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 <title>Michael D. Eschner - Kommunikation</title>
 <link>https://www.mde-net.de/taxonomy/term/29</link>
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 <title>Argument: Was ist das?</title>
 <link>https://www.mde-net.de/argument</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;Die nachfolgenden Ausführungen basieren auf dem Wikipedia-Artikel &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Argument&quot;&gt;Argument&lt;/a&gt;, weichen aber wesentlich von diesem Artikel ab.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Als &lt;strong&gt;Argument&lt;/strong&gt; (v. lat. argumentum &quot;Beweisgrund, Beweismittel&quot;) wird eine Aussage oder eine Folge von Aussagen bezeichnet, die zur Begründung einer anderen Aussage, z.B. einer Behauptung (These), angeführt wird. Die Darlegung der Argumente zur Untermauerung der These wird als &lt;strong&gt;Argumentation&lt;/strong&gt; bezeichnet. Die logisch korrekte Schlußfolgerung aus anderen (wahren) Aussagen (Prämissen) bezeichnet man als Beweis.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Argumentationsaufbau&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Bei einem linearen Aufbau der Argumentation fügen sich die einzelnen Argumente zu einer Argumentationskette zusammen, die dem Beweis der These (Behauptung, Kernaussage) des Redners/Autors dienen soll.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Der lineare Aufbau der Argumentation:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Argument, ggf. mit Beispiel(en)
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
				Prämisse(n) (vorausgesetzte Behauptungen)&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
				Konklusion (Schlußfolgerung, bewiesene Behauptung)&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		weitere Argumente.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;In der Praxis werden nicht immer alle Prämissen explizit genannt, zum Beispiel wenn sie als bekannt und akzeptiert gelten.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Plausibilität von Argumenten&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Bei der Überprüfung einer Argumentation auf Plausibilität wird geklärt, ob die Prämissen plausibel und die Schlußfolgerungen logisch korrekt sind. Prämissen sind plausibel, wenn sie sich auf&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Wahrnehmungen stützen,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Schlußfolgerungen aus Wahrnehmungen oder&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		empirisch prinzipiell prüfbare Konditionale (wenn A, dann B) sind. &lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;h2&gt;
	 Deduktive Argumente&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Als Argumentum ad veritatem (Wahrheitsbeweis) werden deduktive (oder deduktiv gültige) Argumente bezeichnet, bei denen die Konklusion logisch aus den Prämissen folgt, die Konklusion also wahr ist, falls die Prämissen wahr sind.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Logisches Nutzwertargument&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das logische Nutzwertargument besteht aus zwei oder mehr Prämissen sowie der logischen Konklusion.&lt;br /&gt;
		Beispiel: Dieses neue Auto verbraucht nur fünf Liter pro 100 Kilometer und sein Tankinhalt beträgt 50 Liter. Das bedeutet, Sie können mit einer Tankfüllung 1.000 Kilometer reisen, ohne unterwegs tanken zu müssen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Vergrößerung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Sie stellt zwei Sätze mathematisch miteinander in Bezug. Aus dem rechnerischen Ergebnis wird die Plausibilität einer Ersparnis oder eines Gewinnes dargestellt.&lt;br /&gt;
		Beispiel: Bei Einsparungen von nur 1,7 Cent pro Druckseite sparen Sie bei Ihrer Auflage bereits 20.000 x 0,017 = 340,- Euro im Monat.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Verkleinerung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Sie dient der Relativierung möglicher Gegenargumente, z.B. Anschaffungskosten oder laufenden Belastungen.&lt;br /&gt;
		Beispiel: Der Solarkollektor kostet zwar 24.000,- Euro, bei einer Nutzungsdauer von 20 Jahren sind das allerdings nur 100 Euro pro Monat.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Schluß vom Allgemeinen auf das Besondere&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum a posteriori (im nachhinein (aus Erfahrung gewonnen)) arbeitet mit einem auf die Erfahrung gestützten Beweis. Diese Schlußfolgerung dient dazu, spezielle Erkenntnisse aus allgemeinen Theorien zu gewinnen.&lt;br /&gt;
		Beispiel: Seit 6.000 Jahren ist Krieg eine der immer wiederkehrenden Strategien zur Sicherstellung knapper Ressourcen. Auch heute beobachten wir knapper werdende Ressourcen. Es wird wieder Krieg geben. Oder: &quot;Alle Menschen, die ich kannte, sind gestorben. Also werde auch ich sterben müssen.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Bilanzierung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Die Bilanzierung oder Nutzwertanalyse stellt die Pro-und-Contra-Argumente gegenüber und versieht sie mit einem Gewichtungsfaktor. Die Summation ergibt ein mathematisch eindeutiges Ergebnis.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;h2&gt;
	Induktive Argumente&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Induktive Argumente stützen sich auf empirische Beobachtungen und Erfahrungen. Dabei wird von Einzelfällen auf das Allgemeine geschlossen. Es ist zwar rational, die Konklusion für wahr zu halten, wenn alle Prämissen wahr sind, die Konklusion folgt jedoch nicht logisch zwingend, sondern ist nur in gewissem Grade wahrscheinlich (vgl. Induktionsschluß).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Beispiel: Bei allen bisherigen Versuchen, die Rechtschreibung zu reformieren, zeigte sich, daß die Leistungen der Schüler nachließen. Also werden die Leistungen der Schüler bei Einführung der aktuellen Rechtschreibreform wieder nachlassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Auch wenn die Aussage: &quot;Alle bisherigen Reformen führten zu schlechteren Leistungen.&quot; durch empirische Studien ausnahmslos bestätigt sein sollte, gilt das Argument nur in einem statistisch abgesicherten Rahmen, da ein einziges Gegenbeispiel die Allgemeingültigkeit widerlegen würde.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Indirekte Argumente&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Ein Argumentum e contrario (Beweis durch Widerspruch) untermauert die eigene These mit der Falsifizierung des Gegenteils (indirekter Beweis).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Beispiel: Euklids Beweis für Irrationalität von Wurzel 2 oder: Die Gegner der Rechtschreibreform behaupten, daß die Schüler mit den neuen Regeln mehr Fehler machen würden. Neueste Untersuchungen zeigen jedoch, daß die Fehlerquote seit Einführung um 20 Prozent gesunken ist.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Fehlschlüsse&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Dabei handelt es sich um Argumente, die bei korrekter Handhabung logisch einwandfrei sind, jedoch auch zu (absichtlichen) Fehlschlüssen verwendet werden können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Ein logischer Irrtum, dem der Argumentierende erliegt, wird als &lt;strong&gt;Paralogismus&lt;/strong&gt; bezeichnet. Ein mit der Absicht, andere zu täuschen, herbeigeführter Fehlschluß wird als &lt;strong&gt;Sophismus&lt;/strong&gt; bezeichnet. Unter einem &lt;strong&gt;Argumentum ad rem&lt;/strong&gt; versteht man allgemein eine Beweisführung, die sich nur auf die zu diskutierende Sache selbst stützt und unabhängig von Gefühlen und Meinungen ist.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Autoritätsverweis oder Referenzargument&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ad verecundiam will unter Berufung auf eine Autorität überzeugen.&lt;br /&gt;
