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 <title>Michael D. Eschner - Lebens-Wissen</title>
 <link>https://www.mde-net.de/taxonomy/term/26</link>
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 <title>Lethos: Die Erfahrung lethischen Denkens</title>
 <link>https://www.mde-net.de/lethos</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt; &lt;/p&gt;
&lt;table align=&quot;left&quot; border=&quot;0&quot; cellpadding=&quot;0&quot; cellspacing=&quot;0&quot; width=&quot;127&quot;&gt;&lt;tbody style=&quot;border-top: 0pt none;&quot;&gt;&lt;tr&gt;&lt;td&gt;
				&lt;img alt=&quot;Cheshire Cat&quot; height=&quot;104&quot; src=&quot;/files/mde/image/Lebens_Wissen/Lethos_Die_Erfahrung_lethischen_Denkens/Cheshire_Cat.jpg&quot; width=&quot;113&quot; /&gt;&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;p&gt;&quot; &lt;strong&gt;&#039;All right,&#039; said the Cat; and this time it vanished quite slowly, beginning with the end of the tail, and ending with the grin, which remained some time after the rest of it had gone. &#039;Well! I&#039;ve often seen a cat without a grin,&#039; thought Alice, &#039;but a grin without a cat! It&#039;s the most curious thing I ever saw in my life!&#039; &lt;/strong&gt;&quot; (Alice in Wonderland, Lewis Carroll)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;left&quot;&gt;Wer die Kapitel dieses Buches in der gegeben Reihenfolge liest, hat bessere Chancen zu verstehen. Aber es droht Ver-Rücktheit.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;left&quot;&gt;Wer die Kapitel in beliebiger Reihenfolge liest, hat bessere Chancen diskursive Dummheit des Verfassers zu entdecken - und so der Erkenntnis des Wahn-Sinns zu entgehen.&lt;/p&gt;
&lt;div align=&quot;center&quot;&gt;
&lt;h2&gt;
		Inhaltsverzeichnis&lt;/h2&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/47&quot;&gt;Denken&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/26&quot;&gt;Lebens-Wissen&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/46&quot;&gt;Philosophie&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/48&quot;&gt;Vernunft&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;</description>
 <pubDate>Sat, 23 Jun 2007 18:09:12 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>Thelema: Was ist Thelema?</title>
 <link>https://www.mde-net.de/was-ist-thelema</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;Thelema ist eine andere Art zu leben. Anders als das gewöhnliche Vor-sich-hinleben. &quot;Thelema&quot; ist das altgriechische Wort für &quot;schöpferischen Willen&quot;. Es geht darum, sein Leben bewußt und willentlich in ein blühendes Leben zu verwandeln. In diesem Prozeß erschafft der Thelemit sich als individuelles Selbst: neugierig, zärtlich, freundlich, ekstatisch und - was ihm sonst noch wichtig ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Grundlage von Thelema ist das &lt;a href=&quot;../../../../../../node/78&quot; title=&quot;Eine gaaanz einfache Einführung in das Grundlagenwerk von Thelema&quot;&gt;&quot;Liber L vel Legis&quot;&lt;/a&gt;. Ein psychoaktiver Text der zu eigenem Willen, Denken und Handeln provoziert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Persönliches:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Wenn - und nur &lt;strong&gt;wenn &lt;/strong&gt;- man für sich ein blühendes, glückliches und erfolgreiches Leben erschaffen will, gibt es &lt;strong&gt;keine Alternative zu Thelema&lt;/strong&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Ob&lt;/strong&gt; ein Mensch ein blühendes, glückliches und erfolgreiches Leben will, ist &lt;strong&gt;einzig und allein seine Entscheidung&lt;/strong&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Beide Thesen werde ich auf dieser Website &lt;strong&gt;argumentativ &lt;/strong&gt;vertreten. Die Basis der Argumentation ist:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Um ein blühendes, glückliches und erfolgreiches Leben zu gestalten, gibt es &lt;strong&gt;notwendige &lt;/strong&gt;&lt;strong&gt;do&#039;s and dont&#039;s&lt;/strong&gt;. Sie sind von der Art der do&#039;s and dont&#039;s des reinen Überlebens (wer leben will, muß atmen, trinken, essen usw.), gehen aber über diese hinaus: Blühendes Leben ist mehr als nur Überleben.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Thelema ist die &lt;strong&gt;einzige Art des Lebens&lt;/strong&gt;, die genau diese notwendigen do&#039;s and dont&#039;s fordert und fördert.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Thelemit &lt;/strong&gt;ist nicht, wer sich selbst so nennt, sondern wer diese do&#039;s and dont&#039;s praktisch lebt.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Einwände &lt;/strong&gt;des Typs: &quot;der weiß alles besser&quot;, &quot;ich glaube etwas anderes&quot;, &quot;kennst Du die einzige Wahrheit&quot;, &quot;Du mußt doch auch die Meinung anderer respektieren&quot; etc. interessieren mich nicht. Jedoch: &lt;strong&gt;Argumente &lt;/strong&gt;sind jederzeit willkommen - und nur Argumente interessieren mich.&lt;/p&gt;
&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Weitere Infos&lt;/strong&gt;: &lt;a href=&quot;../../../../../../node/2&quot; title=&quot;Eine einfache, kurze und etwas oberflächliche Beschreibung&quot;&gt;Wer-wie-was ist Thelema?&lt;/a&gt; • &lt;a href=&quot;../../../../../../node/78&quot; title=&quot;Eine gaaanz einfache Einführung in das Grundlagenwerk von Thelema&quot;&gt;&quot;Liber L vel Legis&quot; für Dummies&lt;/a&gt; • &lt;a href=&quot;../../../../../../node/38&quot; title=&quot;Eine Darstellung der thelemischen Einstellung zum Leben, zu Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kunst&quot;&gt;Thelema - die andere Art des Lebens&lt;/a&gt; • &lt;a href=&quot;../../../../../../node/84&quot;&gt;Wie man Thelemit wird&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/27&quot;&gt;FAQ&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/26&quot;&gt;Lebens-Wissen&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/35&quot;&gt;Liber L vel Legis&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/24&quot;&gt;Thelema&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;</description>
 <pubDate>Sat, 23 Jun 2007 11:36:41 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>Philosophie für Dummies</title>
 <link>https://www.mde-net.de/philosophieren</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Philosophie:&lt;br /&gt;
	Bastel Deine Lebenserfahrungen,&lt;br /&gt;
	Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten&lt;br /&gt;
	so in einen Zusammenhang,&lt;br /&gt;
	daß sie für Deine Zwecke nützlich werden.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;&lt;img align=&quot;middle&quot; alt=&quot;Grosse Denker&quot; height=&quot;77&quot; src=&quot;/files/mde/image/Lebens_Wissen/Philosophie_fuer_Dummies/Grosse_Denker(1).jpg&quot; width=&quot;494&quot; /&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Philosophie ist Philosophieren&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Philosophie, man stellt sich darunter gelehrte Dispute, unverständliche Texte und Büchereien voller staubiger Wälzer vor. Korrekt, das ist aus der Philosophie geworden. Aber eigentlich ist Philosophie eine ganz praktische Sache.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Das Wort &quot;&lt;strong&gt;Philosophie&lt;/strong&gt;&quot; bedeutet: Liebe zur Weisheit. Wenn wir aus dieser hochwürdigen Bezeichnung ein wenig die Luft rauslassen, dann bleibt etwas übrig, was jeder Mensch immer schon tut: Sich in der Welt &lt;strong&gt;orientieren&lt;/strong&gt;, sein Leben &lt;strong&gt;gestalten&lt;/strong&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Die meisten Menschen kümmern sich nicht weiter darum, wie ihre Lebenserfahrungen zu einer &lt;strong&gt;Weltbeschreibung&lt;/strong&gt; zusammenwachsen. Das Ergebnis sind Widersprüche, Ungereimtheiten und Brüche: falsche Orientierungen, man versteht Menschen oder die Welt irgendwann nicht mehr, stößt an unverständliche Grenzen und kann Möglichkeiten für ein besseres Leben nicht erkennen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Philosophieren ist eine &lt;strong&gt;Tätigkeit&lt;/strong&gt;, die darin besteht, seine Lebenserfahrungen, Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten zu überschauen, zu sortieren, Verbindungen herzustellen und Widersprüche auszuräumen. Der Zweck des Philosophierens ist: Sich ein besseres Leben zu ermöglichen. &quot;&lt;strong&gt;Besser&lt;/strong&gt;&quot; bedeutet für jeden Menschen etwas anderes: Glück, Erfolg, Wohlstand, Überleben, Liebe - was auch immer.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	&lt;u&gt;Die&lt;/u&gt; Philosophie gibt es nicht. Jeder Mensch, der philosophiert, kommt dadurch zu seiner Philosophie. Zwischen den Philosophien gibt es Gemeinsamkeiten und Unterschiede, aber es gibt keine absolut &lt;strong&gt;wahre Philosophie&lt;/strong&gt;, die für alle Menschen gültig wäre.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Warum philosophieren?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Auslöser des Philosophierens, sagt man gewöhnlich, sei das &lt;strong&gt;Staunen&lt;/strong&gt;. Darin steckt ein richtiger Kern. Wenn wir aus dem Stauen ein wenig Luft rauslassen, bleibt: &lt;strong&gt;Verwirrung&lt;/strong&gt;. Da ist etwas anders, als man es erwartet hatte: staun. Das geschieht, wenn man merkt, daß mit der eigenen Weltbeschreibung irgendetwas nicht stimmt. Die Welt ist anders als erwartet.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Man verliert unerwartet seinen Job,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		die Frau ist nicht mehr da, wenn man nach Hause kommt,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		die Kinder ernähren sich von Rauschgift,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		der beste Freund läßt sich plötzlich nicht mehr sehen,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		das Leben ist nur noch langweilig,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		was auch immer.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Viele Menschen reagieren erst, wenn ihnen solch unglaubliche Ereignisse selbst geschehen. Manche Menschen sind vorsichtiger, sie staunen schon, wenn sie sehen, was anderen Menschen geschieht. Sie sehen um sich herum Ehen auseinanderbrechen, Kinder verwahrlosen und aus Freunden Feinde werden: staun. Damit ihnen selbst solche Unglücke erspart bleiben, fangen sie an, ihre eigene Weltbeschreibung zu prüfen, um solche Überraschungen zu vermeiden, besser darauf vorbereitet zu sein und ihr Leben zielsicher in die eigenen Hände zu nehmen. Sie beginnen zu philosophieren.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Der Zweck des Philosophierens ist also:&lt;br /&gt;
