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 <title>Michael D. Eschner - Einführung</title>
 <link>https://www.mde-net.de/taxonomy/term/41</link>
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 <title>Darf man heute noch an Götter glauben?</title>
 <link>https://www.mde-net.de/goetter</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Nein, aber man kann sie wissen!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Fragwürdigkeiten&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Für die alten Griechen war die Welt der bewunderte &lt;strong&gt;Kosmos&lt;/strong&gt;: Die schön geordnete Welt. Im Mittelalter war die Welt das &lt;strong&gt;Buch der Natur&lt;/strong&gt;, welches der Mensch lesen konnte, um den göttlichen Schöpfer zu bewundern. Dann kam die wissenschaftliche Denkweise mit der radikalen Trennung von Außenwelt (res extensa) und Innenwelt (res cogitans) und der Abschaffung des Jenseits durch den &lt;strong&gt;Tod Gottes&lt;/strong&gt;. Damit war der Welt jeder Sinn abhanden gekommen: Das Buch der Natur hatte nur noch weiße Seiten, die Seiten waren leer, es gab nichts zu lesen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir wissen so viel über die materielle Welt. Aber: Geist hat die Wissenschaft nicht gefunden - wird gesagt. Sicherlich, &lt;strong&gt;Geist&lt;/strong&gt; ist nicht irgendwo da draußen. Geist findet man nur, wenn man in sich hinein blickt. Wie könnte man sein eigenes Bewußtsein übersehen? Aber ist das Bewußtsein wirklich drinnen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man sagt, daß die Natur leblose Materie sei. &lt;strong&gt;Gefühle&lt;/strong&gt; seien nur in uns drin. Merkwürdig. Von den Griechen der Antike wissen wir, daß sie Gefühle als das Atmosphärische außerhalb ihrer selbst lokalisierten. Waren die denn alle blöd? Wieso merkten die denn nicht, daß die Gefühle in &#039;Wirklichkeit&#039; in ihnen drin sind? Oder sind vielleicht wir die Blödmänner und bilden uns nur ein, daß Gefühle drinnen sind, obwohl sie in &#039;Wirklichkeit&#039; doch draußen sind?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die moderne Theorie der Welterkenntnis scheint zur Zeit der &lt;strong&gt;Konstruktivismus&lt;/strong&gt; zu sein. Diese Theorie behauptet, daß wir die &#039;wirkliche&#039; Welt niemals erkennen: Wir konstruieren die Welt. Vor einigen Jahrzehnten war eher der &lt;strong&gt;Realismus&lt;/strong&gt; angesagt. Diese Theorie behauptet, daß die &#039;wirkliche&#039; Welt im wesentlichen so ist, wie sie uns erscheint und es da nicht viel zu konstruieren gäbe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erstaunlich ist, daß nur die Frage nach der Konstruktion oder der Realität der Außenwelt gestellt wird. Was ist mit dem &lt;strong&gt;Bewußtsein&lt;/strong&gt;, welches ja die Konstruktionen erschaffen oder die Außenwelt empfangen müßte? Ist das auch konstruiert? Oder ist es real?&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Seltsame Schleifen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Das Problem mit dem Bewußtsein sind die &lt;strong&gt;Paradoxa&lt;/strong&gt;, die entstehen, wenn man sich darauf einläßt. Man kann das Bewußtsein nur mit dem Bewußtsein erkennen, weil es das Erkennende ist - aber genau damit kann man es nicht erkennen, weil es selbst das Erkennende ist. Das Auge kann sich immerhin noch selbst sehen, wenn es in einen Spiegel schaut. Aber wie kann es sich sehen - ohne Spiegel?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Stellen wir die Frage mal etwas anders: Erzeugt die Innenwelt die Außenwelt oder die Außenwelt die Innenwelt? Wenn zwei sich streiten, freut sich &lt;strong&gt;der Dritte&lt;/strong&gt;. Wie wäre es mit: Sie erzeugen sich gegenseitig? Oder: Außen und Innen sind nur zwei Seiten einer Medaille?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Neurophänomenologe Francisco Varela schreibt (&quot;[ ]&quot; und Hervorhebungen von MDE):&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;&quot;Es geht um eine Ko-Konstruktion von Subjekt [Innenwelt] und Objekt [Außenwelt], welche die tradierte logische Geographie einer klaren Trennung von Erkennendem und Erkanntem, Innen- und Außenwelt hinter sich lässt: Da steht nicht, wie dies &lt;strong&gt;Konstruktivisten&lt;/strong&gt; nahe legen, auf der einen Seite ein Subjekt, das sich seine Wirklichkeit auf die von ihm gewünschte Weise konstruiert. Und da existiert keineswegs, wie dies &lt;strong&gt;Realisten&lt;/strong&gt; glauben, auf der anderen Seite ein Objekt, das determiniert, was im Organismus vor sich geht. Meine Auffassung ist, dass sich Subjekt und Objekt gegenseitig bestimmen und bedingen, dass &lt;strong&gt;der Erkennende und das Erkannte in wechselseitiger Abhängigkeit entstehen&lt;/strong&gt;.&quot; (Francisco J. Varela in Pörksen, Bernhard (2001): Abschied vom Absoluten. Gespräche zum Konstruktivismus. Heidelberg: Carl-Auer-Systeme, S. 117 f.)&lt;/p&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Das ist eine Sichtweise, die unter Philosophen und Wissenschaftlern immer weiter um sich greift. Es geht sogar noch radikaler. Der Philosoph Josef Mitterer will Unterscheidungen wie Erkennender-Erkanntes oder Subjekt-Objekt völlig streichen - und hat dafür überzeugende Gründe: Solche Unterscheidungen führen in &lt;strong&gt;Widersprüche&lt;/strong&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nun, dann nehmen wir das mal ernst: Wenn Innen und Außen in wechselseitiger Abhängigkeit (man nennt das auch: &lt;strong&gt;konditionierte Koproduktion&lt;/strong&gt;) entstehen, dann heißt das: Innen erzeugt Außen und Außen erzeugt Innen. Oder: Materie erzeugt Geist und Geist erzeugt Materie.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Andere Götter&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Daraus folgt dann zwangsläufig, daß es auf beiden Seiten der Innen / Außen Unterscheidung mindestens etwas geben muß, das Geist und Materie erzeugt: Erzeugendes oder Erzeuger - eine Art kosmischer Vitalität. Genau das ist es, was gewöhnlich Gott oder &lt;strong&gt;Götter&lt;/strong&gt; genannt wird. Natürlich, es kann kein transzendenter oder jenseitiger Gott sein, der ist endgültig tot. Es wären diesseitige oder innerweltliche Götter: &lt;strong&gt;Kosmotheismus&lt;/strong&gt;, die Religion der alten Ägypter. Das sind keine Götter, an die man glauben kann, denn man erlebt sie ständig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Im &quot;&lt;a href=&quot;http://www.mde-net.de/node/78&quot;&gt;&lt;strong&gt;Liber L vel Legis&lt;/strong&gt;&lt;/a&gt;&quot; (Buch L oder des Gesetzes) stellen sich solche Götter vor. Es sind Götter aus dem altägyptischen Götterpantheon, also diesseitige Götter, aber in modernem Gewand. Die Welt wird nicht als statisches Sein, sondern als dynamischer Prozeß des Entstehens und Vergehens im Spiel der Götter und Menschen vorgestellt: Die Welt ist das Spiel des Gesetzes - oder der Spielregeln.&lt;br /&gt;
 &lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Welt &lt;u&gt;ist&lt;/u&gt; das Gesetz: Die Spielregeln, in denen wir spielen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img alt=&quot;Die Götter und wir&quot; src=&quot;/files/mde/image/Allgemeine Themen/Darf_man_heute_noch_an_Goetter_glauben/Goetter_und_wir_Diag.jpg&quot; style=&quot;height:215px; width:498px&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Welt ist Gesetz: Mathematik ist eine Beschreibung der Sprache von Ra-Hoor-Khut. Wissenschaft ist Gottesdienst. Wir Menschen sind &#039;nur&#039; eine Erscheinungsform der Götter: durch und durch göttlich. Verrückt?  Maybe, aber nichts anderes geht mehr.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Nein, man kann nicht an Götter glauben.&lt;br /&gt;
Genausowenig wie an Kühlschränke.&lt;br /&gt;
Wir können nicht mehr anders,&lt;br /&gt;
als die Götter zu wissen!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Was ändert sich dadurch?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Alles! Der Mensch als vernünftiges Tier wäre nur eine &lt;strong&gt;Ameise&lt;/strong&gt; in einem gleichgültigen Universum: sinnlos, bedeutungslos, zwecklos. No hope, no chance, no escape!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn wir die Götter wissen, erkennen wir, warum es Menschen gibt. Im Menschen werden die Götter sich ihrer selbst bewußt, nur im Menschen! Es kann keine von sich wissenden Götter geben ohne von sich wissende Tiere: &lt;strong&gt;Menschen&lt;/strong&gt;. Andererseits kann es keine Menschen ohne Götter geben, denn die Götter sind die Gesetze, die Menschen erst ermöglichen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was ist Sinn und Zweck des Menschen? Die Welt, die Gesamtheit aus Göttern und Menschen, mit unserem göttlichen Willen zu gestalten - und damit uns selbst als Götter und die Götter in uns Menschen zu erschaffen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Homo est Deus:&lt;br /&gt;
Der Mensch ist Gott!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/41&quot;&gt;Einführung&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/30&quot;&gt;Gott&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/31&quot;&gt;Religion&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-vg-wort-story field-type-text field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://vg06.met.vgwort.de/na/f697142fd6734e3b9356d3d8e59fac20&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Thu, 21 Jun 2007 13:36:58 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>Magie für Dummies</title>
 <link>https://www.mde-net.de/magie</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;MagiG bedeutet:&lt;br /&gt;
	Bestellungen bei den Göttern aufgeben.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Vorbemerkung&lt;/strong&gt;: Das Folgende erhebt keinen Anspruch auf philosophische Validität. Es geht nur um eine pragmatisch orientierte Handlungsanleitung.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Magie und MagiG&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Magie ist ein sehr weiter Begriff. Verschiedene Menschen verstehen darunter sehr verschiedene Handlungsarten:&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;img alt=&quot;Magie&quot; src=&quot;/files/mde/image/Thelema/Magie_fuer_Dummies/Magische_Praktiken.jpg&quot; style=&quot;width: 501px; height: 101px;&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		die &lt;strong&gt;Bühnenmagie&lt;/strong&gt;, welche uns mit Zaubertricks unterhält&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		die &lt;strong&gt;Geisterbeschwörungen&lt;/strong&gt; z. B. nach dem Manuskript &quot;Schlüssel des Königs Salomon&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		die &lt;strong&gt;Volksmagie&lt;/strong&gt; nach den Büchern des Moses&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		die &lt;strong&gt;Parapsychologie&lt;/strong&gt;, wie sie von der Wissenschaft erforscht wird&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Aleister Crowleys &lt;strong&gt;Magick&lt;/strong&gt;, nach der jede willentliche Handlung eine magische Handlung ist&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		die &lt;strong&gt;Gebräuche&lt;/strong&gt; primitiver Kulturen zum Regen machen&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		die &lt;strong&gt;Sympathiemagie&lt;/strong&gt;, bei der durch Herstellung von Puppen Menschen beeinflusst werden&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		alle möglichen Arten von &lt;strong&gt;Hokuspokus&lt;/strong&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		usw.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Allgemein versteht man unter Magie Veränderungen, die nicht durch physisches Handeln, sondern durch eine Art intensives &lt;strong&gt;Wünschen&lt;/strong&gt; bewirkt werden. Die Wünsche können an das eigene Unbewusste, wie an Geister oder Götter gerichtet werden. Oft muss der Wunsch durch Einhaltung bestimmter Regeln, durch Rituale, Symbole, Konzentrationen, Imaginationen oder Geschenke bestärkt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Magie:&lt;br /&gt;
	Interaktion und Kommunikation&lt;br /&gt;
	 mit inneren unbewussten&lt;br /&gt;
	oder äußeren unsichtbaren&lt;br /&gt;
	Komplexen oder Wesenheiten,&lt;br /&gt;
	die erwünschte oder geforderte Veränderungen&lt;br /&gt;