		Da es unmöglich ist, alles selbst nachzuweisen, muß man sich auf Quellen anderer verlassen können. Also ist es notwendig, bekannte Fachleute auf dem Gebiet zu Rate zu ziehen. Allerdings können auch Experten irren, ihre Ansichten können revidiert werden, und in einem Gebiet können mehrere unterschiedliche &#039;Lager&#039; mit jeweils guten Gründen für ihre Positionen existieren.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Mitleidargument&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Mit Hilfe des Argumentum ad misericordiam wird Mitleid genutzt, um weiteres Nachhaken zu unterbinden.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Niemand hat Deinen Geldbeutel gestohlen, Du hast ihn verloren. Warum verdächtigst Du einen armen und mißbrauchten Menschen?&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Gesellschaftliche Argumentation&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ad populum ist ein ähnlicher Versuch, durch den Verweis auf die wirkliche oder behauptete allgemeine Meinung zu überzeugen und schließt aus der Anzahl der Anhänger einer Aussage auf ihren Wahrheitsgehalt.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Im Mittelalter glaubten praktisch 100 Prozent der Leute daran, daß die Sonne und die Planeten um die Erde kreisen und die Erde unbeweglich im Raum hängt. Also kann das nicht ganz falsch gewesen sein.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Moralisches Argument&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das moralische Argument (auch ethisches oder normatives Argument) bezieht sich noch weiter verengend explizit auf allgemein anerkannte ethische oder gesellschaftliche Werte und versucht, eine Aussage in Übereinstimmung oder im Gegensatz befindlich darzustellen.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Wir sollten die geltende Groß- und Kleinschreibung nicht aufgeben, da sie einzigartig ist.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Ideologisches Argument&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Einzelinteressen werden hier unter Berufung auf Allgemeines (z.B. die Natur, gesellschaftliche Zwänge, das Allgemeinwohl) vollkommen verschleiert. Das ideologische Argument steht beinahe schon außerhalb der Fehlschlüsse, da es sich im Grunde um ein Postulat, eine Aussage handelt.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Es ist doch nur natürlich, wenn man möchte, daß alles beim Alten bleibt.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Hypothetisches Argument&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Dieses Argument konkludiert angenommene Prämissen mit tatsächlichen. Die Konklusion ergibt kein (notwendig) wahres Urteil, da hierzu die Wahrheit der Prämissen erwiesen sein muß.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Wenn das jetzt Ihr Kind auf der Intensivstation wäre, Herr Doktor, was würden Sie alles unternehmen, um sein Leben zu retten? Sie würden alles versuchen!&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Argument aus Nichtwissen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ad ignorantiam nutzt Nichtwissen als Beweis beziehungsweise in Form des Argumentum e silentio das Schweigen. Der Fehlschluß, daß das Fehlen oder die Unkenntnis von Tatsachen, die eine Aussage unterstützen, die Aussage widerlegen bzw. der Fehlschluß, daß eine Aussage wahr ist, weil ihre Unwahrheit nicht bewiesen ist (oder vice versa) ist oft mit dem Glauben verbunden, daß die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses &#039;immer&#039; umgekehrt proportional zu der Anzahl der Möglichkeiten ist. Ein Argumentum ad ignorantiam bringt letztlich nur den Glauben an etwas als eigene irrelevante Unkenntnis in die Argumentation.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Niemand hat gezeigt, daß es keinen Gott gibt; also muß Gott existieren.&quot; Oder: &quot;Niemand hat je ein UFO gesehen, also gibt es keine UFOs.&quot; Auch: &quot;Da Wissenschaftler das Auftreten einer globalen Erwärmung nicht beweisen können, wird es eine solche auch nicht geben.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Scheinkausalität&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Hierbei fungieren zwei Ereignisse als Prämissen, aus deren Gleichzeitigkeit (Cum hoc ergo propter hoc: gleichzeitig, also deswegen) bzw. zeitlichen Abfolge (Post hoc ergo propter hoc: danach, also deswegen) ein unbewiesener Kausalzusammenhang konkludiert wird.&lt;br /&gt;
		Zum Beispiel: &quot;Eisverkäufe korrelieren stark (und robust) mit Verbrechensraten. Daher verursacht Speiseeis Verbrechen.&quot;&lt;br /&gt;
		Dieses Argument ist fehlerhaft, weil es die tatsächliche Erklärung außer Acht läßt, daß es eben die hohen Temperaturen sind, die sowohl die Verbrechensraten als auch die Speiseeisverkäufe unabhängig voneinander erhöhen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Grundannahme&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Mit dem Argumentum a priori wird ein Beweis mittels rein logischer Schlußfolgerungen geführt, der ohne Erfahrungswissen auskommt. Diese Annahme ist jedoch nicht falsifizierbar.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Wenn man annimmt, daß alle Menschen sterblich sind und Sokrates ein Mensch ist, so folgt daraus, daß Sokrates sterblich sein muß.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Argument der goldenen Mitte&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ad temperantiam ist ein Fehlschluss, der die Mitte zweier Positionen unabhängig von der argumentativen Untermauerung der einzelnen Positionen bevorzugt.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Da die Gewerkschaften 10 % mehr Lohn verlangen und die Arbeitgeber 2 % zugestehen, sollten wir uns auf 6 Prozent einigen.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Zirkelschluß&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum in circulo (Circulus vitiosus, Petitio principii, Zirkelschluß) begründet eine These mit sich selbst und verstößt damit gegen einen Hauptsatz der klassischen Logik, wonach jede These durch Prämissen begründet sein muß, deren Wahrheit bereits bewiesen ist. Die zu folgernde Aussage steckt implizit in den Bedingungen.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Der Apfel fällt vom Baum, weil die Schwerkraft wirkt. Somit erkennt man leicht die Existenz der Schwerkraft, sobald ein Apfel vom Baum gefallen ist.&quot; Auch: &quot;Die Gerechtigkeit erfordert höhere Löhne für alle, weil es nur gerecht ist, wenn jeder mehr verdient.&quot; Oder: &quot;Sie sagen, Sie hätten jetzt keine Zeit. Genau deshalb rufe ich ja an: es geht darum, in Zukunft so zu rationalisieren, daß Sie wieder Zeit für das Wesentliche haben.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Doppeldeutigkeit&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Ein Argumentum ambiguum, d.h. zweischneidiges Argument, bei dem die genaue Bedeutung unklar bleibt und damit eine Rückzugsmöglichkeit auf eine andere Interpretation offen läßt.&lt;br /&gt;
