber die Unterscheidung süß / sauer beobachtet, gegen welche andere Unterscheidung unterscheidet man sie? Vielleicht Mädchen / Junge? Oder blond / braun? Und - beobachtet man das, während man (gleichzeitig!) diese Unterscheidung benutzt?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es treten &lt;strong&gt;Probleme&lt;/strong&gt; auf:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Einheitsblindheit&lt;/strong&gt;: Die Einheit der Unterscheidung, also das, was unterschieden wurde, kann, während die Unterscheidung benutzt wird, nicht beobachtet werden. Werden Frauen beobachtet, so kann man nicht gleichzeitig Menschen - eine mögliche Einheit von Mann und Frau - beobachten.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Bezeichnungblindheit&lt;/strong&gt;: Der Beobachter beobachtet nur die bezeichnete Seite der Unterscheidung und nur eine spätere Beobachtung kann zeigen, dass die eine Seite der Unterscheidung nur die eine ist, weil es eine andere Seite gibt, die während dieser Beobachtung nicht bezeichnet ist. Beobachtet man Frauen, so kann man nicht gleichzeitig Männer beobachten - anders: man kann die Wörter &quot;Mann&quot; und &quot;Frau&quot; nicht gleichzeitig, nur nacheinander aussprechen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Unterscheidungsblindheit&lt;/strong&gt;: Die Unterscheidung, die für die Bezeichnung benutzt wird, kann selbst - während sie benutzt wird - nicht beobachtet (unterschieden) werden. Unterscheidet man z.B. wahr / falsch, dann kann man nicht beobachten, ob diese Unterscheidung selbst wahr oder falsch ist. Die Anwendung einer Unterscheidung auf sich selbst produziert ein Paradox: Ist die Unterscheidung gut / böse gut oder böse?&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Wenn die Unterscheidung &lt;strong&gt;gut&lt;/strong&gt; / &lt;strong&gt;böse&lt;/strong&gt; gut ist, dann ist das Böse Teil des Guten, wenn sie böse ist, ist das Gute Teil des Bösen. Schlecht für die Moral. Ist die Unterscheidung &lt;strong&gt;Transzendenz&lt;/strong&gt; (Gott) / &lt;strong&gt;Immanenz&lt;/strong&gt; (Welt) transzendent (göttlich) oder immanent (weltlich)? Wenn sie transzendent ist, woher kennen wir dann die Unterscheidung? Nur aus den Gedanken Gottes. Die Gedanken Gottes kennen? Wenn sie immanent ist, woher wissen wir dann von Gott? Nur aus der Welt, aber wie kann diese wissen was nicht Welt ist? Vielleicht ist Gott ja ununterscheidbar, unterscheidunglos - aber wie können wir ihn dann beobachten? Wie können wir etwas wissen, was wir nicht beobachten können? Schlecht für die Religion.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber für derlei Probleme gibt es die Theologie, die &lt;strong&gt;Programme&lt;/strong&gt; für das Beobachten mit dieser Unterscheidung erfindet: Gebet, Meditation, Einbruch der Transzendenz, Unfehlbarkeit des Papstes usw. Wir sehen daraus: Eine Unterscheidung allein ist nutzlos, wir brauchen immer zusätzlich ein Programm, welches regelt was auf welche Seite sortiert wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Beobachter kann immer nur beobachten, was er bezeichnet. Will er beobachten, welche Unterscheidung die Bezeichnung ermöglicht, muss er - in einer anderen Beobachtung - eine andere Unterscheidung benutzen, die die erste Unterscheidung von anderen Unterscheidungen unterscheidet.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Jede Beobachtung erzeugt beim Beobachter blinde Flecke:&lt;br /&gt;
	er &quot;sieht&quot; (beobachtet) nicht, dass er nicht &quot;sieht&quot;, was er nicht &quot;sieht&quot; -&lt;br /&gt;
	weil er sieht, dass er sieht, was er sieht.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das geht über die bekannte Formel, &quot;ich weiß, dass ich nichts weiß&quot;, hinaus. Wer weiß, dass er nicht weiß, weiß immerhin dies noch. Der &quot;blinde Fleck&quot; besteht aber darin, nicht nur nicht zu wissen, dass man nicht weiß, sondern - während der Beobachtung - prinzipiell nicht wissen zu können, dass man nicht weiß.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das gilt für die Beobachtung 1. Ordnung, also für die Beobachtung eines selbst nicht beobachtenden Objekts (Was-Ebene, was wird beobachtet). Die &lt;strong&gt;Beobachtung 2. Ordnung&lt;/strong&gt;, also die Beobachtung eines Beobachters (Wie-Ebene, wie wird beobachtet), kann sehen, was der Beobachter 1. Ordnung nicht beobachten kann: welche Unterscheidung dessen Beobachtung zugrundeliegt. Auf welcher Unterscheidung die Beobachtung 2. Ordnung basiert ist dem Beobachter des Beobachters aber wiederum blinder Fleck. Eine Beobachtung 2. Ordnung ist immer auch eine Beobachtung 1. Ordnung. Die Bezeichnung &quot;Beobachtung 2. Ordnung&quot; bezieht sich darauf, &lt;u&gt;was&lt;/u&gt; beobachtet wird, nämlich ein Beobachter. Der Beobachter des Beobachters ist, genauso wie dieser, bezüglich der Unterscheidung die er selbst benutzt, Beobachter 1. Ordnung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kann immer auch anders unterscheiden, also beobachten. Das ist die &lt;strong&gt;Kontingenz&lt;/strong&gt; der Beobachtung: sie ist immer auch anders möglich. Je nachdem wie man unterscheidet, also beobachtet, kommt man zu anderen Ergebnissen. Jede Unterscheidung aktualisiert eine Realität, die &lt;u&gt;nur&lt;/u&gt; durch diese Unterscheidung erschaffen wird - und durch andere Unterscheidung nicht. Andere Unterscheidungen, andere Realitäten. Es gibt nicht die eine Realität, sondern viele Realitäten: Poly-Realität oder Polykontexturalität.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Real&lt;/strong&gt; ist also nur, was durch Unterscheidungen produziert wird, aber nicht alle Unterscheidungen produzieren Realität. Die Welt muss eine Unterscheidung zulassen, sie muss sich bewähren - indem sie Realität erzeugt. Die Realität eines Beobachters kann mit der Realität eines anderen Beobachters verglichen werden, aber nicht mit einer beobachterunabhängigen Realität. Es gibt keine beobachterunabhängige Realität.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Alles was gesagt wird, wird von einem Beobachter gesagt.&lt;br /&gt;
	Alles was gehört wird, wird von einem Beobachter gehört.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zu beachten: Der Beobachter ist, weil seine Beobachtung seine Realität erschafft, immer schon Betroffener und &lt;strong&gt;Teilnehmer&lt;/strong&gt;. Hier wird nicht die Außenwelt geleugnet, aber die Möglichkeit einer eineindeutigen Korrespondenz zwischen Welt und Erkenntnis, also die Möglichkeit einer universalen oder überindividuellen Wahrheit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kontingenz&lt;/strong&gt; meint: Beobachtung kann ihre Unterscheidungen weder &lt;u&gt;beliebig&lt;/u&gt; wählen, noch sind sie &lt;u&gt;notwendig&lt;/u&gt; vorgegeben, sie sind immer auch anders möglich, aber nicht beliebig anders möglich. Erkennen durch Beobachtung ist weder &lt;strong&gt;Konstruktion&lt;/strong&gt;, wie es uns ein relativistischer postmoderner Konstruktivismus erzählen will, noch &lt;strong&gt;Instruktion&lt;/strong&gt;, wie es uns eine dogmatische alteuropäische Ontologie erzählen will, sondern Konstruktion &lt;u&gt;und&lt;/u&gt; Instruktion. Beobachten ist &lt;strong&gt;Gestalten&lt;/strong&gt;, etwas entsprechend seinen Möglichkeiten in Form bringen. Da der Beobachter sich durch seine eigenen Unterscheidungen selbst gestaltet, gilt:&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Gestalt gestaltet.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Oszillieren zwischen Beobachtung 1. Ordnung und Beobachtung 2. Ordnung, bei dem die Ergebnisse der Beobachtung 2. Ordnung als Grundlage weiterer Beobachtungen 1. Ordnung benutzt werden und die Ergebnisse der Beobachtung 1. Ordnung wiederum mit einer Beobachtung 2. Ordnung beobachtet werden, nenne ich &lt;strong&gt;Design&lt;/strong&gt;. Die Beobachtung 2. Ordnung können wir &lt;strong&gt;Reflexion&lt;/strong&gt; nennen - wenn wir darauf achten, dass mit Reflexion genau das und nichts anderes gemeint ist. Wir können dann etwas alltagssprachlicher sagen: Design ist der permanente Wechsel zwischen Handlung und Reflexion der Handlung, wobei die Ergebnisse der Reflexion modifizierend auf die reflektierte Handlung angewandt werden - &lt;strong&gt;reflektiertes Gestalten&lt;/strong&gt;. Da nur Beobachter designen können - und damit nicht nur ihre Welt sondern auch sich selbst, z. B. als Individuum, designen gilt:&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Design designt.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Damit haben wir eine Erweiterung der &lt;strong&gt;Bewusstheit&lt;/strong&gt;, des traditionellen &quot;sei bewusst&quot;, eingeführt. Natürlich setzt Design Bewusstheit voraus, denn anders wäre nichts da, was reflektiert werden könnte. Wenn Bewusstheit (Einpunktigkeit, Wachheit, Achtsamkeit) in der Beobachtung 1. Ordnung und Reflexion (die, als Beobachtung 2. Ordnung auch immer Beobachtung 1. Ordnung ist und deshalb unter der Forderung der Bewusstheit steht) oszillieren, ist der ganze Mensch einbezogen: Sinnlichkeit und Vernunft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Beobachtung 1. Ordnung ist die Welt fraglos &lt;strong&gt;selbstverständlich&lt;/strong&gt;. Es ist was ist und es geschieht was geschieht. Daran kann Bewusstheit nichts ändern. Erst in der Reflexion wird Beobachtung &lt;strong&gt;fragwürdig&lt;/strong&gt;, denn man beobachtet Beobachtungen daraufhin, auf welchen Unterscheidungen sie basieren - und erkennt dadurch ihre Kontingenz.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Versuchen wir uns das am &lt;strong&gt;Beispiel&lt;/strong&gt; anschaulicher zu machen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jemand sagt, dass er Karriere machen wolle. Er unterscheidet - mindestens implizit - Karriere / Nichtkarriere und bezeichnet &lt;strong&gt;Karriere&lt;/strong&gt;. Wenn er dabei bleibt (Beobachtung 1. Ordnung) &lt;u&gt;gestaltet&lt;/u&gt; er sich, sein Leben und seine Welt - als Karriere. Wenn er sich aber fragt,&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		welche Unterscheidung benutze ich, d.h. was ist der Gegenbegriff zu Karriere,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		was ist die Einheit dieser Unterscheidung,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		wovon unterscheide ich die Unterscheidung Karriere / Gegenbegriff,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		nach welchem Programm (Kriterien) sortiere ich die Einheit auf die beiden Seiten und&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		welche alternativen Unterscheidungen könnte ich benutzen,&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;ist er zur Reflexion übergegangen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die erste Frage macht deutlich, dass der Gegenbegriff zu Karriere nicht einfach Nichtkarriere ist, also &lt;u&gt;alles&lt;/u&gt; andere als Karriere, sondern dass die Bezeichnung der einen Seite als &quot;Karriere&quot; die andere Seite der Unterscheidung limitiert: es kommen nur Alternativen zu Karriere in Frage, nicht jedoch Tische und Stühle, obwohl diese auch Nichtkarriere sind (Hegel: bestimmte Negation). Die Welt wird zur Gesamtheit möglicher - positiv oder negativ karrierebezogener - Lebenspläne mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten der Selektion. Welcher Gegenbegriff nun gewählt wird, z.B. Kinder aufziehen oder Sozialhilfeempfänger, hat Auswirkungen auf die folgenden Fragen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Während alle fünf Fragen Sinn prozessieren, ist mit der letzten Frage der Übergang zum &lt;strong&gt;Sinn des Lebens&lt;/strong&gt; vollzogen: die &lt;u&gt;aktuale&lt;/u&gt; Entscheidung über den Lebensweg wird im Lichte alternativ &lt;u&gt;möglicher&lt;/u&gt; Entscheidungen beobachtet. &quot;Sinn&quot; ist - nach Luhmann - die Einheit der Unterscheidung von Aktualität (gegenwärtige Situation) / Possibilität (Möglichkeit, Virtualität). Sinn liegt auch in der Beobachtung 1. Ordnung vor, aber unbewusst (latent): er begleitet jede Unterscheidung, weil sie immer auch anders möglich wäre, Selektion aus einem Unterscheidungsraum (Possibilität) ist. Wer die Welt als sinnlos beobachtet, hat &quot;sinnlos&quot; aus anderen Sinn-Möglichkeiten als Sinn selegiert: Sinnlosigkeit ist der Sinn seiner Welt.&lt;/p&gt;
&lt;p class=&quot;definition&quot;&gt;[In Luhmanns Sinnbegriff ist Gotthard Günthers Polykontexturalität aus- und &quot;Rejektion&quot; als Kontingenz eingearbeitet. Das Aktuelle ist die Kontextur und die vielfältigen anderen Möglichkeiten (Possibilität) sind unbenutze Kontexturen, also Rejektionspositionen, die das &quot;auch anders möglich&quot; ausfüllen. Der Übergang von der aktuellen Unterscheidung (Günther: Kontextur) zu einer anderen möglichen Unterscheidung (Kontextur) ist Günthers &quot;Transjunktion&quot;.]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im vorstehenden Text sind viele Behauptungen enthalten. Ist das alles wahr?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der alteuropäischen Gesellschaft - und teilweise noch heute - wurde die Welt nach dem ontologischen Schema &lt;strong&gt;Sein / Nichtsein&lt;/strong&gt; beobachtet. Wenn man so beobachtet stellt, sich die Frage nach der Identität - dem Sein, der Substanz oder dem Wesen - des Beobachteten: zum Beispiel der Identität Gottes, der Identität der Gesellschaft, dem Wesen des Menschen oder dem Sein des Baumes. Es stellt sich die Frage der &lt;strong&gt;Washeit&lt;/strong&gt;, was etwas ist. Das ist die Frage nach dem Wesen: wie etwas jenseits aller Meinungen sich aus bestimmten oder bestimmbaren Teilen zusammensetzt, was sein harter Kern ist, seine wesenhafte Bestimmtheit die es hat und die es zu finden gilt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es geht also nur darum &quot;richtig&quot; zu beobachten und das Wesen oder die Wahrheit zu erfassen. Die &lt;strong&gt;Wahrheit&lt;/strong&gt; kann man nur verfehlen, wenn falsch beobachtet wird. Die der Beobachtung zugrundeliegende Unterscheidung wird von den Objekten der Beobachtung vorgegeben, nicht etwa von den Beobachtern erzeugt - und wenn doch, dann wird falsch beobachtet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn man nun bemerkt das nur Beobachter beobachten und unentwegt beobachtet werden, es mannigfache Beobachter und Beobachtungen gibt, in Beobachtungen unterschiedliche Unterscheidungen und damit verschiedene Realitäten aktualisiert werden und diese sich nicht auf eine für alle Beobachter verbindliche und &quot;absolute Beobachtung&quot; (Erkenntnis) bringen lassen, wird das ontologische Schema &lt;strong&gt;unplausibel&lt;/strong&gt;. Beobachtungen werden als kontingent erkannt, d. h. als nicht notwendig, aber eben so wie sie geschehen möglich - und immer auch anders möglich. Es gibt keinen privilegierten Standpunkt mehr - sei es Kaiser, Papst, Bibel oder Gott - von dem aus entschieden werden könnte, welche Beobachtung die eine wahre Erkenntnis ist. Selbst eine Mehrheit von Beobachtern, die das gleiche beobachten, d.h. die gleiche Unterscheidung zugrundlegen, kann nicht mehr im geringsten Wahrheit garantieren.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Das Problem des alteuropäischen Denkens ist der verlorene Performativ:&lt;br /&gt;