	bewirken sollen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir werden uns hier nur mit der &lt;strong&gt;Magie von Thelema&lt;/strong&gt; beschäftigen. Das ist die Magie, wie sie im &quot;Liber L vel Legis&quot; beschrieben ist. Bei dieser Magie geht es um Interaktion und Kommunikation mit den Göttern des &quot;Liber L vel Legis&quot;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Da die Götter im Mittelpunkt stehen, und um Verwechslungen zu vermeiden, nennen wir die thelemische Magie: &lt;strong&gt;MagiG&lt;/strong&gt; - mit &quot;&lt;strong&gt;G&lt;/strong&gt;&quot; wie &lt;strong&gt;G&lt;/strong&gt;ötter, mit &quot;&lt;strong&gt;G&lt;/strong&gt;&quot; wie &lt;strong&gt;G&lt;/strong&gt;rube. Hilfe von den Göttern und Absturz in die Grube (Abyss, der Abgrund), sind die beiden Möglichkeiten von MagiG.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Das &quot;Liber L vel Legis&quot; über MagiG&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Im &quot;Liber L vel Legis&quot; findet sich nicht besonders viel über MagiG, dennoch die entscheidenden Informationen:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;II. 7:&lt;/strong&gt; &quot;Ich bin der Magier und der Exorzist. Ich bin die Achse des Rades und der Würfel im Kreis. “Kommet zu mir” ist ein närrisches Wort: denn ich bin es, der geht.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;II. 8:&lt;/strong&gt; &quot;Wer Heru-pa-kraath angebetet hat, hat mich angebetet; falsch, denn ich bin der Anbeter.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;II. 9:&lt;/strong&gt; &quot;Denket alle daran, daß Existenz reine Freude ist; daß alle Sorgen nur wie Schatten sind; sie vergehen &amp;amp; sind vorbei; doch da ist das, was bleibt.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;I. 37:&lt;/strong&gt; &quot;Auch die Mantras und die Zauber; das Obeah und das Wanga; die Arbeit des Stabes und die Arbeit des Schwertes; diese soll er lernen und lehren.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Diese wenigen Verse müssen mit Informationen aus anderen Versen verbunden werden, um alles korrekt zu verstehen. Ich werde das hier nicht im Einzelnen vorführen, sondern nur kurz darstellen.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Der MagiGer&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Hadit sagt von sich, dass er der &lt;strong&gt;Magier&lt;/strong&gt; sei. Das ist nach der Weltbeschreibung des &quot;Liber L vel Legis&quot; korrekt und nicht anders möglich. Hadit ist, wie in den obigen Versen gezeigt (&quot;ich bin es, der geht&quot;, &quot;ich bin der Anbeter&quot;) dasjenige in uns, was wahrnimmt, aber eben deshalb selbst nicht wahrgenommen werden kann. Wie das Auge, das sehen, aber nicht sich selbst sehen kann - außer in einem Spiegel. In der mystisch-magischen Tradition wird Hadit oft als das &quot;schweigende Selbst&quot; bezeichnet. Das ist insoweit richtig, als Hadit die Quelle des Redens und Handelns, aber weder die Rede noch das Handeln selbst ist. Genauso wie das Auge die Quelle des Sehens, aber nicht selbst das Sehen ist.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;II. 2:&lt;/strong&gt; &quot;Kommt! ihr alle und lernt das Geheimnis, das noch nicht enthüllt wurde. Ich, Hadit, bin das Komplement von Nu, meiner Braut. Ich bin nicht ausgedehnt, und Khabs ist der Name meines Hauses.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;II. 3:&lt;/strong&gt; &quot;In der Sphäre bin ich überall das Zentrum, während sie, der Umfang, nirgendwo gefunden wird.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;II. 4:&lt;/strong&gt; &quot;Doch sie soll gekannt werden &amp;amp; ich niemals.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Nuit ist also alles Wahrnehmbare, und jeder Akt der Wahrnehmung ist die &lt;strong&gt;Vereinigung &lt;/strong&gt;von Nuit und Hadit. Was wahrgenommen wird, wird also prinzipiell von Nuit und Hadit gemeinsam bestimmt. In I. 21. spricht Nuit von: &quot;mein Herr Hadit.&quot; Daraus ist zu entnehmen, dass Hadit bestimmt, was wahrgenommen wird, aber natürlich bestimmt Nuit, was überhaupt wahrgenommen werden kann, also die &lt;strong&gt;Möglichkeiten&lt;/strong&gt; der Wahrnehmung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Nun sagt uns das &quot;Liber L vel Legis&quot;: I. 3: &quot;Jeder Mann und jede Frau ist ein Stern.&quot; In Vers II. 2 sagt Hadit: &quot;Khabs ist der Name meines Hauses.&quot; &quot;Khabs&quot; bedeutet im altägyptischen &quot;Stern&quot;. Damit sagt Hadit, dass jeder Mann und jede Frau sein Haus ist. Aber nicht in jedem Menschen bewohnt Hadit sein Haus: II. 56. &quot;... dann, wenn ihr traurig seid, wisset, ich habe euch verlassen.&quot;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Das wird geklärt in II. 19. &quot;Soll ein Gott in einem Hunde leben? Nein! nur die Höchsten gehören zu uns. Sie werden jubeln, unsere Erwählten: wer trauert, gehört nicht zu uns.&quot; Im Original steht &quot;&lt;strong&gt;god&lt;/strong&gt;&quot; (Gott) und &quot;&lt;strong&gt;dog&lt;/strong&gt;&quot; (Hund), das &quot;o&quot; bleibt, nur &quot;g&quot; und &quot;d&quot; sind vertauscht. Der Gott ist also das Gegenteil eines Hundes. Klar, der Mensch ist das Wesen zwischen Tier und Gott.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Soweit sollte erstmal deutlich sein:&lt;br /&gt;
	Nur Menschen, in denen Hadit wohnt, sind der MagiG fähig,&lt;br /&gt;
	denn Hadit ist der Magier.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Die Zutaten für MagiG&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wir hatten oben (I. 37) schon gesehen, was das &quot;Liber L vel Legis&quot; unter MagiG versteht: &quot;Die Mantras und die Zauber; das Obeah und das Wanga; die Arbeit des Stabes und die Arbeit des Schwertes.&quot;&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Die Sprache&lt;/strong&gt;: Mantras und Zauber sind magiGsche Worte und magiGsche Sprüche (Zaubersprüche).&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Die Handlungen und Gegenstände&lt;/strong&gt;: Obeah und Wanga meint die durch Menschen direkt und aktiv ausgeübte MagiG und die durch Gegenstände (Amulette, Talismane) eher indirekt und passiv wirkende MagiG.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Die richtig eingesetze Kraft&lt;/strong&gt;: Arbeit des Stabes und die Arbeit des Schwertes bezieht sich auf Wille und Vernunft.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Zu beachten ist noch:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;II. 5:&lt;/strong&gt; &quot;Siehe! die Rituale der alten Zeit sind schwarz. Die schlechten sollen verworfen werden; die guten sollen vom Propheten gereinigt werden!&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Das ist eigentlich klar. Weil die alten Rituale auf einer völlig anderen Weltbeschreibung basieren, können sie nicht mehr wie gewünscht funktionieren und werden keine oder &lt;strong&gt;unerwünschte Ergebnisse&lt;/strong&gt; haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Ein weiterer Aspekt ist der Gott, den wir bisher sträflichst - aber wir wollten es ja für &quot;Dummies&quot; machen - vernachlässigt haben: &lt;strong&gt;Ra-Hoor-Khut&lt;/strong&gt;, der Falken-Köpfige Herr des Äons. Er sagt von sich:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;III. 1:&lt;/strong&gt; &quot;Abrahadabra; der Lohn von Ra Hoor Khut.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;III. 2:&lt;/strong&gt; &quot;Es gibt Spaltung hier im Innern; es gibt ein nicht bekanntes Wort. Rechtschreibung ist veraltet; alles ist nicht etwas. Hütet Euch! Halt! Erhebt den Spruch des Ra-Hoor-Khuit!&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;III. 3:&lt;/strong&gt; &quot;Nun verstehet zuerst, daß ich ein Gott des Krieges und der Rache bin. Ich werde hart mit ihnen verfahren.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Das Zusammenspiel von Hadit und Nuit erzeugt - wir hatten das bisher vernachlässigt -  &lt;strong&gt;virtuelle Wahrnehmungen&lt;/strong&gt; (unwirkliche, nicht von Menschen wahrnehmbare Formen), die erst durch Ra-Hoor-Khut Wirklichkeit werden. &quot;&lt;strong&gt;Abrahadabra&lt;/strong&gt;&quot; erinnert an das bekannte Zauberwort &quot;Abracadabra&quot;, aber mit Had(it) in der Mitte. Das bedeutet: Hadit, der Wahrnehmende, inmitten von &quot;Abra&quot;,  Wahrnehmungsmöglichkeiten der Nuit. Da nun beides zusammengefügt ist, ergibt sich Wirklichkeit. &quot;Abrahadabra&quot; ist das Zauberwort, welches die Wirklichkeit erschafft, weil Nuit und Hadit vereinigt sind. Das ist der Lohn, den Ra-Hoor-Khut gibt, denn er &lt;u&gt;ist&lt;/u&gt; diese Vereinigung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Der &quot;Spruch&quot; des Ra-Hoor-Khut ist &quot;Abrahadabra&quot; - und die erzeugte Wirklichkeit ist nicht beliebig, sondern jede Wirklichkeit wirkt sich auf nachfolgende Wirklichkeiten (Zukunft) aus. &lt;strong&gt;Wirklichkeit&lt;/strong&gt; hat Konsequenzen, was Ra-Hoor-Khut &quot;Krieg&quot; und &quot;Rache&quot; nennt. Auf physikalischer Ebene erscheinen Konsequenzen als Kausalgesetz von Ursache und Wirkung, aber auf biologischer und psychologischer Ebene ist das etwas komplizierter. Konsequenzen sind jedoch auf jeder Ebene unvermeidbar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Es ist nun extrem wichtig zu beachten, dass Ra-Hoor-Khut nicht nur der &lt;strong&gt;Sohn&lt;/strong&gt;, sondern auch der &lt;strong&gt;Herr&lt;/strong&gt; von Nuit und Hadit ist. Er kann mit seinem &quot;Abrahadabra&quot; nur Wirklichkeit erzeugen, wenn und weil Hadit und Nuit sich vereinigen und damit eine virtuelle Wahrnehmung erzeugen. Aber ohne Ra-Hoor-Khut gäbe es nur eine unzusammenhängende Folge virtueller Wahrnehmungenen. Wirklichkeit werden diese virtuellen Wahrnehmungen erst, wenn Ra-Hoor-Khut sein &quot;Abrahadabra&quot; spricht. Ra-Hoor-Khut ist der Herr des Prozesses der Wirklichkeit und deshalb auch für die Konsequenzen zuständig.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Der Prozess der MagiG&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wenn wir uns an das erinnern, was im vorhergehenden Abschnitt über Ra-Hoor-Khut gesagt wurde, ist klar: MagiG kann den laufenden Konsequenzen weder entgehen, noch sie unterlaufen. Dafür sorgt Ra-Hoor-Khut ausnahmslos: &quot;Ich werde hart mit ihnen verfahren.&quot; Das muss so sein, denn anders würde die Welt zum &lt;strong&gt;Chaos&lt;/strong&gt;, nichts wäre mehr vorhersagbar: Brot könnte statt essbar Gift sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	MagiG muss sich also immer einen Möglichkeitsraum innerhalb des Geflechts der unabänderlichen Konsequenzen verschaffen. Daraus folgt: MagiG braucht &lt;strong&gt;Zeit&lt;/strong&gt;. Das muss nicht viel Zeit sein, manchmal reicht ein Tag oder eine Stunde, manchmal braucht es aber auch mehrere Tage oder, bei extrem unwahrscheinlichen Wünschen, sogar Monate. Daraus folgt, dass durch MagiG vieles, aber nicht alles möglich ist. Darüber muss man sich allerdings keine großen Gedanken machen, weil es gewöhnlich ziemlich offensichtlich ist, was gehen könnte, was schwierig wird und was unmöglich ist (unmöglich ist eigentlich nur das logisch Widersprüchliche).&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Persönliche Voraussetzungen für MagiG&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Die entscheidende Frage ist, ob Hadit - der Magier - in einem Menschen wohnt oder nicht. Woran das erkennbar ist, wurde oben beschrieben:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Die &lt;strong&gt;Erwählten&lt;/strong&gt;: Menschen, in denen Hadit wohnt, haben sich für das Leben entschieden. Ihr Leben blüht und gedeiht. Sie sind glücklich und erfolgreich, freuen sich viel, haben Selbstvertrauen, genießen das Leben und haben Vertrauen in die Welt, die Menschen und das Leben. Typische Äußerung: Wir schaffen das!&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Die &lt;strong&gt;Sklaven&lt;/strong&gt;: Menschen, die Hadit verlassen hat, haben sich (faktisch, auch wenn sie es selbst nicht merken) für den Tod entschieden. Ihr Leben kümmert so dahin. Sie fühlen wenig (schwache Freuden), sind eher unglücklich, häufig besorgt, eher traurig als fröhlich und haben nur wenig bis kein Vertrauen in die Welt, die Menschen und das Leben. Typische Äußerung: Das geht nicht, weil ... die anderen ... die Umstände ...&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Die &lt;strong&gt;Sklaven&lt;/strong&gt; leben in einer Welt, die so ist, wie sie befürchten: Eine kalte, sinnlose Welt mechanischer Ursachen und Wirkungen. Sie sind von allen Göttern verlassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Auch für die &lt;strong&gt;Erwählten&lt;/strong&gt; gibt es weder Heil noch Gnade. Sie sind allein mit den Göttern - im Diesseits. Aber immerhin: Die Erwählten leben durch und durch göttlich - gemeinsam mit den Göttern:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;II. 9:&lt;/strong&gt; &quot;Denket alle daran, daß Existenz reine Freude ist; daß alle Sorgen nur wie Schatten sind; sie vergehen &amp;amp; sind vorbei; doch da ist das, was bleibt.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Ob ein Mensch Erwählter oder Sklave ist, &lt;strong&gt;entscheidet&lt;/strong&gt; er selbst. Der Erwählte hat sich, durch die Art wie er lebt, &lt;strong&gt;selbst erwählt&lt;/strong&gt;. Der Sklave hat sich, durch die Art wie er lebt, selbst versklavt. Da jeder Mensch selbst über sein Leben entscheidet, kann er das jederzeit &lt;strong&gt;ändern&lt;/strong&gt;: Man muss sich nur für das Leben entscheiden und entsprechend handeln: den Willen aktivieren, die Vernunft konsequent einsetzen und die Verhaltensgewohnheiten entsprechend umstellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Damit haben wir alle Teile zusammen und können loslegen :-)&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Der erste Erfolg mit MagiG&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, kann es losgehen. Das allgemeine Schema ist:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Imagination&lt;/strong&gt;: Den erwünschten Zustand oder das gewünschte Ereignis klar und deutlich in einem emotional ansprechenden Bild vorstellen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Formulierung&lt;/strong&gt;: Den Wunsch klar, deutlich und anschaulich in bildhaften Wörtern formulieren.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Prüfung&lt;/strong&gt;: Zwischen Imagination und Formulierung solange hin und her wechseln, bis beides klar und deutlich ist und sich gut anfühlt.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Abschicken&lt;/strong&gt;: Nuit oder Ra-Hoor-Khut anrufen, den Wunsch vortragen, sehr betont und bestimmt &quot;Abrahadabra&quot; rufen - das wars. (Die Bestellung nicht an Hadit schicken, denn er ist es, der sie abschickt.)&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Vergessen&lt;/strong&gt;: Nun sollte die Bestellung vergessen werden. Sie ist angekommen, mehr ist nicht zu tun: Man lässt die Götter ihre Arbeit machen ohne sie zu belästigen.&lt;br /&gt;
		&quot;Vergessen&quot; meint nicht den krampfhaften Versuch, nicht an die Bestellung zu denken, das klappt nicht. &quot;Vergessen&quot; meint, sich genausowenig darum zu kümmern, als hätte man bei Amazon ein Buch bestellt und weiß, es wird so schnell wie möglich abgeschickt werden - man sorgt sich nicht darum, denkt nicht dran.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Lieferung verfolgen&lt;/strong&gt;: In der folgenden Zeit muss man darauf achten, ob man irgendeine Intuition hat, irgendetwas erfährt oder irgendetwas geschieht, was mit der Bestellung zusammenhängen könnte. Wenn sich etwas entsprechendes ereignet, muss man darauf reagieren - sonst geht die Lieferung verloren.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Lieferung abholen oder annehmen&lt;/strong&gt;: Irgendwann wird die Lieferung da sein - man sollte das bemerken und sie annehmen.&lt;br /&gt;