		Beispiel: Bill Clinton über Monica Lewinsky: &quot;I did not have sexual relations with that woman&quot; (&quot;Ich hatte keine sexuelle Beziehung mit dieser Frau&quot;). Im Sinne des Wortes &quot;sexuell&quot; mit der Konnotation zum Geschlechtsverkehr ist Clintons Aussage korrekt, im umgangssprachlichen und juristischen Sinne jedoch nicht.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Erfahrungsbeweis&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ad lapidem (lapidem = Stein) ist ein Gegenargument, mit dessen Hilfe eine ausgeklügelte und spitzfindige These durch einen scheinbar einfachen Widerspruch zur Erfahrung widerlegt werden soll. Benannt durch Dr. Samuel Johnson, der Bischof George Berkeleys Behauptung, daß Materie nicht separat von ihrer Wahrnehmung existieren kann, damit &#039;widerlegte&#039;, daß er einen Stein mit der Bemerkung &quot;I refute it thus&quot; (Damit widerlege ich es) wegtrat.&lt;br /&gt;
		Befürworter dieses Argumentes glauben oft, daß theoretische geistige Konstrukte sich durch eine eklatante Realitätsferne auszeichnen und verweisen oft spöttisch auf die völlig unterschiedlichen Schlußfolgerungen, die man daraus besonders in der Philosophie ableiten kann. Kritiker des Arguments weisen darauf hin, daß das weniger eine Widerlegung als eine bequeme Ignorierung der Position ist (Der Stein wird auch durch noch so beiläufiges Wegtreten durch Tastsinn, Gehör und Sehen wahrgenommen).&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Traditionsverweis&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ad antiquitatem arbeitet mit dem Beharren darauf, daß eine Aussage durch ihr Alter oder ihre Bewährtheit wahr sein müsse.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Siderische Astrologie ist wahr. Wenn Sie falsch wäre, hätte sie nicht mehrere tausend Jahre überdauert.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Beweis durch Augenschein&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ad oculos will durch schlagenden Widerspruch zur Wahrnehmung oder Aufdeckung eines kritischen Widerspruches überzeugen. Die eine Sache hat jedoch mit der anderen kausal nichts zu tun.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Ich habe nie behauptet, daß mein politischer Gegner Schmiergelder annimmt.&quot; (Im Hintergrund läuft ein Video, das genau das Gegenteil zeigt).&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Angeklagter, Sie haben unter Eid geschworen, daß Sie sich zum Tatzeitpunkt am Orte X aufgehalten haben. Hier habe ich nun eine zweite eidesstattliche Erklärung Ihrer Versicherung, in der Sie behaupten, Sie hätten sich am Tatzeitpunkt am Orte Y, 1.000 km vom Ort X entfernt, aufgehalten. Wie erklären Sie sich das?&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Überhöhung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum a fortiori zeigt auf, daß die bestehende Behauptung noch sicherer ist als eine bereits mit hinlänglicher Sicherheit bewiesene.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Es ist mittels Untersuchungsreihen zweifelsfrei erwiesen, daß eine Konzentration von 10 mg/kg des fraglichen Mittels gesundheitsschädlich wirkt. Mein Mandant wurde jedoch einer wesentlich höheren Konzentration erheblich länger ausgesetzt, sodaß der gesundheitliche Schaden meines Mandanten außer Frage steht.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Der Erfolg gibt Recht&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ad crumenam versucht glauben zu machen, daß aus Reichtum oder Erfolg die Wahrheit der zugrunde liegenden Ansichten folgt. Selbst bei Aussagen über das Geldverdienen und wirtschaftlichen Erfolg oder Spontanheilungen ist es oft unklar, inwieweit der Erfolg von investierter Arbeit, unbekannten Randbedingungen oder scheinbaren Zufällen abhing - und eben das müßte geprüft werden.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Wer heilt, hat Recht.&quot; Oder: &quot;Ein Schneeballsystem gibt jedem gleiche Chancen. Schließlich ist Herr Marschmüller damit auch reich geworden.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Argument des weisen Asketen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Mit dem Argumentum ad lazarum wird mit dem Glauben argumentiert, daß aus Armut und Schlichtheit die Wahrheit der vertretenen Ansicht folgt.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Mein geistiger Lehrer lebt seit über 20 Jahren praktisch nur von Wasser und Brot. Nur ein von der Wahrheit Erleuchteter ist dazu imstande.&quot; Auch Asketen und einfache Leute sind Menschen und können trotz ihrer oft großen Lebenserfahrung irren.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Beschwichtigung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum a tuto nutzt die Ansicht, daß eine Position auf jeden Fall ungefährlich und unschädlich ist. Während die Anwendung dieses Scheinargumentes in aussichtslos erscheinenden Situationen tröstend und Hoffnung spendend sein mag, gibt es jedoch oft versteckte Kosten und Nachteile an Zeit, Geld, Aufwand, Gesundheit und dem eigenen Ruf.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Ein Atomstromfilter hält Radioaktivität aus Atomkraftwerken fern. Es kann auf jeden Fall nicht schaden, wenn Sie den Atomstromfilter installieren, ich gebe ihn Ihnen sogar verbilligt.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Explizite Weiterführung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ex consesso beruht auf einer bereits als wahr zugestandenen Aussage.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Sie haben zugegeben, zur fraglichen Zeit am Tatort gewesen zu sein. Da es nun wegen des Aufbaus des Tatortes unumgänglich ist, den Blutfleck zu sehen, wenn man die Wohnung betritt, stellt sich die Frage, warum Sie behaupten, nichts gesehen zu haben.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Angstargument&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ad metum arbeitet mit dem Erwecken von Ängsten und Befürchtungen, die mit einer Position verbunden werden (sollen).&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Nur eigene Bewaffnung senkt die Kriminalitätsrate. Oder willst Du, daß Du und Deine Familie von Mördern, Räubern und Vergewaltigern ermordet und mißbraucht werden ?&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Neidargument&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ad invidiam appelliert an Neid, Bosheit und Rache.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Dein Kollege behauptet, wir bräuchten zur besseren Effizienz eine neue Datenbank. Schau mal, der bekommt viel mehr Gehalt als Du, obwohl Du genauso viel arbeitest. Willst Du wirklich dessen Position unterstützen?&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Haßargument&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Argumentum ad odium: &quot;Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg. Sie sind an allem schuld, was in diesem Staat schief läuft, laßt euch das nicht länger gefallen.