	Ein reicheres, besseres, erfolgreicheres und glücklicheres Leben.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Wie philosophieren?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Ein Mensch erzeugt seine Weltbeschreibung durch:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&#039;&lt;strong&gt;Gesunden Menschenverstand&lt;/strong&gt;&#039;, d.h. man läßt seine Lebenserfahrungen zusammenwachsen wie es gerade so kommt und paßt. Solche Weltbeschreibungen funktionieren kurzfristig oft ganz gut, scheitern aber immer wieder an langfristigen Entscheidungen und Problemen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Emotionalismus&lt;/strong&gt;, d. h. was sich gut anfühlt ist richtig. Solche Weltbeschreibungen funktionieren nie, weil Emotionen widersprüchlich und nicht dazu fähig sind, die Ergebnisse von Handlungen und Entscheidungen einigermaßen verläßlich vorherzusagen. Emotionalismus erzeugt unglückliche Menschen, denn es werden durch emotionales Verhalten immer wieder Brüche im Leben erzeugt (das Leben zerbrochen).&lt;br /&gt;
		Emotionen sind weder unnütz noch schlecht, ganz im Gegenteil: Sie sind absolut lebensnotwendig - bloß eben nicht zur Weltbeschreibung geeignet.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Glauben&lt;/strong&gt;, d. h. man übernimmt die Weltbeschreibung eines anderen Menschen und versucht seine eigenen Lebenserfahrungen an diese Weltbeschreibung anzupassen. Das ist ein Glücksspiel, es kann zeitweilig halbwegs funktionieren, es kann aber auch fürchterlich danebengehen - und das wird langfristig geschehen, weil keine zwei Menschen gleich sind.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Vernunft&lt;/strong&gt;, d. h. man erzeugt durch selber-denken, durch das Spiel von Gründen und Gegengründen, ein eigenes Weltbild. Das ist langfristig die einzige Möglichkeit, sich gewollte und erreichbare Ziele zu setzen und diese zu erreichen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Seine Weltbeschreibung durch Philosophieren erzeugen bedeutet: Die eigenen Lebenserfahrungen durch &lt;strong&gt;vernünftige Argumentation und ohne weitere Voraussetzung&lt;/strong&gt; (z. B. Emotionalismus oder  Glauben) zu einem zusammenhängenden, widerspruchsfreien und funktionierenden Ganzen, der eigenen Weltbeschreibung, zu integrieren.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Zusammenhängend&lt;/strong&gt;: Alle Teile sind miteinander verbunden - &quot;vernetzt&quot; sagt man heute.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Widerspruchsfrei&lt;/strong&gt;: Widersprüche verhindern Verstehen und Handeln, denn in der wirklichen Welt gibt es keine Widersprüche. Wo scheinbar Widersprüche auftreten, ist etwas noch nicht genau genug durchdacht. Natürlich können Widersprüche, z. B. in der Kunst, durchaus sinnvoll verwendet werden - aber nur, wenn man weiß: Da sind Widersprüche.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Funktioniert&lt;/strong&gt;: Das meint anwendbar, nützlich und brauchbar, um Probleme zu lösen und Ziele zu erreichen. Funktionieren kann eine Weltbeschreibung nur, wenn sie zusammenhängend und widerspruchsfrei ist.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Nun ist es unmöglich, alle Lebenserfahrungen auf Zettelchen zu schreiben und dann wie ein Puzzle zu einem Ganzen zusammenzufügen. Man braucht deshalb &lt;strong&gt;Prinzipien&lt;/strong&gt; oder allgemeine Regeln als Leitlinien, sowohl für das Philosophieren als auch in der daraus entstehenden Philosophie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Man beginnt mit sogenannten Prämissen, d. h. mit Voraussetzungen, auf denen der Rest durch Schlußfolgerung aufgebaut wird. Ein &lt;strong&gt;Beispiel&lt;/strong&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;div align=&quot;center&quot;&gt;
&lt;table border=&quot;1&quot; cellpadding=&quot;0&quot; cellspacing=&quot;0&quot; style=&quot;border-color: rgb(39, 99, 165);&quot; width=&quot;90%&quot;&gt;&lt;tbody style=&quot;border-top: 0pt none;&quot;&gt;&lt;tr&gt;&lt;td style=&quot;padding: 8px;&quot;&gt;
&lt;div align=&quot;left&quot;&gt;
						&lt;strong&gt;1. Prämisse&lt;/strong&gt;: Es gibt sinnliche Wahrnehmung.&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;2. Prämisse&lt;/strong&gt;: Sinnliche Wahrnehmung unterteilt sich in Wahrgenommenes und Wahrnehmenden.&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Schlußfolgerung&lt;/strong&gt;: Es gibt Wahrnehmende und Wahrgenommenes.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;
						 &lt;/div&gt;
&lt;div align=&quot;left&quot;&gt;
						Beide Prämissen sind evident (offensichtlich), d. h. sie sind absolut und unwiderlegbar. Die Schlußfolgerung ist logisch aus den Prämissen abgeleitet.&lt;/div&gt;
&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;
	 &lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Es geht nun nicht darum, ob das Beispiel für Dich passend ist. Man kann mit sehr verschiedenen Prämissen beginnen, aber man beginnt immer mit &lt;strong&gt;Prämissen&lt;/strong&gt; (oder Axiomen bei formalen Systemen), denn Prämissen sind das, was evident (oder voraus-gesetzt) ist und keines Beweise bedarf. Beweise und Schlußfolgerungen können immer nur aus Prämissen abgeleitet werden.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Aber:&lt;br /&gt;
	Wenn etwas nicht funktioniert, prüfe deine Prämissen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;table align=&quot;right&quot; border=&quot;0&quot; cellpadding=&quot;0&quot; cellspacing=&quot;0&quot; width=&quot;309&quot;&gt;&lt;tbody style=&quot;border-top: 0pt none;&quot;&gt;&lt;tr&gt;&lt;td&gt;
&lt;div align=&quot;center&quot;&gt;
					&lt;img alt=&quot;Amelie und Richard an der Uni, Szene 1&quot; height=&quot;196&quot; src=&quot;/files/mde/image/Lebens_Wissen/Philosophie_fuer_Dummies/Uni_1.jpg&quot; width=&quot;309&quot; /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td&gt;
&lt;div align=&quot;center&quot;&gt;
					&lt;img alt=&quot;Amelie und Richard an der Uni, Szene 2&quot; height=&quot;203&quot; src=&quot;/files/mde/image/Lebens_Wissen/Philosophie_fuer_Dummies/Uni_2.jpg&quot; width=&quot;271&quot; /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;p class=&quot;bildunterschrift&quot;&gt;Ein schöner Tag an der Uni ...&lt;/p&gt;
&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;p&gt;Nun hat nicht jeder Mensch die Zeit - und mancher auch nicht die Denkfähigkeit - um seine Philosophie von Grund auf zu entwerfen. Deshalb kann es vernünftig sein, auf die Entwürfe anderer Menschen zurückzugreifen - aber diese dann nicht zu glauben, sondern sie &lt;strong&gt;nach-denkend&lt;/strong&gt; zu prüfen und sich verstehend anzueignen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Da tritt jedoch ein Problem auf: Die meisten Philosophien sind so abstrakt und kompliziert, daß man sie ohne ein Studium der Philosophie kaum verstehen kann. Letztlich ist das aber kein Problem, denn diese hochabstrakten Entwürfe haben mit der Lebenspraxis Null zu tun. Es sind &lt;strong&gt;sprachliche Labyrinthe&lt;/strong&gt;, in denen ihre Schöpfer wie Leser sich immer nur verirrt haben. Sie fangen mit abstrakten Prämissen an und enden bei ebenso abstrakten Konzepten. Interessant sind sie nur als Sprachspiele für weltferne Spezialisten, nicht für das Leben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine Weltbeschreibung ist für das praktische Leben nur dann interessant, wenn sie auf der &lt;strong&gt;praktischen Lebenserfahrung&lt;/strong&gt; gründet, uns sagt, was wir mit unserem Leben machen und wie wir das erreichen können. Alles andere ist, außer als intellektueller Zeitvertreib oder Denktraining, uninteressant.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	&lt;strong&gt;Ayn Rand&lt;/strong&gt; (* 20. Januar/2. Februar 1905 in Sankt Petersburg, Russland; † 6. März 1982 in New York City), Schriftstellerin und eine sehr praktische Philosophin, beschrieb in &quot;The Romantic Manifesto&quot; die Bedeutung einer Philosophie für das Leben (Hervorhebungen und in &quot;[ ]&quot; von MDE):&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;