		Das ist kein Witz: Ich habe oft genug erlebt, dass Menschen es nicht gemerkt haben, wenn die Lieferung ankam, z. B. weil sie diese in einer anderen Verpackung erwartet hatten.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Die Beschreibung ist etwas allgemein, aber die konkreten Fälle sind so verschieden, dass es genauer nicht geht. Für schwierigere Fälle gibt es ausgefeiltere Verfahren, aber dieser Text ist eine Einführung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Gutes Gelingen wünscht&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;MDE&lt;/p&gt;
&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/41&quot;&gt;Einführung&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/35&quot;&gt;Liber L vel Legis&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/36&quot;&gt;Magie&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/24&quot;&gt;Thelema&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-vg-wort-story field-type-text field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://vg06.met.vgwort.de/na/1cee9beb04454700a417324aaf8937b5&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Tue, 19 Jun 2007 18:23:14 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>&quot;Liber L vel Legis&quot; für Dummies</title>
 <link>https://www.mde-net.de/liber-l</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&quot;It is as if the soul of ancient Egypt,&lt;br /&gt;
disillusioned in the grave,&lt;br /&gt;
were crying to us in the darkness &quot;down the corridors of time&quot;.&quot;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
(Donald Mackenzie, EGYPTIAN MYTH AND LEGEND)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir beginnen mit einer kurzen Darstellung der Fakten. Wenn dir das alles ein wenig &#039;seltsam&#039; vorkommt, mach dir nichts draus: Es ist ungewöhnlich. Nach der Darstellung der Fakten kommen wir zu den Erläuterungen - dann wird hoffentlich alles klar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Vorwarnung&lt;/strong&gt;: Der folgende Text ist eine grobe und vereinfachte Einführung, die viele wichtige Einzelheiten sträflichst vernachlässigt, um für Anfänger verständlich zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Was ist das &quot;Liber L vel Legis&quot;?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;&quot;Liber L vel Legis&quot; bedeutet &quot;Buch L oder des Gesetzes&quot;. Das ist ein Text in &lt;strong&gt;220 Versen&lt;/strong&gt;, welche in &lt;strong&gt;drei Kapitel&lt;/strong&gt; unterteilt sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In jedem der drei Kapitel des Buches spricht Aiwass, der Botschafter der Götter, für eine Gottheit:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Nuit&lt;/strong&gt; - die Göttin, welche der unendliche Raum und die unendlichen Sterne darin ist: Sie steht für Natur und Raum, alles Wahrnehmbare.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Hadit&lt;/strong&gt; - der Gott, welcher der unendlich kleine Punkt unseres Bewusstseins ist: Er steht für Psyche und Zeit, jeder Wahrnehmende.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Ra-Hoor-Khut&lt;/strong&gt; - das gekrönte und erobernde Kind von Nuit und Hadit: Horus. Er ist der initiierende Gott des Horus Äons (Zeitalters) und steht für das Gesetz, welches den Lebens- und Weltprozess bestimmt.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;div&gt;
&lt;table border=&quot;0&quot; cellpadding=&quot;0&quot; cellspacing=&quot;0&quot; style=&quot;margin-bottom:10px; width:80%&quot;&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td&gt;
&lt;div&gt;&lt;img alt=&quot;Nuit&#039;s Farben&quot; src=&quot;/files/mde/image/Thelema/Liber_L_vel_Legis_fuer_Dummies/nuit.jpg&quot; style=&quot;height:130px; width:130px&quot; /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Nuit&#039;s&lt;br /&gt;
			Farben&lt;/p&gt;
&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;
&lt;div&gt;&lt;img alt=&quot;Hadit&#039;s Farben&quot; src=&quot;/files/mde/image/Thelema/Liber_L_vel_Legis_fuer_Dummies/hadit.jpg&quot; style=&quot;height:130px; width:130px&quot; /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Hadit&#039;s&lt;br /&gt;
			Farben&lt;/p&gt;
&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;
&lt;div&gt;&lt;img alt=&quot;Ra-Hoor-Khut&#039;s Farben&quot; src=&quot;/files/mde/image/Thelema/Liber_L_vel_Legis_fuer_Dummies/rhk.jpg&quot; style=&quot;height:130px; width:130px&quot; /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Ra-Hoor-Khut&#039;s&lt;br /&gt;
			Farben&lt;/p&gt;
&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Das &quot;Liber L vel Legis&quot; verkündet das &lt;strong&gt;Äon des Horus&lt;/strong&gt;, den Anbruch eines anderen Zeitalters der Menschheit. &lt;strong&gt;Kernaussagen&lt;/strong&gt; des Buches sind:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&quot;&lt;strong&gt;Jeder Mann und jede Frau ist ein Stern.&lt;/strong&gt;&quot;: Im Gegensatz zu Christentum, Islam, Buddhismus etc. wird die Gleichheit von Mann und Frau verkündet.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&quot;&lt;strong&gt;Tue was du willst sei das ganze Gesetz.&lt;/strong&gt;&quot;: Im Gegensatz zu allen Religionen soll der Mensch nicht irgendeinem Gott gehorchen, sondern nur seinem eigenen Willen folgen. Dies &quot;sei&quot; - nicht &quot;ist&quot; - Gesetz, weil Freiheit nicht verordnet werden kann.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&quot;&lt;strong&gt;Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen.&lt;/strong&gt;&quot;: Liebe wird hier nicht als Biologie oder emotionaler Zufall verstanden, sondern Liebe ist nur dann vorhanden, wenn sie gewollt ist.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&quot;&lt;strong&gt;Der Tod, o Mensch, ist dir verboten.&lt;/strong&gt;&quot;: Jeder Mensch steht zu jeder Zeit vor der Frage: Leben oder sterben? Das Gesetz des &quot;Liber L vel Legis&quot; verbietet es dem Menschen zu sterben. Da &quot;tue was du willst&quot; das ganze Gesetz sein soll, hat der Mensch kein Recht zu sterben, denn wer tot ist, hat keinen Willen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&quot;&lt;strong&gt;Das Wort des Gesetzes ist Thelema.&lt;/strong&gt;&quot;: &quot;Thelema&quot; ist im Manuskript in griechischen Buchstaben geschrieben und bedeutet &quot;schöpferischer Wille&quot;. Damit ist geklärt, welcher Wille mit &quot;tue was du willst&quot; gemeint ist: Schöpferischer, kreativer, produktiver Wille.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&quot;&lt;strong&gt;Alle Worte sind heilig und alle Propheten wahr.&lt;/strong&gt;&quot;: Das ist die knallharte Absage an jede exklusive Wahrheit, wie sie alle Religionen für sich beanspruchen. Das bedeutet auch, dass die Verse des &quot;Liber L vel Legis&quot; nicht wahrer sind als die Bibel oder der Koran.&lt;br /&gt;
	Der Grund dafür ist, dass es dem Menschen nicht möglich ist, die (absolute) Wahrheit zu erkennen. Das &quot;Liber L vel Legis&quot; verkündet keine Wahrheit, sondern ein Gesetz: Das Gesetz des Lebens. Ein Gesetz des Lebens muss dem Menschen als allererstes zu der Freiheit aufforden, ohne die er nicht einmal überleben kann. Deshalb: Tue was du willst!&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Die Weltbeschreibung des &quot;Liber L vel Legis&quot; wird nach dem &quot;Wort des Gesetzes&quot; &quot;&lt;strong&gt;Thelema&lt;/strong&gt;&quot; genannt. Menschen, die das &quot;Liber L vel Legis&quot; als Grundlage ihres Lebens annehmen, nennen sich Thelemiten.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Wer schrieb das &quot;Liber L vel Legis&quot;?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt;
&lt;table align=&quot;left&quot; border=&quot;0&quot; cellpadding=&quot;0&quot; cellspacing=&quot;0&quot; style=&quot;width:149px&quot;&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td&gt;
&lt;div&gt;&lt;img alt=&quot;Aleister Crowley&quot; src=&quot;/files/mde/image/Thelema/Liber_L_vel_Legis_fuer_Dummies/Aleister_Crowley [1].jpg&quot; style=&quot;height:150px; width:125px&quot; /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Aleister Crowley&lt;/p&gt;
&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;p&gt;Der &#039;Vater&#039; des &quot;Liber L vel Legis&quot; ist &lt;strong&gt;Aleister Crowley&lt;/strong&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Edward Alexander Crowley, bekannt als Aleister &lt;strong&gt;Crowley&lt;/strong&gt; (* 12. Oktober 1875 in Leamington Spa, England; † 1. Dezember 1947 in Hastings, England) ist eine der berühmtesten und berüchtigsten Gestalten des 20. Jahrhunderts: Engländer, Mystiker, Magier, Philosoph, Schachspieler, Bergsteiger und vieles mehr.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Jahre &lt;strong&gt;1904&lt;/strong&gt; führte ihn seine Hochzeitsreise nach Kairo. Dort teilte ihm seine Frau Rose mit, dass ein &lt;strong&gt;Botschafter der Götter&lt;/strong&gt; ihn sprechen wolle. Crowley fand das angemessen und stand zur angegeben Zeit mit Papier und Stift ausgerüstet bereit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am &lt;strong&gt;8. 9. und 10. April von 12.00 bis 13.00&lt;/strong&gt; Uhr wurde ihm von Aiwass, einem Gesandten des altägyptischen Gottes Hoor-paar-kraat, ein Text diktiert: Das &lt;strong&gt;Liber L vel Legis&lt;/strong&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Crowley hat das &quot;Liber L vel Legis&quot; nach Diktat aufgezeichnet. Er ist - nach eigenen Angaben - nicht der Autor, sondern nur der Überbringer. Es gibt Thelemiten, die Crowley zu einem Propheten und Heiligen stilisieren. Das ist falsch. Jeder Thelemit ist Prophet und heilig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Die Glaubwürdigkeit des &quot;Liber L vel Legis&quot;&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Nuit sagt in Vers I. 58, sie gebe &quot;Gewißheit, nicht Glauben.&quot; Wir werden später sehen, warum das prinzipiell so ist, hier aber erstmal eine kleine Kostprobe:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;strong&gt;III. 46:&lt;/strong&gt; &quot;Ich bin der Kriegsherr der Vierziger: die Achtziger ducken sich vor mir erniedrigt.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Das &quot;Liber L vel Legis&quot; hat den &lt;strong&gt;2. Weltkrieg&lt;/strong&gt; (1939 - 1945) schon 1904 - quasi nebenbei - vorhergesagt. In den 80er Jahren (1989) ist dann der &lt;strong&gt;kommunistische Staatenblock&lt;/strong&gt; (UdSSR, Warschauer Pakt) zusammengebrochen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Vers III. 46 wird von Ra-Hoor-Khut gesprochen, der von sich in III. 3 sagt: &quot;Nun verstehet zuerst, daß ich ein Gott des Krieges und der Rache bin.&quot; Das ist er deshalb, weil er der Gott des blühenden und gedeihenden Lebens ist. Er bestraft Verstöße gegen das Urgesetz des Lebens: Tue was du willst!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der 2. Weltkrieg war primär ein Krieg zwischen Nationalsozialismus und Bolschewismus, ein Krieg um &quot;Blut und Boden&quot; und um &lt;strong&gt;Freiheit oder Unfreiheit&lt;/strong&gt;, Individualismus oder Kollektivismus. Also ein Krieg, dessen Kriegsherr nur Ra-Hoor-Khut sein kann. Der kommunistische Staatenblock war eine &lt;strong&gt;Folge des 2. Weltkriegs&lt;/strong&gt;, die bis in die 80er Jahre dauerte. Mit dem Zusammenbruch des Kommunismus 1989 hatte Ra-Hoor-Khut die Feinde der Freiheit &quot;&lt;strong&gt;erniedrigt&lt;/strong&gt;&quot;, also besiegt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist schon bemerkenswert, wie hier nicht nur Vorhersagen gemacht wurden, die eintrafen, sondern wie der ursächliche &lt;strong&gt;Zusammenhang von Ereignissen&lt;/strong&gt;, die 40 Jahre auseinanderliegen, bekannt war. Einen &#039;Zufallstreffer&#039; kann man wohl ausschließen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit diesen klaren und eindeutigen Vorhersagen hat das &quot;Liber L vel Legis&quot; gezeigt, dass es aus einem &lt;strong&gt;Wissen jenseits menschlicher Möglichkeiten&lt;/strong&gt; stammt. Ich darf daran erinnern, dass die Vorhersagen aus der Bibel und die entsprechenden Erwartungen der frühen Christen alle &lt;u&gt;nicht &lt;/u&gt;eingetroffen sind - man interpretiert heute noch mit immer wieder neuen Vermutungen daran herum.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie man solche präzisen Vorhersagen bewertet, bleibt jedem selbst überlassen. Jedenfalls hatte es mich, als ich das &quot;Liber L vel Legis&quot; zum ersten Mal las, davon überzeugt, dass hier etwas ganz besonderes vorliegt und ich etwas genauer in das Buch hineinschauen sollte.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Die Elemente der Welt nach dem &quot;Liber L vel Legis&quot;&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Das &quot;Liber L vel Legis&quot; beschreibt die Welt als Einheit dreier Elemente:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Nuit&lt;/strong&gt;: Raum, alles Wahrnehmbare, Glück (&quot;Doch Ekstase sei dein und Freude der Erde&quot;).&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Hadit&lt;/strong&gt;: Zeit, das Bewusstsein oder alles, was wahrnimmt, Lebensprinzip (&quot;Ich bin Leben und Lebensgeber&quot;).&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Ra-Hoor-Khut&lt;/strong&gt;: Das Gesetz, welches den Raum-zeitlichen Prozess von Wahrnehmung und Wahrnehmendem, also unsere Wirklichkeit, erzeugt. Er ist das florierende (blühende, gedeihende) Leben genauso wie das welkende Leben, weil er die Konsequenz unseres Handelns bestimmt.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Jeder Mensch erlebt die Welt exakt wie hier beschrieben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir, als Wahrnehmende nehmen mit unseren Sinnen die Welt wahr. Unser Leben ist ein ständiger Prozess zwischen Wahrnehmung und Wahrgenommenem. Jede stattfindende Wahrnehmung ist eine Vereinigung von Nuit und Hadit, dadurch wird Ra-Hoor-Khut erzeugt, welche aber umgekehrt der Herr von Nuit und Hadit ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Diese drei Elemente sind untrennbar.&lt;br /&gt;