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Nazi-Vergleich&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ad nazium lehnt eine Position mit dem Hinweis ab, daß sie von ethisch fragwürdigen Personen (insbesondere Hitler) geteilt wurde.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Jeder Todkranke, der sterben will, ist nicht im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte. Jeder, der anderweitiges behauptet und damit Selbstmord oder so genannte aktive Sterbehilfe unterstützt, hätte von Hitler Beifall bekommen.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Wiederholung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Mit dem Argumentum ad nauseam (wtl. lat. zur Übelkeit / Brechreiz) wird ein Fehlschluß bezeichnet, nach dem eine Aussage durch ständiges Wiederholen scheinbar richtiger wird. Abgesehen davon, daß man den anderen Diskutanten zum Aufgeben bewegt oder, trickreicher, so tut, als hätte man die Einwände durch Abwandlung der Wiederholung widerlegt, verläßt man damit den Rahmen rationaler Diskussion, da es nur noch auf das Beharren der eigenen Meinung ankommt.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Ich war es nicht!&quot; &quot;Man hat Sie zum Tatzeitpunkt am Ort gesehen.&quot; &quot;Ich war es nicht!&quot; &quot;Sie hatten eine Pistole in der Hand.&quot; &quot;Ich war es nicht!&quot; &quot;Sie haben gestern Abend dem Opfer gedroht.&quot; &quot;Ich war es nicht!&quot; etc.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Innovationsargument&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Mit dem Argumentum ad novitam wird der Glaube genutzt, daß einer neueren Ansicht oder Innovation automatisch ein höherer Wahrheitsgehalt zukommt.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Die neu entdeckte XYZ-Diät reduziert das Gewicht ohne Hungern.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Argument aus Eitelkeit&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ad superbium arbeitet mit der Ablehnung gegnerischer Positionen aus Stolz und Überlegenheit.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Universität XYZ behauptet, ein Mittel gegen Krebs gefunden zu haben? Das ist unmöglich; wir haben viel mehr Mittel und alles, was die bisher herausgefunden haben, wußten wir schon längst.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;h2&gt;
	Scheinargumente&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Während bei Fehlschlüssen noch versucht wird, rational (wenn auch fehlerhaft) zu argumentieren, benötigt ein Scheinargument keinen logischen Aufbau. Dennoch können Scheinargumentationen oft sehr wirkungsvoll sein.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Persönlicher Angriff&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Mit dem Argumentum ad personam unterstellt man dem Gegner allgemein, daß ihm die Fähigkeit zum korrekten Argumentieren bzw. das Fachwissen fehlt und daß damit seine Schlüsse allgemein ungültig sind, und versucht die Zuhörer zu dem Fehlschluß zu verleiten, daß irrelevante, aber allgemein negativ besetzte Eigenschaften der Person (Geschlecht, Profession, politische Orientierung etc.) etwas mit dem Wahrheitsgehalt der Argumentation zu tun haben (&quot;kriminell&quot;, &quot;Sozialist/Nazi&quot; usw.).&lt;br /&gt;
		Dies nimmt oft die Form von Beleidigungen (&quot;Idiot&quot;, &quot;Dummkopf&quot;, &quot;Amateur&quot;) und Werturteilen über die Argumentation an (&quot;Schwachsinn&quot;, &quot;Geschwätz&quot;, &quot;naiv&quot;, &quot;Ausrede&quot;). Da die Wahrheit einer Aussage jedoch nur von der Wahrheit der Prämissen abhängt, kann die Validität einer Aussage unabhängig von der Person getroffen werden. Die Fähigkeit einer Person zum logischen Schließen ist ohne Belang und die Anwendung ein logischer Fehlschluß.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Killerphrase&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Als Killerphrasen (umgangssprachlich auch Totschlagargumente) werden Argumente bezeichnet, die nahezu inhaltslose Aussagen sind, von denen der Disputant annimmt, daß die meisten Diskussionsteilnehmer mit ihnen in der Bewertung übereinstimmen und die vor allem der Ablehnung oder Herabsetzung des Gegenübers dienen.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Das haben wir gerne; frisch von der Schule und dann hier den großen Max markieren. Da könnte ja jeder kommen!&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Drohung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Mit dem Argumentum ad baculum wird das Ende rationaler Diskussion mittels Überreden und Einschüchtern durch Macht und Stärke eingeleitet. Dies kann vielfältige Formen annehmen: Gewalt, Erpressung, das Überschreien oder Ächten der gegnerischen Position.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Herr Dorn hat Hochverrat begangen, aber natürlich können Sie weiterhin versuchen, eine anderslautende Meinung an die Öffentlichkeit zu bringen. Machen Sie sich um Ihre Familie keine Sorgen? In der heutigen Zeit kann soviel Schlimmes passieren.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Ethisches Argument&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum e consentu/consensu gentium zielt gerade bei ethischen Debatten die Aufmerksamkeit auf Prinzipien, die praktisch von allen Menschen geteilt werden und hier von der Zuhörerschaft übernommen werden sollen.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Bei allen Kulturen dieser Welt gilt der Mord an einem gleichberechtigten Menschen als schweres Verbrechen. Auch hier unter uns ist Mord immer ethisch verwerflich.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Scheinrationalität&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Das Argumentum ad judicium beruft sich auf den gesunden Menschenverstand im Allgemeinen bzw. den der Zuhörerschaft.&lt;br /&gt;
		Als Widerlegung kann man darauf hinweisen, daß sich Diskutanten oft darüber uneinig sind, was für sie eine überzeugende Demonstration des gesunden Menschenverstandes ist. Aber auch bei Einigkeit der Diskutanten untereinander versagt der gesunde Menschenverstand oft bei abstrakten oder nur extrem genau zu definierenden Problemen (Wahrscheinlichkeitsrechnung, Ziegenproblem) und setzt oft unterbewußt kulturell abhängige Bedingungen voraus, die falsch sein können.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Die Relativitätstheorie stimmt nicht, das sagt einem schon der gesunde Menschenverstand. Wenn eine Zeitverschiebung nur von der Relativgeschwindigkeit abhängt, dann müßten zwei Zwillinge, einer auf einem schnellen Raumschiff, einer auf der Erde, immer gleich alt bleiben. Schließlich kann jeder behaupten, der andere bewegt sich von ihm fort.&quot;  (Zwillingsparadoxon)&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Schweigen als Argument&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Mit dem Argumentum ex silentio wird das Weglassen von Informationen für einen gewünschten, aber irreführenden Eindruck genutzt.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Nachdem ich nun nacheinander mehrere Argumente des Herrn X vernommen und widerlegt habe, dürfte klar sein, daß von seiner These nicht viel zu halten ist. Ich sage dazu nichts mehr.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Übertreibung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		Mit dem Argumentum ad consequentiam wird aus einer richtigen Schlußfolgerung, aus deren Wahrheit der Aussage unangenehme oder scheinbar unerträgliche Konsequenzen folgen würden, die Falschheit, Unwichtigkeit oder Belanglosigkeit der Aussage durch Übertreibung unterstellt, um den Gegner lächerlich zu machen.&lt;br /&gt;