	Wer sagt das?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn das so ist, dann muss man von Erkenntnis auf Beobachtung und von Wahrheit auf Kontingenz umstellen. Von der Erkenntnis der Washeit (Wesen, ontologisch, Beobachtung 1. Ordnung) auf Beobachtung des Wie (funktional, Beobachtung 2. Ordnung, Reflexion): Wie funktioniert denn das? Damit entsteht das moderne &lt;strong&gt;wissenschaftliche&lt;/strong&gt; Denken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nun zeigen die Überlegungen zur Beobachtung, dass der Beobachter in der Beobachtung immer als sein eigener Gegenstand vorkommt: er beobachtet sich selbst mit und durch sich selbst. Der Beobachter operiert also selbstreferentiell (auf sich selbst bezogen). &lt;strong&gt;Selbstreferenz&lt;/strong&gt; ist die Bedingung der Möglichkeit, die Einheit (Identität) des Beobachters herzustellen: er muss sich selbst als Beobachter beobachten können. Bewusstsein oder das Subjekt sind also nicht Voraussetzung, sondern Folge von Selbstreferenz. Damit wird der ontologische Primat des Bewusstseins als einzige Struktur mit der Fähigkeit zur Selbstreferenz unterlaufen, denn wenn Bewusstsein nur eine Folge von Selbstreferenz ist, nicht umgekehrt, kann es andere Strukturen geben, die beobachten können. Als solche Strukturen wurden bisher neben dem Bewusstsein z.B. Zellen, Nervensystem und Kommunikation beobachtet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kann natürlich weiterhin &lt;strong&gt;ontologisch beobachten&lt;/strong&gt;. Hier wird nicht behauptet, dass das falsch sei. Die Frage ist einfach: was sieht man wenn man so beobachtet? Antwort: sehr wenig, nichts interessantes und nichts, was mit wissenschaftlichen Beobachtungen kompatibel ist. Wem es reicht, was er aus dieser Perspektive sieht, mag so beobachten - und Kontingenz als &quot;Diktatur des Relativismus&quot; diabolisieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ist das alles wahr? Natürlich nicht. Es ist eine &lt;strong&gt;kontingente Beobachtung&lt;/strong&gt;. Es wird so beobachtet, wenn man so beobachtet :-)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber wie kommen wir dazu gerade so zu unterscheiden? Nur dadurch, dass wir unsere Unterscheidungen mit anderen Unterscheidungen vergleichen und dann entscheiden. Die Kontingenz, die in jeder Entscheidung liegt, können wir nur mit Kontingenz bekämpfen. Eine gewisse Kontrolle (De-kontingentisierung) über unsere (kontingenten) Unterscheidungen können wir nur bekommen, wenn wir die Kontingenz der Unterscheidungen in unseren Entscheidungen berücksichtigen. Das ist nur durch ein &quot;re-entry&quot; möglich, also durch Wiedereinführung der Unterscheidung in die Unterscheidung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Durch den re-entry können wir unsere eigene Selbstreferenz bearbeiten, indem wir die Funktionsfähigkeit, Leistungsfähigkeit und Reflexionsfähigkeit unserer Unterscheidungen beurteilen. Durch das re-entry können die getroffenen Unterscheidungen beobachtet werden, ohne sie verlassen zu müssen: Ist gut / böse gut oder böse? Damit können Entscheidungen systemintern begründet werden durch Vergleich mit alternativen Unterscheidungen: Ist wahr / unwahr wahr oder unwahr? Anders ausgedrückt: Ist meine Methode wahr / unwahr zu unterscheiden wahr oder unwahr?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir können dann nicht sagen, dass eine Beobachtung wahrer sei als eine andere Beobachtung. Wir können nur feststellen, was wir &quot;&lt;strong&gt;so far&lt;/strong&gt;&quot; beobachten und was wir &quot;&lt;strong&gt;from now on&lt;/strong&gt;&quot; beobachten. Erkenntnistheorie unterscheidet nicht mehr in der Sachdimension Beobachter (z. B. Subjekt) / Beobachtetes (z. B. Objekt) und versucht dann festzustellen, wie gut die Beobachtung mit dem Beobachteten übereinstimmt: wahr / falsch. Erkenntnistheorie unterscheidet jetzt in der Zeitdimension &quot;so far&quot; (Vergangenheit) / &quot;from now on&quot; (Zukunft) und die Barre (&quot;/&quot;) ist die Gegenwart.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Beobachtungen scheitern nicht an beobachteten Objekten oder einer Realität,&lt;br /&gt;
	sondern an anderen Beobachtungen.&lt;br /&gt;
	Die Realität sind unsere Beobachtungen &quot;so far&quot;.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nun leben wir alle schon in einer Realität, die von einer &lt;strong&gt;Fülle von Unterscheidungen&lt;/strong&gt; bestimmt ist. Die selbstverständlichen Unterscheidungen, die wir benutzen sind konditioniert, d.h. wir bemerken gar nicht mehr, dass wir diese Unterscheidungen immer wieder selbst erzeugen, sondern erfahren sie als selbstverständliche und vorgebene Realität. Das plausibilisiert natürlich ihre Beobachtung nach dem ontologischen Schema. Abhilfe? Verlernen! Lernen ist immer auch verlernen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Statt der einen ontologisch wahren Welt haben wir nun eine Fülle von Welten gewonnen, die sich alle auch noch in der Zeit verändern (so far -&amp;gt; from now on) - und uns damit &lt;strong&gt;Orientierungsprobleme&lt;/strong&gt; eingehandelt: Unübersichtlichkeit. Wir wollen die gewonnene Fülle an Alternativen nicht wieder aufgeben, sie machen das Leben spannender. Aber wir brauchen dennoch Orientierung, denn sonst verlaufen wir uns im Nirgendwo. Abhilfe kann nur ein selbstreferentielles, die Welt als Realität konstituierendes Beobachtungssystem schaffen, welches beide Bedingungen erfüllt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf dem Hintergrund dieser Überlegung können wir manche Philosophen neu lesen (beobachten). Mir erscheinen z.B. Luhmann, Günther, Hegel, Nietzsche, Whitehead und Heidegger besonders geeignet für solche Orientierungsexplorationen - aber das soll andere Möglichkeiten nicht ausschließen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das &lt;strong&gt;Liber L vel Legis&lt;/strong&gt; ist ein Welt als Realität konstituierendes selbstreferentielles Beobachtungssystem. Was es für unsere Zwecke qualifiziert ist: Es ist kein wissenschaftliches Beobachtungssystem, sondern ein Kunstwerk von Metaspielregeln: Gesetzen zum Erschaffen von Spielen. Es ist den Beschränkungen wissenschaftlicher Methode nicht unterworfen, dennoch mit wissenschaftlichen Beobachtungen kompatibel. Es gibt kein anderes Kunstwerk, welches diese Bedingungen erfüllt. Natürlich müssen wir das Liber Legis &lt;u&gt;anwenden&lt;/u&gt;, d. h. mit seinen Unterscheidungen beobachten, damit es Realität wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf dieser Website werde ich das &lt;strong&gt;Unterscheidungsspiel&lt;/strong&gt; spielen: konditionierte Unterscheidungen als solche bewusst machen, mit neuen Unterscheidungen spielen - und Anderswelten erkunden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;P.S.&lt;/strong&gt;: Wenn im Text ein &quot;&lt;strong&gt;ist&lt;/strong&gt;&quot; erscheint, so ist das nicht im Sinne von Identität, Substanz oder Sein zu verstehen, sondern meint: &quot;tun wir so, als ob&quot; oder &quot;wird so beobachtet&quot;.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;&quot;Die Rose ist rot&quot; = &quot;Wir beobachten die Rose als rot&quot; oder&lt;br /&gt;
	&quot;Tun wir so, &#039;als ob&#039; die Rose rot sei&quot;.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/47&quot;&gt;Denken&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/27&quot;&gt;FAQ&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/46&quot;&gt;Philosophie&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/48&quot;&gt;Vernunft&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-vg-wort-story field-type-text field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://vg06.met.vgwort.de/na/730ec7c5c1bd4e759b18c511d97c73db&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Thu, 09 Aug 2007 13:15:54 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>Unterscheidung: Wie macht man das?</title>
 <link>https://www.mde-net.de/einheit-unterscheidung</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&quot;&lt;strong&gt;In der Mitte der zwei, im Zwischen von Welt und Ding,&lt;br /&gt;
	in ihrem inter, in diesem Unter- waltet der Schied&lt;/strong&gt;&quot;&lt;br /&gt;
	(Heidegger, Unterwegs zur Sprache)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine der - oder die? - grundlegendsten Konstituenten des Lebens und der Welt ist die Unterscheidung - oder die Einheit? - von Einheit und Unterscheidung.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Jede Einheit kann nur Einheit sein, wenn sie sich von etwas anderem unterscheidet -&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		aber jede Unterscheidung kann nur etwas unterscheiden, was ihr als Einheit, also als nicht-unterschiedenes zugrundeliegt.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Das ist ein &lt;strong&gt;Zirkel&lt;/strong&gt;: Einheit setzt Unterscheidung voraus und Unterscheidung setzt Einheit voraus - ohne Henne keine Ei und ohne Ei keine Henne. &lt;strong&gt;Was wir suchen ist das Huhn, welches das Ei legt, aus dem es eben geschlüpft ist&lt;/strong&gt;. Versuchen wir das Rätsel zu lösen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was unterscheidet ein Unterschied? Wenn wir voraussetzungslos - so weit das halt geht - anfangen, dann gibt es nichts, das unterschieden werden könnte. Um das zu verdeutlichen, wählen wir den Begriff &quot;&lt;strong&gt;Unterscheidung&lt;/strong&gt;&quot;, denn dieser kann sowohl die Tätigkeit des Unterscheidens als auch das Unterschiedene bezeichnen. Fangen wir mit der reinen Unterscheidung an, dann muß die Unterscheidung&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		sowohl das was sie unterscheidet, nennen wir es den &lt;strong&gt;Raum &lt;/strong&gt;der Unterscheidung, also den Raum, in den die Unterscheidung eingeschrieben wird und der als solcher nicht unterschiedene Einheit ist,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		als auch die &lt;strong&gt;Seiten &lt;/strong&gt;der Unterscheidung und&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		die &lt;strong&gt;Grenze &lt;/strong&gt;zwischen den Seiten, selbst erzeugen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Die Unterscheidung unterscheidet sich &lt;u&gt;von sich&lt;/u&gt; selbst als Einheit und &lt;u&gt;ist in sich&lt;/u&gt; selbst Unterscheidung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weiterhin darf die Unterscheidung sich nicht von etwas anderem als sich selbst unterscheiden, denn dann gäbe es zwei Unterschiede. Das bedeutet, daß der Raum, den die Unterscheidung erzeugt, keine Grenze haben darf. Außerdem, nähme man eine Grenze dieses Raumes an, dann müßte man den umschließenden Raum auch wieder unterscheiden, was auf einen &lt;strong&gt;infiniten Regreß&lt;/strong&gt; hinauslaufen würde. Der erzeugte Raum ist also grenzenlos d.h. ohne Rand, die scheinbaren Grenzen sind Horizonte. Das kann man konsistent nur denken, wenn man annimmt, daß dieser Raum in sich geschlossen ist. Ein in sich geschlossener Raum ist endlich, sonst wäre er nicht &lt;u&gt;geschlossen&lt;/u&gt;, und unbegrenzt, sonst wäre er nicht &lt;u&gt;in sich&lt;/u&gt; geschlossen, und hat keine unterscheidbaren, also durch eine Grenze getrennten, Innen- und Außenseiten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als anschauliches Beispiel für endlich und unbegrenzt mag man an eine Kugeloberfläche denken - es gibt keine Ränder, aber irgendwann trifft man wieder auf die eigenen Fußspuren. Aber Kugeln haben eine Innen- und eine Außenseite und sind deshalb ein unbrauchbares Beispiel. Ein angemessenes Modell für einen Raum ohne Innen- und Außenseite ist ein &lt;strong&gt;Möbiusband&lt;/strong&gt;, welches wir jetzt als mathematisches und anschauliches Modell benutzen werden.&lt;/p&gt;
&lt;div align=&quot;center&quot;&gt;
&lt;table align=&quot;center&quot; border=&quot;1&quot; cellpadding=&quot;0&quot; cellspacing=&quot;0&quot; style=&quot;border-color: rgb(39, 99, 165); margin: 5px;&quot; width=&quot;90%&quot;&gt;&lt;tbody style=&quot;border-top: 0pt none;&quot;&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style=&quot;padding: 10px;&quot;&gt;
					&lt;img align=&quot;left&quot; alt=&quot;&quot; height=&quot;131&quot; hspace=&quot;5&quot; src=&quot;/files/mde/image/FAQ/Moebiusband.jpg&quot; width=&quot;207&quot; /&gt;Ein Möbiusband, auch Möbiusschleife genannt, ist eine zweidimensionale Struktur in der Topologie, die nur eine Kante und eine Fläche hat.