Fällt ein Element weg,&lt;br /&gt;
fallen die beiden anderen Elemente gleichzeitig weg.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und noch einmal: Das entspricht exakt unserer Lebenserfahrung!&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Wer sind die Götter des &quot;Liber L vel Legis&quot;?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Es ist vermutlich schon aufgefallen: Die Götter des &quot;Liber L vel Legis&quot; befinden sich nicht in irgendeinem Jenseits der Welt, sie sind &lt;u&gt;in&lt;/u&gt; der Welt: &lt;strong&gt;sie &lt;u&gt;sind&lt;/u&gt; die Welt und Wir&lt;/strong&gt;. Nuit sagt in I. 21: &quot;Ich bin der unendliche Raum und die unendlichen Sterne darin&quot;. Im Original &quot;I am &lt;strong&gt;I&lt;/strong&gt;nfinite &lt;strong&gt;S&lt;/strong&gt;pace, and the &lt;strong&gt;I&lt;/strong&gt;nfinite &lt;strong&gt;S&lt;/strong&gt;tars thereof&quot;; also &lt;strong&gt;ISIS&lt;/strong&gt;, die ägyptische Göttin der Natur. Wenn wir uns mit ISIS beschäftigen, schielen wir der Natur unter die Röcke.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Da Nuit alles Wahrnehmbare ist,&lt;br /&gt;
ist sie alles, was wir sehen, hören, schmecken,&lt;br /&gt;
riechen, empfinden und fühlen,&lt;br /&gt;
sogar unsere Gedanken.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie sagt: &lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;strong&gt;I. 13:&lt;/strong&gt; &quot;Ich bin über euch und in euch. Meine Ekstase ist in eurer. Meine Freude ist, eure Freude zu sehen.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Die Götter des &quot;Liber L vel Legis&quot; haben nichts gemein mit dem Gott der Christen, der Juden oder der Moslems. Diese sind von Menschen ausgedachte Götter, und deren Anbeter können Nuit nicht sehen, weil sie die Götter im Jenseits suchen:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;strong&gt;I. 21:&lt;/strong&gt; &quot;Für den Gott &amp;amp; den Anbeter bin ich nichts; sie sehen mich nicht. Sie sind wie auf der Erde; Ich bin Himmel und da ist kein anderer Gott als ich und mein Herr Hadit.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Man nennt solch eine Gotteskonzeption &quot;&lt;strong&gt;Kosmotheismus&lt;/strong&gt;&quot;. Der Kosmotheismus war die Religion des alten Ägpten, dessen Götter mit dem &quot;Liber L vel Legis&quot; wiedergekehrt sind. Wie könnte es anders sein: Diese Götter &lt;u&gt;sind&lt;/u&gt; die Welt!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Welt ist nicht die Schöpfung einer Macht (Schöpfergott), die außerhalb der Welt steht, sondern &lt;strong&gt;alle Göttlichkeit ist &lt;u&gt;in&lt;/u&gt; der Welt&lt;/strong&gt; und damit in uns. Die Welt und &#039;Wir&#039; selbst sind die schaffende und ordnende Macht, die von den Weltreligionen außerhalb der Welt vermutet wird. Es gibt keine Trennung von Natürlichem und Übernatürlichem:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Alles ist natürlich,&lt;br /&gt;
die Götter natürlich desgleichen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Deshalb kann der Thelemit von sich sagen:&lt;br /&gt;
Ich bin durch und durch göttlich.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gilt das dann nicht für alle Menschen? Im Prinzip ja. Aber es ist ein entscheidender Unterschied, ob man das weiß und lebt oder nicht.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Ein Mann, der weiß, dass er ein Mann ist, kann sich in eine Frau verlieben, sich an Sex erfreuen und Kinder zeugen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Ein Mann, der nicht, weiß, dass er ein Mann ist, kann sich höchstens wundern, was da für Missgeburten mit Beulen auf der Brust rumlaufen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;An dieser Stelle kommt immer die&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Frage&lt;/strong&gt;: Aber warum Götter? Reicht es nicht, wenn man die drei Elemente als Prinzipien versteht?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Antwort&lt;/strong&gt;: Bist du ein Prinzip? Oder bist du bewusstes Leben? Wenn du aber Leben bist, wie können die Elemente, die du bist, nur leblose Prinzipien sein? Ein lebendiges Prinzip aber ist genau was, was Gott genannt wird.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Anders gesagt: Der Mensch besteht aus:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Kopf&lt;/strong&gt; (Hadit): Vernunft und Bewusstsein&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Herz&lt;/strong&gt; (Nuit): Gefühl und Wille&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Hand&lt;/strong&gt; (Ra-Hoor-Khut): Tat und Energie&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Ist eines dieser Elemente nicht lebendig?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nochmal anders:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Wahrnehmungsprozess ist die Vereinigung von Nuit und Hadit, von Wahrnehmendem und Wahrnehmbarem. Wie könnte eine dieser beiden Seiten nicht lebendig sein? Wie könnte sich Lebendiges mit Totem vereinigen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Natürlich sind nur alle drei Götter &lt;strong&gt;gemeinsam&lt;/strong&gt; lebendig, Welt, &#039;Wir&#039; - eben: Götter. Getrennt wären sie nicht tot, sondern getrennt voneinander gäbe es nichts mehr, weder uns, noch die Welt, noch die Götter.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Götter des &quot;Liber L vel Legis&quot; sind nicht, wie der jüdisch-christliche Gott allmächtig, allgütig und allwissend. Da sie selbst die Welt und &#039;Wir&#039; sind, sind sie selbst - durch uns Menschen - die Macht und die Ohnmacht, das Wissen und das Nicht-Wissen, das Gute und das Böse, die Erleuchtung genauso wie die Verblendung.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Warum haben sich die Götter jetzt offenbart?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Menschen und Götter gehören zusammen. Ohne die Menschen wissen die Götter nicht von sich. Ohne das Wissen von den Göttern sind die Menschen nur orientierungslos herumtorkelnde Zombies.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich möchte hier, obwohl es etwas schwerer verständlich ist, &lt;strong&gt;zwei Philosophen&lt;/strong&gt; zu Worte kommen lassen, denn sie haben die Sachlage unübertroffen beschrieben:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;&quot;Der Mensch weiß nur von Gott, insofern Gott im Menschen von sich selbst weiß; dies Wissen ist Selbstbewusstsein Gottes, aber ebenso ein Wissen desselben vom Menschen, und dies Wissen Gottes vom Menschen ist Wissen des Menschen von Gott; der Geist des Menschen, von Gott zu wissen, ist nur der Geist Gottes selbst.&quot; (G.W.F. Hegel)&lt;/p&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Der Philosoph Robert M. Wallace schrieb dazu in der Hegel-Liste:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;&quot;Die wahre Unendlichkeit &lt;strong&gt;ist&lt;/strong&gt; ja &#039;nur als Hinausgehen über das Endliche&#039;. Deshalb hat Hegel die[se] Sätze geschrieben, ... Aber wohlgemerkt: nur diese &lt;strong&gt;wahre &lt;/strong&gt;Unendlichkeit (dieser wahre Gott) ist wirklich selbständig, denn die Unendlichkeit die &#039;nichts mit dem Endlichen zu tun hat,&#039; ist durch dieses nichts-zu-tun, d.h, durch sein Verhältnis zum Endlichen, bestimmt, und deshalb weder selbständig noch unendlich. (&#039;Das Fliehen ist keine Befreiung.&#039;) Dieses ist das zentrale Paradoxon der hegelschen Theologie.&quot;&lt;/p&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;In diesen Sätzen ist m.E. die zentrale Kritik am Christentum und allen anderen &quot;altäonischen&quot; Religionen - auch den asiatischen - enthalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber warum haben die Götter sich &lt;strong&gt;erst jetzt&lt;/strong&gt; offenbart? In den letzten 2.000 Jahren wurden alle Ungläubigen, also Nicht-Christen, vernichtet. Insbesondere die Anhänger von heidnischen und Natur-Religionen wurden systematisch ausgerottet. Wir erinnern uns: Scheiterhaufen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Durch den christlichen Glauben an die Monopolwirtschaft eines jenseitigen Gottes wurde die Erde von Wert und Sinn persilweiß gereinigt. Aller Wert wird im Jenseits vermutet, nichts bleibt für das Diesseits. Die Menschheit ist heute genau da, wo dieser Weg zwangsläufig hinführt: Am Ende, jedes Wertes entleert - überall Nihilismus. Das Christentum hat sich selbst aufgefressen und der Ajatollah von Rom kann nur noch die leergenagten Knochen hüten. Wie Nietzsche feststellt: &quot;Gott ist tot!&quot;, der christliche Gott.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jetzt ist wieder Platz für die Götter!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;War es ein Fehler der Götter, das Christentum zuzulassen? Nein! Das alte Äon war ein notwendiger Entwicklungsschritt der Menschheit. Thelema ist nicht anti-christlich. Thelema ist nach-christlich.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Wahrheit und Gesetz&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wahrheiten sind in &lt;strong&gt;Stein&lt;/strong&gt; gehauen: absolut, unverletzbar, unveränderbar. Gegen Wahrheiten kann man nicht verstoßen. Man kann sich weigern, die Wahrheit anzuerkennen, aber sie bleibt, wie sie ist. Wahrheiten, sagt das &quot;Liber L vel Legis&quot;, sind uninteressant: &quot;Alle Propheten sind wahr&quot;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das &quot;Liber L vel Legis&quot; erklärt uns stattdessen das &lt;strong&gt;Gesetz&lt;/strong&gt;. Gegen Gesetze kann man verstoßen, Gesetze kann man brechen - aber das hat Konsequenzen. Die Konsequenzen sind nicht von der Art mechanischer Ursachen und Wirkungen, sondern von der Art eines Richterspruchs: &quot;ein Gott des Krieges und der Rache&quot;.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;strong&gt;I. 34:&lt;/strong&gt; &quot;... das Gesetz ist für alle.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;III. 39:&lt;/strong&gt; &quot;... und jedem Mann und jeder Frau, die du triffst, wäre es auch nur, daß du mit ihnen ißt oder trinkst, sollst du das Gesetz geben. &lt;strong&gt;Dann werden sie die Möglichkeit haben, in diesem Segen zu verweilen oder nicht; es ist kein Unterschied&lt;/strong&gt;. ...&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Jeder Mensch entscheidet selbst, ob er das Gesetz einhält oder es bricht. Diese Wahl trifft jeder Mensch, ob er will oder nicht, durch die Art, wie er lebt. Für das Gesetz macht es &lt;strong&gt;keinen Unterschied&lt;/strong&gt;, wie sich ein Mensch entscheidet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Egal wie man entscheidet, die Entscheidung hat &lt;strong&gt;Konsequenzen&lt;/strong&gt;: Das Gesetz wird - gnadenlos, nur gerecht, wie auch immer - wieder hergestellt. Die Gnade des christlichen Gottes wird ersetzt durch &lt;strong&gt;Gerechtigkeit&lt;/strong&gt;: Jeder bekommt, was er verdient - und jeder entscheidet selbst über seinen Verdienst. Die ultimate Belohnung ist Leben, die Strafe ist immer der Tod.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Wer ein florierendes Leben lebt, kreativ schafft, Werte erzeugt, wird eben dadurch belohnt: geglücktes und zunehmendes Leben - Leben.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Wer das nicht tut, wer vor sich hin vegetiert, andere Menschen ausplündert, indem er ihnen wegnimmt, was sie erschaffen haben oder bei anderen Menschen schmarotzt, um zu überleben, wird eben dadurch bestraft: trauriges und abnehmendes Leben - Tod.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Die Entscheidung trifft jeder Mensch für sich und allein: Leben oder Tod?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was kannst du jetzt tun?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zur Tagesordnung übergehen?&lt;br /&gt;
Darüber nachdenken, ob du das hier Dargestellte&lt;br /&gt;
 interessant oder überzeugend findest?&lt;br /&gt;
Das &quot;Liber L vel Legis&quot; studieren um mehr zu erfahren?&lt;br /&gt;
Mit der Thelema-Society Kontakt aufnehmen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;a href=&quot;http://www.thelema.de&quot;&gt;Thelema-Society&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
Wir leben mit den Göttern.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;&lt;p&gt; &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/41&quot;&gt;Einführung&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/35&quot;&gt;Liber L vel Legis&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/24&quot;&gt;Thelema&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/40&quot;&gt;Thelema-Society&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-vg-wort-story field-type-text field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://vg06.met.vgwort.de/na/bf8b28863a9b4beca49adb1471e684c3&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Mon, 18 Jun 2007 19:33:22 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>Philosophie für Dummies</title>
 <link>https://www.mde-net.de/philosophieren</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Philosophie:&lt;br /&gt;
	Bastel Deine Lebenserfahrungen,&lt;br /&gt;
	Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten&lt;br /&gt;
	so in einen Zusammenhang,&lt;br /&gt;