	&quot;Um zu &lt;strong&gt;leben&lt;/strong&gt;, muss der Mensch &lt;strong&gt;handeln&lt;/strong&gt;. Um zu handeln, muss er &lt;strong&gt;Entscheidungen&lt;/strong&gt; treffen. Um Entscheidungen zu treffen, muss er einen &lt;strong&gt;Wertekodex&lt;/strong&gt; [allgemeine Entscheidungsregeln] definieren. Um einen Wertekodex zu definieren, muss er &lt;strong&gt;wissen&lt;/strong&gt;, was er ist und wo er ist, d. h. er muss seine eigene Natur kennen (einschließlich der Mittel der Erkenntnis) und die Natur des Universums, in dem er handelt.&quot;&lt;/p&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Immanuel Kant&lt;/strong&gt; (* 22. April 1724 in Königsberg; † 12. Februar 1804 ebenda) ein ansonsten eher abstrakter Philosoph, den Ayn Rand intensivst verabscheute, beschrieb Philosophie als Aufklärung (Hervorhebungen und in &quot;[ ]&quot; von MDE) :&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;
	&quot;Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten &lt;strong&gt;Unmündigkeit&lt;/strong&gt;. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Anleitung eines anderen zu bedienen. &lt;strong&gt;Selbstverschuldet&lt;/strong&gt; ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. &lt;strong&gt;Sapere aude&lt;/strong&gt; [wage es verständig zu sein]! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.&quot; (Beantwortung der Frage: was ist Aufklärung? Berlinische Monatsschrift, 1784,2, S. 481–494)&lt;/p&gt;&lt;/blockquote&gt;
&lt;h2&gt;
	Die philosophischen Grundfragen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Der oben erwähnte Immanuel Kant hat sich &lt;strong&gt;vier Fragen&lt;/strong&gt; gestellt, und diese zu beantworten versucht:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Was &lt;strong&gt;kann&lt;/strong&gt; ich &lt;strong&gt;wissen&lt;/strong&gt;? - Beantwortet in der Erkenntnistheorie&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Was &lt;strong&gt;soll&lt;/strong&gt; ich &lt;strong&gt;tun&lt;/strong&gt;? - Beantwortet in der Ethik&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Was &lt;strong&gt;darf&lt;/strong&gt; ich &lt;strong&gt;hoffen&lt;/strong&gt;? - Beantwortet in der Religionsphilosophie&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Was &lt;strong&gt;ist&lt;/strong&gt; der &lt;strong&gt;Mensch&lt;/strong&gt;? - Beantwortet in der Anthropologie (Wissenschaft vom Menschen)&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Wenn das die Fragen sind, die einem Menschen wichtig sind, könnte es sich für diesen Menschen lohnen, Kant zu lesen. Aber Kant ist nicht einfach zu verstehen und wird von jedem seiner Leser anders verstanden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Ich finde Kants Fragen uninteressant. Ich habe mir folgende &lt;strong&gt;drei Fragen&lt;/strong&gt; gestellt und versuche diese zu beantworten:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Was &lt;strong&gt;kann&lt;/strong&gt; ich tun? Antwortet auf die Frage, nach den Möglichkeiten des Handelns, nach möglichen Mitteln, um Ziele zu erreichen und damit auch, welche Ziele überhaupt erreichbar sind.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Was &lt;strong&gt;muß&lt;/strong&gt; ich tun? Antwortet auf die Frage: Wie kann ich (über)leben?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Was &lt;strong&gt;will&lt;/strong&gt; ich tun (aus mir machen)? Antwortet auf die Frage: Wozu lebe ich?&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Jeder Mensch muß sich seinen persönlichen Frageset zusammenstellen. Im folgenden kann ich nur eine Antwortmöglichkeit auf meine Fragen zeigen - meine Antworten, wie ich sie gegenwärtig gebe - das kann sich aber morgen schon geändert haben.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Meine Philosophie&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Als Beispiel, wie man sich eine Philosophie bastelt, sei meine Philosophie, denn die kenne ich am besten, angeführt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Ich bin, wie aus meinen obigen Fragen schon hervorgeht, Pragmatiker. Pragmatiker stellen immer die Frage: ,Welche Konsequenzen folgen daraus?&#039;, und nie die Frage ,Ist es wirklich so?&#039;.&quot; Man kann z. B. die Aussage eines anderen nur verstehen, wenn man erfaßt, welche Konsequenzen für den Sprecher und für den Hörer damit verbunden sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Man kann dann feststellen, ob aus einer Handlung oder Behauptung&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Konsequenzen folgen, die mir oder anderen &lt;strong&gt;nützlich&lt;/strong&gt; sind, also Ziele fördern.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Konsequenzen folgen, die mir oder anderen &lt;strong&gt;schädlich&lt;/strong&gt; sind, also Ziele behindern.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Keine Konsequenzen folgen, also &lt;strong&gt;nutz- und schadlos&lt;/strong&gt; sind.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Das wird entsprechend angewandt:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Das Nützliche ist das, was ich &lt;strong&gt;tue&lt;/strong&gt; oder &lt;strong&gt;fördere&lt;/strong&gt;,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		das Schädliche ist das, was ich &lt;strong&gt;vermeide&lt;/strong&gt; oder &lt;strong&gt;verhindere&lt;/strong&gt; und &lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		das, woraus keine Konsequenzen folgen, ist &lt;strong&gt;uninteressant&lt;/strong&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Das sind meine Prämissen. Ich beanspruche für diese Prämissen keinerlei Wahrheit oder Allgemeingültigkeit. Es sind einfach meine Entscheidungen. Wenn man mich fragt, warum ich mich für diese Prämissen entschieden habe, gibt es nur eine Antwort:&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Ich will leben,&lt;br /&gt;
	ich will glücklich leben und&lt;br /&gt;
	ich will, daß mein Leben blüht und gedeiht.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn man darüber nachdenkt, stellt man fest, daß &quot;leben wollen&quot;, &quot;glücklich leben wollen&quot; und ein &quot;florierendes Leben&quot; (blüht und gedeiht) ein und dasselbe ist. Wer überhaupt leben will, der will auch glücklich und dauerhaft leben. Wer weder glücklich noch dauerhaft leben will, der will gar nicht leben. Er will sterben, tot sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Das ist typisch der Fall, wenn dieses Leben nur als ein &lt;strong&gt;Durchgangsstadium&lt;/strong&gt; in ein anderes, besseres Leben (Himmel, Paradies, Nirwana) verstanden wird.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Selbst wenn wir annehmen, daß es solch ein jenseitiges Leben gibt, ist es höchst unlogisch anzunehmen, daß es Leuten gewährt wird, die im diesseitigen Leben nur sterben wollten.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Wenn es ein jenseitiges Leben gibt, kann es nur Menschen zugänglich sein, die im diesseitigen Leben aus voller Kraft lebendig waren - und als &lt;strong&gt;Lebensprotze&lt;/strong&gt; im Jenseits ankommen. Das müssen Menschen sein, die mit ihrer gewaltigen Lebenskraft den Tod überwinden.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Leben wollen ist eine Lebenseinstellung!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Beispiel dafür, wie &lt;strong&gt;durch Lebenskraft der Tod überwunden&lt;/strong&gt; werden kann, wäre z. B. das aus asiatischen Religionen bekannte Aufsteigen der &lt;strong&gt;Kundalini-Shakti&lt;/strong&gt;, die als Sammlung der Lebensenergie verstanden wird. Ob das Phänomen, welches als Kundalini-Shakti beschrieben wird, erzeugt werden kann und welche Konsequenzen das hat, kann man praktisch ausprobieren. Das ist deshalb eine Möglichkeit, wie ein Weiterleben nach dem Tode für einen Pragmatiker annehmbar ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Daraus wird klar, was oben mit &quot;nützlich&quot; gemeint war:&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Nützlich für mein Leben,&lt;br /&gt;
	als glückliches und langfristig florierendes Leben.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Soweit so einfach. Das Problem liegt natürlich darin, festzustellen, welche Ziele man verfolgen muß, um so zu leben und welche Konsequenzen aus einer Handlung oder Behauptung folgen. Dieses Problem kann nur durch konsequente Vernunft gelöst werden, die auf den folgenden Prämissen beruht:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Die Konsequenzen von &lt;strong&gt;Behauptungen&lt;/strong&gt; kann man durch Schlußfolgerung erschließen und letztlich nur durch Handeln (Experiment) beweisen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Die Konsequenzen von &lt;strong&gt;Handlungen&lt;/strong&gt; kann man sinnlich wahrnehmen (operationale Beschreibungen).&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Die Basis der Weltbeschreibung müssen also sinnliche Wahrnehmungen sein. Darauf bauen Konzepte auf, die diese Wahrnehmungen in einen widerspruchsfreien Zusammenhang bringen. Aus diesen Konzepten können neue Handlungen und ihre Ergebnisse (&lt;strong&gt;Vorhersagen&lt;/strong&gt;) abgeleitet werden, die Lebensmöglichkeiten erweitern. Wir sehen, das sind alles nur Anwendungen dessen, was wir oben &quot;Philosophieren&quot; nannten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Der nächste Schritt wäre die Ableitung von &lt;strong&gt;Spielregeln&lt;/strong&gt; (Prinzipien), mit denen die genannten Verhaltensweisen gefördert und verwirklicht werden. Da es sich hier nur um eine erste kleine Einführung handelt: Ende!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	&lt;strong&gt;Jetzt bist Du dran&lt;/strong&gt; - und wenn Du mehr wissen willst, kannst Du auf dieser Site rumschmökern: Es gibt noch viel zum Thema zu finden.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Das Leben gibt es nur als permanente Beta-Version.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/41&quot;&gt;Einführung&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/26&quot;&gt;Lebens-Wissen&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/46&quot;&gt;Philosophie&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-vg-wort-story field-type-text field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://vg06.met.vgwort.de/na/e8194caadb6a465e9921e5a3cea2b0c9&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Mon, 18 Jun 2007 00:31:13 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>Lebens-Wissen</title>