&lt;p&gt;					Das Objekt geht derart in sich selbst über, dass man, wenn man auf einer der scheinbar zwei Seiten beginnt, die Fläche einzufärben, zum Schluss das ganze Objekt gefärbt hat. Es wurde im Jahr 1858 unabhängig voneinander von dem Göttinger Mathematiker und Physiker Johann Benedikt Listing und dem Leipziger Mathematiker und Astronomen August Ferdinand Möbius entdeckt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;					Ein anschauliches Möbiusband ist leicht herzustellen, indem man einen längeren Streifen Papier an beiden Enden ringförmig zusammenklebt, ein Ende aber vor dem Zusammenkleben um 180° verdreht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;					Andere interessante Effekte entstehen, wenn man auf dem Band eine Mittellinie oder zwei zur Mittellinie parallele Linien einzeichnet und das Band längs dieser Linie(n) aufschneidet. Im ersten Fall, also beim Durchschneiden entlang der Mittellinie, entsteht ein einmal verdrillter Ring. Im zweiten Fall entstehen zwei Objekte: Ein Möbiusband und ein zweifach verdrillter Ring mit zwei Seiten und zwei Rändern. Diese zwei Ringe hängen ineinander, wobei der zweifach verdrillte Ring einmal zusätzlich um das Möbiusband geschlungen ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;					Eine weitere Fläche mit nur einer Seite, allerdings ohne Ränder, ist die Kleinsche Flasche.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;					Das Möbiusband ist, ebenso wie die Kleinsche Flasche, eine nicht-orientierbare Mannigfaltigkeit. Man kann eine Kleinsche Flasche so in zwei Teile zerlegen, dass zwei Möbiusbänder entstehen. (aus Wikipedia: &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%B6biusband&quot;&gt;Möbiusbänder&lt;/a&gt;, gekürzt)&lt;/p&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;
	 &lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Das Möbiusband&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		ist &lt;strong&gt;endlich&lt;/strong&gt;, denn wenn wenn man eine Seite entlangfährt kommt man irgendwann wieder beim Ausgangspunkt an.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		ist &lt;strong&gt;unbegrenzt&lt;/strong&gt;, denn man kann solange an einer Seite entlangfahren wie man will, man stößt nie auf eine Grenze.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		hat &lt;strong&gt;keine unterscheidbare Innen- und Außenseite&lt;/strong&gt;, denn wenn man einmal den ganzen Weg entlangfährt, hat man, ohne eine Grenze zu überqueren, alle Seiten begangen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Dennoch geschieht etwas Entscheidendes: Wenn man eine beliebige zweidimensionale Form an einer Stelle des Möbiusbandes auflegt und diese Form &lt;u&gt;einmal&lt;/u&gt; im Kreis führt, bis sie direkt gegenüber dem Ausgangspunkt ist, dann ist diese Form &lt;strong&gt;spiegelverkehrt&lt;/strong&gt; geworden. Es ist also einerseits die gleiche Form wie am Anfang, aber gleichzeitig die exakt entgegengesetze Form. &lt;strong&gt;Im Möbiusband wird also eine Unterscheidung allein durch die Struktur des in sich geschlossenen Raumes erzeugt&lt;/strong&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Egal wo man anfängt, das Ergebnis ist immer das gleiche: eine Unterscheidung. Die Unterscheidung ist über die gesamte kontinuierliche Fläche des Möbiusbandes &lt;strong&gt;verschmiert&lt;/strong&gt; - egal ob jemand unterscheiden will oder nicht, die Unterscheidung ist da. Sie ist allgemein überall und immer, dennoch nirgendwann und nirgendwo im besonderen. Die Einheit der ununterschiedenen einen Seite ist selbst in sich die Unterscheidung - oder: die Unterscheidung ist die Einheit:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Die Einheit &lt;u&gt;ist sich&lt;/u&gt;&lt;em&gt; &lt;/em&gt;Unterschied und unterscheidet sich &lt;u&gt;von sich&lt;/u&gt; als Einheit.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Der Unterschied &lt;u&gt;ist sich&lt;/u&gt;&lt;em&gt; &lt;/em&gt;Einheit und unterscheidet sich &lt;u&gt;von sich&lt;/u&gt; als Unterschied.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Es ist wichtig, das festzuhalten: Ein Unterschied, der nur eine Seite unterschiede, wäre kein Unterschied sondern eine Einheit. Wir müssen also sagen: &lt;strong&gt;die sich-selbst-unterscheidende Unterscheidung&lt;/strong&gt; hat genauso zwei unterschiedene Seiten wie sie auch nur eine (nicht-unterschiedene) Seite hat - sie hat weder eine noch zwei Seiten, sie hat sowohl eine als auch zwei Seiten. Sie ist sowohl die Einheit der Unterscheidung als auch die Unterscheidung der Einheit - alles zusammen, alles gleichzeitig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Lebenspraktisch&lt;/strong&gt; geht es hier um: &quot;je nachdem aus welcher Perspektive man schaut&quot;. Um es bildhaft auszudrücken:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Wenn ich durch die Augen nach draußen schaue, dann sehe ich eine externe Umwelt oder Außenwelt und die Wissenschaft sagt mir, daß ich nicht wirklich nach draußen schaue sondern das &quot;undifferenzierte Codierung&quot; oder &quot;strukturelle Kopplung&quot; vorliegt. Das ist so sicher völlig korrekt, es ist ja Wissenschaft, aber es ist nur die eine Seite.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Wenn die Struktur der Unterscheidung richtig analysiert ist, dann muß es einen zweiten &#039;Weg&#039; geben, bei dem Innen und Außen eins ist. Das muß wohl ein Weg sein, der nicht über die Sinnesorgane sondern über die Tiefe der Psyche geht - z.B. ähnlich den Jungschen Archetypen. Über diesen Weg komme ich in den gleichen Raum, den ich auf dem anderen Weg durch die Sinnesorgane als Außen wahrnahm. Auf dem Innenweg habe ich aber keine Grenze überschritten - und deshalb ist der vorher externe Raum, die Außenwelt, nun interner Raum, Innenwelt.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;In dem mathematischen Modell des Möbiusbandes ist das deutlich dargestellt: &lt;strong&gt;Der Raum ist so in sich verdreht, daß die Unterscheidung durch ihre Struktur an jedem Punkt potentiell vorhanden ist&lt;/strong&gt;. Egal an welchem Punkt man anfängt das Band entlangzulaufen, wenn man auf der entgegengesetzten Seite des Ausgangspunktes anlangt, dann ist das was (vorher &quot;A&quot; war &quot;-A&quot; geworden) da entlangläuft, spiegelverkehrt (different), geht man weiter zum Ausgangspunkt zurück ist es wieder mit dem anfänglichen identisch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Philosophien und Religionen haben jedes der hier möglichen und unmöglichen Verhältnisse von Einheit und Unterscheidung aufgenommen:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Weltanschauungen, welche nur die Unterscheidung sehen und die Einheit leugnen, z.B. &lt;strong&gt;Wissenschaft&lt;/strong&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Weltanschauungen, welche nur die Einheit sehen und die Unterscheidung leugnen, z.B. viele esoterische Lehren und die meisten asiatischen &lt;strong&gt;Religionen&lt;/strong&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Das Spiel, welches Unterscheidung und Einheit in der hier aufgezeigten Einheit und Unterscheidung zeigt: &lt;strong&gt;Das Muster&lt;/strong&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;div&gt;
	 &lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/47&quot;&gt;Denken&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/27&quot;&gt;FAQ&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/46&quot;&gt;Philosophie&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-vg-wort-buch field-type-text field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://vg06.met.vgwort.de/na/9846f26ff43a456392e7626bd09a7a9e&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Mon, 25 Jun 2007 23:04:07 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>Argument: Was ist das?</title>
 <link>https://www.mde-net.de/argument</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;Die nachfolgenden Ausführungen basieren auf dem Wikipedia-Artikel &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Argument&quot;&gt;Argument&lt;/a&gt;, weichen aber wesentlich von diesem Artikel ab.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Als &lt;strong&gt;Argument&lt;/strong&gt; (v. lat. argumentum &quot;Beweisgrund, Beweismittel&quot;) wird eine Aussage oder eine Folge von Aussagen bezeichnet, die zur Begründung einer anderen Aussage, z.B. einer Behauptung (These), angeführt wird. Die Darlegung der Argumente zur Untermauerung der These wird als &lt;strong&gt;Argumentation&lt;/strong&gt; bezeichnet. Die logisch korrekte Schlußfolgerung aus anderen (wahren) Aussagen (Prämissen) bezeichnet man als Beweis.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Argumentationsaufbau&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Bei einem linearen Aufbau der Argumentation fügen sich die einzelnen Argumente zu einer Argumentationskette zusammen, die dem Beweis der These (Behauptung, Kernaussage) des Redners/Autors dienen soll.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Der lineare Aufbau der Argumentation:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Argument, ggf. mit Beispiel(en)
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
				Prämisse(n) (vorausgesetzte Behauptungen)&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
				Konklusion (Schlußfolgerung, bewiesene Behauptung)&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		weitere Argumente.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;In der Praxis werden nicht immer alle Prämissen explizit genannt, zum Beispiel wenn sie als bekannt und akzeptiert gelten.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Plausibilität von Argumenten&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Bei der Überprüfung einer Argumentation auf Plausibilität wird geklärt, ob die Prämissen plausibel und die Schlußfolgerungen logisch korrekt sind. Prämissen sind plausibel, wenn sie sich auf&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Wahrnehmungen stützen,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Schlußfolgerungen aus Wahrnehmungen oder&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		empirisch prinzipiell prüfbare Konditionale (wenn A, dann B) sind. &lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;h2&gt;
	 Deduktive Argumente&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Als Argumentum ad veritatem (Wahrheitsbeweis) werden deduktive (oder deduktiv gültige) Argumente bezeichnet, bei denen die Konklusion logisch aus den Prämissen folgt, die Konklusion also wahr ist, falls die Prämissen wahr sind.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Logisches Nutzwertargument&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das logische Nutzwertargument besteht aus zwei oder mehr Prämissen sowie der logischen Konklusion.&lt;br /&gt;
		Beispiel: Dieses neue Auto verbraucht nur fünf Liter pro 100 Kilometer und sein Tankinhalt beträgt 50 Liter. Das bedeutet, Sie können mit einer Tankfüllung 1.000 Kilometer reisen, ohne unterwegs tanken zu müssen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Vergrößerung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Sie stellt zwei Sätze mathematisch miteinander in Bezug. Aus dem rechnerischen Ergebnis wird die Plausibilität einer Ersparnis oder eines Gewinnes dargestellt.&lt;br /&gt;
		Beispiel: Bei Einsparungen von nur 1,7 Cent pro Druckseite sparen Sie bei Ihrer Auflage bereits 20.000 x 0,017 = 340,- Euro im Monat.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Verkleinerung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Sie dient der Relativierung möglicher Gegenargumente, z.B. Anschaffungskosten oder laufenden Belastungen.&lt;br /&gt;
		Beispiel: Der Solarkollektor kostet zwar 24.000,- Euro, bei einer Nutzungsdauer von 20 Jahren sind das allerdings nur 100 Euro pro Monat.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Schluß vom Allgemeinen auf das Besondere&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum a posteriori (im nachhinein (aus Erfahrung gewonnen)) arbeitet mit einem auf die Erfahrung gestützten Beweis. Diese Schlußfolgerung dient dazu, spezielle Erkenntnisse aus allgemeinen Theorien zu gewinnen.&lt;br /&gt;
		Beispiel: Seit 6.000 Jahren ist Krieg eine der immer wiederkehrenden Strategien zur Sicherstellung knapper Ressourcen. Auch heute beobachten wir knapper werdende Ressourcen. Es wird wieder Krieg geben. Oder: &quot;Alle Menschen, die ich kannte, sind gestorben. Also werde auch ich sterben müssen.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Bilanzierung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Die Bilanzierung oder Nutzwertanalyse stellt die Pro-und-Contra-Argumente gegenüber und versieht sie mit einem Gewichtungsfaktor. Die Summation ergibt ein mathematisch eindeutiges Ergebnis.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;h2&gt;
	Induktive Argumente&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Induktive Argumente stützen sich auf empirische Beobachtungen und Erfahrungen. Dabei wird von Einzelfällen auf das Allgemeine geschlossen. Es ist zwar rational, die Konklusion für wahr zu halten, wenn alle Prämissen wahr sind, die Konklusion folgt jedoch nicht logisch zwingend, sondern ist nur in gewissem Grade wahrscheinlich (vgl. Induktionsschluß).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Beispiel: Bei allen bisherigen Versuchen, die Rechtschreibung zu reformieren, zeigte sich, daß die Leistungen der Schüler nachließen. Also werden die Leistungen der Schüler bei Einführung der aktuellen Rechtschreibreform wieder nachlassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Auch wenn die Aussage: &quot;Alle bisherigen Reformen führten zu schlechteren Leistungen.&quot; durch empirische Studien ausnahmslos bestätigt sein sollte, gilt das Argument nur in einem statistisch abgesicherten Rahmen, da ein einziges Gegenbeispiel die Allgemeingültigkeit widerlegen würde.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Indirekte Argumente&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Ein Argumentum e contrario (Beweis durch Widerspruch) untermauert die eigene These mit der Falsifizierung des Gegenteils (indirekter Beweis).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Beispiel: Euklids Beweis für Irrationalität von Wurzel 2 oder: Die Gegner der Rechtschreibreform behaupten, daß die Schüler mit den neuen Regeln mehr Fehler machen würden. Neueste Untersuchungen zeigen jedoch, daß die Fehlerquote seit Einführung um 20 Prozent gesunken ist.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Fehlschlüsse&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Dabei handelt es sich um Argumente, die bei korrekter Handhabung logisch einwandfrei sind, jedoch auch zu (absichtlichen) Fehlschlüssen verwendet werden können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Ein logischer Irrtum, dem der Argumentierende erliegt, wird als &lt;strong&gt;Paralogismus&lt;/strong&gt; bezeichnet. Ein mit der Absicht, andere zu täuschen, herbeigeführter Fehlschluß wird als &lt;strong&gt;Sophismus&lt;/strong&gt; bezeichnet. Unter einem &lt;strong&gt;Argumentum ad rem&lt;/strong&gt; versteht man allgemein eine Beweisführung, die sich nur auf die zu diskutierende Sache selbst stützt und unabhängig von Gefühlen und Meinungen ist.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Autoritätsverweis oder Referenzargument&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ad verecundiam will unter Berufung auf eine Autorität überzeugen.&lt;br /&gt;