	daß sie für Deine Zwecke nützlich werden.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;&lt;img align=&quot;middle&quot; alt=&quot;Grosse Denker&quot; height=&quot;77&quot; src=&quot;/files/mde/image/Lebens_Wissen/Philosophie_fuer_Dummies/Grosse_Denker(1).jpg&quot; width=&quot;494&quot; /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Philosophie ist Philosophieren&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Philosophie, man stellt sich darunter gelehrte Dispute, unverständliche Texte und Büchereien voller staubiger Wälzer vor. Korrekt, das ist aus der Philosophie geworden. Aber eigentlich ist Philosophie eine ganz praktische Sache.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Das Wort &quot;&lt;strong&gt;Philosophie&lt;/strong&gt;&quot; bedeutet: Liebe zur Weisheit. Wenn wir aus dieser hochwürdigen Bezeichnung ein wenig die Luft rauslassen, dann bleibt etwas übrig, was jeder Mensch immer schon tut: Sich in der Welt &lt;strong&gt;orientieren&lt;/strong&gt;, sein Leben &lt;strong&gt;gestalten&lt;/strong&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Die meisten Menschen kümmern sich nicht weiter darum, wie ihre Lebenserfahrungen zu einer &lt;strong&gt;Weltbeschreibung&lt;/strong&gt; zusammenwachsen. Das Ergebnis sind Widersprüche, Ungereimtheiten und Brüche: falsche Orientierungen, man versteht Menschen oder die Welt irgendwann nicht mehr, stößt an unverständliche Grenzen und kann Möglichkeiten für ein besseres Leben nicht erkennen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Philosophieren ist eine &lt;strong&gt;Tätigkeit&lt;/strong&gt;, die darin besteht, seine Lebenserfahrungen, Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten zu überschauen, zu sortieren, Verbindungen herzustellen und Widersprüche auszuräumen. Der Zweck des Philosophierens ist: Sich ein besseres Leben zu ermöglichen. &quot;&lt;strong&gt;Besser&lt;/strong&gt;&quot; bedeutet für jeden Menschen etwas anderes: Glück, Erfolg, Wohlstand, Überleben, Liebe - was auch immer.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	&lt;u&gt;Die&lt;/u&gt; Philosophie gibt es nicht. Jeder Mensch, der philosophiert, kommt dadurch zu seiner Philosophie. Zwischen den Philosophien gibt es Gemeinsamkeiten und Unterschiede, aber es gibt keine absolut &lt;strong&gt;wahre Philosophie&lt;/strong&gt;, die für alle Menschen gültig wäre.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Warum philosophieren?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Auslöser des Philosophierens, sagt man gewöhnlich, sei das &lt;strong&gt;Staunen&lt;/strong&gt;. Darin steckt ein richtiger Kern. Wenn wir aus dem Stauen ein wenig Luft rauslassen, bleibt: &lt;strong&gt;Verwirrung&lt;/strong&gt;. Da ist etwas anders, als man es erwartet hatte: staun. Das geschieht, wenn man merkt, daß mit der eigenen Weltbeschreibung irgendetwas nicht stimmt. Die Welt ist anders als erwartet.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Man verliert unerwartet seinen Job,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		die Frau ist nicht mehr da, wenn man nach Hause kommt,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		die Kinder ernähren sich von Rauschgift,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		der beste Freund läßt sich plötzlich nicht mehr sehen,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		das Leben ist nur noch langweilig,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		was auch immer.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Viele Menschen reagieren erst, wenn ihnen solch unglaubliche Ereignisse selbst geschehen. Manche Menschen sind vorsichtiger, sie staunen schon, wenn sie sehen, was anderen Menschen geschieht. Sie sehen um sich herum Ehen auseinanderbrechen, Kinder verwahrlosen und aus Freunden Feinde werden: staun. Damit ihnen selbst solche Unglücke erspart bleiben, fangen sie an, ihre eigene Weltbeschreibung zu prüfen, um solche Überraschungen zu vermeiden, besser darauf vorbereitet zu sein und ihr Leben zielsicher in die eigenen Hände zu nehmen. Sie beginnen zu philosophieren.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Der Zweck des Philosophierens ist also:&lt;br /&gt;
	Ein reicheres, besseres, erfolgreicheres und glücklicheres Leben.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Wie philosophieren?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Ein Mensch erzeugt seine Weltbeschreibung durch:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&#039;&lt;strong&gt;Gesunden Menschenverstand&lt;/strong&gt;&#039;, d.h. man läßt seine Lebenserfahrungen zusammenwachsen wie es gerade so kommt und paßt. Solche Weltbeschreibungen funktionieren kurzfristig oft ganz gut, scheitern aber immer wieder an langfristigen Entscheidungen und Problemen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Emotionalismus&lt;/strong&gt;, d. h. was sich gut anfühlt ist richtig. Solche Weltbeschreibungen funktionieren nie, weil Emotionen widersprüchlich und nicht dazu fähig sind, die Ergebnisse von Handlungen und Entscheidungen einigermaßen verläßlich vorherzusagen. Emotionalismus erzeugt unglückliche Menschen, denn es werden durch emotionales Verhalten immer wieder Brüche im Leben erzeugt (das Leben zerbrochen).&lt;br /&gt;
		Emotionen sind weder unnütz noch schlecht, ganz im Gegenteil: Sie sind absolut lebensnotwendig - bloß eben nicht zur Weltbeschreibung geeignet.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Glauben&lt;/strong&gt;, d. h. man übernimmt die Weltbeschreibung eines anderen Menschen und versucht seine eigenen Lebenserfahrungen an diese Weltbeschreibung anzupassen. Das ist ein Glücksspiel, es kann zeitweilig halbwegs funktionieren, es kann aber auch fürchterlich danebengehen - und das wird langfristig geschehen, weil keine zwei Menschen gleich sind.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Vernunft&lt;/strong&gt;, d. h. man erzeugt durch selber-denken, durch das Spiel von Gründen und Gegengründen, ein eigenes Weltbild. Das ist langfristig die einzige Möglichkeit, sich gewollte und erreichbare Ziele zu setzen und diese zu erreichen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Seine Weltbeschreibung durch Philosophieren erzeugen bedeutet: Die eigenen Lebenserfahrungen durch &lt;strong&gt;vernünftige Argumentation und ohne weitere Voraussetzung&lt;/strong&gt; (z. B. Emotionalismus oder  Glauben) zu einem zusammenhängenden, widerspruchsfreien und funktionierenden Ganzen, der eigenen Weltbeschreibung, zu integrieren.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Zusammenhängend&lt;/strong&gt;: Alle Teile sind miteinander verbunden - &quot;vernetzt&quot; sagt man heute.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Widerspruchsfrei&lt;/strong&gt;: Widersprüche verhindern Verstehen und Handeln, denn in der wirklichen Welt gibt es keine Widersprüche. Wo scheinbar Widersprüche auftreten, ist etwas noch nicht genau genug durchdacht. Natürlich können Widersprüche, z. B. in der Kunst, durchaus sinnvoll verwendet werden - aber nur, wenn man weiß: Da sind Widersprüche.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Funktioniert&lt;/strong&gt;: Das meint anwendbar, nützlich und brauchbar, um Probleme zu lösen und Ziele zu erreichen. Funktionieren kann eine Weltbeschreibung nur, wenn sie zusammenhängend und widerspruchsfrei ist.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Nun ist es unmöglich, alle Lebenserfahrungen auf Zettelchen zu schreiben und dann wie ein Puzzle zu einem Ganzen zusammenzufügen. Man braucht deshalb &lt;strong&gt;Prinzipien&lt;/strong&gt; oder allgemeine Regeln als Leitlinien, sowohl für das Philosophieren als auch in der daraus entstehenden Philosophie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Man beginnt mit sogenannten Prämissen, d. h. mit Voraussetzungen, auf denen der Rest durch Schlußfolgerung aufgebaut wird. Ein &lt;strong&gt;Beispiel&lt;/strong&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;div align=&quot;center&quot;&gt;
&lt;table border=&quot;1&quot; cellpadding=&quot;0&quot; cellspacing=&quot;0&quot; style=&quot;border-color: rgb(39, 99, 165);&quot; width=&quot;90%&quot;&gt;&lt;tbody style=&quot;border-top: 0pt none;&quot;&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style=&quot;padding: 8px;&quot;&gt;
&lt;div align=&quot;left&quot;&gt;
						&lt;strong&gt;1. Prämisse&lt;/strong&gt;: Es gibt sinnliche Wahrnehmung.&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Prämisse&lt;/strong&gt;: Sinnliche Wahrnehmung unterteilt sich in Wahrgenommenes und Wahrnehmenden.&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Schlußfolgerung&lt;/strong&gt;: Es gibt Wahrnehmende und Wahrgenommenes.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;
						 &lt;/div&gt;
&lt;div align=&quot;left&quot;&gt;
						Beide Prämissen sind evident (offensichtlich), d. h. sie sind absolut und unwiderlegbar. Die Schlußfolgerung ist logisch aus den Prämissen abgeleitet.&lt;/div&gt;
&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;
	 &lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Es geht nun nicht darum, ob das Beispiel für Dich passend ist. Man kann mit sehr verschiedenen Prämissen beginnen, aber man beginnt immer mit &lt;strong&gt;Prämissen&lt;/strong&gt; (oder Axiomen bei formalen Systemen), denn Prämissen sind das, was evident (oder voraus-gesetzt) ist und keines Beweise bedarf. Beweise und Schlußfolgerungen können immer nur aus Prämissen abgeleitet werden.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Aber:&lt;br /&gt;
	Wenn etwas nicht funktioniert, prüfe deine Prämissen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;table align=&quot;right&quot; border=&quot;0&quot; cellpadding=&quot;0&quot; cellspacing=&quot;0&quot; width=&quot;309&quot;&gt;&lt;tbody style=&quot;border-top: 0pt none;&quot;&gt;&lt;tr&gt;&lt;td&gt;
&lt;div align=&quot;center&quot;&gt;
					&lt;img alt=&quot;Amelie und Richard an der Uni, Szene 1&quot; height=&quot;196&quot; src=&quot;/files/mde/image/Lebens_Wissen/Philosophie_fuer_Dummies/Uni_1.jpg&quot; width=&quot;309&quot; /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td&gt;
&lt;div align=&quot;center&quot;&gt;
					&lt;img alt=&quot;Amelie und Richard an der Uni, Szene 2&quot; height=&quot;203&quot; src=&quot;/files/mde/image/Lebens_Wissen/Philosophie_fuer_Dummies/Uni_2.jpg&quot; width=&quot;271&quot; /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;p class=&quot;bildunterschrift&quot;&gt;Ein schöner Tag an der Uni ...&lt;/p&gt;
&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;p&gt;Nun hat nicht jeder Mensch die Zeit - und mancher auch nicht die Denkfähigkeit - um seine Philosophie von Grund auf zu entwerfen. Deshalb kann es vernünftig sein, auf die Entwürfe anderer Menschen zurückzugreifen - aber diese dann nicht zu glauben, sondern sie &lt;strong&gt;nach-denkend&lt;/strong&gt; zu prüfen und sich verstehend anzueignen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Da tritt jedoch ein Problem auf: Die meisten Philosophien sind so abstrakt und kompliziert, daß man sie ohne ein Studium der Philosophie kaum verstehen kann. Letztlich ist das aber kein Problem, denn diese hochabstrakten Entwürfe haben mit der Lebenspraxis Null zu tun. Es sind &lt;strong&gt;sprachliche Labyrinthe&lt;/strong&gt;, in denen ihre Schöpfer wie Leser sich immer nur verirrt haben. Sie fangen mit abstrakten Prämissen an und enden bei ebenso abstrakten Konzepten. Interessant sind sie nur als Sprachspiele für weltferne Spezialisten, nicht für das Leben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine Weltbeschreibung ist für das praktische Leben nur dann interessant, wenn sie auf der &lt;strong&gt;praktischen Lebenserfahrung&lt;/strong&gt; gründet, uns sagt, was wir mit unserem Leben machen und wie wir das erreichen können. Alles andere ist, außer als intellektueller Zeitvertreib oder Denktraining, uninteressant.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	&lt;strong&gt;Ayn Rand&lt;/strong&gt; (* 20. Januar/2. Februar 1905 in Sankt Petersburg, Russland; † 6. März 1982 in New York City), Schriftstellerin und eine sehr praktische Philosophin, beschrieb in &quot;The Romantic Manifesto&quot; die Bedeutung einer Philosophie für das Leben (Hervorhebungen und in &quot;[ ]&quot; von MDE):&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;
	&quot;Um zu &lt;strong&gt;leben&lt;/strong&gt;, muss der Mensch &lt;strong&gt;handeln&lt;/strong&gt;. Um zu handeln, muss er &lt;strong&gt;Entscheidungen&lt;/strong&gt; treffen. Um Entscheidungen zu treffen, muss er einen &lt;strong&gt;Wertekodex&lt;/strong&gt; [allgemeine Entscheidungsregeln] definieren. Um einen Wertekodex zu definieren, muss er &lt;strong&gt;wissen&lt;/strong&gt;, was er ist und wo er ist, d. h. er muss seine eigene Natur kennen (einschließlich der Mittel der Erkenntnis) und die Natur des Universums, in dem er handelt.&quot;&lt;/p&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Immanuel Kant&lt;/strong&gt; (* 22. April 1724 in Königsberg; † 12. Februar 1804 ebenda) ein ansonsten eher abstrakter Philosoph, den Ayn Rand intensivst verabscheute, beschrieb Philosophie als Aufklärung (Hervorhebungen und in &quot;[ ]&quot; von MDE) :&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;
	&quot;Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten &lt;strong&gt;Unmündigkeit&lt;/strong&gt;. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Anleitung eines anderen zu bedienen. &lt;strong&gt;Selbstverschuldet&lt;/strong&gt; ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. &lt;strong&gt;Sapere aude&lt;/strong&gt; [wage es verständig zu sein]! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.&quot; (Beantwortung der Frage: was ist Aufklärung? Berlinische Monatsschrift, 1784,2, S. 481–494)&lt;/p&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;h2&gt;