		Beispiel: &quot;Wenn die Erde sich tatsächlich durch den von uns verursachten Kohlendioxid-Ausstoß erwärmen würde und dies unabsehbare Folgen hätte, dann müßten wir den Energieverbrauch durch fossile Brennstoffe in der Tat drastisch einschränken. Da dies aber unsere Industrie, unsere Autos und Haushalte sowie das ganze wirtschaftliche Leben aller hier Anwesenden vollkommen ruinieren würde, brauchen wir nicht weiter darüber zu diskutieren.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt; &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/47&quot;&gt;Denken&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/27&quot;&gt;FAQ&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/29&quot;&gt;Kommunikation&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/48&quot;&gt;Vernunft&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-vg-wort-buch field-type-text field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://vg06.met.vgwort.de/na/7e465bdc882f4ea0b041522da9b9375e&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Sun, 24 Jun 2007 21:19:50 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>MDEs-Tanzfiguren</title>
 <link>https://www.mde-net.de/tanzfiguren</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Well, never mind: we are ugly, but we have the music.&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
	(Leonard Cohen)&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;img align=&quot;middle&quot; alt=&quot;Tango tanzen ...&quot; height=&quot;202&quot; src=&quot;/files/mde/image/Lebens_Wissen/Tanzfiguren/Tango.jpg&quot; width=&quot;137&quot; /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Vernünftig unvernünftig&lt;/strong&gt;: Traue Deinen Impulsen, achte Deine Intuition, höre auf Deinen Körper, lerne Dich zu befreien, lebe und steigere Deine Sinnlichkeit. Erinnere die Kinderformeln der vernünftigen Unvernunft: Na und? Warum nicht?&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Unvernünftig vernünftig&lt;/strong&gt;: Traue nicht dem, was Du hörst; traue keiner Tradition, nur weil sie über Generationen hinweg überliefert wurde; traue keinem Gerücht; traue nicht den Vielen; traue keinen Mutmassungen; traue keiner Autorität.&lt;br /&gt;
		Traue nur dem, was Du selbst geprüft hast. Traue nur dem, was für Dich funktioniert. Verlasse Dich nur auf Deine Wahrnehmung und Deine Vernunft - akzeptiere die Ergebnisse und lebe entsprechend.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Verführerisch elitär&lt;/strong&gt;: Kultiviere Deinen Widerwillen gegen das Leichengift der Normalität, gegen die harten Köpfe des Fundamentalismus und gegen die Panzerherzen der Sachzwänge. Vor allem gegen jene Engstirnigkeit, die sich selbst so haben und in ihrem wunschlosen Unglück verharren will.&lt;br /&gt;
		Dein Sinn für Schönheit wird dann von Dir verlangen, daß Du diese Häßlichkeit beseitigst - aber Kämpfe nicht auf ihre Art, denn sonst wirst Du wie sie: Verführe ...&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Ironische Revolution&lt;/strong&gt;: Der Heilige Unernst ist eines der sichersten Anzeichen der wichtigen Wahrheiten. Eine Portion Ironie und liebevolle Satire sind für jeden Menschen und jede Gemeinschaft, die lebendig sich entwickeln wollen, notwendig.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Subversive Wahrheit&lt;/strong&gt;: Frage unschuldig nach Beweisen, Quellen und Zeugnissen von Behauptungen. Du möchtest ja alles gern glauben, aber Du möchtest wenigstens verstehen, was Du glauben sollst. Frage immer weiter, es gibt kein Ende der Fragen - und daran scheitert jede Wahrheit. Andererseits, lernst du dadurch vielleicht einige nützliche Handlungsweisen ...&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Jenseits von Gut und Böse&lt;/strong&gt;: Menschen legen bei der Beurteilung anderer ihre eigenen Maßstäbe an, was sonst? Sie sprechen von sich selbst, wenn sie über andere urteilen - auch wenn sie sich dabei in das Deckmäntelchen der Moral hüllen. Was mich an anderen stört, das bin ich selbst. Was mir an anderen gefällt, das bin ich selbst.&lt;br /&gt;
		Das Böse ist das Mechanische und Unfreie im Denken, Reden und Handeln. Prüfe jedes &quot;Du sollst&quot; sehr genau, denn sonst endet es, wenn es darauf ankommt, im &quot;ich kann nicht&quot;. Finde heraus was Du kannst - und tue es. Tanze, so gut Du kannst. Wenn du mehr wissen willst: &quot;An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.&quot; (Jesus)&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Trommelfell Tango&lt;/strong&gt;: Sei laut! Andere können Dich nur dann hören, wenn &lt;u&gt;Du&lt;/u&gt; Dich hören kannst.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Staatenlos&lt;/strong&gt;: Der reale Staat braucht schlafende und blinde Bürger. Wie ist eine Gemeinschaft hellwacher und scharfäugiger Individualitäten möglich?&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Wirklich werden&lt;/strong&gt;: Dein Ich steht vor der ungeheuren Zumutung, zu erfahren, daß es auch das ist, was es absolut nicht zu sein glaubt.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Erzwungener Ungehorsam&lt;/strong&gt;: Es gehört zum Wesen der Freiheit, daß sie nicht erzwungen werden kann.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Ideologische Rafinesse&lt;/strong&gt;: Nur wenn man jeden Standpunkt, auch den eigenen, vertreten kann, entgeht man der Gefahr, von einem Standpunkt eingefangen zu werden. Man nennt das reflexive Ideologie oder  - Rafinesse.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Göttertanz&lt;/strong&gt;: Die einzige Entscheidung, in der jeder Mensch absolut frei ist: Willentlich-vernünftig (bewußt) leben oder unbewußt vegetieren. Wenn Dein Leben ein Kontinuum des Willens ist, eine ununterbrochene vibrierende Präsenz, ist es ein ewiger Tanz mit den Göttern.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Gewolltes Nicht-Sein&lt;/strong&gt;: Der Tanz ums goldene Kalb der Identität ist das letzte Bollwerk des S(t)eins. Männliche Identität, weibliche Identität, berufliche Identität, nationale Identität - einschränkende Verhaltensmuster, die Werden und Wollen ausschließen.&lt;br /&gt;
		Du kannst nur werden, wenn Du nicht bist.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Extremismus&lt;/strong&gt;: Schönheit ist eine Harmonie aus Extremen, Intensität der Empfindungen, keine spannungslose Mitte. Leben ist mehr als die Vertagung des Selbstmordes.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Wer einen tanzenden Stern gebären will, muß noch Chaos in sich haben. &lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