 <link>https://www.mde-net.de/thelema-lebenswissen</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;h2 align=&quot;center&quot;&gt;
	&lt;strong&gt;Lebensweisheit, Lebenskunst,&lt;br /&gt;
	Tips und Tricks für Wohlstand, Erfolg und Glück&lt;/strong&gt;&lt;/h2&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;&lt;a href=&quot;http://www.mde-net.de/node/70&quot;&gt;MDEs-Tanzfiguren&lt;/a&gt;&lt;/strong&gt;: Wenn man das Leben tanzt, wird es leichtfüßiger - und hier sind einige abgefahrene Tanzfiguren zu finden.&lt;br /&gt;
		 &lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;&lt;a href=&quot;http://www.mde-net.de/node/77&quot;&gt;Philosophie für Dummies&lt;/a&gt;&lt;/strong&gt;: Eine wirklich gaaaanz einfache Einführung in das Philosophieren - zumindest: einfacher konnte ich es nicht hinkriegen. Es wird gezeigt, daß Philosophie für jeden verständlich und eine ganz praktische Beschäftigung ist.&lt;br /&gt;
		 &lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;&lt;a href=&quot;http://www.mde-net.de/node/71&quot;&gt;Die Revolution des Fragens&lt;/a&gt;&lt;/strong&gt;: Ein eher schwieriger und nachdenklicher Text, der stark von Heidegger inspiriert ist. Nur irrelevante Fragen werden mit Antworten versorgt und abgeschlossen. Wesentliche Fragen eröffnen Frage-Räume, sie werden nicht be- sondern verantwortet.&lt;br /&gt;
		 &lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;&lt;a href=&quot;../../../../../../node/102&quot; title=&quot;Eine etwas andere Art des Denkens ...&quot;&gt;Lethos: Die Erfahrung lethischen Denkens&lt;/a&gt;&lt;/strong&gt;: Ein ziemlich anspruchsvoller und langer Text in mehreren Kapiteln. Es wird ein nicht-klassisches Denken vorgestellt, also Ver-Rücktheit. Einige praktische Übungen vermitteln die Praxis dieses Denkens: Eintrittskarte zur Irrenanstalt. Die Durchführung der Übungen ist recht zeitaufwendig, man muß also schon einigermaßen ver-rückt sein, um anzufangen. Ohne konzentriertes Selber-Denken ist dieser Text nicht zu verstehen: Nur das Genie kann die Tore des Wahn-Sinns öffnen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/26&quot;&gt;Lebens-Wissen&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;</description>
 <pubDate>Mon, 11 Jun 2007 23:17:29 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>Thelema - die andere Art des Lebens</title>
 <link>https://www.mde-net.de/thelema-leben</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&quot;&lt;strong&gt;Objectivity is a subject&#039;s delusion that observing can be done without him.&lt;/strong&gt;&quot;&lt;br /&gt;
	(Heinz von Foerster )&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein ungewohnter Ton, ein nicht vertrautes Geräusch, ein nie gehörter Klang  - wir stutzen. Neues, insbesondere neue Gedanken, überfordern zunächst. Jeder neue Gedanke stellt uns vor die Wahl:  Aufmerksamkeit - sich auf die Gefahren des Neuen einlassen? Kritische Distanz - lieber vorsichtig sein? Abkehr - in der Sicherheit des Gewohnten bleiben?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Goethe sagte in dem Gedicht &quot;Vermächtnis&quot;: &quot;Was fruchtbar ist, allein ist wahr&quot;.&lt;/p&gt;
&lt;h2 align=&quot;center&quot;&gt;
	Inhaltsverzeichnis&lt;/h2&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/26&quot;&gt;Lebens-Wissen&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/35&quot;&gt;Liber L vel Legis&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/24&quot;&gt;Thelema&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;</description>
 <pubDate>Wed, 23 May 2007 21:00:36 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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</item>
<item>
 <title>Das Leben spielen</title>
 <link>https://www.mde-net.de/leben-spielen</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Wer das Leben ernst nimmt, spielt es,&lt;br /&gt;
	denn nur wer Leben spielt, lernt leben.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn man das Leben ernst nimmt, kann man es nur spielen. Das ist keine Wahrheit. Das ist nicht einmal eine Position, über die ich mich streiten würde. Es ist einfach die Beschreibung des Lebens, die ich am interessantesten finde. Andere Menschen finden andere Beschreibungen interessant. Das ist gut so.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Frage ist nicht mehr, was ist der Mensch? und was soll er tun?, sondern: was können wir versuchen, aus uns zu machen?&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Wahrheit - wie ist die Welt wirklich?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Ein völlig uninteressantes Thema. &quot;Die Rose ist rot&quot;, das ist wahr. Was fügt, &quot;das ist wahr&quot;, der Aussage, &quot;die Rose ist rot&quot;, hinzu? Nichts.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&quot;Ist die Rose wirklich (in Wahrheit, real) rot?&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Ich sehe eine rote Rose&quot;.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Ja, aber ist die Rose WIRKLICH rot?&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Was meinst du mit &#039;wirklich&#039;?&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Na nicht nur scheinbar, sondern in der wirklichen Wirklichkeit. Die Rose ist wirklich rot, wenn sie, unabhängig davon, was du denkst oder siehst, rot ist&quot;.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Ich habe keine Ahnung, wie etwas, unabhängig davon, was ich sehe oder denke, beschaffen sein könnte.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Dann weißt du also nicht ob die Rose wirklich rot ist.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Korrekt. Du sagst, daß Wirklichkeit etwas sei, was unabhängig davon, was ein Mensch denkt oder wahrnimmt, so ist wie es ist. Damit hast Du eine Bedingung für Wirklichkeit genannt, die kein Mensch je erfüllen kann. Folglich ist Wirklichkeit ein völlig bedeutungsloser Begriff.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Hm, sehe ich ein. Machen wir es anders. Die Rose ist wirklich rot, wenn alle Menschen sie rot sehen.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Woher willst du wissen, ob ein Mensch eine Rose rot sieht?&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Von mir weiß ich, daß ich die Rose rot sehe und andere kann ich fragen.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Du kannst also nicht wissen, ob andere Menschen die Rose rot sehen, sondern nur hören, ob sie sagen die Rose sei rot.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Okay, die Rose ist rot, wenn alle Menschen sagen &quot;die Rose ist rot&quot;.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Du meinst, etwas ist wirklich, wahr oder real, wenn alle Menschen sagen, daß es so sei?&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Ja!&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Hm, ein Engländer würde nicht &quot;rot&quot; sagen, sondern &quot;red&quot;, ein Farbenblinder würde rot nicht sehen können und folglich nicht rot sagen, kleine Kinder kennen vielleicht das Wort nicht. Also auch diese Bedingung ist unerfüllbar.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Gut, gut, also: Wenn jeder erwachsene Mensch mit normalen Sinnen in seiner Sprache die Rose rot nennt.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Aber wer entscheidet, wann ein Mensch erwachsen ist, das ist ja in verschiedenen Ländern verschieden geregelt, und was &quot;normale Sinne&quot; sind. Vielleicht hat ja der Farbenblinde die normalen Sinne und wir Farbenseher sind die unnormale Mehrheit.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Hm, also die Mehrzahl der Menschen, die älter als 12 Jahre sind.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Du meinst über Wirklichkeit oder Wahrheit werden demokratische Mehrheitsentscheidungen getroffen?&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Ja, so in etwa.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Wie &quot;in etwa&quot;?&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Na ja, es müßte schon mit den Ergebnissen der Wissenschaft übereinstimmen.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Warum dann nicht gleich die Wissenschaft entscheiden lassen?&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Gute Idee: Was die Wissenschaft sagt, ist wahr.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Erna?&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Ja, Martin?&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Ich liebe Dich!&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Errötend: &quot;Oh, wirklich?&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Frag die Wissenschaft.