	Die philosophischen Grundfragen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Der oben erwähnte Immanuel Kant hat sich &lt;strong&gt;vier Fragen&lt;/strong&gt; gestellt, und diese zu beantworten versucht:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Was &lt;strong&gt;kann&lt;/strong&gt; ich &lt;strong&gt;wissen&lt;/strong&gt;? - Beantwortet in der Erkenntnistheorie&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Was &lt;strong&gt;soll&lt;/strong&gt; ich &lt;strong&gt;tun&lt;/strong&gt;? - Beantwortet in der Ethik&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Was &lt;strong&gt;darf&lt;/strong&gt; ich &lt;strong&gt;hoffen&lt;/strong&gt;? - Beantwortet in der Religionsphilosophie&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Was &lt;strong&gt;ist&lt;/strong&gt; der &lt;strong&gt;Mensch&lt;/strong&gt;? - Beantwortet in der Anthropologie (Wissenschaft vom Menschen)&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Wenn das die Fragen sind, die einem Menschen wichtig sind, könnte es sich für diesen Menschen lohnen, Kant zu lesen. Aber Kant ist nicht einfach zu verstehen und wird von jedem seiner Leser anders verstanden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Ich finde Kants Fragen uninteressant. Ich habe mir folgende &lt;strong&gt;drei Fragen&lt;/strong&gt; gestellt und versuche diese zu beantworten:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Was &lt;strong&gt;kann&lt;/strong&gt; ich tun? Antwortet auf die Frage, nach den Möglichkeiten des Handelns, nach möglichen Mitteln, um Ziele zu erreichen und damit auch, welche Ziele überhaupt erreichbar sind.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Was &lt;strong&gt;muß&lt;/strong&gt; ich tun? Antwortet auf die Frage: Wie kann ich (über)leben?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Was &lt;strong&gt;will&lt;/strong&gt; ich tun (aus mir machen)? Antwortet auf die Frage: Wozu lebe ich?&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Jeder Mensch muß sich seinen persönlichen Frageset zusammenstellen. Im folgenden kann ich nur eine Antwortmöglichkeit auf meine Fragen zeigen - meine Antworten, wie ich sie gegenwärtig gebe - das kann sich aber morgen schon geändert haben.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Meine Philosophie&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Als Beispiel, wie man sich eine Philosophie bastelt, sei meine Philosophie, denn die kenne ich am besten, angeführt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Ich bin, wie aus meinen obigen Fragen schon hervorgeht, Pragmatiker. Pragmatiker stellen immer die Frage: ,Welche Konsequenzen folgen daraus?&#039;, und nie die Frage ,Ist es wirklich so?&#039;.&quot; Man kann z. B. die Aussage eines anderen nur verstehen, wenn man erfaßt, welche Konsequenzen für den Sprecher und für den Hörer damit verbunden sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Man kann dann feststellen, ob aus einer Handlung oder Behauptung&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Konsequenzen folgen, die mir oder anderen &lt;strong&gt;nützlich&lt;/strong&gt; sind, also Ziele fördern.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Konsequenzen folgen, die mir oder anderen &lt;strong&gt;schädlich&lt;/strong&gt; sind, also Ziele behindern.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Keine Konsequenzen folgen, also &lt;strong&gt;nutz- und schadlos&lt;/strong&gt; sind.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Das wird entsprechend angewandt:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Das Nützliche ist das, was ich &lt;strong&gt;tue&lt;/strong&gt; oder &lt;strong&gt;fördere&lt;/strong&gt;,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		das Schädliche ist das, was ich &lt;strong&gt;vermeide&lt;/strong&gt; oder &lt;strong&gt;verhindere&lt;/strong&gt; und &lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		das, woraus keine Konsequenzen folgen, ist &lt;strong&gt;uninteressant&lt;/strong&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Das sind meine Prämissen. Ich beanspruche für diese Prämissen keinerlei Wahrheit oder Allgemeingültigkeit. Es sind einfach meine Entscheidungen. Wenn man mich fragt, warum ich mich für diese Prämissen entschieden habe, gibt es nur eine Antwort:&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Ich will leben,&lt;br /&gt;
	ich will glücklich leben und&lt;br /&gt;
	ich will, daß mein Leben blüht und gedeiht.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn man darüber nachdenkt, stellt man fest, daß &quot;leben wollen&quot;, &quot;glücklich leben wollen&quot; und ein &quot;florierendes Leben&quot; (blüht und gedeiht) ein und dasselbe ist. Wer überhaupt leben will, der will auch glücklich und dauerhaft leben. Wer weder glücklich noch dauerhaft leben will, der will gar nicht leben. Er will sterben, tot sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Das ist typisch der Fall, wenn dieses Leben nur als ein &lt;strong&gt;Durchgangsstadium&lt;/strong&gt; in ein anderes, besseres Leben (Himmel, Paradies, Nirwana) verstanden wird.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Selbst wenn wir annehmen, daß es solch ein jenseitiges Leben gibt, ist es höchst unlogisch anzunehmen, daß es Leuten gewährt wird, die im diesseitigen Leben nur sterben wollten.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Wenn es ein jenseitiges Leben gibt, kann es nur Menschen zugänglich sein, die im diesseitigen Leben aus voller Kraft lebendig waren - und als &lt;strong&gt;Lebensprotze&lt;/strong&gt; im Jenseits ankommen. Das müssen Menschen sein, die mit ihrer gewaltigen Lebenskraft den Tod überwinden.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Leben wollen ist eine Lebenseinstellung!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Beispiel dafür, wie &lt;strong&gt;durch Lebenskraft der Tod überwunden&lt;/strong&gt; werden kann, wäre z. B. das aus asiatischen Religionen bekannte Aufsteigen der &lt;strong&gt;Kundalini-Shakti&lt;/strong&gt;, die als Sammlung der Lebensenergie verstanden wird. Ob das Phänomen, welches als Kundalini-Shakti beschrieben wird, erzeugt werden kann und welche Konsequenzen das hat, kann man praktisch ausprobieren. Das ist deshalb eine Möglichkeit, wie ein Weiterleben nach dem Tode für einen Pragmatiker annehmbar ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Daraus wird klar, was oben mit &quot;nützlich&quot; gemeint war:&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Nützlich für mein Leben,&lt;br /&gt;
	als glückliches und langfristig florierendes Leben.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Soweit so einfach. Das Problem liegt natürlich darin, festzustellen, welche Ziele man verfolgen muß, um so zu leben und welche Konsequenzen aus einer Handlung oder Behauptung folgen. Dieses Problem kann nur durch konsequente Vernunft gelöst werden, die auf den folgenden Prämissen beruht:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Die Konsequenzen von &lt;strong&gt;Behauptungen&lt;/strong&gt; kann man durch Schlußfolgerung erschließen und letztlich nur durch Handeln (Experiment) beweisen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Die Konsequenzen von &lt;strong&gt;Handlungen&lt;/strong&gt; kann man sinnlich wahrnehmen (operationale Beschreibungen).&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Die Basis der Weltbeschreibung müssen also sinnliche Wahrnehmungen sein. Darauf bauen Konzepte auf, die diese Wahrnehmungen in einen widerspruchsfreien Zusammenhang bringen. Aus diesen Konzepten können neue Handlungen und ihre Ergebnisse (&lt;strong&gt;Vorhersagen&lt;/strong&gt;) abgeleitet werden, die Lebensmöglichkeiten erweitern. Wir sehen, das sind alles nur Anwendungen dessen, was wir oben &quot;Philosophieren&quot; nannten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Der nächste Schritt wäre die Ableitung von &lt;strong&gt;Spielregeln&lt;/strong&gt; (Prinzipien), mit denen die genannten Verhaltensweisen gefördert und verwirklicht werden. Da es sich hier nur um eine erste kleine Einführung handelt: Ende!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	&lt;strong&gt;Jetzt bist Du dran&lt;/strong&gt; - und wenn Du mehr wissen willst, kannst Du auf dieser Site rumschmökern: Es gibt noch viel zum Thema zu finden.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Das Leben gibt es nur als permanente Beta-Version.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/41&quot;&gt;Einführung&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/26&quot;&gt;Lebens-Wissen&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/46&quot;&gt;Philosophie&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-vg-wort-story field-type-text field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://vg06.met.vgwort.de/na/e8194caadb6a465e9921e5a3cea2b0c9&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Mon, 18 Jun 2007 00:31:13 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>Sekten und Fundamentalismus-Check</title>
 <link>https://www.mde-net.de/sekte</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;Wenn man in der bundesrepublikanischen Gesellschaft eine Gruppe Menschen ächten will gibt es ein unfehlbares Mittel: Man bezeichnet diese Gruppe als &lt;strong&gt;Sekte&lt;/strong&gt;, wahlweise: Jugend-, Psycho- oder Satanisten-Sekte. Sobald die Massenmedien diese Bezeichnung übernommen haben und veröffentlichen, ist das Spiel gelaufen. Von Stund an bekommen die Mitglieder dieser Gruppe keinen Arbeitsplatz und kein Bankkonto mehr, haben Prozesse schon vor dem ersten Prozeßtag verloren und sind Freiwild für jeden durchgedrehten Journalisten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Ob eine Gruppe eine Sekte ist wird entweder per &lt;strong&gt;Freistil&lt;/strong&gt; oder mit &lt;strong&gt;Checklisten&lt;/strong&gt;, sogenannten Sektenfragebögen, entschieden. Da Freistil völlig willkürlich, Fragebögen jedoch evaluierbar sind, orientieren wir uns an letzteren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Es gibt sehr viele Sektenfragebögen. Eines haben alle gemeinsam: Die &quot;&lt;strong&gt;Sekte&lt;/strong&gt;&quot;&lt;strong&gt; sind immer die Anderen&lt;/strong&gt;, deshalb basieren alle diese Fragebögen auf der Weltanschauung des Herstellers des Fragebogens. Was durch diese Fragebögen herausgefunden wird, ist: Stimmt der Glaube der &quot;Sekte&quot; mit dem Glauben der Hersteller des Fragebogens überein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Alle Fragebögen dieser Art sind selbst &lt;strong&gt;weltanschaulich infiziert&lt;/strong&gt;, denn die Kriterien basieren auf der Weltanschauung der Verfasser. So wird z.B. oft behauptet, daß es für die Gefährlichkeit einer Gruppe spricht, wenn sie das wissenschaftliche Weltbild zugunsten höherer Erkenntnisse ablehnt - aber das trifft auf jede Religion zu und beweist Gefährlichkeit nur aus der Sicht eines seinerseits gefährlichen Wissenschaftsfundamentalismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Die folgende Checkliste geht anders vor. Sie bietet anhand von &lt;strong&gt;Kriterien&lt;/strong&gt;, &lt;strong&gt;Symptomen&lt;/strong&gt; und &lt;strong&gt;Indizien&lt;/strong&gt; erste Hilfe für die Beurteilung einer Weltanschauung (Religion, Sekte, soziale Bewegung, etc.) am Maßstab des &lt;strong&gt;Fundamentalismus&lt;/strong&gt; - und legt die leitenden &lt;strong&gt;Prämissen &lt;/strong&gt;offen.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Jeder Fundamentalismus ist abzulehnen,&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;weil er die Selbstbestimmung der Menschen be- oder sogar verhindert.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &lt;strong&gt;Prämissen&lt;/strong&gt; dieser Checkliste sind:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Wahrheitsprämisse&lt;/strong&gt;: Es gibt für Menschen keine absolute Wahrheit. (Absolute Wahrheiten sind alle  Behauptungen, welche die Möglichkeit eines Irrtums ausschließen.)&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Irrtumsprämisse&lt;/strong&gt;: Jeder Mensch ist fehlbar, jeder Mensch kann irren.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Kritikprämisse&lt;/strong&gt;: Jede Behauptung ist kritisierbar und darf kritisiert werden. (Kritisches Denken, Argumentieren und Experimentieren kann Fehler der eigenen Überzeugungen aufdecken.)&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Freiheitsprämisse&lt;/strong&gt;: Niemand hat das Recht, die Denk-, Rede- und Handlungsfreiheit eines Menschen gewaltsam einzuschränken oder zu behindern. (Daraus folgt, daß niemand das Recht hat, einem anderen Menschen eine Weltanschauung vorzuschreiben.)&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Davon ausgehend ist eine &lt;strong&gt;Weltanschauung fundamentalistisch&lt;/strong&gt;, wenn eines der folgenden vier &lt;strong&gt;Kriterien&lt;/strong&gt; zutrifft:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Wahrheit&lt;/strong&gt;: Es wird behauptet, im Besitz einer absoluten Wahrheit zu sein. Auch die Behauptung, es gibt keine Wahrheit, ist eine - wenngleich selbstwidersprüchliche - absolute Wahrheit.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Glaube&lt;/strong&gt;: Es wird verlangt, daß an den Wahrheitsanspruch und die Wahrheit bestimmter Behauptungen oder einen &quot;unfehlbaren&quot; bzw. &quot;erleuchteten Führer&quot; geglaubt wird.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Kritik&lt;/strong&gt;: Kritische Diskussionen des Wahrheitsanspruchs oder des Wahrheitsinhalts der &quot;offiziellen Lehre&quot; oder bestimmter Behauptungen werden behindert, abgelehnt oder sanktioniert. Das betrifft sowohl argumentative Kritik, wie auch künstlerische Infragegestellung, Satire und Witze.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Gewalt&lt;/strong&gt;: Es wird Gewalt gegen Andersdenkende gefordert, befürwortet oder geduldet.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Weltanschauungen, Gruppen oder Behauptungen, auf die auch nur &lt;strong&gt;ein einziger&lt;/strong&gt; dieser Punkte zutrifft, sind fundamentalistisch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da die o.g. Kriterien, insbesondere in der Anwerbungsphase, nicht immer klar erkennbar sind, kann man sich an folgenden &lt;strong&gt;Symptomen&lt;/strong&gt; orientieren:&lt;/p&gt;