	(Nietzsche)&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Cunnilingus&lt;/strong&gt;: Erst die Fähigkeit Nein sagen zu können, gibt dem Ja Wert. Wenn Du in der Gefahr bist, Ja zu sagen, obwohl Du eigentlich lieber Nein sagen würdest, strecke dem anderen die Zunge heraus.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Unverschämte Selbstliebe&lt;/strong&gt;: &quot;Glücklich sein heißt, ohne Schrecken seiner selbst innewerden können&quot; (Walter Benjamin). Entgegen einer allgemeinen Meinung ist eine gesunde Selbstliebe (Narzißmus, Egoismus) gut, denn sie ist die Voraussetzung zum Glück. Aber glücklich sein ist heute die letzte echte Unverschämtheit. Du kannst deshalb nur glücklich werden, wenn Du frech wirst!&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Asketischer Genuß&lt;/strong&gt;: Askese ist Selbsthilfe: Nicht auf andere oder anderes angewiesen sein. Durch Distanzierung und Ironisierung von Bedürfnissen, für deren Befriedigung Du mit Deiner Freiheit, z.B. durch Arbeit, zahlen müßtest, wirst Du Asket. Arbeit macht frei? Hm, dieser Satz stand über dem Eingangstor des Konzentrationslagers Auschwitz.&lt;br /&gt;
		Wohlstand, Erfolg und Glück sind die besten erstrebenswerten Werte - wenn Du dadurch Deine Freihei nicht einbüßt.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Natürliche Winde&lt;/strong&gt;: Menschen schämen sich gewöhnlich für die falschen Dinge, für ihre physische Natur, ihre  Nacktheit und ihren Furz - für ihre animalischen Seiten. An der Natur gibt es nichts, wofür man sich schämen müßte - eigentlich nicht einmal etwas, wofür man sich schämen könnte. Die Natur ist unschuldig.&lt;br /&gt;
		Es könnte aber durchaus erwägenswert sein, sich für eine häßliche Lebenspraxis zu schämen, z.B. für Unvernunft, Willenlosigkeit, Gefühllosigkeit, Grausamkeit, Ungerechtigkeit, Voreingenommenheit und Gleichgültigkeit.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Anti-Vegan&lt;/strong&gt;: Das Gegenteil von Liebe ist nicht Haß, sondern Gleichgültigkeit, Apathie, Interesselosigkeit. Fange damit an, nicht gleichgültig, nicht apathisch und nicht interesselos zu sein. Kümmere Dich um den Rest danach, Du hast dann bessere Voraussetzungen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Exorzismus&lt;/strong&gt;: Das Prestige des Stammes, der individuelle Status, der Ruhm des Tötens, die sozialen Triumphe, das Eigentum an Menschen und Dingen - all dies verliert seinen besessenen Glanz.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Werde, der Du bist&lt;/strong&gt;! Dann sei stolz auf Dich!&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Wer die Musik nicht hört, denkt, daß die Tänzer verrückt sind.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;div align=&quot;center&quot;&gt;
	&lt;strong&gt;&lt;img align=&quot;middle&quot; alt=&quot;Tango-Noten&quot; height=&quot;73&quot; src=&quot;/files/mde/image/Lebens_Wissen/Tanzfiguren/Tango-Noten.jpg&quot; width=&quot;478&quot; /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Vereine alle Tanzfiguren nach deinem &lt;strong&gt;Genius&lt;/strong&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Fang an&lt;/strong&gt;: Man hat, bevor man zu leben anfängt, immer noch etwas anderes zu erledigen. Laß es einfach.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Warum?&lt;/strong&gt; &quot;Wenn Wille hält und schreit &#039;Warum&#039; und dadurch &#039;Weil&#039; beruft, dann steht der Wille still &amp;amp; tut so nichts.&quot; (Liber AL, II. 30)&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Warum?&lt;/strong&gt; Wie Du willst: Dein Tod ist nur eine Frage der Zeit, und die Zeit, die der Tod braucht, bis er Dich erreicht, ist die Zeit Deiner Zerstreuung, Deiner Flucht vor demTanz. Die Zerstreuung läßt den Mut zur Angst vor dem Tod nicht aufkommen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Ende mit Schrecken oder Schrecken ohne Ende?&lt;/strong&gt; Es ist nicht einfach diese Tanzfiguren zu erlernen.
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
				Die härteste &lt;strong&gt;Arbeit&lt;/strong&gt; ist das Loslassen der Gewohnheiten.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
				Der härteste &lt;strong&gt;Kampf&lt;/strong&gt; geht gegen die Apathie: Den Arsch hochkriegen!&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
				Die intensivste &lt;strong&gt;Gefahr&lt;/strong&gt; ist die Selbsttäuschung.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
				Aber wenn Du tanzt ... gleitest Du dahin ... und es geht wie von selbst.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;&quot;Sie haben ihre Hände an mein ganzes Leben gelegt;&lt;br /&gt;
	so mag es sich denn aufrichten und ihnen entgegentreten ...&quot;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
	(Danton, vor seiner Verurteilung)&lt;/p&gt;
&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/29&quot;&gt;Kommunikation&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/45&quot;&gt;Kunst&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/25&quot;&gt;Spiel&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/24&quot;&gt;Thelema&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-vg-wort-story field-type-text field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://vg06.met.vgwort.de/na/9ce0027503734fffb00b0ad82def5350&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Mon, 11 Jun 2007 21:37:22 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>Wie verstehende Gespräche geführt werden können</title>
 <link>https://www.mde-net.de/gespraeche-fuehren</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Einige Anregungen für ein verstehendes Gespräch&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;1. Meide die Gut-Böse Unterscheidung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Menschen unterscheiden gewöhnlich &quot;Gut&quot; und &quot;Böse&quot; und unterscheiden diese Unterscheidung als &quot;Gut&quot;. Ich schlage vor, diese Unterscheidung als &quot;Böse&quot; zu unterscheiden, also Gut-Böse nicht zu unterscheiden. Warum?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Die Gut-Böse Unterscheidung impliziert die Achtung / Ächtung Unterscheidung. Wer unter &quot;Gut&quot; einsortiert wird, bekommt Achtung, der &quot;Böse&quot; hingegen Ächtung. Die Gut-Böse Unterscheidung ist böse, weil polemogen (kriegerzeugend) - was Fundamentalismus und Terrorismus nur exemplarisch vorführen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Wenn du Gut-Böse nicht mehr unterscheidest, kannst du nicht nur vorurteilsfreier mit anderen Menschen reden, sondern du gewinnst damit erst die Möglichkeit, ein verstehendes Gespräch zu führen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	&lt;strong&gt;2. Auf den Anderen hören&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Die meisten Menschen hören ihrem Gesprächspartner nicht zu. Sie sind, während der Andere spricht, schon mit dem Verfassen ihrer Antwort beschäftigt. Wie kannst du das besser machen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Paraphrasieren bedeutet: eine Mitteilung mit eigenen Worten wiedergeben.&lt;/p&gt;
&lt;ol&gt;&lt;li&gt;
		Höre zu und paraphrasiere, was du gehört hast.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Frage den Anderen: &quot;Hast du das Gefühl, dass ich dich so richtig verstanden habe?&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Wenn der Andere verneint oder sich nicht sicher ist, frage und paraphrasiere, bis er dir bestätigt, dass er sich verstanden fühlt.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Jetzt - erst - bist du dran.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;3. Zu dem Anderen reden&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