&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Sinken sich knutschend in die Arme :-)&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Wenden wir uns nun dem Freiherrn von Münchhausen zu:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;“Ein andres Mal wollte ich über einen Morast setzen, der mir anfänglich nicht so breit vorkam, als ich ihn fand, da ich mitten im Sprunge war. Schwebend in der Luft wendete ich daher wieder um, wo ich her- gekommen war, um einen größern Anlauf zu nehmen. Gleichwohl sprang ich auch zum zweiten Male noch zu kurz und fiel nicht weit vom andern Ufer bis an den Hals in den Morast. Hier hätte ich unfehlbar umkommen müssen, wenn nicht die Stärke meines eigenen Armes mich an meinem eigenen Haarzopfe, samt dem Pferde, welches ich fest zwischen meine Knie schloß, wieder herausgezogen hätte.” (&lt;font size=&quot;-1&quot;&gt;Gottfried August Bürger. &lt;em&gt;Wunderbare Reisen zu Waser und zu Lande&lt;/em&gt;. Viertes Kapitel: Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen im Kriege gegen die Türken.)&lt;/font&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt drei Gründe, warum es unmöglich ist, über Wahrheit, letzte Realität oder wirkliche Wirklichkeit etwas Informatives sagen zu können. Diese drei Gründe nennt man das &lt;strong&gt;Münchhausen-Trilemma&lt;/strong&gt;. Münchhausen ist eine literarische Figur, die sich an ihren eigenen Haaren aus dem Sumpf zog - und genau das müßte man tun können, wollte man Wahrheit. Die drei Gründe sind:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Unendlicher Regreß:&lt;/strong&gt; Auf jede Aussage kann man &quot;Warum?&quot; fragen, es gibt keine letzte Antwort.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Zirkel: &lt;/strong&gt;Kreisförmig argumentieren. Warum A? Weil B. Warum B? Weil A.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Dogmatisches Frageverbot:&lt;/strong&gt; Den beiden vorgenannten Problemen kann man entgehen, indem man weitere Fragen direkt oder indirekt verbietet: Wenn Du Gott leugnest, kommst Du auf den Scheiterhaufen. Gott, da kann man nicht weiter fragen, Gott ist das große Mysterium.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Aus der Unmöglichkeit eine wahre Realität zu beweisen wurde gefolgert, daß die Realität unsere Konstruktion sei (&lt;strong&gt;Konstruktivismus&lt;/strong&gt;, Idealismus). Man geht damit vom Finden oder Forschen zum Erfinden über: Wahrheit ist das Gemachte. Aber die Annahme eines Konstruktivismus unterliegt gleichermaßen den Begründungsproblemen des Münchhausen-Trilemmas. Abgesehen davon ist nicht zu sehen, was es für einen Unterschied machen sollte, ob die Wand, an der ich mir eine Beule hole, konstruiert oder real ist. Beule bleibt Beule.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Die wahrscheinlichste Vermutung ist, daß unsere Alltags-Wirklichkeit teilweise real und teilweise unsere Konstruktion ist. &lt;u&gt;Ge&lt;/u&gt;funden &lt;u&gt;und&lt;/u&gt; &lt;u&gt;Er&lt;/u&gt;funden. Da wir mehr nicht wissen können, lohnt es nicht, nach mehr zu fragen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Auf diese Probleme reagierte der sogenannte &lt;strong&gt;Pragmatismus&lt;/strong&gt;. Der Pragmatist interessiert sich nicht die Bohne dafür, ob unsere Welt konstruiert oder real ist. Er schaut sich einfach an, was die Folgen von Handlungen sind. Mit dem Kopf gegen die Wand rennen erzeugt eine Beule. That&#039;s all.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Das können wir als Ausgangspunkt gut gebrauchen.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Moral und Sinn des Lebens&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Aus all dem folgt natürlich, daß wir weder etwas über göttliche oder natürliche Moral wissen können, noch darüber, ob unser Leben einen höheren Sinn hat oder nicht. Für eine Moral müssen wir uns selbst entscheiden, einen Sinn unseres Lebens müssen wir selbst erfinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	&lt;strong&gt;Beachte&lt;/strong&gt;: Die Schlußfolgerung, es gäbe keine Moral und keinen Sinn des Lebens, ist falsch. Richtig ist nur: Wir wissen es nicht und wir können es nicht wissen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Jede Religion könnte die einzig wahre Religion sein. Alle Religionen könnten falsch sein. Der Atheismus und der Materialismus könnten wahr sein, desgleichen der Konstruktivismus oder irgendeine esoterische Lehre. Möglicherweise ist alles völlig sinnlos und absurd, vielleicht sind aber nur alle bekannten Alternativen falsch und wir müssen neue Möglichkeiten finden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Jeder Mensch ist bei diesen Entscheidungen auf sich selbst gestellt. Also: Was tun? Bevor wir auf diese  Frage eingehen, müssen wir verstehen, was ein &quot;Vokabular&quot; ist.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Vokabulare&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Ein &quot;Vokabular&quot; ist eine Menge von Zeichen die nach Regeln miteinander verbunden werden. Vokabulare sind so etwas wie Werkzeuge, die einen &lt;strong&gt;Nutzen &lt;/strong&gt;haben für den sie verwendet werden.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Die deutsche Sprache ist ein Vokabular, wodurch das Verhalten ihrer Benutzer koordiniert werden kann. Dieser Text ist im Vokabular der deutschen Sprache geschrieben.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Chemie ist ein Vokabular, welches dazu dient, Chemikalien zu bezeichnen, zu mischen usw. Ein Zeichen aus diesem Vokabular ist z.B. &quot;H2O&quot;.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Mensch ärgere dich nicht&quot; ist ein Vokabular, welches dazu dient, das Verhalten von Menschen so zu koordinieren, daß dadurch ein Spiel namens &quot;Mensch ärgere dich nicht&quot; angeleitet wird. Zeichen in diesem Vokabular sind z. B. &quot;Würfel&quot;, &quot;Spieler&quot;, &quot;raus&quot;, das Spielfeld, die farbigen Spielfiguren, usw.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Man unterscheidet in Vokabularen drei Typen von &lt;strong&gt;Zeichen&lt;/strong&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Ikon&lt;/strong&gt;: bildhafte Zeichen, Bilder, Diagramme, visuelle Wahrnehmungen, z.B. ein Tisch usw.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Index&lt;/strong&gt;: hinweisende Zeichen, z. B. der hinweisende Zeigefinger, Wegweiser, Wetterhahn.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Symbol&lt;/strong&gt;: vereinbarte Zeichen, typischerweise Wörter. Das Wort &quot;Katze&quot; bezeichnet, weil wir es so vereinbart haben, eine Katze, hat aber nichts Kätzisches.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Symbole bezeichnen oft Ikons, also das Wort &quot;Tisch&quot; einen gesehenen Tisch. Manche Symbole sind jedoch nur durch weitere Symbole zu erklären, weil ihnen nichts Wahrnehmbares entspricht, z. B. Gott, Liebe, Hoffnung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Die &lt;strong&gt;Regeln &lt;/strong&gt;bestimmen, wie die Zeichen des Vokabulars benutzt werden sollen, z. B.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		darf man beim &quot;Mensch ärgere dich nicht&quot; nur &quot;raus&quot; sagen, wenn die eigene Figur auf ein Feld vorrückt, auf dem eine andere Figur steht.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Wer einen roten Farbfleck &quot;grün&quot; nennt, beherrscht die (semantischen) Regeln der deutschen Sprache nicht.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Wer sagt, &quot;ich gehen hause&quot;, beherrscht die syntaktischen Regeln der deutschen Sprache nur unvollkommen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;In manchen Vokabularen gibt es höchst komplizierte Regeln, z. B. Argumentationsregeln, Beweisregeln, Definitionen usw. Manche Vokabulare, z. B. das Kaffeeklatsch-Vokabular, sind eher einfach gestrickt: Eine Mitteilung sollte irgendwie zum Thema passen und an eine andere Mitteilung irgendwie anschließen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	In jedem Vokabular gibt es &lt;strong&gt;Vokabular-Designer&lt;/strong&gt;. Das sind z. B. Dichter, Philosophen oder staatliche Kommissionen, die neue Zeichen und Regeln in das Vokabular einführen oder bestehende Regeln verändern. Um am Design eines Vokabulars teilnehmen zu können, muß man gewöhnlich als Spezialist dieses Vokabulars anerkannt sein.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Die Welt der Vokabulare&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wir leben in einer Welt aus Vokabularen, nichts als Vokabulare. Jedes Vokabular beschreibt die Welt anders - oder sogar eine andere Welt.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Manche Vokabulare, z. B. religiöse oder naturwissenschaftliche, behaupten von sich, daß sie die reale Welt beschrieben.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Manche Vokabulare, z. B. künstlerische oder konstruktivistische, behaupten von sich, daß sie Fantasien oder Konstruktionen beschrieben.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Manche Vokabulare, z. B. hermeneutische oder semiotische, behaupten, daß alle Vokabulare gar nichts beschrieben, sondern nur Zeichen auf Zeichen verweisen - weiter nichts.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Wir halten uns da raus, kritisieren keine dieser Selbstzuschreibungen - nehmen sie nur zur Kenntnis.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Man kann kein Vokabular mit einem anderen Vokabular kritisieren, z. B. Religion durch Wissenschaft. Für jedes Vokabular sind Aussagen anderer Vokabulare mindestens teilweise Unsinn. Die Jungfrauengeburt ist für Christen wahr, für Buddhisten und Wissenschaftler lächerlicher Aberglaube.