&lt;ol&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Einfachheit&lt;/strong&gt;: Die Weltanschauung ist verblüffend einfach und löst alle Probleme. Beispiele: Glaube nur an Gott und Du bist gerettet. Lebe einfach im Hier und Jetzt.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Guruismus&lt;/strong&gt;: Die Weltanschauung hat einen Meister, Führer, Vater, Guru oder Vordenker, der allein im Besitz der ganzen Wahrheit ist oder entsprechend verehrt wird.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Katastrophe&lt;/strong&gt;: Es wird behauptet, die Welt treibe auf eine Katastrophe zu und nur diese Weltanschauung ist die Rettung.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Emotionalismus&lt;/strong&gt;: Kritisch-rationales Fragen oder Denken wird als &quot;Verkopfung&quot;, negativ, satanisch, unerleuchtet etc. abgelehnt, die Wahrheit müsse &quot;mit dem Herzen&quot; oder &quot;intuitiv&quot; erfaßt werden.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Feinde&lt;/strong&gt;: Andere Weltanschauungen werden als satanisch verteufelt, ihre Anhänger als &quot;Ungläubige&quot; angefeindet.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Rettung&lt;/strong&gt;: Es wird behauptet, daß es Rettung, das Heil oder Erlösung nur in dieser Weltanschauung, Kirche oder Religion gäbe. (Das ist abzugrenzen von erfolgreichen Methoden die jeder, mit der entsprechenden Ausbildung, anwenden kann.)&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;&lt;p&gt;Keines der folgenden &lt;strong&gt;Indizien&lt;/strong&gt; kann für sich allein Fundamentalismus beweisen, aber je mehr davon auf eine Gruppe zutreffen, desto stärker der Verdacht:&lt;/p&gt;
&lt;ol&gt;&lt;li&gt;
		Kritik und Ablehnung durch Außenstehende werden als Beweis dafür angeführt, daß die Weltanschauung wahr ist.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Es wird verlangt, aus welchen Gründen auch immer, daß alle bestehenden Beziehungen (Verwandtschaft, Wohngemeinschaft, Freundschaften) abgebrochen werden.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Die Gruppe grenzt sich von der übrigen Welt ab, z.B. durch
&lt;ol&gt;&lt;li&gt;
				Kleidung&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
				Ernährungsvorschriften&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
				eine eigene Gruppensprache oder&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
				Reglementierung von zwischenmenschlichen Beziehungen.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Die Gruppe verlangt die strikte Befolgung von Verhaltens-Regeln, die nicht diskutiert oder nicht geändert werden dürfen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Es erfolgt eine Überwachung durch einen Vertreter der Gruppe, z.B. durch ständige Anwesenheit oder Begleitung.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;&lt;p&gt;Wenn die hier vorgelegten Prämissen, Kriterien, Symptome und Indizien für Dich plausibel sind, kannst Du danach selbst entscheiden, ob oder inwieweit eine Gruppe, Kirche oder sonstige Organisation fundamentalistisch ist.&lt;/p&gt;
&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/41&quot;&gt;Einführung&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/33&quot;&gt;Fundamentalismus&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/31&quot;&gt;Religion&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/32&quot;&gt;Sekten&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-vg-wort-story field-type-text field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://vg06.met.vgwort.de/na/141177213fc7409aacb902e401036d00&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Mon, 11 Jun 2007 21:08:40 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>Was ist ein Spiel?</title>
 <link>https://www.mde-net.de/spiel</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;div align=&quot;center&quot;&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&quot;Der Mensch spielt, wo er das Dasein feiert.&quot;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;		&lt;strong&gt;Denn, um es endlich auf einmal herauszusagen, &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;und er ist nur da ganz Mensch, &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;wo er spielt.&quot;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		(Schiller)&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;!--break--&gt;&lt;p&gt;Ich werde Ihnen hier nicht erzählen, was ein Spiel in Wahrheit und Wirklichkeit und seinem Wesen nach und essentiell ist. Mir geht es darum, eine spielerische Einstellung zu beleuchten. Eine Einstellung, die das Leben als Spiel nimmt.  Das ist eine Fusion von &quot;Leichtigkeit des Seins&quot; und &quot;Ernst des Lebens&quot;. Gregory Bateson schrieb in &quot;Geist und Natur&quot; (S. 265): &quot;Strenge allein ist lähmender Tod, Phantasie allein ist Geisteskrankheit&quot;. Auf die richtige Mischung kommt es an - und die nenne ich: &lt;strong&gt;Spiel&lt;/strong&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Philosoph und Hermeneutiker Hans Georg Gadamer hat einige Kennzeichen des Spiels zusammengestellt, die als Fusion von Strenge und Phantasie gelesen werden können. Damit werde ich anfangen. Danach folgen einige bedenkenswerte Ergänzungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Merkmale des Spiels nach H. G. Gadamer:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Ein Spiel ist eine Tätigkeit, die keinen Zweck außerhalb ihrer Selbst hat, nicht Mittel zu einem Zweck ist, sondern Selbstzweck. Spiel will nichts anderes als Ziele und Zwecke im Spiel erreichen. &lt;strong&gt;Das Ziel des Spiels ist das Spielen.&lt;/strong&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Immer wird ein durch &lt;strong&gt;Spielregeln &lt;/strong&gt;bestimmtes und nur auf diese bestimmte und nicht andere Weise zu erreichendes Spielziel verfolgt. Das Spielziel zu erreichen ist mit &lt;strong&gt;Anstrengung &lt;/strong&gt;verbunden, eine Herausforderung muß es sein, damit es Spaß machen kann.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Das Spiel lebt vom &lt;strong&gt;Hin und Her der Bewegungen&lt;/strong&gt;.  Auf einen Zug folgt ein antwortender Zug, ein Gegenzug. Das drückt sich in Übertragungen des Spielbegriffs auf Naturvorgänge, z. B. das Spiel der Wellen, aus.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Wer spielt, der ist in das Spiel &lt;strong&gt;versunken&lt;/strong&gt;, er ist hineingezogen, er ist so gefesselt, daß er nur mitspielen kann, er handelt mit Heiligem Ernst - ansonsten ist er ein Spielverderber. Dieses Mitgehen ist dem Spiel nicht äußerlich, sondern wesentlich.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Der Gegenbegriff zu Spiel ist nicht Ernst, sondern &lt;strong&gt;Nichtdabeisein&lt;/strong&gt;. Nichtdrinsein.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Spielen ist &lt;strong&gt;emotionale Intensität&lt;/strong&gt;. Dabeisein ist nicht nur kognitive Konzentration, diese ist distanzierend. Dabeisein ist emotional, drin sein, nicht distanziert sein, Intensität des Empfindens.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Wie werden die Spieler ins Spiel gezogen? Durch die &lt;strong&gt;Herausforderungen&lt;/strong&gt;, Aufgaben und Regeln, die es an sie stellt. Die Spieler, die sich ins Spielgeschehen ziehen lassen, sind mit Heiligem Ernst dabei.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Die &lt;strong&gt;Zeitlichkeit &lt;/strong&gt;des Spiels ist die des &quot;Dabeiseins für eine Weile&quot;. Spielen hat seine Eigenzeit, erfüllte Zeit statt leerer, die nur zu füllen wäre - anders wäre autotelisches Tun unmöglich.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Das Spiel existiert nur im gespielt werden, seine &lt;strong&gt;Seinsweise &lt;/strong&gt;ist die des Mitspielens. Man kann ein Spiel nicht objektiv erfahren, ihm nicht gegenüberstehen, man kann es nur im Dabeisein erfahren - in der Teilnahme am Prozeß, nicht im Beobachten des Prozesses oder im Studium der Spielregeln.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Nicht die Spielenden spielen das Spiel, sondern &lt;strong&gt;das Spiel spielt sich selbst&lt;/strong&gt;. Das Spiel bestimmt was die Spielenden tun. Die Spieler sind für jedes Spiel kontingent (austauschbar). Das Spiel behält seine Identität auch wenn die Spieler wechseln.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Spielen ist &lt;strong&gt;Da-sein&lt;/strong&gt;, wach bei-sich-sein und in-der-Welt-sein - nicht weg-sein, nicht Verfallenheit an etwas anderes als Da-sein.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Eugen Fink&lt;/strong&gt;, ein Phänomenologe der Heidegger-Schule, hat sich in &quot;Grundphänomene des menschlichen Daseins&quot; mit dem Spiel beschäftigt. Als &quot;Grundphänomene&quot; bezeichnet Fink Arbeit, Kampf, Liebe, Tod und Spiel. Er schreibt:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;
	&quot;Das Verhältnis des Spiels zu den anderen Grundphänomenen [des Lebens] ist nicht nur das einer Nachbarschaft und wechselseitigen Bezogenheit wie bei Arbeit und Kampf oder bei Liebe und Tod. &lt;strong&gt;Das Spiel umfaßt und umgreift alle anderen&lt;/strong&gt;, vergegenwärtigt sie im seltsamen Element des Imaginären und leistet damit für das menschliche Dasein eine reine Selbstdarstellung und Selbstanschauung im seltsamen Spiegel des reinen Scheins&quot;. Das Spiel ist also weder Gegensatz der Arbeit oder eines Ernstes, sondern &quot;umfasst und umgreift&quot; nicht nur alle anderen Grundphänomene, sondern das Leben selbst spiegelt sich im Spiel, dem reinen Schein als &quot;Selbstdarstellung und Selbstanschauung&quot;.&lt;/p&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Nicht das Reale, sondern das &lt;strong&gt;Imaginäre &lt;/strong&gt;ist der Spiegel des Lebens. Natürlich, wären Selbstanschauung und Selbstdarstellung durch das Reale bestimmt, wären sie mechanisch (Naturgesetzen unterworfen) und durch den Menschen nicht gestaltbar, nicht einmal beeinflußbar. Nur in der Phantasie und dem Ideal ist eine Selbstdarstellung des Menschen nach seinem Bilde und seinem Entwurf möglich - und &lt;strong&gt;die praktisch gewordene Phantasie ist das Spiel&lt;/strong&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;
	&quot;Um das &lt;strong&gt;Spiel in seiner Radikalität &lt;/strong&gt;zu denken, muss zuallererst die ontologische und transzendentale Problematik gewissenhaft aufgearbeitet werden, muss geduldig und entschieden durch die Frage nach dem Sinn von Sein, dem Sein des Seienden und dem transzendentalen Ursprung der Welt - der Weltlichkeit der Welt - hindurchgegangen, angestrengt und bis zuletzt der kritischen Bewegung Husserlscher und Heideggerscher Fragen, deren Wirksamkeit und Lesbarkeit es zu erhalten gilt, gefolgt werden. Gelingen kann dies aber nur, indem die Begriffe des Spiels und der Schrift, auf die wir hier rekurrieren, durchstrichen werden, da sie sonst in regionalen Grenzen und in einem empiristischen, positivistischen oder metaphysischen Diskurs gefangen bleiben. (...) &lt;strong&gt;Zuerst also muss das Spiel der Welt gedacht werden, und dann erst kann man versuchen, alle Spielformen in der Welt zu begreifen&lt;/strong&gt;.&quot; (Jacques Derrida, Grammatologie, S. 87-88, Hervorhebungen von MDE)&lt;/p&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;p id=&quot;oneline&quot; style=&quot;border-color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;&lt;strong&gt;Games are models of reality&lt;/strong&gt;, perhaps the most elaborated abstract models of common reality, they liberate - if you follow Jean Baudrillard - us into a world of settings and rules, which are stricter than the rules of the world, in fact they liberate us from ‘the morality of reality’.&lt;/p&gt;
&lt;p id=&quot;oneline&quot; style=&quot;border-color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;Games are both &lt;strong&gt;object and process&lt;/strong&gt;; they can’t be read as texts (Religion) or listened to as music (Kunst), they must be played - und gehen deshalb über Religion und Kunst hinaus! Sie haben mehr Ähnlichkeit mit Wissenschaft (Experiment) und Wirtschaft (Verkaufen). Man kann vielleicht sagen, daß Religion und Kunst von Spiel absorbiert werden.&lt;/p&gt;
&lt;p id=&quot;oneline&quot; style=&quot;border-color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Jedes Spiel zeichnet sich durch folgende Elemente aus:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		die &lt;strong&gt;Spielwelt &lt;/strong&gt;(ein materielles/semiotisches System, z.B. Schachbrett und Figuren),&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Regeln &lt;/strong&gt;(das explizite Regelwerk, aber auch implizite Regeln der Spielmechanik),&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Designer &lt;/strong&gt;(der Schöpfer des Spiels, der die Spielwelt und die Regeln bestimmt, das Liber Legis ist eine Logik 3. Ordnung),&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Gameplay &lt;/strong&gt;(die Ereignisse, welche sich aus der Anwendung der Regeln auf die Spielwelt und durch die Aktionen der Spieler ergeben).&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Hier noch eine respektvolle Verbeugung vor dem Meister der soziologischen Systemtheorie: &lt;strong&gt;Niklas Luhmann!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;(Super-) Funktionssystem Spiel: &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Medium&lt;/strong&gt;: Freude (Spaß?) (Nicht zu verwechseln mit Unterhaltung durch Massenmedien)&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Code&lt;/strong&gt;: Erfolg / Mißerfolg&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Nebencodierung&lt;/strong&gt;: Lust / Unlust (Wert / Unwert?)&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Programm&lt;/strong&gt;: Spiele, Erfolg / Mißerfolg wird ausgespielt, Spiel ist praktisch gewordene Fantasie&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Kontingenzformel&lt;/strong&gt;: positiver Sinn&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Funktion&lt;/strong&gt;: Neue Möglichkeiten für Freude schaffen&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Leistung&lt;/strong&gt;: Möglichkeiten zur Freude bereitstellen, u. a. eine Aufgabe der Thelema-Society&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Reflexionssystem&lt;/strong&gt;: Ludologie (Wie kann Freude erzeugt werden?); für Thelema, also die Spiele des Lebens (Mission, Heldenreise), ist das Liber L vel Legis die Reflexionslogik. Es enthält die Regeln  zum Erschaffen von Spielen des Lebens.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Symbiotischer Mechanismus&lt;/strong&gt;: Lustgefühle&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;&quot;Spielen ist das ganze Geheimnis.&quot;&lt;/strong&gt; (Angela)&lt;/p&gt;