	Wenn du willst, dass der Andere dir auch nur zuhört, musst du&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		eine Sprache sprechen, die er verstehen kann,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		über ein Thema sprechen, welches ihn interessiert,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		dich freundlich verhalten,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		und Sympathie zeigen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Wenn du willst, dass der Andere dich versteht, musst du zuerst ihn verstehen, also &quot;auf den Anderen hören&quot;. Man kann nur &quot;zu dem Anderen reden&quot;, wenn man &quot;auf den Anderen hört&quot;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	&lt;strong&gt;4. Special: Kompaktbegriffe auflösen - wer, was, wann, wo, wie genau&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kompaktbegriffe sind Begriffe mit einem, für das gegebene Thema, zu niedrigen Auflösevermögen: Die Positionen stehen unversöhnlich gegeneinander. Ein typischer Kompaktbegriff ist &quot;&lt;strong&gt;Faulheit&lt;/strong&gt;&quot;.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Das Kind lernt nicht, weil es faul ist.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Der Mitarbeiter erfüllt sein Pensum nicht, weil er faul ist.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Der Mann putzt die Wohnung nicht, weil er faul ist.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Jemand ist faul, weil er etwas nicht tut. Jemand tut etwas nicht, weil er faul ist. Eine unwiderlegbare Wahrheit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als erstes gälte es, den &quot;verlorenen Performativ&quot; wieder zu finden: Wer sagt denn, dass der &#039;faule Mensch&#039; das tun sollte, was er nicht tut? Also: &lt;em&gt;Ich &lt;/em&gt;erwarte, daß du X tust, aber du tust es nicht, weil du faul bist. Könnte es sein, dass du X deshalb nicht tust weil:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Du gar nicht der Meinung bist, dass X getan werden sollte oder müsste.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Du zwar der Meinung bist, dass X getan werden muss, aber nicht der Meinung bist, dass &lt;em&gt;du &lt;/em&gt;X tun solltest.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Du zwar auch denkst, dass X getan werden muss, aber X nicht tun kannst, weil du nicht weißt wie.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Du zwar auch denkst, dass X getan werden muss, aber nicht jetzt, es hat Zeit.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Du zwar auch denkst, dass X getan werden muss aber gerade viel wichtigere Dinge zu erledigen hast.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Statt sich zu streiten, ob ein Mensch faul ist, kann man einfach genauer hinschauen und den Vorwurf der Faulheit in kleinere Komponenten auflösen:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Was genau meinst du mit Faulheit?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Na er tut X nicht!&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Warum sagst du dann nicht einfach, dass er X nicht tut?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Weil das einen Grund hat, Faulheit.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Wie verursacht die Faulheit, was immer das sein mag, es denn, dass er X nicht tut?&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Ein berühmtes Beispiel für die Auflösung eines Kompaktbegriffs ist die Unterteilung von &quot;Frau&quot; in &quot;Sex&quot; (biologisches Geschlecht) und &quot;Gender&quot; (soziale Rolle).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Kennst du weitere Kompaktbegriffe?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	&lt;strong&gt;5. Special: Unterscheiden - frage immer nach der anderen Seite&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine Quelle ewiger Missverständnisse ist die Konstruktion von Identität (Einheit) - ohne die andere Seite der Unterscheidung zu berücksichtigen. Jede Identität basiert auf einem Unterschied, dem anderen der Identität:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Eine Frau ist - ohne Mann - keine Frau, denn der Begriff &quot;Frau&quot; ist auf seinen Gegenbegriff &quot;Mann&quot; angewiesen. &quot;Mann&quot; ist die andere Seite der Mann-Frau Unterscheidung. Wer über &quot;Frau&quot; redet, der redet, ob er es ausspricht oder nicht, immer auch über &quot;Mann&quot;. Natürlich könnte man auch Frau / Teppich unterscheiden, was immerhin den Vorteil  (Nachteil?) hätte, dass Geschlechtsorgane irrelevant werden.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Gott&quot; kann man von &quot;Teufel&quot;, &quot;Mensch&quot;, &quot;Welt&quot; etc. unterscheiden: Gott-Teufel, Gott-Welt, Gott-Mensch. Als Gott-Mensch (Jesus) hat die letztere Unterscheidung sogar eine Einheit gefunden, die dann aber gegen Gott-Mensch / Nur-Mensch unterschieden werden muss.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Ich habe keine Zeit&quot; - welche Unterscheidung wird da benutzt? Zeit -Raum? Zeit-Uhr? Zeit-Stress? Zeit-Freizeit? Viel-Wenig?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Dem Einen ist alles Eins&quot;. Der Eine-Alles - und da &quot;alles&quot; nicht weiter unterschieden ist, ist es natürlich: Eins. Der Eine könnte ohne das Alles nicht einmal wissen, dass er der Eine ist.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Leicht zu sehen: Je nachdem, was die andere Seite der Unterscheidung ist, erhält die Seite der Unterscheidung, über die geredet wird, eine andere Bedeutung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Die große philosophische Frage ist: Einheit von Einheit-Unterschied oder Unterschied von Einheit-Unterschied? Antwort: Es geht beides, aber man kommt zu verschiedenen Ergebnissen. In jedem Fall gerät man in ein Paradox - aber das kann ganz spaßig sein.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Selbstachtung beruht darauf, hin und wieder vom bequemen Weg abzuweichen und&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;einmal mehr nicht mit den Schafen zu blöken.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/29&quot;&gt;Kommunikation&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/26&quot;&gt;Lebens-Wissen&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-vg-wort-story field-type-text field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://vg06.met.vgwort.de/na/c2102bd61fa24e69b747b546edd2af15&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Mon, 09 Apr 2007 17:52:59 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>Das verstehende Gespräch</title>