		Da es unmöglich ist, alles selbst nachzuweisen, muß man sich auf Quellen anderer verlassen können. Also ist es notwendig, bekannte Fachleute auf dem Gebiet zu Rate zu ziehen. Allerdings können auch Experten irren, ihre Ansichten können revidiert werden, und in einem Gebiet können mehrere unterschiedliche &#039;Lager&#039; mit jeweils guten Gründen für ihre Positionen existieren.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Mitleidargument&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Mit Hilfe des Argumentum ad misericordiam wird Mitleid genutzt, um weiteres Nachhaken zu unterbinden.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Niemand hat Deinen Geldbeutel gestohlen, Du hast ihn verloren. Warum verdächtigst Du einen armen und mißbrauchten Menschen?&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Gesellschaftliche Argumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ad populum ist ein ähnlicher Versuch, durch den Verweis auf die wirkliche oder behauptete allgemeine Meinung zu überzeugen und schließt aus der Anzahl der Anhänger einer Aussage auf ihren Wahrheitsgehalt.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Im Mittelalter glaubten praktisch 100 Prozent der Leute daran, daß die Sonne und die Planeten um die Erde kreisen und die Erde unbeweglich im Raum hängt. Also kann das nicht ganz falsch gewesen sein.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Moralisches Argument&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das moralische Argument (auch ethisches oder normatives Argument) bezieht sich noch weiter verengend explizit auf allgemein anerkannte ethische oder gesellschaftliche Werte und versucht, eine Aussage in Übereinstimmung oder im Gegensatz befindlich darzustellen.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Wir sollten die geltende Groß- und Kleinschreibung nicht aufgeben, da sie einzigartig ist.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Ideologisches Argument&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Einzelinteressen werden hier unter Berufung auf Allgemeines (z.B. die Natur, gesellschaftliche Zwänge, das Allgemeinwohl) vollkommen verschleiert. Das ideologische Argument steht beinahe schon außerhalb der Fehlschlüsse, da es sich im Grunde um ein Postulat, eine Aussage handelt.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Es ist doch nur natürlich, wenn man möchte, daß alles beim Alten bleibt.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Hypothetisches Argument&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Dieses Argument konkludiert angenommene Prämissen mit tatsächlichen. Die Konklusion ergibt kein (notwendig) wahres Urteil, da hierzu die Wahrheit der Prämissen erwiesen sein muß.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Wenn das jetzt Ihr Kind auf der Intensivstation wäre, Herr Doktor, was würden Sie alles unternehmen, um sein Leben zu retten? Sie würden alles versuchen!&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Argument aus Nichtwissen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ad ignorantiam nutzt Nichtwissen als Beweis beziehungsweise in Form des Argumentum e silentio das Schweigen. Der Fehlschluß, daß das Fehlen oder die Unkenntnis von Tatsachen, die eine Aussage unterstützen, die Aussage widerlegen bzw. der Fehlschluß, daß eine Aussage wahr ist, weil ihre Unwahrheit nicht bewiesen ist (oder vice versa) ist oft mit dem Glauben verbunden, daß die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses &#039;immer&#039; umgekehrt proportional zu der Anzahl der Möglichkeiten ist. Ein Argumentum ad ignorantiam bringt letztlich nur den Glauben an etwas als eigene irrelevante Unkenntnis in die Argumentation.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Niemand hat gezeigt, daß es keinen Gott gibt; also muß Gott existieren.&quot; Oder: &quot;Niemand hat je ein UFO gesehen, also gibt es keine UFOs.&quot; Auch: &quot;Da Wissenschaftler das Auftreten einer globalen Erwärmung nicht beweisen können, wird es eine solche auch nicht geben.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Scheinkausalität&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Hierbei fungieren zwei Ereignisse als Prämissen, aus deren Gleichzeitigkeit (Cum hoc ergo propter hoc: gleichzeitig, also deswegen) bzw. zeitlichen Abfolge (Post hoc ergo propter hoc: danach, also deswegen) ein unbewiesener Kausalzusammenhang konkludiert wird.&lt;br /&gt;
		Zum Beispiel: &quot;Eisverkäufe korrelieren stark (und robust) mit Verbrechensraten. Daher verursacht Speiseeis Verbrechen.&quot;&lt;br /&gt;
		Dieses Argument ist fehlerhaft, weil es die tatsächliche Erklärung außer Acht läßt, daß es eben die hohen Temperaturen sind, die sowohl die Verbrechensraten als auch die Speiseeisverkäufe unabhängig voneinander erhöhen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Grundannahme&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Mit dem Argumentum a priori wird ein Beweis mittels rein logischer Schlußfolgerungen geführt, der ohne Erfahrungswissen auskommt. Diese Annahme ist jedoch nicht falsifizierbar.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Wenn man annimmt, daß alle Menschen sterblich sind und Sokrates ein Mensch ist, so folgt daraus, daß Sokrates sterblich sein muß.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Argument der goldenen Mitte&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ad temperantiam ist ein Fehlschluss, der die Mitte zweier Positionen unabhängig von der argumentativen Untermauerung der einzelnen Positionen bevorzugt.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Da die Gewerkschaften 10 % mehr Lohn verlangen und die Arbeitgeber 2 % zugestehen, sollten wir uns auf 6 Prozent einigen.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Zirkelschluß&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum in circulo (Circulus vitiosus, Petitio principii, Zirkelschluß) begründet eine These mit sich selbst und verstößt damit gegen einen Hauptsatz der klassischen Logik, wonach jede These durch Prämissen begründet sein muß, deren Wahrheit bereits bewiesen ist. Die zu folgernde Aussage steckt implizit in den Bedingungen.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Der Apfel fällt vom Baum, weil die Schwerkraft wirkt. Somit erkennt man leicht die Existenz der Schwerkraft, sobald ein Apfel vom Baum gefallen ist.&quot; Auch: &quot;Die Gerechtigkeit erfordert höhere Löhne für alle, weil es nur gerecht ist, wenn jeder mehr verdient.&quot; Oder: &quot;Sie sagen, Sie hätten jetzt keine Zeit. Genau deshalb rufe ich ja an: es geht darum, in Zukunft so zu rationalisieren, daß Sie wieder Zeit für das Wesentliche haben.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Doppeldeutigkeit&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Ein Argumentum ambiguum, d.h. zweischneidiges Argument, bei dem die genaue Bedeutung unklar bleibt und damit eine Rückzugsmöglichkeit auf eine andere Interpretation offen läßt.&lt;br /&gt;
		Beispiel: Bill Clinton über Monica Lewinsky: &quot;I did not have sexual relations with that woman&quot; (&quot;Ich hatte keine sexuelle Beziehung mit dieser Frau&quot;). Im Sinne des Wortes &quot;sexuell&quot; mit der Konnotation zum Geschlechtsverkehr ist Clintons Aussage korrekt, im umgangssprachlichen und juristischen Sinne jedoch nicht.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Erfahrungsbeweis&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ad lapidem (lapidem = Stein) ist ein Gegenargument, mit dessen Hilfe eine ausgeklügelte und spitzfindige These durch einen scheinbar einfachen Widerspruch zur Erfahrung widerlegt werden soll. Benannt durch Dr. Samuel Johnson, der Bischof George Berkeleys Behauptung, daß Materie nicht separat von ihrer Wahrnehmung existieren kann, damit &#039;widerlegte&#039;, daß er einen Stein mit der Bemerkung &quot;I refute it thus&quot; (Damit widerlege ich es) wegtrat.&lt;br /&gt;
		Befürworter dieses Argumentes glauben oft, daß theoretische geistige Konstrukte sich durch eine eklatante Realitätsferne auszeichnen und verweisen oft spöttisch auf die völlig unterschiedlichen Schlußfolgerungen, die man daraus besonders in der Philosophie ableiten kann. Kritiker des Arguments weisen darauf hin, daß das weniger eine Widerlegung als eine bequeme Ignorierung der Position ist (Der Stein wird auch durch noch so beiläufiges Wegtreten durch Tastsinn, Gehör und Sehen wahrgenommen).&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Traditionsverweis&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ad antiquitatem arbeitet mit dem Beharren darauf, daß eine Aussage durch ihr Alter oder ihre Bewährtheit wahr sein müsse.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Siderische Astrologie ist wahr. Wenn Sie falsch wäre, hätte sie nicht mehrere tausend Jahre überdauert.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Beweis durch Augenschein&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ad oculos will durch schlagenden Widerspruch zur Wahrnehmung oder Aufdeckung eines kritischen Widerspruches überzeugen. Die eine Sache hat jedoch mit der anderen kausal nichts zu tun.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Ich habe nie behauptet, daß mein politischer Gegner Schmiergelder annimmt.&quot; (Im Hintergrund läuft ein Video, das genau das Gegenteil zeigt).&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Angeklagter, Sie haben unter Eid geschworen, daß Sie sich zum Tatzeitpunkt am Orte X aufgehalten haben. Hier habe ich nun eine zweite eidesstattliche Erklärung Ihrer Versicherung, in der Sie behaupten, Sie hätten sich am Tatzeitpunkt am Orte Y, 1.000 km vom Ort X entfernt, aufgehalten. Wie erklären Sie sich das?&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Überhöhung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum a fortiori zeigt auf, daß die bestehende Behauptung noch sicherer ist als eine bereits mit hinlänglicher Sicherheit bewiesene.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Es ist mittels Untersuchungsreihen zweifelsfrei erwiesen, daß eine Konzentration von 10 mg/kg des fraglichen Mittels gesundheitsschädlich wirkt. Mein Mandant wurde jedoch einer wesentlich höheren Konzentration erheblich länger ausgesetzt, sodaß der gesundheitliche Schaden meines Mandanten außer Frage steht.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Der Erfolg gibt Recht&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ad crumenam versucht glauben zu machen, daß aus Reichtum oder Erfolg die Wahrheit der zugrunde liegenden Ansichten folgt. Selbst bei Aussagen über das Geldverdienen und wirtschaftlichen Erfolg oder Spontanheilungen ist es oft unklar, inwieweit der Erfolg von investierter Arbeit, unbekannten Randbedingungen oder scheinbaren Zufällen abhing - und eben das müßte geprüft werden.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Wer heilt, hat Recht.&quot; Oder: &quot;Ein Schneeballsystem gibt jedem gleiche Chancen. Schließlich ist Herr Marschmüller damit auch reich geworden.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Argument des weisen Asketen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Mit dem Argumentum ad lazarum wird mit dem Glauben argumentiert, daß aus Armut und Schlichtheit die Wahrheit der vertretenen Ansicht folgt.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Mein geistiger Lehrer lebt seit über 20 Jahren praktisch nur von Wasser und Brot. Nur ein von der Wahrheit Erleuchteter ist dazu imstande.&quot; Auch Asketen und einfache Leute sind Menschen und können trotz ihrer oft großen Lebenserfahrung irren.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Beschwichtigung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum a tuto nutzt die Ansicht, daß eine Position auf jeden Fall ungefährlich und unschädlich ist. Während die Anwendung dieses Scheinargumentes in aussichtslos erscheinenden Situationen tröstend und Hoffnung spendend sein mag, gibt es jedoch oft versteckte Kosten und Nachteile an Zeit, Geld, Aufwand, Gesundheit und dem eigenen Ruf.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Ein Atomstromfilter hält Radioaktivität aus Atomkraftwerken fern. Es kann auf jeden Fall nicht schaden, wenn Sie den Atomstromfilter installieren, ich gebe ihn Ihnen sogar verbilligt.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Explizite Weiterführung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ex consesso beruht auf einer bereits als wahr zugestandenen Aussage.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Sie haben zugegeben, zur fraglichen Zeit am Tatort gewesen zu sein. Da es nun wegen des Aufbaus des Tatortes unumgänglich ist, den Blutfleck zu sehen, wenn man die Wohnung betritt, stellt sich die Frage, warum Sie behaupten, nichts gesehen zu haben.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Angstargument&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ad metum arbeitet mit dem Erwecken von Ängsten und Befürchtungen, die mit einer Position verbunden werden (sollen).&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Nur eigene Bewaffnung senkt die Kriminalitätsrate. Oder willst Du, daß Du und Deine Familie von Mördern, Räubern und Vergewaltigern ermordet und mißbraucht werden ?&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Neidargument&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ad invidiam appelliert an Neid, Bosheit und Rache.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Dein Kollege behauptet, wir bräuchten zur besseren Effizienz eine neue Datenbank. Schau mal, der bekommt viel mehr Gehalt als Du, obwohl Du genauso viel arbeitest. Willst Du wirklich dessen Position unterstützen?&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Haßargument&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Argumentum ad odium: &quot;Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg. Sie sind an allem schuld, was in diesem Staat schief läuft, laßt euch das nicht länger gefallen.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Nazi-Vergleich&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ad nazium lehnt eine Position mit dem Hinweis ab, daß sie von ethisch fragwürdigen Personen (insbesondere Hitler) geteilt wurde.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Jeder Todkranke, der sterben will, ist nicht im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte. Jeder, der anderweitiges behauptet und damit Selbstmord oder so genannte aktive Sterbehilfe unterstützt, hätte von Hitler Beifall bekommen.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Wiederholung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Mit dem Argumentum ad nauseam (wtl. lat. zur Übelkeit / Brechreiz) wird ein Fehlschluß bezeichnet, nach dem eine Aussage durch ständiges Wiederholen scheinbar richtiger wird. Abgesehen davon, daß man den anderen Diskutanten zum Aufgeben bewegt oder, trickreicher, so tut, als hätte man die Einwände durch Abwandlung der Wiederholung widerlegt, verläßt man damit den Rahmen rationaler Diskussion, da es nur noch auf das Beharren der eigenen Meinung ankommt.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Ich war es nicht!&quot; &quot;Man hat Sie zum Tatzeitpunkt am Ort gesehen.&quot; &quot;Ich war es nicht!&quot; &quot;Sie hatten eine Pistole in der Hand.&quot; &quot;Ich war es nicht!&quot; &quot;Sie haben gestern Abend dem Opfer gedroht.&quot; &quot;Ich war es nicht!&quot; etc.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Innovationsargument&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Mit dem Argumentum ad novitam wird der Glaube genutzt, daß einer neueren Ansicht oder Innovation automatisch ein höherer Wahrheitsgehalt zukommt.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Die neu entdeckte XYZ-Diät reduziert das Gewicht ohne Hungern.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Argument aus Eitelkeit&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ad superbium arbeitet mit der Ablehnung gegnerischer Positionen aus Stolz und Überlegenheit.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Universität XYZ behauptet, ein Mittel gegen Krebs gefunden zu haben? Das ist unmöglich; wir haben viel mehr Mittel und alles, was die bisher herausgefunden haben, wußten wir schon längst.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;h2&gt;
	Scheinargumente&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Während bei Fehlschlüssen noch versucht wird, rational (wenn auch fehlerhaft) zu argumentieren, benötigt ein Scheinargument keinen logischen Aufbau. Dennoch können Scheinargumentationen oft sehr wirkungsvoll sein.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Persönlicher Angriff&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Mit dem Argumentum ad personam unterstellt man dem Gegner allgemein, daß ihm die Fähigkeit zum korrekten Argumentieren bzw. das Fachwissen fehlt und daß damit seine Schlüsse allgemein ungültig sind, und versucht die Zuhörer zu dem Fehlschluß zu verleiten, daß irrelevante, aber allgemein negativ besetzte Eigenschaften der Person (Geschlecht, Profession, politische Orientierung etc.) etwas mit dem Wahrheitsgehalt der Argumentation zu tun haben (&quot;kriminell&quot;, &quot;Sozialist/Nazi&quot; usw.).&lt;br /&gt;
		Dies nimmt oft die Form von Beleidigungen (&quot;Idiot&quot;, &quot;Dummkopf&quot;, &quot;Amateur&quot;) und Werturteilen über die Argumentation an (&quot;Schwachsinn&quot;, &quot;Geschwätz&quot;, &quot;naiv&quot;, &quot;Ausrede&quot;). Da die Wahrheit einer Aussage jedoch nur von der Wahrheit der Prämissen abhängt, kann die Validität einer Aussage unabhängig von der Person getroffen werden. Die Fähigkeit einer Person zum logischen Schließen ist ohne Belang und die Anwendung ein logischer Fehlschluß.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Killerphrase&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Als Killerphrasen (umgangssprachlich auch Totschlagargumente) werden Argumente bezeichnet, die nahezu inhaltslose Aussagen sind, von denen der Disputant annimmt, daß die meisten Diskussionsteilnehmer mit ihnen in der Bewertung übereinstimmen und die vor allem der Ablehnung oder Herabsetzung des Gegenübers dienen.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Das haben wir gerne; frisch von der Schule und dann hier den großen Max markieren. Da könnte ja jeder kommen!&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Drohung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Mit dem Argumentum ad baculum wird das Ende rationaler Diskussion mittels Überreden und Einschüchtern durch Macht und Stärke eingeleitet. Dies kann vielfältige Formen annehmen: Gewalt, Erpressung, das Überschreien oder Ächten der gegnerischen Position.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Herr Dorn hat Hochverrat begangen, aber natürlich können Sie weiterhin versuchen, eine anderslautende Meinung an die Öffentlichkeit zu bringen. Machen Sie sich um Ihre Familie keine Sorgen? In der heutigen Zeit kann soviel Schlimmes passieren.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Ethisches Argument&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum e consentu/consensu gentium zielt gerade bei ethischen Debatten die Aufmerksamkeit auf Prinzipien, die praktisch von allen Menschen geteilt werden und hier von der Zuhörerschaft übernommen werden sollen.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Bei allen Kulturen dieser Welt gilt der Mord an einem gleichberechtigten Menschen als schweres Verbrechen. Auch hier unter uns ist Mord immer ethisch verwerflich.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Scheinrationalität&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ad judicium beruft sich auf den gesunden Menschenverstand im Allgemeinen bzw. den der Zuhörerschaft.&lt;br /&gt;