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Es gibt keine Möglichkeit Vokabulare mit der Realität zu vergleichen. Es gibt keine Möglichkeit, Vokabulare mit etwas zu vergleichen, was kein Vokabular wäre. Religion hat andere Regeln der Zuschreibung von Wahrheit als Wissenschaft. Wie soll man da etwas vergleichen können?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Was man tun kann, ist: den Nutzen von Vokabularen zu einem bestimmten Zweck vergleichen. Was man tun kann ist die Beschreibung derselben Sachverhalte durch alternative Vokabulare vergleichen. Wissenschaft erklärt mein Auto besser als die Religion es könnte, kann aber zu meinem Seelenheil, sollte ich daran interessiert sein, nichts sagen. Nach marxistischer Beschreibung war die DDR ein Paradies, nach westlicher Beschreibung eine Hölle. That&#039;s all.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zum Schluß noch eine kleine Überraschung: &lt;strong&gt;Jeder Mensch ist ein Vokabular!&lt;/strong&gt; Jeder Mensch spricht seine eigene Sprache und die Bedeutung jedes Wortes ist für jeden Menschen - zumindest leicht - verschieden. Wenn Du einen Menschen verstehen willst, mußt Du sein Vokabular lernen.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Mit Vokabularen spielen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Jedes Vokabular hat eine &lt;strong&gt;Spielwelt&lt;/strong&gt;, den Bereich, auf den es angewandt werden kann.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		So ist die Spielwelt der Physik Materie und Energie,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		die Spielwelt der deutschen Sprache ist der deutsche Alltag,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		die Spielwelt der Soziologie ist die Gesellschaft,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		die Spielwelt der Politik sind die Wähler,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		die Spielwelt des Schach ist das Schachbrett.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Das Spiel besteht darin, die &lt;strong&gt;Regeln &lt;/strong&gt;auf die Spielwelt anzuwenden: Semantische Regeln, syntaktische Regeln, Argumentationsregeln, usw. Man macht einen Spielzug, sagt z. B. &quot;Guten Tag!&quot; und ein anderer Spieler erwidert mit einem Spielzug: &quot;Auch schönen guten Tag!&quot;. Irgendwie geht es dann, je nach dem Vokabular, in dem das Spiel stattfindet, weiter.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Durch das &lt;strong&gt;Spiel &lt;/strong&gt;lernen wir, die wechselseitige Abhängigkeit der Spieler und des Spielverlaufs zu erkennen und zu modifizieren. Das kann sehr deutlich am Schachspiel gezeigt werden: Jeder Spieler muß analysieren, wenn ich Zug A mache, kann der andere a, b, oder c ziehen, auf a kann ich B, auf b eventuell C ziehen und nach c bin ich matt, also geht A nicht, versuchen wir D ... Ein Spieler, der nicht so rechnet, d.h. den Antwortzug des Mitspielers nicht berücksichtigt, hat sehr schnell verloren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jeder Spieler muß entscheiden, ohne die Entscheidung des anderen zu kennen, weiß aber, daß das Ergebnis von beiden Entscheidungen abhängt. Man nennt das: &lt;strong&gt;konditionierte Koproduktion&lt;/strong&gt;, d.h. ein Ergebnis wird gemeinsam erzeugt, indem jeder eigene Spielzug durch die Züge des anderen Spielers bestimmt wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Konditionierte Koproduktion findet überall statt, wo Menschen miteinander, mit Tieren oder mit der Natur zu tun haben. Nur wer sich der konditionierten Koproduktion anpaßt, hat bei seinen Vorhaben eine Erfolgschance, kann also sein Leben selbst gestalten. Spiele bilden dieses Gesetz in den verschiedenesten Varianten ab und simulieren dadurch den wesentlichsten Aspekt des Lebens: Den Weg zum &lt;strong&gt;Erfolg &lt;/strong&gt;(wobei es egal ist, was jemand unter Erfolg versteht: Glück, Liebe, Geld, etc.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Wenn wir Vokabulare als Spiele behandeln, gewinnen wir zwei große Vorteile:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Wir verwechseln Vokabulare nicht mit Wahrheiten oder Realität.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Wir lernen erfolgreich leben: konditionierte Koproduktion&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;h2&gt;
	Was tun?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Mir scheint: Spielen ist die fruchtbarste (furchtbarste?) Alternative.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Auf dem Markt der Eitelkeiten, Illusionen und vermeintlichen Wahrheiten gibt es viele Angebote: Religionen, Philosophien, Weltanschauungen, Wissenschaften, Esoterik usw. Wie wir nun wissen, sind das alles Vokabulare. Jede Religion, Wissenschaft, Philosophie etc. ist ein Vokabular. Gleiche Wörter bedeuten in verschiedenen Vokabularen Verschiedenes - und das ist eine ewige Quelle von Mißverständnissen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Wichtig ist, daß jedes dieser Angebote eben nichts anderes ist als ein Vokabular, eine Verkettung von Wörtern, mehr nicht. Jedes Vokabular ist so gut wie das andere, keines besser als ein anderes - zumindest könnten wir das nicht wissen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Aber jeder Mensch benutzt irgendein Vokabular. Jeder lebt in seinem Vokabular.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Es mag das Vokabular Deiner Eltern sein, z. B. das christliche oder das islamische Vokabular.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Es mag ein während des Studiums neu erlerntes Vokabular sein, z. B. ein soziologisches oder ein physikalisches Vokabular.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Es mag das Vokabular eines Gurus sein, z. B. ein buddhistisches oder ein schamanistisches Vokabular.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Jeder Mensch benutzt mindestens ein Vokabular, welches er für richtig, wahr oder nützlich hält. In diesem Vokabular kann man sein ganzes Leben verbringen. Das ist öde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Die erste Regel des Lebensspielers ist: Neue Vokabulare zu erspielen. Wichtig ist: Erspielen. Nicht etwa erforschen, das wäre nur trocken und distanziert. Nicht etwa übernehmen, das wäre zu einschränkend. Um ein neues Vokabular wirklich zu verstehen muß man reingehen, drin sein. Wer spielt, ist voll und ganz dabei, weiß aber um das Imaginäre des Vokabulars - spielt eben.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Schau Dir die Vokabulare an und - experimentiere. Spiele damit.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Identifiziere Dich mit keinem Vokabular - experimentiere. Spiele damit.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Bleibe Dir immer darüber klar, daß niemand wissen kann, welches Vokabular der &#039;Wahrheit&#039; näher ist als andere.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Wenn Du ein Vokabular benutzt, damit experimentierst und spielst, bleibe Dir immer darüber klar, daß Du spielst, bleibe immer bei Deinem radikalen Zweifel an der Wahrheit des Vokabulars.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Vergegenwärtige Dir, daß jedes Vokabular von jedem anderen Vokabular dekonstruiert werden kann, und daß Argumente innerhalb eines Vokabulars nie etwas über dessen Wahrheit aussagen können. Jedes Vokabular endet im Münchhausen-Trilemma.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Das Angebot der Vokabulare ist riesig, fast unüberschauber. Welche Vokabulare solltest Du wählen? Überlege Dir was Du willst und wähle dann ein Vokabular von dem Du vermutest, es könnte für Deine Interessen nützlich sein.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Willst Du mehr über die Gesellschaft wissen, wähle ein soziologisches Vokabular, z. B. die soziologische Systemtheorie von Niklas Luhmann.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Hast Du Liebesambitionen, könnte ein Vokabular der Kunst, z. B. aus Dichtung oder Musik interessant sein.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Hast Du politische Interessen, könnte das Vokabular des Liberalismus oder sogar des Anarcho-Kapitalismus interessant sein - aber Du kannst auch einfach in eine Partei eintreten und versuchen, dort Karriere zu machen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Willst Du Geld verdienen, könnte irgendein Management-Vokabular interessant sein, z. B. Peter Drucker oder Stephen R. Covey.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Aber Du kannst auch einfach irgendein Computerspiel spielen, welches eine große Fangemeinde und sein eigenes Vokabular hat.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Auch Straßenbanden, Familien und Kaffeeklatsch-Treffen haben oft ein eigenes Vokabular.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Wichtig ist: Spiele in möglichst vielen verschiedenen Vokabularen und wechsle alle paar Jahre ein oder mehrere Vokabulare gegen andere Vokabulare aus.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Was hast du davon?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Nach einigen Jahren glücklichen Spielens wirst Du ein Meister der Vokabulare sein: &lt;strong&gt;Magister Ludi&lt;/strong&gt; (Spielemeister). Dann bist Du bereit, Dein eigenes ganz neues Vokabular zu designen. Das mag ein kleines Bildchen, eine neue Philosophie, ein Roman, eine wissenschaftliche Theorie, eine Liebesbeziehung, eine berufliche Tat, eine Familie, Deine Karriere oder sogar ein Spiel sein - vielleicht ein Glasperlenspiel.