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 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Vom Gegeneinander zum Miteinander&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das verstehende Gespräch ist eine - für die meisten Menschen: ungewöhnliche - Art des Miteinander-Redens. Diese Art des Gesprächs ist nützlicher, erfreulicher und spannender als der gewöhnliche Flachsinn, das übliche Gegeneinander oder das Aneinander-vorbei-Geplapper. Wenn das für dich interessant ist ... lies weiter :-)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Ein verstehendes Gespräch ist nicht-positional. &lt;strong&gt;Positional &lt;/strong&gt;bedeutet: Positionen aufbauen und gegen Angriffe verteidigen, gegnerische Positionen angreifen und zu bezwingen suchen. Recht haben und behalten. Genau das findet im verstehenden Gespräch nicht statt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Deshalb ist ein verstehendes Gespräch unmöglich mit Menschen,&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		die glauben, im Besitz der Wahrheit zu sein,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		die alles besser wissen,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		die sich zu schwerfällig mit ihren Meinungen identifizieren, um offen gegenüber dem Anderen sein zu können,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		die zu dezentriert sind, als dass sie sich überhaupt gegenüber irgendetwas öffnen könnten.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Die drei erstgenannten Fälle haben zu feste Überzeugungen, um offen sein zu können, die letztgenannte zu seichte. Wenn du nicht zu diesen Unmöglichkeits-Fällen gehörst ...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Deine Überzeugungen beruhen auf deinen Erfahrungen, all dem was du in deinem Leben erlebt und erlernt hast. Aber du hältst deine Erfahrungen nicht für absolut wahr, nicht für die einzig richtige, wahre, begründete oder legitime Sicht der Dinge. Deshalb kannst du anderen Menschen zuhören. Du bist offen und lernfähig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Andererseits traust du deinen Überzeugungen aber doch eine gewisse Gültigkeit zu. Du hast nicht nur belanglose Meinungen, sondern du bist ein Mensch, der ernst zu nehmen ist. So schöpfst du aus deiner  Erfahrung, indem du diese mit einem Geltungsanspruch ins Gespräch bringst, dennoch aber bereit bist, dich durch Erfahrungen des Anderen in Frage stellen zu lassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Ein verstehendes Gespräch ist ein gemeinsamer Denkprozess, der die Lebenserfahrungen der Beteiligten spiegelt. Solch ein Gespräch ist ein geistiges Ringen, bei dem verschiedene existentielle Lebenserfahrungen aufeinander bezogen und aneinander gewogen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Du hörst dem Gesprächspartner zu, prüfst kritisch seine Formulierungen und dein Verständnis dieser Formulierungen, versuchst durch Paraphrasieren und Hinterfragen zu verstehen, was er meint und inwieweit du damit übereinstimmen kannst. Du stellst deine Erfahrungen dagegen, nicht als bessere, sondern als andere Erfahrungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	So sucht man gemeinsam nach erweiterten oder gar neuen Perspektiven, die als Gewinn an Lebensmöglichkeiten, durch den kritisch-verstehenden Austausch, erfahren werden. Was uns dabei treibt, was unsere Kritik, unsere Zustimmung oder unser beharrliches Weitersuchen motiviert, ist die Erweiterung unserer Lebenserfahrung, deren Gültigkeit und die Erschließung neuer Möglichkeiten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Statt vorschnell Gegensätze zu konstruieren, wird das verstehende Gespräch geduldig die Tiefen der Erfahrung ausloten, um zu erfahren, ob in der Sicht eines Gesprächspartners irgendwo eine Offenheit besteht zu einer Möglichkeit hin, die wir selber noch nicht gesehen, vielleicht noch nicht einmal erahnt haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Wenn sich dennoch Widersprüche auftun, geht man nicht darauf aus, sie sogleich aus dem Weg zu räumen. Denn das hieße ja, indem man eine von zwei sich widersprechenden Positionen zugunsten der anderen für falsch erklärt, diese Position zu eliminieren und damit das Gespräch zu begrenzen. Es könnte durchaus  sein - und es erweist sich immer wieder, dass es so ist -, dass aus unterschiedlichen Lebenserfahrungen unterschiedliche Überzeugungen erwachsen, die einander scheinbar ausschließen, bei genauerer Betrachtung aber doch nebeneinander bestehen können. So können scheinbar sich ausschließende Positionen jeweils einen anderen Aspekt der Welt zur Geltung bringen, einer Welt, die wir ja doch nie als Ganze besitzen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Das verstehende Gespräch ist weder tolerant noch intolerant - denn diese Begriffe gehen am Wesen dieses Gesprächs vorbei. Es geht nicht darum, den Anderen zu tolerieren, sondern darum, ihn zu verstehen. Tolerieren kann man alles und jeden - ohne auch nur zu wissen wer er ist und was er will. Jemanden tolerieren bedeutet neutral zu sein, aber man kann nicht verstehen, wenn man neutral ist. Ein verstehendes Gespräch ist kein Wir-haben-doch-beide-Recht-Gelabere, welches sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigt. Im Gegenteil wird die größte gemeinsame Differenz gesucht, denn nur Verschiedenheit kann Verstehen motivieren und neue Horizonte eröffnen. Nur in der Anerkennung der radikalen Andersheit des Anderen anerkennt man den Anderen als Anderen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Man öffnet sich dem Anderen, aber man wechselt nicht mit fliegenden Fahnen die Fronten und man entkernt Widersprüche nicht zum Kleister. Für seine Überzeugungen kämpft man, sonst wären es keine. Aber es geht nie positional gegen den Anderen, sondern im wechselseitigen Verstehenshorizont zusammen mit dem Anderen. Bei einem verstehenden Gespräch läuft man immer Gefahr, dass sich eigene Überzeugungen ändern können - aber das wird als Vorteil betrachtet, nicht als Verlust.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit Relativismus hat das alles nichts zu tun. Es ist einfach die Einsicht, dass&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		sich Erkenntnis im Laufe der Geschichte wandelt,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		jeder Mensch ein Individuum mit seiner besonderen Lebensgeschichte und seiner eigenen Erfahrungswelt ist,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		und in die Unabgeschlossenheit jeder Wahrheit!&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;In verstehenden Gesprächen können wir &quot;diesen faszinierenden imaginären Raum schaffen ..., in dem niemand im Besitz der Wahrheit ist und jeder das Recht hat, verstanden zu werden.&quot; (Milan Kundera)&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;&quot;Ich bin. Aber ich habe mich nicht. Darum werden wir erst.&quot;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
	(Ernst Bloch)&lt;/p&gt;
&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt;&lt;p&gt;Weiter: &lt;a href=&quot;/node/12&quot;&gt;Wie verstehende Gespräche geführt werden können&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/41&quot;&gt;Einführung&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/29&quot;&gt;Kommunikation&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/26&quot;&gt;Lebens-Wissen&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-vg-wort-story field-type-text field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://vg06.met.vgwort.de/na/a7587d14c4a840eb8df9d0c65a6cc25d&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Fri, 06 Apr 2007 20:41:03 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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