		Als Widerlegung kann man darauf hinweisen, daß sich Diskutanten oft darüber uneinig sind, was für sie eine überzeugende Demonstration des gesunden Menschenverstandes ist. Aber auch bei Einigkeit der Diskutanten untereinander versagt der gesunde Menschenverstand oft bei abstrakten oder nur extrem genau zu definierenden Problemen (Wahrscheinlichkeitsrechnung, Ziegenproblem) und setzt oft unterbewußt kulturell abhängige Bedingungen voraus, die falsch sein können.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Die Relativitätstheorie stimmt nicht, das sagt einem schon der gesunde Menschenverstand. Wenn eine Zeitverschiebung nur von der Relativgeschwindigkeit abhängt, dann müßten zwei Zwillinge, einer auf einem schnellen Raumschiff, einer auf der Erde, immer gleich alt bleiben. Schließlich kann jeder behaupten, der andere bewegt sich von ihm fort.&quot;  (Zwillingsparadoxon)&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Schweigen als Argument&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Mit dem Argumentum ex silentio wird das Weglassen von Informationen für einen gewünschten, aber irreführenden Eindruck genutzt.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Nachdem ich nun nacheinander mehrere Argumente des Herrn X vernommen und widerlegt habe, dürfte klar sein, daß von seiner These nicht viel zu halten ist. Ich sage dazu nichts mehr.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Übertreibung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Mit dem Argumentum ad consequentiam wird aus einer richtigen Schlußfolgerung, aus deren Wahrheit der Aussage unangenehme oder scheinbar unerträgliche Konsequenzen folgen würden, die Falschheit, Unwichtigkeit oder Belanglosigkeit der Aussage durch Übertreibung unterstellt, um den Gegner lächerlich zu machen.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Wenn die Erde sich tatsächlich durch den von uns verursachten Kohlendioxid-Ausstoß erwärmen würde und dies unabsehbare Folgen hätte, dann müßten wir den Energieverbrauch durch fossile Brennstoffe in der Tat drastisch einschränken. Da dies aber unsere Industrie, unsere Autos und Haushalte sowie das ganze wirtschaftliche Leben aller hier Anwesenden vollkommen ruinieren würde, brauchen wir nicht weiter darüber zu diskutieren.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt; &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/47&quot;&gt;Denken&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/27&quot;&gt;FAQ&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/29&quot;&gt;Kommunikation&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/48&quot;&gt;Vernunft&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-vg-wort-buch field-type-text field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://vg06.met.vgwort.de/na/7e465bdc882f4ea0b041522da9b9375e&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Sun, 24 Jun 2007 21:19:50 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>Denken lernen</title>
 <link>https://www.mde-net.de/denken-lernen</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;&quot;In das, was Denken heißt, gelangen wir, wenn wir selber denken.&lt;br /&gt;
	Damit ein solcher Versuch glückt, müssen wir bereit sein,&lt;br /&gt;
	das Denken zu lernen.&lt;br /&gt;
	Sobald wir uns auf dieses Lernen einlassen,&lt;br /&gt;
	haben wir auch schon zugestanden,&lt;br /&gt;
	daß wir das Denken noch nicht vermögen...&lt;br /&gt;
	Denn wir vermögen nur das, was wir mögen.&quot;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
	Heidegger, Was heißt Denken&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir haben jetzt eine erste Vorstellung vom lethischen Denken. Ist das so? Wir haben eine erste Vorstellung vom Lethischen, aber wissen wir was &lt;strong&gt;Denken&lt;/strong&gt; ist? Wissen wir wie gedacht wird?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Es gibt zwei Arten des Denkens, das &lt;u&gt;aktiv Entwerfende&lt;/u&gt; und das &lt;u&gt;passiv Geschickte&lt;/u&gt;. Dann gibt es noch das Rechnen - was manche nicht nur für Denken, sondern sogar für die einzige Art des Denkens halten. Rechnen ist nicht Denken, denn Denken ist keine formale Operation.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Wenn wir denken wollen, &quot;müssen wir bereit sein, das Denken zu lernen.&quot;&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Kentnnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Denken ist eine Verhaltensweise zu welcher der Mensch prinzipiell fähig ist. Hat aber jeder Mensch, neben der &lt;strong&gt;Fähigkeit&lt;/strong&gt;, auch die zum praktischen Ausüben der Denkfähigkeit nötigen Kenntnisse und Fertigkeiten?&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Kenntnisse&lt;/strong&gt;: theoretisches Wissen, erklären können wie es geht.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Fähigkeiten&lt;/strong&gt;: keine organischen Hindernisse, wenn Kenntnisse und Fertigkeiten gegeben sind, kann es getan werden.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Fertigkeiten&lt;/strong&gt;: praktisches Handlungswissen, eine Tätigkeit ausführen können, z. B. Fingerfertigkeit.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Beispiel&lt;/strong&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Stellen wir uns vor, daß ein Mensch das &lt;strong&gt;Autofahren&lt;/strong&gt; erlernen will.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Fähigkeit&lt;/strong&gt;: Gegeben sei, daß er normal intelligent ist und alle seine Organe und Gliedmaßen störungsfrei funktionieren. Dies vorausgesetzt, hat er die Fähigkeit ein Auto zu fahren.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Erst die Theorie&lt;/strong&gt;: Er könnte nun damit anfangen, &lt;strong&gt;Kenntnisse&lt;/strong&gt; des Autofahrens zu erwerben, z.B. indem er Bücher darüber liest, wie man ein Auto bedienen muß, um es zu fahren. Oder er könnte einen Fachmann fragen. Danach weiß er, daß man lenken, Gas geben, bremsen, Gänge einlegen muß und wie man das - theoretisch - tut. Was wird geschehen, wenn er sich mit diesen theoretischen Kenntnissen in ein Auto setzt? Es wird im besten Fall ein fürchterlich ruckliges und schlangenliniges Gefahre werden. Aber je länger er übt, desto besser werden seine Fertigkeiten werden - und eines Tages wird er sicher fahren können.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Erst die Praxis&lt;/strong&gt;: Andererseits könnte er sagen, was soll ich mit Theorie? Schließlich will ich praktisch fahren, brauche also die &lt;strong&gt;Fertigkeit&lt;/strong&gt; fahren zu können. Er setzt sich also in ein Auto und probiert, dieses bockige Ding in Gang zu setzen. Die Wahrscheinlichkeit, daß er z.B. das Getriebe kaputt macht oder mit einem Satz an einer Wand landet oder gar nichts geschieht, weil das Auto kein Benzin hat, ist viel größer als hätte er erst die Theorie gelernt.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Theorie und Praxis&lt;/strong&gt;: Das intelligenteste Verhalten wäre, sich einen Fahrlehrer zu suchen, der Theorie und Praxis parallel und aufeinander abgestimmt vermittelt. Der Fahrlehrer würde mit Theorie beginnen. Er würde sich mit dem Lernenden zusammen in das Auto setzen, ihm die verschiedenen Bedienelemente  erklären - und ihn erst dann die ersten Fahrversuche machen lassen. Der intelligenteste Weg beginnt immer mit ein wenig Theorie, dann ein wenig Praxis, dann wieder etwas Theorie, um den nächsten Praxisschritt vorzubereiten.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;h2&gt;
	Rechnen - die Bedingung der Möglichkeit des Denkens&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Rechnen meint hier nicht nur die Operationen, die wir in der Schule im Mathematikunterricht gelernt haben. Rechnen meint jedes formale &lt;strong&gt;Operieren&lt;/strong&gt; mit &lt;strong&gt;Operanden&lt;/strong&gt;: 2 + 2 = 4. In diesem Beispiel sind die Zahlen Operanden und das Additions- und das Gleichheitszeichen sind Operatoren. Die Operatoren sagen uns, was wir mit den Operanden machen sollen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	&lt;strong&gt;Formal&lt;/strong&gt; heißt dieses Operieren, weil es eine feste Form hat, weil man die Regeln nur korrekt nachvollziehen braucht, um zum richtigen Ergebnis zu kommen. Deswegen sind Computer bessere Rechner als Menschen, Rechnen kann, weil es festen Regeln folgt,  automatisiert werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Wir &lt;strong&gt;rechnen&lt;/strong&gt;, um beim Bäcker die Brötchen zu bezahlen und es muß gerechnet werden, wenn z.B. eine Brücke oder ein Haus gebaut werden soll - denn sonst werden diese entweder nicht lange halten oder nicht einmal an den Ort passen, an dem sie stehen sollen. Natürlich, da reicht das Rechnen allein nicht, man muß auch &lt;strong&gt;messen&lt;/strong&gt;, z.B. dürfen die Innenräume des Hauses nicht größer sein als der Grundriß und die Brücke darf nicht kürzer sein als der Fluß den sie überbrückt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Messen und Rechnen gehören zusammen. Nur mit gemessenen &lt;strong&gt;Werten&lt;/strong&gt; kann man rechnen - ah, Werte ... also Rechnen, Messen und Werte. Nur durch Messen entstehen Werte und Werte sind die Operanden für das Rechnen. Werte sind Quantitäten (gezähltes), denn nur mit Quantitäten kann man rechnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Das ist soweit völlig in Ordnung und damit haben wir, so ganz nebenbei, das Prinzip der &lt;strong&gt;Wissenschaft&lt;/strong&gt; und der &lt;strong&gt;Technik&lt;/strong&gt; entdeckt: Beide beruhen auf dem Messen von  Werten und dem Rechnen mit Werten.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Rechnen ist eine extrem wichtige Fertigkeit,&lt;br /&gt;
	denn durch das strikte Regelbefolgen lernen wir&lt;br /&gt;
	unsere Gedanken zu beherrschen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Fertigkeit Regeln befolgen zu können, wie sie besonders in Mathematik und  Logik gefordert wird, ist die &lt;u&gt;erste Stufe auf dem Weg zum Denken&lt;/u&gt;. Wer nicht rechnen kann, wird niemals denken können, denn er kann seine Gedanken nicht lenken - diese gehen einfach ihre eigenen Wege. Wer rechnen kann, hat gelernt: bei der Sache zu bleiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Wie kann man rechnen &lt;strong&gt;lernen&lt;/strong&gt;? Durch das Studium von Mathematik und Logik - am besten vielleicht durch Programmieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Woran &lt;strong&gt;erkennt&lt;/strong&gt; man Menschen, die ihre Gedanken nicht beherrschen (nicht rechnen können)? Sie springen von einem Gedanken zum anderen, ohne einen Gedankengang zu Ende zu führen, sie sind unzuverlässig, vergeßlich - und nennen sich selbst: spontan! Diese Spontaneität ist  aber nichts anderes als eine Mischung aus Trieb und Zufall.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Das ist die positive Seite des Rechnens. Die negative Seite ist die &lt;strong&gt;Habgier&lt;/strong&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	&lt;strong&gt;Beispiel&lt;/strong&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Wenn wir z.B. einem Menschen unser &lt;strong&gt;Vertrauen&lt;/strong&gt; schenken, wägen wir seine Vertrauenswürdigkeit ab. Wir wägen ab, ob er vertrauenswürdig genug ist, um unser Vertrauen zu verdienen. Wir wägen ab, abwägen ist &lt;u&gt;Rechnen&lt;/u&gt;. Wir bewerten, d.h. messen, die Vertrauenswürdigkeit eines Menschen und verrechnen diesen Wert mit  unserem Anspruch an Vertrauenswürdigkeit: Mein Anspruchswert abzüglich des Vertrauenswertes des anderen Menschen. Ist das Ergebnis positiv, schenken wir Vertrauen. Ist das so? Nein, wir schenken überhaupt nichts: der andere hat sich, durch sein Verhalten, unser Vertrauen &lt;u&gt;erkauft&lt;/u&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Die Geschichte geht weiter. Warum lassen wir den Anderen unser Vertrauen kaufen? Wie der Soziologe Niklas Luhmann in seinem berühmten Büchlein &quot;Vertrauen&quot; feststellt, ist Vertrauen ein &quot;&lt;u&gt;Mechanismus zur Reduktion sozialer Komplexität&lt;/u&gt;&quot;, d.h. das Leben ist einfacher, wenn wir uns auf bestimmte Verhaltensweisen des Anderen verlassen können. Wenn wir jemandem unser Vertrauen verkaufen, dann erwarten wir, daß er sich als vertrauenswürdig erweist, d.h. er hat sich gefälligst so zu verhalten wie wir es, als Voraussetzung unseres Vertrauens, festlegen. Natürlich gilt das auch umgekehrt.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Unser Vertrauen macht den Anderen zum &lt;strong&gt;Sklaven&lt;/strong&gt; - und wir machen uns zum Sklaven des Anderen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Was haben wir davon? Das Leben wird einfacher! Ein, wenn man ein einfacheres Leben will, gutes Geschäft. Komplexitätsreduktion ist Simplifizierung und &lt;strong&gt;Trivialisierung&lt;/strong&gt;, Einschränkung von Vielfalt - in diesem Fall: Einschränkung von Verhaltensmöglichkeiten. Das Geschäft lautet also: Ich trivialisiere mich, Du trivialisierst  dich - das ist uns beiden etwas wert also können wir es gegeneinander verrechnen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Bei solchen Rechnungen muß man natürlich aufpassen, daß man nicht übervorteilt  wird. Es muß ein gutes Geschäft sein, vielleicht mit einem kleinen Risikobonus - und schon stecken wir mitten in der &lt;strong&gt;Habgier&lt;/strong&gt;. Natürlich nennt dieses Rechnen heute niemand mehr Habgier, es ist selbstverständlich. &lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;In einer Gesellschaft die auf Werten basiert wird gerechnet.&lt;br /&gt;
	Etwas anderes als Rechnen, kann man mit Werten nicht machen.&lt;br /&gt;
	Rechnen ist, wo Menschen als Menschen betroffen sind,&lt;br /&gt;
	Habgier.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Beim Bezahlen des Einkaufs wird genauso gerechnet wie in der Wissenschaft. Freundschaft wird ebenso errechnet wie Feindschaft, Sex genauso wie Liebe - und auch Kinderkriegen ist nur ein &lt;strong&gt;Rechenexempel&lt;/strong&gt;: Wieviel Kindergeld bekommen wir? Mit welchen Einnahmeausfällen und Karriereeinschränkungen müssen wir ... äh ... rechnen. Bevor wir es vergessen: Terroristen rechnen genauso wie Antiterroristen. Die Währung sind Menschenleben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Der Mensch wird zum &lt;strong&gt;verrechneten Wert&lt;/strong&gt;, nicht erst für Terroristen, sondern in unserem stinknormalen Alltag - und spätestens hier stellt sich die Frage: Ist das Errechnete wirklich alles am Menschen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Die &lt;strong&gt;Gegenposition&lt;/strong&gt; lautet: Der Wert des Menschen ist unendlich groß. Warum? Egal wieviel von einem unendlichen Wert abgezogen oder hinzugezählt wird, er verändert sich nicht, wird weder mehr noch weniger. Das bedeutet:&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Ein einzelner Mensch&lt;br /&gt;
	hat genausoviel Wert&lt;br /&gt;
	wie sieben Millionen Menschen.&lt;br /&gt;
	Punkt!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nur ein Mensch dessen Wert unendlich ist hat &lt;strong&gt;Menschenwürde&lt;/strong&gt;. Setzen wir also Wert,  mit dem nur gerechnet werden kann, gegen Würde, mit der nicht gerechnet werden kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Wenn der Mensch &lt;strong&gt;Würde&lt;/strong&gt; hat, kann er nicht mehr verrechnet werden. Wenn wir nicht mehr rechnen können, müssen wir denken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Wenn man über die vorhergehende Argumentation ernsthaft nachdenkt, stellt man schnell fest: Da gibt es praktische Unmöglichkeiten - also Denkaufgaben ;-)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	&lt;strong&gt;Tipp&lt;/strong&gt;: Neben Habgier gibt es auch noch Win-Win - und das bedeutet: Rechnen.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Wir beginnen denken zu lernen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Starten wir wie der Fahrlehrer mit dem Fahrschüler im Auto mit einer Mischung aus Erklären und Tun. Beachte, daß du, wenn Du die folgende &lt;strong&gt;Übung&lt;/strong&gt; nicht durchführst, nur Kenntnisse (Theorie) erwirbst, jedoch keine Fertigkeiten (Praxis).&lt;/p&gt;
&lt;ol&gt;&lt;li&gt;