&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/41&quot;&gt;Einführung&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/25&quot;&gt;Spiel&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-vg-wort-story field-type-text field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://vg06.met.vgwort.de/na/cb4dff5312fe41f3af019ad79bea20a7&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Thu, 26 Apr 2007 23:54:35 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>Das verstehende Gespräch</title>
 <link>https://www.mde-net.de/gespraech</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Vom Gegeneinander zum Miteinander&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das verstehende Gespräch ist eine - für die meisten Menschen: ungewöhnliche - Art des Miteinander-Redens. Diese Art des Gesprächs ist nützlicher, erfreulicher und spannender als der gewöhnliche Flachsinn, das übliche Gegeneinander oder das Aneinander-vorbei-Geplapper. Wenn das für dich interessant ist ... lies weiter :-)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Ein verstehendes Gespräch ist nicht-positional. &lt;strong&gt;Positional &lt;/strong&gt;bedeutet: Positionen aufbauen und gegen Angriffe verteidigen, gegnerische Positionen angreifen und zu bezwingen suchen. Recht haben und behalten. Genau das findet im verstehenden Gespräch nicht statt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Deshalb ist ein verstehendes Gespräch unmöglich mit Menschen,&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		die glauben, im Besitz der Wahrheit zu sein,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		die alles besser wissen,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		die sich zu schwerfällig mit ihren Meinungen identifizieren, um offen gegenüber dem Anderen sein zu können,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		die zu dezentriert sind, als dass sie sich überhaupt gegenüber irgendetwas öffnen könnten.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Die drei erstgenannten Fälle haben zu feste Überzeugungen, um offen sein zu können, die letztgenannte zu seichte. Wenn du nicht zu diesen Unmöglichkeits-Fällen gehörst ...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Deine Überzeugungen beruhen auf deinen Erfahrungen, all dem was du in deinem Leben erlebt und erlernt hast. Aber du hältst deine Erfahrungen nicht für absolut wahr, nicht für die einzig richtige, wahre, begründete oder legitime Sicht der Dinge. Deshalb kannst du anderen Menschen zuhören. Du bist offen und lernfähig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Andererseits traust du deinen Überzeugungen aber doch eine gewisse Gültigkeit zu. Du hast nicht nur belanglose Meinungen, sondern du bist ein Mensch, der ernst zu nehmen ist. So schöpfst du aus deiner  Erfahrung, indem du diese mit einem Geltungsanspruch ins Gespräch bringst, dennoch aber bereit bist, dich durch Erfahrungen des Anderen in Frage stellen zu lassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Ein verstehendes Gespräch ist ein gemeinsamer Denkprozess, der die Lebenserfahrungen der Beteiligten spiegelt. Solch ein Gespräch ist ein geistiges Ringen, bei dem verschiedene existentielle Lebenserfahrungen aufeinander bezogen und aneinander gewogen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Du hörst dem Gesprächspartner zu, prüfst kritisch seine Formulierungen und dein Verständnis dieser Formulierungen, versuchst durch Paraphrasieren und Hinterfragen zu verstehen, was er meint und inwieweit du damit übereinstimmen kannst. Du stellst deine Erfahrungen dagegen, nicht als bessere, sondern als andere Erfahrungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	So sucht man gemeinsam nach erweiterten oder gar neuen Perspektiven, die als Gewinn an Lebensmöglichkeiten, durch den kritisch-verstehenden Austausch, erfahren werden. Was uns dabei treibt, was unsere Kritik, unsere Zustimmung oder unser beharrliches Weitersuchen motiviert, ist die Erweiterung unserer Lebenserfahrung, deren Gültigkeit und die Erschließung neuer Möglichkeiten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Statt vorschnell Gegensätze zu konstruieren, wird das verstehende Gespräch geduldig die Tiefen der Erfahrung ausloten, um zu erfahren, ob in der Sicht eines Gesprächspartners irgendwo eine Offenheit besteht zu einer Möglichkeit hin, die wir selber noch nicht gesehen, vielleicht noch nicht einmal erahnt haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Wenn sich dennoch Widersprüche auftun, geht man nicht darauf aus, sie sogleich aus dem Weg zu räumen. Denn das hieße ja, indem man eine von zwei sich widersprechenden Positionen zugunsten der anderen für falsch erklärt, diese Position zu eliminieren und damit das Gespräch zu begrenzen. Es könnte durchaus  sein - und es erweist sich immer wieder, dass es so ist -, dass aus unterschiedlichen Lebenserfahrungen unterschiedliche Überzeugungen erwachsen, die einander scheinbar ausschließen, bei genauerer Betrachtung aber doch nebeneinander bestehen können. So können scheinbar sich ausschließende Positionen jeweils einen anderen Aspekt der Welt zur Geltung bringen, einer Welt, die wir ja doch nie als Ganze besitzen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Das verstehende Gespräch ist weder tolerant noch intolerant - denn diese Begriffe gehen am Wesen dieses Gesprächs vorbei. Es geht nicht darum, den Anderen zu tolerieren, sondern darum, ihn zu verstehen. Tolerieren kann man alles und jeden - ohne auch nur zu wissen wer er ist und was er will. Jemanden tolerieren bedeutet neutral zu sein, aber man kann nicht verstehen, wenn man neutral ist. Ein verstehendes Gespräch ist kein Wir-haben-doch-beide-Recht-Gelabere, welches sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigt. Im Gegenteil wird die größte gemeinsame Differenz gesucht, denn nur Verschiedenheit kann Verstehen motivieren und neue Horizonte eröffnen. Nur in der Anerkennung der radikalen Andersheit des Anderen anerkennt man den Anderen als Anderen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Man öffnet sich dem Anderen, aber man wechselt nicht mit fliegenden Fahnen die Fronten und man entkernt Widersprüche nicht zum Kleister. Für seine Überzeugungen kämpft man, sonst wären es keine. Aber es geht nie positional gegen den Anderen, sondern im wechselseitigen Verstehenshorizont zusammen mit dem Anderen. Bei einem verstehenden Gespräch läuft man immer Gefahr, dass sich eigene Überzeugungen ändern können - aber das wird als Vorteil betrachtet, nicht als Verlust.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit Relativismus hat das alles nichts zu tun. Es ist einfach die Einsicht, dass&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		sich Erkenntnis im Laufe der Geschichte wandelt,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		jeder Mensch ein Individuum mit seiner besonderen Lebensgeschichte und seiner eigenen Erfahrungswelt ist,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		und in die Unabgeschlossenheit jeder Wahrheit!&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;In verstehenden Gesprächen können wir &quot;diesen faszinierenden imaginären Raum schaffen ..., in dem niemand im Besitz der Wahrheit ist und jeder das Recht hat, verstanden zu werden.&quot; (Milan Kundera)&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;&quot;Ich bin. Aber ich habe mich nicht. Darum werden wir erst.&quot;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
	(Ernst Bloch)&lt;/p&gt;
&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt;&lt;p&gt;Weiter: &lt;a href=&quot;/node/12&quot;&gt;Wie verstehende Gespräche geführt werden können&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/41&quot;&gt;Einführung&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/29&quot;&gt;Kommunikation&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/26&quot;&gt;Lebens-Wissen&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-vg-wort-story field-type-text field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://vg06.met.vgwort.de/na/a7587d14c4a840eb8df9d0c65a6cc25d&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Fri, 06 Apr 2007 20:41:03 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>Was ist &quot;Open Religion&quot;?</title>
 <link>https://www.mde-net.de/open-religion</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Freiheit für Ungläubige&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&quot;Open Religion&quot; ist, soweit ich weiß, eine Erfindung von mir :-)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	&quot;Open Religion&quot; ist für Religion so etwas ähnliches wie &quot;Open Source&quot; für Software. Einige Leute haben eine Idee, verbünden sich - und gründen eine Religion. Diese Religion steht anderen Menschen offen. Jeder kann diese Religion benutzen und er kann auch beim &#039;Programmieren&#039; dieser Religion mitmachen. Je mehr Open Religionen desto besser - und keine Open Religion stellt den Anspruch, die einzige sein zu müssen oder im Besitz der absoluten Wahrheit zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Betrachten wir das etwas genauer:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Weltanschauung&lt;/strong&gt;: Wie ein Mensch seine Realität konstruiert. Alltagssprachlich: In welcher Realität ein Mensch lebt, wie er die Welt erlebt. Es gibt wissenschaftliche, künstlerische, religiöse, wirtschaftliche und natürlich politische Weltanschauungen - und noch einige mehr.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Religion&lt;/strong&gt;: Weltanschauung, die primär auf Sinngebung (Sinn des Lebens) abzielt. Gründet gewöhnlich auf einem Jenseits mit Gott oder Göttern, Sein, Nirvana oder Tao. Das Jenseits ist mit den irdischen Sinnen nicht wahrnehmbar und garantiert Wahrheit - zumindest wenn man daran glaubt. Im weiteren Sinne ist jede Weltanschauung, an deren Wahrheit geglaubt wird, eine Religion, egal ob sie auf gasförmigen Wirbeltieren oder wissenschaftlichen Methoden gründet.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Jeder Mensch hat eine Weltanschauung, die meisten Menschen eine Religion. Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Closed Religion&lt;/strong&gt;: (Fundamentalismus, Kirchen, Wissenschaftsimperialismus): Nur meine Religion ist wahr, alle anderen Religionen sind falsch: Irrglauben! Wer nicht zu meiner Religion gehört, ist ein Ungläubiger, der falsch denkt. Wer diese Auffassung vertritt, schreibt sich selbst göttliche Erkenntnismacht zu, denn wie sollte er sonst die Wahrheit kennen?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Open Religion&lt;/strong&gt;: Jede Religion ist wahr. Jeder Mensch hat das Recht, über seine Wahrheit selbst zu entscheiden. Wer zu einer Closed Religion gehört, mag das tun, solange er nicht versucht, seine Weltanschauung anderen Menschen vorzuschreiben bzw. sie mit anderen Mitteln als dem &quot;sanften Zwang der Argumentation&quot; (Habermas) zu bekehren.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Closed Religionen leiten aus ihrer Wahrheit ihre Einzigartigkeit ab. Open Religionen sind - jede - einzigartig, das reicht ihnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Es ist ein Unterschied, ob man sagt: &quot;alle Religionen sind wahr&quot; oder &quot;alle Religionen sind falsch&quot;. Im ersteren Fall nimmt man sie ernst, d.h. man gesteht ihnen zu, dass sie ihren Gläubigen irgendeinen Nutzen bringen, im letzteren Fall nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Wenn eine Religion Menschen sinnvoll erscheint, z.B. weil sie zu ihrem Glück, Wohl oder Nutzen beiträgt, wird es Menschen geben, die diese Religion wählen und gestalten. Eine exklusive Wahrheit oder Letztbegründung braucht es dazu nicht. Wenn eine Religion dies nicht mehr leistet, hilft ihr auch kein Wahrheitsanspruch mehr.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Wenn ein Mensch aber meint, dass er die einzige Wahrheit haben muss, mag er das tun und entsprechend wählen - solange er anderen Menschen das gleiche Recht zugesteht und seine Wahrheit nicht anderen Menschen vorzuschreiben versucht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Man kann Weltanschauungen danach abscannen, welche in welchen Hinsichten leistungsfähiger sind oder welche irgendeinen anderen Reiz bieten, der es sinnvoll erscheinen läßt, sie zu wählen, vielleicht nur, um mit ihnen eine Weile zu experimentieren. Dabei werden verschiedene Menschen zu verschiedenen Ergebnissen kommen. Und das ist gut so.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Als moderner Mitteleuropäer kann man heute nicht mehr ernsthaft behaupten, dass eine bestimmte Religion die einzig wahre Religion sei. Aber man kann sich dafür entscheiden, eine bestimmte Religion als Wahrheit zu wählen - dieses Recht auf die eigene Wahl muss man dann aber jedem Menschen zugestehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Open-Religion Erklärung:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Wir / Ich stimme(n) zu: Jede Religion ist wahr.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&quot;Religion ist eine Beleidigung der Menschenwürde. Ohne sie gäbe es gute Menschen, die gute Dinge tun und schlechte Menschen, die schlechte Dinge tun, aber um gute Menschen dazu zu bringen, schlechte Dinge zu tun, ist Religion notwendig.&quot;&lt;/strong&gt; (Steven Weinberg, zweimaliger Nobelpreisträger)&lt;/p&gt;
&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/41&quot;&gt;Einführung&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/33&quot;&gt;Fundamentalismus&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/31&quot;&gt;Religion&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-vg-wort-story field-type-text field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://vg06.met.vgwort.de/na/a5d153454e234c70acd68a5d78c32b49&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Sun, 01 Apr 2007 17:28:08 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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