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist egal wie groß oder klein Dein neues Vokabular ist. Es ist egal ob es sich als Theorie, Handlung, Gedicht, Kind oder Gefühl darstellt. Mit einem neuen Vokabular erschaffst Du eine Neubeschreibung von Dir und der Welt. Damit erschaffst Du Dich und die Welt neu - für Dich und für andere Menschen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Du wirst vom Spieler zum Spieleschöpfer, vom Designten zum &lt;strong&gt;Designer&lt;/strong&gt;. Näher kannst Du Gott nicht kommen. Gott ist der große Designer, die Welt ist ein Spiel.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Wie groß muß mein Spiel sein?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Gar nicht. So klein wie Du willst. Vielleicht nur ein richtiges Wort zur richtigen Zeit. Wichtig ist nur: Es muß &lt;strong&gt;Dein &lt;/strong&gt;Spiel sein.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Wie schaffe ich das?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Spielen ist das ganze Geheimnis. Spiele! Brettspiele, Computerspiele, Beziehungsspiele, Vokabularspiele. Werde ein Spieler. Spieler sein ist eine Lebenseinstellung, die man lernt - indem man spielt. Genau darum geht es auf dieser Website. Auf weiteren Seiten kannst Du mehr erfahren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Irgendwann wirst Du dann Dein eigenes Spiel spielen - vielleicht, wird es Dich spielen.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Das wars?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Ja! Spielen wir?&lt;/p&gt;
&lt;div align=&quot;center&quot;&gt;
&lt;p&gt; &lt;strong&gt;&quot;What if you slept?&lt;br /&gt;
		And what if in your sleep you dreamed?&lt;br /&gt;
		And what if in your dream you went to heaven and there, plucked a strange beautyfull, flower?&lt;br /&gt;
		And what if when you awoke you had the flower in your hand?&lt;br /&gt;
		Ah what then?&quot;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
		(Colerigde)&lt;/p&gt;
&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/26&quot;&gt;Lebens-Wissen&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/25&quot;&gt;Spiel&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-vg-wort-story field-type-text field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://vg06.met.vgwort.de/na/2858a963ba9741d6b0b5af5c888c9dc7&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Sun, 29 Apr 2007 23:26:45 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>Wie verstehende Gespräche geführt werden können</title>
 <link>https://www.mde-net.de/gespraeche-fuehren</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Einige Anregungen für ein verstehendes Gespräch&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;1. Meide die Gut-Böse Unterscheidung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Menschen unterscheiden gewöhnlich &quot;Gut&quot; und &quot;Böse&quot; und unterscheiden diese Unterscheidung als &quot;Gut&quot;. Ich schlage vor, diese Unterscheidung als &quot;Böse&quot; zu unterscheiden, also Gut-Böse nicht zu unterscheiden. Warum?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Die Gut-Böse Unterscheidung impliziert die Achtung / Ächtung Unterscheidung. Wer unter &quot;Gut&quot; einsortiert wird, bekommt Achtung, der &quot;Böse&quot; hingegen Ächtung. Die Gut-Böse Unterscheidung ist böse, weil polemogen (kriegerzeugend) - was Fundamentalismus und Terrorismus nur exemplarisch vorführen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Wenn du Gut-Böse nicht mehr unterscheidest, kannst du nicht nur vorurteilsfreier mit anderen Menschen reden, sondern du gewinnst damit erst die Möglichkeit, ein verstehendes Gespräch zu führen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	&lt;strong&gt;2. Auf den Anderen hören&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Die meisten Menschen hören ihrem Gesprächspartner nicht zu. Sie sind, während der Andere spricht, schon mit dem Verfassen ihrer Antwort beschäftigt. Wie kannst du das besser machen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Paraphrasieren bedeutet: eine Mitteilung mit eigenen Worten wiedergeben.&lt;/p&gt;
&lt;ol&gt;&lt;li&gt;
		Höre zu und paraphrasiere, was du gehört hast.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Frage den Anderen: &quot;Hast du das Gefühl, dass ich dich so richtig verstanden habe?&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Wenn der Andere verneint oder sich nicht sicher ist, frage und paraphrasiere, bis er dir bestätigt, dass er sich verstanden fühlt.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Jetzt - erst - bist du dran.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;3. Zu dem Anderen reden&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
	 &lt;br /&gt;
	Wenn du willst, dass der Andere dir auch nur zuhört, musst du&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		eine Sprache sprechen, die er verstehen kann,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		über ein Thema sprechen, welches ihn interessiert,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		dich freundlich verhalten,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		und Sympathie zeigen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Wenn du willst, dass der Andere dich versteht, musst du zuerst ihn verstehen, also &quot;auf den Anderen hören&quot;. Man kann nur &quot;zu dem Anderen reden&quot;, wenn man &quot;auf den Anderen hört&quot;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	&lt;strong&gt;4. Special: Kompaktbegriffe auflösen - wer, was, wann, wo, wie genau&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kompaktbegriffe sind Begriffe mit einem, für das gegebene Thema, zu niedrigen Auflösevermögen: Die Positionen stehen unversöhnlich gegeneinander. Ein typischer Kompaktbegriff ist &quot;&lt;strong&gt;Faulheit&lt;/strong&gt;&quot;.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Das Kind lernt nicht, weil es faul ist.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Der Mitarbeiter erfüllt sein Pensum nicht, weil er faul ist.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Der Mann putzt die Wohnung nicht, weil er faul ist.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Jemand ist faul, weil er etwas nicht tut. Jemand tut etwas nicht, weil er faul ist. Eine unwiderlegbare Wahrheit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als erstes gälte es, den &quot;verlorenen Performativ&quot; wieder zu finden: Wer sagt denn, dass der &#039;faule Mensch&#039; das tun sollte, was er nicht tut? Also: &lt;em&gt;Ich &lt;/em&gt;erwarte, daß du X tust, aber du tust es nicht, weil du faul bist. Könnte es sein, dass du X deshalb nicht tust weil:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Du gar nicht der Meinung bist, dass X getan werden sollte oder müsste.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Du zwar der Meinung bist, dass X getan werden muss, aber nicht der Meinung bist, dass &lt;em&gt;du &lt;/em&gt;X tun solltest.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Du zwar auch denkst, dass X getan werden muss, aber X nicht tun kannst, weil du nicht weißt wie.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Du zwar auch denkst, dass X getan werden muss, aber nicht jetzt, es hat Zeit.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Du zwar auch denkst, dass X getan werden muss aber gerade viel wichtigere Dinge zu erledigen hast.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Statt sich zu streiten, ob ein Mensch faul ist, kann man einfach genauer hinschauen und den Vorwurf der Faulheit in kleinere Komponenten auflösen:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Was genau meinst du mit Faulheit?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Na er tut X nicht!&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Warum sagst du dann nicht einfach, dass er X nicht tut?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Weil das einen Grund hat, Faulheit.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Wie verursacht die Faulheit, was immer das sein mag, es denn, dass er X nicht tut?&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Ein berühmtes Beispiel für die Auflösung eines Kompaktbegriffs ist die Unterteilung von &quot;Frau&quot; in &quot;Sex&quot; (biologisches Geschlecht) und &quot;Gender&quot; (soziale Rolle).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Kennst du weitere Kompaktbegriffe?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	&lt;strong&gt;5. Special: Unterscheiden - frage immer nach der anderen Seite&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine Quelle ewiger Missverständnisse ist die Konstruktion von Identität (Einheit) - ohne die andere Seite der Unterscheidung zu berücksichtigen. Jede Identität basiert auf einem Unterschied, dem anderen der Identität:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Eine Frau ist - ohne Mann - keine Frau, denn der Begriff &quot;Frau&quot; ist auf seinen Gegenbegriff &quot;Mann&quot; angewiesen. &quot;Mann&quot; ist die andere Seite der Mann-Frau Unterscheidung. Wer über &quot;Frau&quot; redet, der redet, ob er es ausspricht oder nicht, immer auch über &quot;Mann&quot;. Natürlich könnte man auch Frau / Teppich unterscheiden, was immerhin den Vorteil  (Nachteil?) hätte, dass Geschlechtsorgane irrelevant werden.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Gott&quot; kann man von &quot;Teufel&quot;, &quot;Mensch&quot;, &quot;Welt&quot; etc. unterscheiden: Gott-Teufel, Gott-Welt, Gott-Mensch. Als Gott-Mensch (Jesus) hat die letztere Unterscheidung sogar eine Einheit gefunden, die dann aber gegen Gott-Mensch / Nur-Mensch unterschieden werden muss.