		Suche Dir eine &lt;strong&gt;Frage&lt;/strong&gt; die dich interessiert und schreibe sie auf ein Blatt Papier. Falls Du dich an einem Problem versuchen  willst, vergiß das Problem, formuliere es als Frage. Stelle keine&lt;u&gt; geschlossene Frage&lt;/u&gt;, d.h. eine Frage die einen eingegrenzten Antwortraum, z.B. eingeschränkt auf &quot;ja&quot; oder &quot;nein&quot;, hat. Stelle eine offene Frage, d.h. eine Frage deren mögliche Antworten (Antwortraum) Du nicht kennst. Man kann jede geschlosse Frage in eine offene Frage umwandeln. Beispiel:&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Geschlossene Frage&lt;/strong&gt;: Ist Thelema für mich das Richtige?&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Offene Frage&lt;/strong&gt;: Was erwarte ich von den nächsten zehn Jahren meines Lebens?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Ziehe einen waagerechten Strich hinter deinem letzten Satz und schreibe eine Überschrift: &quot;&lt;strong&gt;Alles was mir zu der Frage einfällt&lt;/strong&gt;&quot;.  Schreibe alles auf, was Dir zu dieser Frage einfällt, alles was Du zu dieser Frage sagen möchtest, alles was Dir daran gefällt oder mißfällt - einfach: alles!&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Ziehe einen waagerechten Strich hinter deinem letzten Satz und schreibe eine Überschrift: &quot;&lt;strong&gt;Tatsachen&lt;/strong&gt;&quot;. Schreibe alle Sachinformationen auf, die Dir zu dieser Frage einfallen. Wenn Du meinst, daß Du mehr Sachinformationen benötigst, beschaffe sie und schreibe sie dazu.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Ziehe einen waagerechten Strich hinter deinem letzten Satz und schreibe eine Überschrift: &quot;&lt;strong&gt;Antwortmöglichkeiten&lt;/strong&gt;&quot;. Schreibe alle Antworten auf die Dir einfallen - egal wie abstrus sie sind, es müssen nur mögliche Antworten auf die Frage sein.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Ziehe einen waagerechten Strich hinter deinem letzten Satz und schreibe eine Überschrift: &quot;&lt;strong&gt;Meine Meinung&lt;/strong&gt;&quot;. Schreibe deine Meinung zu der Frage auf, d.h. schreibe auf, welche Antworten für dich aus welchen Gründen in Frage kommen und welche aus welchen Gründen nicht in Frage kommen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Lies deine Gründe durch und trenne sie in Tatsachen und Meinungen. Unterstreiche alle Informationen. Beispiel:&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Meinungen&lt;/strong&gt;: Es ist zu heiß; Autos stinken; in Deutschland kann man keinen erholsamen Urlaub machen; bei Aldi kann man gut einkaufen; Politiker sind Dummköpfe; Religion ist was für Leichtgläubige.&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Tatsachen&lt;/strong&gt;: Das Thermometer zeigt 30° an, Autos geben pro Minute 2 Liter Abgase ab; Urlaub in Deutschland ist, bei sonst gleichen Bedingungen, teurer als Urlaub in Jugoslawien; bei Aldi ist die Butter billiger als beim Lebensmittelhändler um die Ecke, usw.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Jetzt lies Dir Dein  Werk durch und &lt;strong&gt;bewerte&lt;/strong&gt; es: Gib Dir eine Note von eins (sehr gut) bis sechs (ungenügend).&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Gratuliere&lt;/strong&gt;, Du hast jetzt alle deine Vorurteile und Selbstverständlichkeiten zu dieser Frage aufgeschrieben - nach allen Regeln der Kunst untersucht und sogar wunderschön strukturiert.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Mit Denken hatte das alles noch nichts zu tun.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir führen die Übung noch einmal durch und versuchen erste zaghafte &lt;strong&gt;Denkbemühungen &lt;/strong&gt;einzuführen.&lt;/p&gt;
&lt;ol&gt;&lt;li&gt;
		Nimm ein neues Blatt Papier. Wir nennen es &lt;strong&gt;Blatt zwei&lt;/strong&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Schreibe die &lt;strong&gt;Frage&lt;/strong&gt; auf, die gleiche Frage wie oben unter Punkt eins.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Wiederhole &lt;strong&gt;Punkt zwei&lt;/strong&gt;, aber schreibe nichts auf, was auf dem ersten Blatt steht. Schreibe mindestens genauso viel wie auf dem ersten Blatt.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Verfahre desgleichen mit den &lt;strong&gt;Punkten drei und vier&lt;/strong&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Laß Dir mindestens eine Woche &lt;strong&gt;Zeit&lt;/strong&gt;. Besprich die Frage mit anderen Menschen, damit Du neue Perspektiven kennenlernst.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Finde zu jeder Tatsache eine &lt;strong&gt;Gegentatsache&lt;/strong&gt;, zu jeder Antwortmöglichkeit eine &lt;strong&gt;Gegenantwortmöglichkeit&lt;/strong&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Finde mindestens &lt;strong&gt;weitere&lt;/strong&gt; 10 Tatsachen und &lt;strong&gt;weitere&lt;/strong&gt; 10 Antwortmöglichkeiten.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Wiederhole &lt;strong&gt;Punkt fünf&lt;/strong&gt;, aber verwende nur Daten von dem zweiten Blatt. Berücksichtige jede der möglichen Antworten.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Lies deine &lt;strong&gt;Gründe&lt;/strong&gt; durch und suche alle Stellen heraus wo Du &lt;u&gt;gerechnet&lt;/u&gt; hast.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Streiche alle &lt;strong&gt;Antworten&lt;/strong&gt; in deren Begründung Du gerechnet hast.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Wiederhole die &lt;strong&gt;Schritte 3 bis 10&lt;/strong&gt; so oft, bis Du mit deinen Antworten zufrieden bist.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Prüfe deine Antworten daraufhin ob sie die Frage &lt;strong&gt;abschließend&lt;/strong&gt; beantworten oder ob sie &lt;u&gt;neue Fragen&lt;/u&gt; aufwerfen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Streiche alle &lt;strong&gt;Antworten&lt;/strong&gt;, die keine neuen Fragen aufwerfen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Wiederhole die &lt;strong&gt;Schritte 3 bis 13&lt;/strong&gt; so oft, bis Du mit deinen Antworten zufrieden bist.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Prüfe deine Antworten daraufhin, ob Du sie &lt;strong&gt;ver-antworten&lt;/strong&gt; kannst.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Streiche alle &lt;strong&gt;Antworten&lt;/strong&gt;, die Du nicht verantworten kannst.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Wiederhole die &lt;strong&gt;Schritte 3 bis 16&lt;/strong&gt; so oft, bis Du mit Deinen Antworten zufrieden bist.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Was hast Du während dieser &lt;strong&gt;Suche&lt;/strong&gt; gelernt?&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;&lt;p&gt;Hast Du jetzt &lt;strong&gt;gedacht&lt;/strong&gt;? Ich weiß es nicht, aber es wäre zumindest möglich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Hast Du die &lt;strong&gt;Übung&lt;/strong&gt; nicht gemacht? Ist sie Dir zu kompliziert oder zu aufwendig? Ok, aber wenn Du wirklich denken lernen willst - geht es nicht weniger aufwendig. Du wirst in jeder Buchhandlung Titel finden, die Dir versprechen: Denken lernen in fünf Minuten. Diese Bücher sind wirklich zeitaufwendig, weil Zeitverschwendung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Hast Du &lt;strong&gt;Fragen&lt;/strong&gt; zu der obigen Übung? Weißt Du an manchen Stellen nicht genau, wie es gemeint ist? Gut - denke drüber nach :)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/47&quot;&gt;Denken&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-vg-wort-buch field-type-text field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://vg06.met.vgwort.de/na/8291ee1855ad41d78ae473d597f4ff2f&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Sat, 23 Jun 2007 19:33:09 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <comments>https://www.mde-net.de/denken-lernen#comments</comments>
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<item>
 <title>Subversionen</title>
 <link>https://www.mde-net.de/subversion</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;h2&gt;
	Subversion 1: Die Hierarchie der Gegensätze unterminieren&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Zweiwertiges Denken ist &lt;u&gt;Denken in Gegensätzen&lt;/u&gt;: Wahr-Falsch, Recht-Unrecht, Gut-Böse usw. Bei der Betrachtung der Beispiele fällt auf, daß die beiden Seiten nicht gleichwertig sind. Wahrheit ist besser als Falschheit, Recht besser als Unrecht und das Gute erstrebenswerter als das Böse.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Das Denken in Gegensatzpaaren ist faktisch immer &lt;strong&gt;asymmetrisch&lt;/strong&gt; (ungleichgewichtig): Die eine Seite ist privilegiert und &lt;u&gt;zentral&lt;/u&gt;, die andere Seite marginal und peripher. Entweder wird eine Seite aus konventionellen Gründen bevorzugt oder es gibt &quot;Beweise&quot; für die &lt;u&gt;Wahrheit&lt;/u&gt; einer Seite. Damit wird das mögliche Spiel der Gegensätze fixiert und eingefroren, man weiß immer schon, welche Seite die richtige ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &lt;strong&gt;erste Subversion&lt;/strong&gt; ist das &lt;u&gt;Spiel des Dezentrierens&lt;/u&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Die &lt;strong&gt;Hierarchie offenlegen&lt;/strong&gt;: Wir machen uns klar, welche Seite privilegiert und zentral ist.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Die &lt;strong&gt;Umkehrung der Hierarchie&lt;/strong&gt;: Dann kehren wir die Gewichtung um und machen die  bisher marginalisierte Seite zentral.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Beispiel:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Position&lt;/strong&gt;: Wahrheit ist besser als Falschheit, weil man nur insoweit erfolgreich handeln kann, als die Wahrheit im Handlungsbereich bekannt ist.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Negation&lt;/strong&gt;: Falschheit ist besser als Wahrheit, weil das Leben öde und langweilig wäre, wenn alle Wahrheit gekannt würde. Nur wo man nicht weiß, ist Abenteuer möglich!&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Wenn man dieses Spiel eine Weile hin und her spielt, immer wieder für jede Seite Argumente sammelt, verändert sich das Gegensatzpaar. Aus dem eingefrorenen Verhalten hierarchischen Denkens und Empfindens eröffnet sich ein Wechsel der Gegensätze in lebendigem &lt;strong&gt;Spiel&lt;/strong&gt;, ein schöpferischer Fluß des Erfindens und Erschaffens neuer Möglichkeiten und damit neuer Zukünfte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Wenn eine Seite eines Gegensatzes schwach ist, dann ist es auch die andere Seite. Wenn Dich Wahrheit nicht interessiert, dann ist auch Falschheit uninteressant. Wenn Du nur wenig unglücklich sein kannst, dann wirst Du auch nur geringes Glück verspüren. Nur wer zutiefst leidet, hat die Möglichkeit, die höchste Ekstase zu erfahren - was ihn dann wiederum zu noch intensiverem Leid berechtigt :)&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Subversion 2: Eigenschaften, Gegensätze und Verhalten&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Machen wir uns den Unterschied an einfachen Beispielen deutlich:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Die Rose ist rot. &quot;Rot&quot; ist eine &lt;u&gt;Eigenschaft&lt;/u&gt; oder ein &lt;u&gt;Prädikat&lt;/u&gt; des &lt;u&gt;Dinges&lt;/u&gt; oder &lt;u&gt;Hauptwortes&lt;/u&gt; &quot;Rose&quot;. Der Satz, die Rose ist rot, kann wahr oder falsch sein. Prädikate und Hauptworte gibt es in Sätzen, Eigenschaften gehören zu Dingen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Im Gegensatz dazu sind links-rechts, wahr-falsch, hell-dunkel oder traurig-glücklich keine Eigenschaften von Dingen, sondern Gegensätze, Polaritäten oder Dualitäten. Die korrekte Anwendung der Begriffe eines Gegensatzpaares ist immer von einer &lt;strong&gt;Perspektive&lt;/strong&gt; abhängig, denn man kann einem Gegenstand nicht ansehen (sinnlich wahrnehmen) ob er &quot;links&quot;, &quot;wahr&quot;, &quot;hell&quot; oder &quot;dunkel&quot; ist, denn das hängt immer von etwas nicht am Gegenstand selbst vorfindlichem ab.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Wenn ich sage, die Lampe ist hell, dann sage ich nichts über die Lampe, sondern etwas über das Verhältnis der Lampe zu ihrer Umgebung. Neben einem Scheinwerfer ist eine Taschenlampe dunkel. Wenn ich sage, das Auto steht rechts die Straße hinunter, dann sage ich nichts über die Straße oder das Auto, sondern etwas über meinen &lt;strong&gt;Standort&lt;/strong&gt; in Bezug auf das Auto.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Den besonderen Charakter von Begriffen, in denen sich die Position des Sprechers  widerspiegelt, hat Hegel mit der Unterscheidung von &lt;strong&gt;Reflexionsbestimmungen&lt;/strong&gt; und &lt;strong&gt;Seinsbestimmungen&lt;/strong&gt; markiert. Ob ich etwas als eine Blume identifiziere, ist von meinem Standpunkt unabhängig, ob ich sie als groß oder klein, schön oder häßlich, nah oder fern bestimme nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Reflexionsbestimmungen sind aufgrund ihrer &lt;strong&gt;Standpunktabhängigkeit&lt;/strong&gt; relativ  (perspektivisch). Es sind Prädikationen, die ihr eigenes Gegenteil in sich tragen und sinnvoll nur zusammen mit ihrer Negation auftreten können: was &quot;groß&quot; ist, kann ich nur sagen, wenn ich weiß was &quot;klein&quot; ist. Die Bedeutung eines Reflexionsbegriffes beruht auf der Doppelung in Position und Negation, d. h. sie liegt nicht in der Identität des Begriffs, im Begriff an sich, sondern im Unterschied des Begriffs zu sich, in Position und Negation.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Das Problem ist, daß es in der &lt;strong&gt;Sprache&lt;/strong&gt; &lt;u&gt;keinen grammatischen Unterschied&lt;/u&gt; macht, ob wir von Eigenschaften (Seinsbestimmungen) oder Gegensätzen (Reflexionsbestimmungen) sprechen. Die Sätze bestehen immer aus Subjekt und Prädikat: Die Rose ist rot, die Frau ist traurig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Wenn wir sagen, ich bin glücklich, dann fällt uns vielleicht noch auf, daß das keine Eigenschaft ist. Wie ist es aber, wenn wir sagen: Egon ist Alkoholiker, Rosa ist dumm, Karl ist Christ, Uwe ist böse oder Peter ist verfressen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Denken wir in solchen Sätzen nicht oft &lt;strong&gt;Personen&lt;/strong&gt; &lt;u&gt;als Dinge mit Eigenschaften&lt;/u&gt;? Denken wir Egon als ein lebendes Ding mit der Eigenschaft, Alkoholiker zu sein?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Zwischen &lt;u&gt;Menschen und Dingen&lt;/u&gt; gibt es einen essentiellen Unterschied: Menschen haben keine Eigenschaften, sondern &lt;strong&gt;Verhaltensgewohnheiten&lt;/strong&gt;. Natürlich kann man an Menschen physikalische Eigenschaften, wie Größe, Haarfarbe, Gewicht und Blutalkoholspiegel wahrnehmen. Aber die physikalischen Eingeschaften haben mit unserem Menschsein nichts zu tun. Menschen haben keinen Körper, sondern sind ein &lt;strong&gt;Leib&lt;/strong&gt;, d.h. ein beseelter (sich selbst aus sich selbst bewegender) Körper - und eben deshalb kein (rein physikalischer) Körper.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Wenn wir die &lt;strong&gt;Unterscheidung Eigenschaft-Verhalten&lt;/strong&gt; berücksichtigen, dann können wir nicht mehr sagen, Peter ist verfressen, sondern, Peter verhält sich verfressen. Peter ist dann nicht mehr identisch mit Verfressenheit, sondern er ißt häufig sehr viel oder zu viel  - im Vergleich z. B. zum Durchschnittsesser oder zu dem was die letzte Abmagerungskur verlangt. Peter wird dadurch nicht auf Verfressenheit als Eigenschaft festgenagelt, sondern ihm eröffnet sich die Möglichkeit zu sagen: &quot;Ich esse so viel, daß man mein Verhalten als verfressen bezeichnen kann - aber ich werde das ändern und künftig weniger essen. Allerdings werde ich nicht so wenig essen, daß ich dem Schlankheitsideal der Werbung entspreche.&quot;&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Subversion 3: Aus der Falle springen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;In &quot;&lt;strong&gt;Subversion 1&lt;/strong&gt;&quot; haben wir die Hierarchie der Gegensätze dekonstruiert. Wenn wir nun genauer hinschauen was wir da getan haben, dann sehen wir, daß das ursprüngliche Gegensatzpaar &lt;strong&gt;verdoppelt&lt;/strong&gt; wurde:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Meta A&lt;/strong&gt;: A-zentral und -A-marginal, Gut ist besser als Böse, versus&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Meta -A&lt;/strong&gt;: A-marginal und -A-zentral, Böse ist besser als Gut.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt; &lt;/p&gt;
&lt;table align=&quot;right&quot; border=&quot;0&quot; cellpadding=&quot;0&quot; cellspacing=&quot;0&quot; width=&quot;155&quot;&gt;&lt;tbody style=&quot;border-top: 0pt none;&quot;&gt;&lt;tr&gt;&lt;td&gt;
&lt;div align=&quot;center&quot;&gt;
					&lt;img align=&quot;middle&quot; alt=&quot;Lord Byron&quot; height=&quot;160&quot; src=&quot;/files/mde/image/Lebens_Wissen/Lethos_Die_Erfahrung_lethischen_Denkens/Subversion/Lord_Byron.jpg&quot; width=&quot;135&quot; /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;p class=&quot;bildunterschrift&quot;&gt;Lord Byron&lt;/p&gt;
&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;p&gt;Solche über-Kreuz-Strukur der Begriffe nennt man einen &quot;&lt;strong&gt;Chiasmus&lt;/strong&gt;&quot;. Beispiel: &quot;Das &lt;u&gt;Vergnügen&lt;/u&gt; ist eine &lt;u&gt;Sünde&lt;/u&gt; und manchmal ist &lt;u&gt;Sünde&lt;/u&gt; ein &lt;u&gt;Vergnügen&lt;/u&gt;&quot; (Lord Byron, engl. Dichter). Es werden die &lt;u&gt;gleichen&lt;/u&gt; Begriffe benutzt, aber indem sie vertauscht werden, sind sie nicht &lt;u&gt;dieselben&lt;/u&gt;, ihre Bedeutung ist nicht identisch. Innerhalb jedes Gegensatzpaares bleibt eine Hierarchie, aber die Hierarchie wechselt von einem Gegensatzpaar zu dem über Kreuz.entgegengesetzten Paar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Eine nützliche &lt;strong&gt;Anwendung&lt;/strong&gt; des Chiasmus ist der Gegensatz:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		A: Ich habe Recht und Du hast Unrecht.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		-A: Ich habe Unrecht und Du hast Recht.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Gewöhnlich bevorzugt man A. &lt;strong&gt;Preisfrage&lt;/strong&gt;: schaffst Du es -A zu bevorzugen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Wenn wir uns jetzt wieder an unsere Unterscheidung von Eigenschaften und Verhalten erinnern, können wir sehen, daß keine der beiden Möglichkeiten eine Eigenschaft kennzeichnet, wir also mit keiner der beiden Seiten identisch sind, sondern jenseits der Alternativen stehen. Ein &lt;strong&gt;Beispiel&lt;/strong&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Meta A: Alkoholiker zu sein ist besser als Nicht-Alkoholiker zu sein.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Meta -A: Nicht-Alkoholiker zu sein ist besser als Alkoholiker zu sein.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Ein Mensch kann nie die Eigenschaft haben, Alkoholiker zu sein, aber er kann Alkohol trinken zu einer Verhaltensgewohnheit machen.  Eine angemessenere Formulierung wäre also:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Meta A: Gewohnheitsmäßig viel Alkohol zu trinken ist besser als gewohnheitsmäßig wenig Alkohol zu trinken.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Meta -A: Gewohnheitsmäßig wenig Alkohol zu trinken ist besser als gewohnheitsmäßig viel  Alkohol zu trinken.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Wenn wir es wirklich schaffen, beiden Seiten gerecht zu werden, sowohl Meta A als auch Meta -A als wahr zu erkennen, dann befreien wir uns aus Identifizierungen und gewinnen die &lt;strong&gt;Freiheit&lt;/strong&gt; zu neuen Wahlmöglichkeiten. Im einfachsten Fall könnte das dazu führen, daß man, je nach Ausgangslage, mehr oder weniger als bisher trinkt. Die interessantere Möglichkeit ist aber, daß man die ganze Alternative zurückweist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Logisch ist das eine &lt;strong&gt;Rejektion&lt;/strong&gt; (Zurückweisung), weder - noch, weder Meta A noch Meta -A und damit auch weder A noch -A. Die Alternativen der Gegensatzpaare werden zurückgewiesen und wir finden oder erfinden ein Drittes, den sogenannten Rejektionswert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Der &lt;strong&gt;Rejektionswert&lt;/strong&gt; ist eine extrem wichtige Errungenschaft: Er ist, egal welche sonstigen Inhalte er haben mag, der Standpunkt des wählenden und entscheidenden Ich, welches sich aus eingefrorenen Identitäten befreit hat. Die vorher im Dualismus der Gegensätze auf die simple Ja-Nein-Alternative verengte Welt ist nicht nur wieder geöffnet, sondern in bisher unbekannter und unmöglicher Weite und Offenheit neu entstanden. Die &lt;u&gt;einzige&lt;/u&gt; Möglichkeit, die jetzt bleibt ist die Möglichkeit kreativen Findens und Erfindens von Möglichkeiten und der ungebundenen Entscheidung zwischen diesen Möglichkeiten. Deshalb kann es an dieser Stelle kein Beispiel geben.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Subversion 4: Im Anderen Äon landen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Das geht am weitesten über das gewohnte Denken hinaus, es ist das Denken in &lt;strong&gt;Komplementaritäten&lt;/strong&gt; und &lt;strong&gt;Heterarchien&lt;/strong&gt; anstatt in Gegensätzen und Hierarchien.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Paradigmatische &lt;strong&gt;Beispiele&lt;/strong&gt; sind der &lt;u&gt;Welle-Teilchen-Dualismus&lt;/u&gt; und die &lt;u&gt;Götterwelt des alten Ägypten&lt;/u&gt;. Genauere Beschreibungen des ersten Beispiels findest Du in jedem Buch über Atomphysik und eine ausgezeichnete Beschreibung des zweiten Beispiels in dem Buch &quot;Der Eine und die Vielen&quot; von Erik Hornung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Der Clou an der Sache ist, daß Gegensatzpaare nicht mehr als sich gegenseitig ausschließend, sondern als sich &lt;strong&gt;ergänzend&lt;/strong&gt; (komplementär) erfaßt werden. Wir denken z.B. gewöhnlich, daß es nur entweder einen Gott oder viele Götter geben kann. Für den alten Ägypter war das kein Problem. Jeder Gott konnte der Eine Schöpfergott sein und das tat den anderen Göttern, die auch jeder der Eine sein konnten, keinen Abbruch. Erst die Juden, dann Christen und Moslems konstruierten daraus einen Gegensatz und verbannten die vielen Götter zugunsten des Einzigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Aktueller ist das vielleicht als &lt;strong&gt;Wahrheitsproblem&lt;/strong&gt; bekannt: Eine Wahrheit oder viele Wahrheiten (Relativismus). Wenn man das als Gegensatz konstruiert, hat man das Problem der Wahrheitsfrage, wenn man die eine und die vielen Wahrheiten komplementär nimmt, gibt es kein Problem, dafür aber eine ungleich reichere Welt und ungleich vielfältigere Lebens- und Erfahrungsmöglichkeiten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Liebe ich meinen Partner oder nicht? Man kann versuchen, diese Frage zu beantworten. Egal wie man sie beantwortet, die &lt;strong&gt;Lebensentscheidung&lt;/strong&gt; ist auf Ja-Nein eingeengt. Man kann die Alternative zurückweisen, z.B. die Frage stellen: Möchte ich mit dem Anderen zusammenleben? Man kann auch beide Alternativen als komplementär nehmen: Ich habe viele Geliebte - und jede/r ist die/der Eine die/den ich wirklich liebe! &lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Was ist wichtiger, denken, fühlen oder handeln? Sind nicht alle drei gleichursprünglich?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Was ist wichtiger, Ich, Du oder Es (Dinge)? Sind nicht alle drei gleichursprünglich?&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;h2&gt;
	Beispiel: Täter und Opfer beim Fremdgehen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Die chiastische Struktur ist:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Täter ® Opfer = A ® B&lt;br /&gt;
		   I      X      I&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Opfer ® Täter = A ® B&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Das &quot;®&quot; steht für Relation. Das Kreuz des Chiasmus geht von Täter zu Täter und von Opfer zu Opfer. Die senkrechten von Täter zu Opfer zeigen personale Identität, während es horizontal sich um verschiedene Personen handelt.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;
	&quot;Derjenige, der fremdgeht, gilt im allgemeinen als der Täter, da er/sie schließlich etwas tut, wogegen das Opfer, der/die Betrogene, nichts tut, sondern von der Handlung des anderen betroffen ist, also unter den Auswirkungen dieser Handlung leidet. Die Relation (&lt;u&gt;Täter&lt;/u&gt; ® &lt;u&gt;Opfer&lt;/u&gt;) drückt also die Handlungsgewalt, das dynamische Gefälle innerhalb der Konfliktsituation aus, wenn eine Person A als Täter identifiziert wird und eine Person B als Opfer.&lt;/p&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;
	Die Identifikationen sind also klar und das logische System ließe nach klassischem Zuschnitt keinerlei Verschiebungen oder Transformationen zu. Das aber widerspricht in den allermeisten Fällen nicht nur den möglicherweise nur als Alibi vorgebrachten Rechtfertigungen des Täters (&quot;Das habe ich ja nur getan, weil Du mich dazu getrieben hast.&quot;), sondern grundsätzlich auch den Bedingungen der Möglichkeit, sowohl Täter oder Opfer &lt;u&gt;werden zu können&lt;/u&gt;. Täter wie Opfer sind wesenhaft aufeinander angewiesen: ohne Betrüger kein Betrogener und umgekehrt. Ist also schon die Rollen-Konstitution nicht aus dem bilateralen Gefüge herauszupräparieren, ohne die wechselseitige &lt;u&gt;funktionale&lt;/u&gt; Abhängigkeit zu zerstören, so kann - und dies ist durch die therapeutische Praxis durchaus gedeckt - stärker noch von einer bipolaren Handlungsgewalt gesprochen werden, d.h. das dynamische Gefälle fließt in beide Richtungen. Denn oft läßt sich beobachten, daß auch B der Täter ist, da durch sein/ihr Verhalten A allererst zum Fremdgehen animiert oder gedrängt wurde. Ebenso häufig kann festgehalten werden, daß ein Paar bewußt oder unbewußt vereinbart, wer wann fremdgeht, um ein Problem in der Beziehung zu lösen, bzw. erstmals als solches auf den Tisch zu bringen. Dies entspricht der Relation (&lt;u&gt;Opfer&lt;/u&gt; ® &lt;u&gt;Täter&lt;/u&gt;), d.h. hier gilt B als der Täter und A als Opfer. Innerhalb des Schemas bedeuten dann die senkrechten Linien die personale Identität von A und B, denn in beiden Beschreibungssystemen sind sie selbstverständlich die gleichen geblieben.&lt;/p&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;
	Wichtig hierbei ist nun die Einsicht, daß es sich innerhalb dieser Aspektverdoppelung nicht um einen sukzessiven Rollentausch handelt, den man einnehmen kann oder nicht, sondern um eine zeitgleiche und untrennbare Doppelbesetzung. Dadurch verkompliziert sich das System bis an die Grenze des kognitiven Fassungsvermögens, denn nun begegnen sich A und B nicht nur als Täter und Opfer, bzw. umgekehrt als Opfer und Täter, sondern gleichzeitig auch als Täter und Täter und Opfer und Opfer. Wir verdeutlichen dies anhand der gekreuzten Doppelpfeile, die anzeigen, daß es sich an diesen Stellen um ein Umtauschverhältnis handelt, daß das Täter-sein von A in der oberen Relation austauschbar ist mit Täter-sein von B in der unteren. Gleiches dann für das Opfer-sein.&lt;/p&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;
	Eine ausschöpfende Beschreibung dessen, was innerhalb der chiastischen Struktur als Identifikation erscheint, hätte somit folgende Gestalt:&lt;/p&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;
	Ich bin Täter und habe ein Opfer und ich bin ein Opfer in der Hand eines Täters, und also bin ich Täter-Opfer und Opfer-Täter und Opfer-Täter und Täter-Opfer und Täter-Täter und Opfer-Opfer und all das bin ich einzeln und für sich und dennoch zugleich und in eins - und Du bist es auch!&quot; (Aus: Klaus Grochowiak, Joachim Castella &quot;&lt;a href=&quot;http://www.thinkartlab.com/pkl/chias-to.htm&quot;&gt;Der Chiasmus von Täter und Opfer&lt;/a&gt;&quot; )&lt;/p&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;h2&gt;
	Subversion Step by Step&lt;/h2&gt;
&lt;ol&gt;&lt;li&gt;
		Schreibe Dein  &lt;strong&gt;Thema&lt;/strong&gt;, deine Frage oder Dein  Problem so kurz wie möglich aber genau wie nötig auf.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Nun &lt;strong&gt;erkunde&lt;/strong&gt; deine Gedanken, deine Gefühle und Dein  Verhalten im Kontext des Themas.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Schreibe die &lt;strong&gt;Antwort&lt;/strong&gt; oder Behauptung (A), die Du gefunden oder aufgestellt hast, kurz aber genau auf. Wenn Du keine eindeutige Antwort findest, schreibe eine Alternative auf - der nächste Schritt entfällt dann.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Schreibe die &lt;strong&gt;Negation&lt;/strong&gt; der Antwort (-A), also das genaue Gegenteil auf.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Finde für A und -A jeweils die stärksten &lt;strong&gt;Argumente&lt;/strong&gt; die Du finden kannst.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Wenn eine Seite Dir lieber, angenehmer oder besser begründet erscheint, &lt;strong&gt;stärke&lt;/strong&gt; die andere Seite argumentativ und emotional - am besten auch dadurch, daß Du so handelst als hättest Du Dich für die schwächere Seite entschieden.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Laß Dir Zeit! Es kommt gewöhnlich nicht auf ein paar Tage oder Wochen an. &lt;strong&gt;Wechsel die Positionen&lt;/strong&gt; so lange, bis beide Seiten gleich attraktiv sind, erst dann bist Du frei von dieser Alternative, erst dann kannst Du mit Aussicht auf Erfolg zum nächsten Schritt übergehen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Gibt es eine &lt;strong&gt;Fuzzy-Lösung&lt;/strong&gt;, d.h. eine Möglichkeit die den Gegensatz A und -A auf eine Strecke mit den Endpunkten A und -A überträgt und die Antwort nicht an einem der Pole sondern dazwischen findet?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Denke über &lt;strong&gt;Alternativen&lt;/strong&gt; zu dem bisherigen Gegensatzpaar nach: Weder A noch -A. Du bist jetzt frei, Du kannst über völlig neue Möglichkeiten nachdenken.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Egal was das Ergebnis des vorherigen Schrittes war, vielleicht hast Du ja eine wunderbare Lösung gefunden, befreie Dich jetzt endgültig von dem Denken in sich ausschließenden Gegensätzen: Erkunde die &lt;strong&gt;Komplementarität&lt;/strong&gt; der Alternative: A und -A. Wie  ergänzen die beiden Seiten des Gegensatzes einander?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Gehe jetzt alle vier Positionen durch. Bedenke, erfühle, erhandle die Wirklichkeiten und Möglichkeiten des ganzen Reichtums, der sich Dir eröffnet hat. &lt;strong&gt;Entscheide&lt;/strong&gt; - wenn Du willst ... oder fang mit einer der gefunden Positionen neu an.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Beispiel&lt;/strong&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;ol&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Positon A&lt;/strong&gt;: Niemand versteht mich.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Negation -A&lt;/strong&gt;: Alle verstehen mich.&lt;br /&gt;
		Es gibt gewöhnlich mehrere mögliche Negationen. Um sie alle zu finden negiere einfach alle Wörter in deiner Postion einzeln und miteinander. Schreibe alle Negationen auf und wähle die, welche Dir kognitiv und emotional am besten gefällt. Beispiele: Alle verstehen andere. Alle mißverstehen mich. Ich verstehe alle anderen.)&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;A stärken&lt;/strong&gt;: Wunderbar, so erspare ich mir den Zeitaufwand, mit anderen Reden zu müssen und gewinne viel Zeit für meine eigentlichen Interessen. Andererseits habe ich damit ein wahnsinnig interessantes Experimentierfeld gewonnen: was muß man tun, um verstanden zu werden?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;-A schwächen&lt;/strong&gt;: Wie langweilig wenn einen jeder versteht, die Gesprächsthemen gehen so schnell aus. Vermutlich bin ich einfach ein Langweiler der nur denkt, was jeder andere schon lange gedacht hat, sonst müßte ja häufiger ein Nicht-verstehen auftreten.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;A schwächen&lt;/strong&gt;: Es ist einfach frustrierend, nie verstanden zu werden. Wozu redet man überhaupt mit anderen?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;-A stärken&lt;/strong&gt;: Wenn alle mich verstehen, bin ich überall beliebt und habe viele Freunde.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Wiederhole&lt;/strong&gt; Punkte drei bis sechs bis Dir beide Alternativen gleich gut erscheinen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Fuzzy&lt;/strong&gt;: Zu 50% verstanden und zu 50% nicht verstanden werden, könnte das Beste beider Seiten vereinen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Weder-noch&lt;/strong&gt;: Ob ich verstanden werde oder nicht, das macht wirklich keinen Unterschied. Es geht doch darum Spaß im Leben zu haben und wenn ich Menschen finde, mit denen zusammen ich interessante Sachen machen und Spaß haben kann, was soll ich mich noch um verstehen kümmern?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Komplementär&lt;/strong&gt;: Natürlich versteht mich niemand, außer ich führe ein verständigungsorientiertes Gespräch mit ihm - und natürlich verstehen mich alle, wenn ich das tue. Andererseits ist jeder Mensch sich selbst intransparent, d.h. man versteht sich selbst nicht, wie sollen mich da andere verstehen. Aber was heißt das überhaupt, daß unser gemeinsames Verhalten funktioniert, beweist doch, daß wir uns hinreichend verstehen.&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Fazit&lt;/strong&gt;: Menschen reden nur miteinander, weil sie sich nicht verstehen, um sich verstehen zu lernen. Das eine setzt das andere immer schon voraus.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;&lt;h2&gt;