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Ich habe keine Zeit&quot; - welche Unterscheidung wird da benutzt? Zeit -Raum? Zeit-Uhr? Zeit-Stress? Zeit-Freizeit? Viel-Wenig?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&quot;Dem Einen ist alles Eins&quot;. Der Eine-Alles - und da &quot;alles&quot; nicht weiter unterschieden ist, ist es natürlich: Eins. Der Eine könnte ohne das Alles nicht einmal wissen, dass er der Eine ist.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Leicht zu sehen: Je nachdem, was die andere Seite der Unterscheidung ist, erhält die Seite der Unterscheidung, über die geredet wird, eine andere Bedeutung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Die große philosophische Frage ist: Einheit von Einheit-Unterschied oder Unterschied von Einheit-Unterschied? Antwort: Es geht beides, aber man kommt zu verschiedenen Ergebnissen. In jedem Fall gerät man in ein Paradox - aber das kann ganz spaßig sein.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Selbstachtung beruht darauf, hin und wieder vom bequemen Weg abzuweichen und&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;einmal mehr nicht mit den Schafen zu blöken.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/29&quot;&gt;Kommunikation&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/26&quot;&gt;Lebens-Wissen&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-vg-wort-story field-type-text field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://vg06.met.vgwort.de/na/c2102bd61fa24e69b747b546edd2af15&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Mon, 09 Apr 2007 17:52:59 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>Das verstehende Gespräch</title>
 <link>https://www.mde-net.de/gespraech</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Vom Gegeneinander zum Miteinander&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das verstehende Gespräch ist eine - für die meisten Menschen: ungewöhnliche - Art des Miteinander-Redens. Diese Art des Gesprächs ist nützlicher, erfreulicher und spannender als der gewöhnliche Flachsinn, das übliche Gegeneinander oder das Aneinander-vorbei-Geplapper. Wenn das für dich interessant ist ... lies weiter :-)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Ein verstehendes Gespräch ist nicht-positional. &lt;strong&gt;Positional &lt;/strong&gt;bedeutet: Positionen aufbauen und gegen Angriffe verteidigen, gegnerische Positionen angreifen und zu bezwingen suchen. Recht haben und behalten. Genau das findet im verstehenden Gespräch nicht statt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Deshalb ist ein verstehendes Gespräch unmöglich mit Menschen,&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		die glauben, im Besitz der Wahrheit zu sein,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		die alles besser wissen,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		die sich zu schwerfällig mit ihren Meinungen identifizieren, um offen gegenüber dem Anderen sein zu können,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		die zu dezentriert sind, als dass sie sich überhaupt gegenüber irgendetwas öffnen könnten.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Die drei erstgenannten Fälle haben zu feste Überzeugungen, um offen sein zu können, die letztgenannte zu seichte. Wenn du nicht zu diesen Unmöglichkeits-Fällen gehörst ...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Deine Überzeugungen beruhen auf deinen Erfahrungen, all dem was du in deinem Leben erlebt und erlernt hast. Aber du hältst deine Erfahrungen nicht für absolut wahr, nicht für die einzig richtige, wahre, begründete oder legitime Sicht der Dinge. Deshalb kannst du anderen Menschen zuhören. Du bist offen und lernfähig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Andererseits traust du deinen Überzeugungen aber doch eine gewisse Gültigkeit zu. Du hast nicht nur belanglose Meinungen, sondern du bist ein Mensch, der ernst zu nehmen ist. So schöpfst du aus deiner  Erfahrung, indem du diese mit einem Geltungsanspruch ins Gespräch bringst, dennoch aber bereit bist, dich durch Erfahrungen des Anderen in Frage stellen zu lassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Ein verstehendes Gespräch ist ein gemeinsamer Denkprozess, der die Lebenserfahrungen der Beteiligten spiegelt. Solch ein Gespräch ist ein geistiges Ringen, bei dem verschiedene existentielle Lebenserfahrungen aufeinander bezogen und aneinander gewogen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Du hörst dem Gesprächspartner zu, prüfst kritisch seine Formulierungen und dein Verständnis dieser Formulierungen, versuchst durch Paraphrasieren und Hinterfragen zu verstehen, was er meint und inwieweit du damit übereinstimmen kannst. Du stellst deine Erfahrungen dagegen, nicht als bessere, sondern als andere Erfahrungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	So sucht man gemeinsam nach erweiterten oder gar neuen Perspektiven, die als Gewinn an Lebensmöglichkeiten, durch den kritisch-verstehenden Austausch, erfahren werden. Was uns dabei treibt, was unsere Kritik, unsere Zustimmung oder unser beharrliches Weitersuchen motiviert, ist die Erweiterung unserer Lebenserfahrung, deren Gültigkeit und die Erschließung neuer Möglichkeiten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Statt vorschnell Gegensätze zu konstruieren, wird das verstehende Gespräch geduldig die Tiefen der Erfahrung ausloten, um zu erfahren, ob in der Sicht eines Gesprächspartners irgendwo eine Offenheit besteht zu einer Möglichkeit hin, die wir selber noch nicht gesehen, vielleicht noch nicht einmal erahnt haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Wenn sich dennoch Widersprüche auftun, geht man nicht darauf aus, sie sogleich aus dem Weg zu räumen. Denn das hieße ja, indem man eine von zwei sich widersprechenden Positionen zugunsten der anderen für falsch erklärt, diese Position zu eliminieren und damit das Gespräch zu begrenzen. Es könnte durchaus  sein - und es erweist sich immer wieder, dass es so ist -, dass aus unterschiedlichen Lebenserfahrungen unterschiedliche Überzeugungen erwachsen, die einander scheinbar ausschließen, bei genauerer Betrachtung aber doch nebeneinander bestehen können. So können scheinbar sich ausschließende Positionen jeweils einen anderen Aspekt der Welt zur Geltung bringen, einer Welt, die wir ja doch nie als Ganze besitzen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Das verstehende Gespräch ist weder tolerant noch intolerant - denn diese Begriffe gehen am Wesen dieses Gesprächs vorbei. Es geht nicht darum, den Anderen zu tolerieren, sondern darum, ihn zu verstehen. Tolerieren kann man alles und jeden - ohne auch nur zu wissen wer er ist und was er will. Jemanden tolerieren bedeutet neutral zu sein, aber man kann nicht verstehen, wenn man neutral ist. Ein verstehendes Gespräch ist kein Wir-haben-doch-beide-Recht-Gelabere, welches sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigt. Im Gegenteil wird die größte gemeinsame Differenz gesucht, denn nur Verschiedenheit kann Verstehen motivieren und neue Horizonte eröffnen. Nur in der Anerkennung der radikalen Andersheit des Anderen anerkennt man den Anderen als Anderen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	Man öffnet sich dem Anderen, aber man wechselt nicht mit fliegenden Fahnen die Fronten und man entkernt Widersprüche nicht zum Kleister. Für seine Überzeugungen kämpft man, sonst wären es keine. Aber es geht nie positional gegen den Anderen, sondern im wechselseitigen Verstehenshorizont zusammen mit dem Anderen. Bei einem verstehenden Gespräch läuft man immer Gefahr, dass sich eigene Überzeugungen ändern können - aber das wird als Vorteil betrachtet, nicht als Verlust.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit Relativismus hat das alles nichts zu tun. Es ist einfach die Einsicht, dass&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		sich Erkenntnis im Laufe der Geschichte wandelt,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		jeder Mensch ein Individuum mit seiner besonderen Lebensgeschichte und seiner eigenen Erfahrungswelt ist,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		und in die Unabgeschlossenheit jeder Wahrheit!&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;In verstehenden Gesprächen können wir &quot;diesen faszinierenden imaginären Raum schaffen ..., in dem niemand im Besitz der Wahrheit ist und jeder das Recht hat, verstanden zu werden.&quot; (Milan Kundera)&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;&quot;Ich bin. Aber ich habe mich nicht. Darum werden wir erst.&quot;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
	(Ernst Bloch)&lt;/p&gt;
&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt;&lt;p&gt;Weiter: &lt;a href=&quot;/node/12&quot;&gt;Wie verstehende Gespräche geführt werden können&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/41&quot;&gt;Einführung&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/29&quot;&gt;Kommunikation&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/26&quot;&gt;Lebens-Wissen&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-vg-wort-story field-type-text field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://vg06.met.vgwort.de/na/a7587d14c4a840eb8df9d0c65a6cc25d&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Fri, 06 Apr 2007 20:41:03 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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