	Schluß&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Natürlich kann man die angegebenen Methoden des lethischen Denkens &lt;strong&gt;mißbrauchen&lt;/strong&gt; - aber das wäre kein lethisches, sondern logisches Denken, man vermeidet neue Möglichkeiten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Man kann mit dieser Methode alle &quot;guten Gründe&quot; etwas zu tun oder zu lassen methodisch geschickt  abwehren und die eigene Trägheit, Verstocktheit und Habgier damit zu rechtfertigen versuchen - aber das wäre nicht lethisch, sondern logisch, man sperrt sich in seiner Enge ein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Lethisches Denken ist immer &lt;strong&gt;fragendes Denken&lt;/strong&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Bedenke: Jedes Ergebnis und jedes Zwischenergebnis des lethischen Denkens kann ein neuer Ausgangspunkt der Anwendung der Methode werden. Was Du damit erreichst ist:&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Die Gegend die Dein  Leben ist&lt;br /&gt;
	kennenlernen und erkunden -&lt;br /&gt;
	nicht fliehen, sondern fließen!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/47&quot;&gt;Denken&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/46&quot;&gt;Philosophie&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/48&quot;&gt;Vernunft&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-vg-wort-buch field-type-text field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://vg06.met.vgwort.de/na/4f0de334ef704d4d8023dfdd9ab517b7&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Sat, 23 Jun 2007 18:39:09 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>Lethos: Die Erfahrung lethischen Denkens</title>
 <link>https://www.mde-net.de/lethos</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt; &lt;/p&gt;
&lt;table align=&quot;left&quot; border=&quot;0&quot; cellpadding=&quot;0&quot; cellspacing=&quot;0&quot; width=&quot;127&quot;&gt;&lt;tbody style=&quot;border-top: 0pt none;&quot;&gt;&lt;tr&gt;&lt;td&gt;
				&lt;img alt=&quot;Cheshire Cat&quot; height=&quot;104&quot; src=&quot;/files/mde/image/Lebens_Wissen/Lethos_Die_Erfahrung_lethischen_Denkens/Cheshire_Cat.jpg&quot; width=&quot;113&quot; /&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;p&gt;&quot; &lt;strong&gt;&#039;All right,&#039; said the Cat; and this time it vanished quite slowly, beginning with the end of the tail, and ending with the grin, which remained some time after the rest of it had gone. &#039;Well! I&#039;ve often seen a cat without a grin,&#039; thought Alice, &#039;but a grin without a cat! It&#039;s the most curious thing I ever saw in my life!&#039; &lt;/strong&gt;&quot; (Alice in Wonderland, Lewis Carroll)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;left&quot;&gt;Wer die Kapitel dieses Buches in der gegeben Reihenfolge liest, hat bessere Chancen zu verstehen. Aber es droht Ver-Rücktheit.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;left&quot;&gt;Wer die Kapitel in beliebiger Reihenfolge liest, hat bessere Chancen diskursive Dummheit des Verfassers zu entdecken - und so der Erkenntnis des Wahn-Sinns zu entgehen.&lt;/p&gt;
&lt;div align=&quot;center&quot;&gt;
&lt;h2&gt;
		Inhaltsverzeichnis&lt;/h2&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/47&quot;&gt;Denken&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/26&quot;&gt;Lebens-Wissen&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/46&quot;&gt;Philosophie&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/48&quot;&gt;Vernunft&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;</description>
 <pubDate>Sat, 23 Jun 2007 18:09:12 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>Lethos und Aristoteles</title>
 <link>https://www.mde-net.de/aristoteles</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;h2&gt;Das Wort &quot;Lethos&quot;&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Das Wort &quot;Lethos&quot; ist eine Wortschöpfung aus dem griechischen Wort &quot;legein&quot; (sammeln), woraus &lt;strong&gt;Logos&lt;/strong&gt; (u.a. Rede, Vernunft) abgeleitet ist, und &lt;strong&gt;Mythos&lt;/strong&gt; (Erzählung von ursprünglichen Ereignissen). Lethos, &lt;u&gt;lethisches Denken&lt;/u&gt;, ist die Fusion von logischem und mythischem Denken, die gewöhnlich als sich ausschließende Gegensätze angesehen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Bezeichnung erinnert an &quot;&lt;strong&gt;Leto II&lt;/strong&gt;&quot;, Sohn des Paul Muad Dib Atreides, Gottkaiser des Wüstenplaneten (Herbert, Frank, Der Gottkaiser des Wüstenplaneten), das ist nicht ungewollt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wichtiger ist der Anklang an das griechische Wort &quot;&lt;strong&gt;lethe&lt;/strong&gt;&quot; (vergessen, verborgen), dessen Negation &quot;&lt;strong&gt;aletheia&lt;/strong&gt;&quot; das Unverborgene, das Offene bezeichnet. &quot;Lethe&quot; ist in der griechischen Mythologie einer der Flüsse, die durch das Reich des Hades, die Unterwelt, fließen. Es ist der Fluß des Vergessens, aus dem die Schatten der Toten trinken, um ihr vergangenes Leben auf Erden zu vergessen. Man muß &lt;strong&gt;vergessen&lt;/strong&gt;, um zu lernen - um im Fluß zu bleiben!&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Das Grundschema lethischen Denkens&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Bevor wir uns in der Theorie verirren, kommen wir direkt zur Praxis. Das &lt;u&gt;Grundschema lethischen Denkens&lt;/u&gt; ist:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Logisch&lt;/strong&gt;: Entweder A oder Nicht-A (-A). Entweder gilt A oder es gilt -A (&quot;-A&quot; bedeutet Nicht-A, die Negation von A), eines von beiden ist wahr, das andere falsch. Es kann nicht beides wahr oder beides falsch sein (kontradiktorisch).&lt;br /&gt;&lt;u&gt;Fuzzisch&lt;/u&gt; (eine Modifikation des Logischen): Teilweise A und teilweise -A. Zwischen A und -A gibt es einen kontinuierlichen Übergang.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Kreativ&lt;/strong&gt;: Weder A noch -A. Beides ist falsch, aber was dann?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Mythisch&lt;/strong&gt;: A &amp;amp; -A. Es gilt A und -A, beides ist wahr.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Lethisch&lt;/strong&gt;: logisch-kreativ-mythisch - das wird im folgenden ausführlich behandelt.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;So ergeben sich zu jeder Postion &lt;strong&gt;vier Alternativen&lt;/strong&gt;: A, -A, Weder A noch -A und A &amp;amp; -A.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Beispiel:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Logisch&lt;/strong&gt;: Es gibt entweder nur einen Gott oder viele Götter, aber nicht beides zusammen.&lt;br /&gt;
	Wir müssen also herausfinden, welche Behauptung die Wahrheit ist.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Kreativ&lt;/strong&gt;: Es gibt weder einen noch viele Götter.&lt;br /&gt;
	Die Alternative wird zurückgewiesen durch z.B.: Es gibt keine Gottheit, weder eine noch viele. Mit der Gegenbehauptung, es gibt Gottheit kann das lethische Spiel dann weitergehen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Mythisch&lt;/strong&gt;: Es gibt einen Gott und viele Götter.&lt;br /&gt;
	So sahen das z.B. die alten Ägypter: Es gibt viele Götter, jeder Gott ist der Eine, aber keiner der Einzige.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Ein &lt;u&gt;praktisches Anwendungsbeispiel&lt;/u&gt; wie es alltäglich sich als Problem stellt:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Entweder ich habe Recht oder Du hast Recht, wir können nicht beide Recht haben.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Weder ich habe Recht noch hast Du Recht, wir haben beide Unrecht.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Ich habe Recht und Du hast Recht, wir haben beide Recht.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Lethisches Denken verbindet Logik, Kreativität und Mythos zu einem Weg, der neue Erfahrungen eröffnet. &lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Der moderne Mensch denkt logisch: zweiwertig und hierarchisch!&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Die Grundlage alles Denkens der letzten 2000 Jahre ist die aristotelische Logik. Sie wird so genannt, weil sie von dem griechischen Philosophen Aristoteles (384-322 v.Chr.) begründet wurde. Ihr Kennzeichen ist &lt;strong&gt;Zweiwertigkeit&lt;/strong&gt; (entwder A oder -A, aber kein Drittes) und das daraus folgende Denken in &lt;strong&gt;Hierarchien&lt;/strong&gt;. &quot;Zweiwertigkeit&quot; bedeutet: Denken in  sich gegenseitig ausschließenden Gegenüberstellungen wie wahr/falsch, Mann/Frau, Sein/Nichts, Gott/Teufel usw. &quot;Hierarchien&quot; meint das Denken in Gliederungen vom Höheren zum Niederen (Tier -&amp;gt; Säugetier -&amp;gt; Mensch) und an der Spitze aller Gliederungen steht die Wahrheit, Gott, das Ich oder ein allgemeines Prinzip.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da wir alle in einer &lt;strong&gt;Kultur&lt;/strong&gt; aufgewachsen sind, die diese Logik als Denkstruktur verinnerlicht hat, denken wir im Rahmen dieser Logik - gewöhnlich, ohne das auch nur zu bemerken. Dieses Denken erfordert keine Logikschulung, wir saugen es sozusagen mit der Muttermilch auf. Auch wer denkt, daß er mit Logik nichts am Hütchen hat, denkt in dieser Logik :)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die folgenden Überlegungen sind vielleicht nicht einfach zu verstehen. Aber das ist normal, wenn es um ein Denken geht, welches die Tradition überschreitet. Eine große Gefahr besteht darin, daß man das lethische Denken mit der Brille des zweiwertigen Denkens versteht - und es so grundlegend mißversteht. Auf diese Gefahr kann nur aufmerksam gemacht werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Betrachten wir zunächst die &lt;strong&gt;Struktur des aristotelischen Denkens&lt;/strong&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die zweiwertige Logik beruht auf &lt;strong&gt;vier Prinzipien&lt;/strong&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Der Satz der &lt;strong&gt;Identität&lt;/strong&gt;: Alles ist mit sich identisch und verschieden von anderem: A = A. Wenn jemand ein Mann ist, dann ist er ein Mann - und weder Frau noch Kind.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Der Satz vom &lt;strong&gt;ausgeschlossenen Widerspruch&lt;/strong&gt;: von zwei sich widersprechenden Aussagen kann nur eine wahr sein: nicht(A und nicht-A) : ((Albert ist 12 Jahre alt) und (Albert ist 30 Jahre alt)) ist falsch, nur eine der beiden Aussagen kann wahr sein.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Der Satz vom &lt;strong&gt;ausgeschlossenen Dritten&lt;/strong&gt;: von zwei Sätzen, von denen einer das vollständige Gegenteil des anderen aussagt, muß einer wahr sein, entweder A oder nicht-A, aber kein Drittes. Entweder Albert ist ein Christ oder Albert ist ein Nicht-Christ.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Der Satz vom &lt;strong&gt;zureichenden Grund&lt;/strong&gt;: Alles hat einen Grund, warum es so ist, wie es ist, z.B. das Universum ist entstanden, weil Gott es erschaffen hat.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Auf dem in diesem Grundsätzen eingeschlossenen Denken beruht unsere Kultur. Deshalb denken und diskutieren wir &lt;strong&gt;positional&lt;/strong&gt;, d.h. wir halten eine bestimmte Aussage für wahr, die gegenteilige Aussage für falsch, versuchen unsere Überzeugung als wahr zu begründen und die gegenteilige Überzeugung zu widerlegen. Moderne &lt;u&gt;mehrwertige Logiken&lt;/u&gt; lassen sich alle auf die zweiwertige Logik zurückführen bzw. sind aus dieser entwickelt worden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/47&quot;&gt;Denken&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/46&quot;&gt;Philosophie&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/48&quot;&gt;Vernunft&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-vg-wort-buch field-type-text field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://vg06.met.vgwort.de/na/251af84734b848998b972f610be45d6e&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Sat, 23 Jun 2007 17:56:48 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>Vernunft: Was ist Vernunft?</title>
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 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Vernunft ist die Fähigkeit und Fertigkeit&lt;br /&gt;
	in unsere Beschreibungen Sinn, Struktur und Ordnung zu bringen. &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vernunft geschieht als Spiel von &lt;strong&gt;Argument &lt;/strong&gt;und &lt;strong&gt;Gegenargument &lt;/strong&gt;um Frage- und Antworträume zu eröffnen und mögliche Antworten zu bewerten. In Anlehnung an Kant können &lt;strong&gt;drei Aspekte der Vernunft&lt;/strong&gt; unterschieden werden:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Unbedingtheit&lt;/strong&gt;: Vernunft ist nur als &lt;strong&gt;Selberdenken &lt;/strong&gt;möglich, denn anders können Argumente nicht verstanden werden.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Allgemeinheit&lt;/strong&gt;: Vernunft ist nur als &quot;&lt;strong&gt;an der Stelle jedes andern denken&lt;/strong&gt;&quot; möglich, denn anders können weder die eigenen noch die Argumente anderer Argumentierender verstanden werden.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Gesetzmäßigkeit&lt;/strong&gt;: Vernunft ist nur als &lt;strong&gt;mit sich selbst einstimmiges&lt;/strong&gt; (widerspruchsfrei, zusammenhängend) Denken möglich, denn ansonsten ist der Zusammenhang der Argumente nicht verständlich.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Die &lt;strong&gt;Plausibilität &lt;/strong&gt;von Argumenten kann nur beurteilt werden, soweit sie sich auf mögliche Wahrnehmungen oder Schlußfolgerungen daraus beziehen. Die &lt;strong&gt;stärksten Argumente&lt;/strong&gt; sind, als Erleben oder Handeln, praktisch vollziehbare Konditionale: Wenn ... , dann ....&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Dies ist ein pragmatischer und hermeneutischer Vernunftbegriff,&lt;br /&gt;
	der &lt;u&gt;nichts&lt;/u&gt; mit Vernunft als Garant von Wahrheit zu tun hat.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Warum Vernunft?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weil wir Menschen weder Klauen noch Reißzähne oder Giftstachel haben. Vernunft ist das einzige Mittel des Menschen zum Überleben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Abgrenzungen: &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Vernunft verfährt&lt;/p&gt;
&lt;ol&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;begrifflich&lt;/strong&gt; im Gegensatz zur &lt;strong&gt;Sinnlichkeit&lt;/strong&gt; (Sinneswahrnehmung),&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;argumentierend &lt;/strong&gt;im Gegensatz zur &lt;strong&gt;Intuition &lt;/strong&gt;und ermöglicht&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		die &lt;strong&gt;verständliche Begründung&lt;/strong&gt;&lt;strong&gt; &lt;/strong&gt;von Behauptungen im Gegensatz zum &lt;strong&gt;Willen &lt;/strong&gt;und &lt;strong&gt;Gefühl&lt;/strong&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;&lt;p&gt;Intuition, Willen und Gefühl können Behauptungen nicht verständlich begründen, weil niemand die Intuitionen, den Willen oder die Gefühle eines anderen Menschen wahrnehmen kann. Sie müssen deshalb immer in Argumente übersetzt werden. Abgesehen davon ist die Begründungsfähigkeit von Intuition, Willen und Gefühlen höchst zweifelhaft, weshalb die Übersetzung in Argumente schon aus Gründen der Lebensfähigkeit ratsam ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kant unterscheidet &lt;strong&gt;Verstand und Vernunft&lt;/strong&gt;. Der Verstand sei die Fähigkeit, begriffliche Bestimmungen zu geben und Urteile zu fällen, durch die die Sinneseindrücke miteinander verbunden werden. Der Verstand sei auf das beschränkt, was Gegenstand einer Wahrnehmung werden kann. Die Vernunft hingegen ginge über jede mögliche Sinneserfahrung hinaus, indem sie Begriffe wie Welt, Seele und Gott bildet. Die Vernunft könne daher nur eine regulative Funktion haben. Im deutschen Idealismus (Fichte, Schelling, Hegel) wird die Unterscheidung zwischen Verstand und Vernunft abgelehnt und der Verstand als Teil der Vernunft aufgefaßt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn die Kantsche Unterscheidung in einem Argument relevant ist, kann man sie machen und Verstand als spezialisierten Teil der Vernunft beschreiben. Wenn sie für das Argument nicht relevant ist, sprechen wir einfach von Vernunft.&lt;/p&gt;
&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Weitere Infos&lt;/strong&gt;: &lt;a href=&quot;../../../../../../node/71&quot; title=&quot;Von der Be-Antwortung zur Ver-Antwortung&quot;&gt;Die Revolution des Fragens&lt;/a&gt; • &lt;a class=&quot;active&quot; href=&quot;../../../../../../node/80&quot;&gt;Geistige Unterernährung&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/47&quot;&gt;Denken&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/27&quot;&gt;FAQ&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/48&quot;&gt;Vernunft&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-vg-wort-buch field-type-text field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://vg06.met.vgwort.de/na/0dc4819c759c47f9bd826c893c31186a&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Sat, 23 Jun 2007 11:53:23 +0000</pubDate>
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