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 <title>Michael D. Eschner</title>
 <link>https://www.mde-net.de</link>
 <description>Die andere Art des Lebens: Thelema

  Wir schaffen eine andere Sprache: Keine Wahrheiten, kein Glauben, kein Relativismus, sondern die konkrete Sprache des blühenden Lebens. 

  Wir schaffen eine andere Tradition: Keine toten Daten, sondern Biografien von Heroen, die  zeigen, wie großartig Menschen sein können. 
  Wir schaffen eine andere Identität: Keine Gottessklaven. Der Mensch ist durch und durch göttlich - schöpferisch, neugierig, zärtlich und ekstatisch.

  Wir schaffen eine andere Zukunft: Nicht die Verwaltung des Mangels, sondern die Fülle der von Menschen geschaffenen Welt.

Wir sind stolz darauf, Menschen zu sein.</description>
 <language>de</language>
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 <title>Wie geht es weiter mit mde-net.de?</title>
 <link>https://www.mde-net.de/wie-weiter</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;Eine Frage, die mir in den letzten Wochen häufiger gestellt wurde: &quot;Wie geht es weiter mit mde-net.de?&quot; Der Anlass für diese Frage ist leicht zu sehen: Es gibt einige fleißige Blogger und Kommentatoren, aber MDE erstellt seit einigen Monaten kaum noch neue Inhalte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Grund ist ganz simpel: Ich bin mit der Effizienz der Site nicht zufrieden. Sie erzeugt zu wenig Resonanz. Das ist den Aufwand nicht Wert. Also: irgend etwas muss geändert werden. Aber was?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um herauszufinden, was ich besser machen muss, verfolge ich sehr genau und regelmäßig die Metriken (Seitenstatistiken), die Kommentare und sonstiges Feedback - und entwickle langsam einige Ideen, wie die Site für die angepeilte Zielgruppe interessanter, leichter zugänglich und freudvoller werden kann. Das ist ein inkrementeller Prozeß des Entwerfens und Verwerfens - klar ist jedenfalls, dass kosmetische Basteleien nicht reichen werden. Es sind grundlegende Änderungen sowohl an den Strukturen wie an den Inhalten notwendig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn du eigenes Feedback, Kritik, Ideen oder Vorschläge hast - immer her damit. Bevor ich mit der Umgestaltung anfange, werde ich alles sorgfältigst begrübeln :-)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&quot;Tue was du willst&quot;, aber nur &quot;Erfolg ist dein Beweis!&quot;&lt;/p&gt;
&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomyextra field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/44&quot;&gt;Allgemeines&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;</description>
 <pubDate>Thu, 08 Nov 2007 13:26:23 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>Beobachtung: Unterscheidung und Bezeichnung</title>
 <link>https://www.mde-net.de/beobachtung</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;Das Folgende ist die &lt;strong&gt;stark vereinfachte Darstellung&lt;/strong&gt; eines komplexen Problems. Wer hier Anlehnungen an Spencer-Brown, Hegel, Luhmann oder Gotthardt Günther zu erkennen glaubt, liegt richtig. Dennoch folgt die Darstellung keinem der genannten in allen Aspekten. Wir wollen Versuche im Selbstdenken wagen ;-)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zuerst: &quot;&lt;strong&gt;Beobachten&lt;/strong&gt;&quot; - wie der Begriff hier benutzt wird - hat nichts mit &quot;hinsehen&quot; oder sonst einer spezifischen Wahrnehmung zu tun. Man kann &quot;hinsehen&quot; einer Beobachtung zugrundlegen, aber Beobachtung kann auch ohne jede sinnliche Wahrnehmung stattfinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&quot;&lt;strong&gt;Bezeichnung&lt;/strong&gt;&quot; meint einerseits das Herstellen einer Bezeichnung, also bezeichnen, andererseits die hergestellte, also bestehende Bezeichnung: das Resultat des Bezeichnens.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dann: &quot;&lt;strong&gt;Bezeichnung&lt;/strong&gt;&quot; meint ganz unspezifisch alle möglichen Arten des Bezeichnens:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Symbolisch&lt;/strong&gt;: Ein Zeichen ist für Bezeichnetes durch Konvention festgelegt, z.B. das Wort &quot;Katze&quot; für eine Katze.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Indexikalisch&lt;/strong&gt;: Ein Hinweis auf etwas, z.B., ein Wegweiser, der hinweisende Zeigefinger oder ein Wetterhahn, der die Windrichtung anzeigt.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Ikonisch&lt;/strong&gt;: Eine Bezeichnung durch Ähnlichkeit, z.B. eine Fotografie.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;&quot;&lt;strong&gt;Unterscheidung&lt;/strong&gt;&quot; meint einerseits das Herstellen einer Unterscheidung, also unterscheiden, andererseits den hergestellten Unterschied, also das Resultat des Unterscheidens. Eine Unterscheidung ist eine nicht weiter bestimmte Beziehung zwischen Unterschiedenen. Eine Unterscheidung besteht aus einer Grenzziehung so, dass ein Punkt auf der einen Seite der Grenze die andere Seite nicht erreichen kann ohne die Grenze zu kreuzen. Die beiden Unterschiedenen&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		sind nicht identisch,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		gehen nicht ineinander über und&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		haben eine gemeinsame Grenze&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;- das ist alles. Mehr ist nicht gesagt und nicht gemeint.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nun zur &lt;strong&gt;Beobachtung&lt;/strong&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Eine Beobachtung ist ein Ereignis,&lt;br /&gt;
	das eine Unterscheidung benutzt,&lt;br /&gt;
	eine der beiden Seiten dieser Unterscheidung bezeichnet&lt;br /&gt;
	und dadurch Informationen gewinnen oder verarbeiten bzw.&lt;br /&gt;
	weitere Beobachtungen anschließen kann.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wer etwas bezeichnet, egal was, hat es damit schon von allem anderem unterschieden. Die &lt;strong&gt;Bezeichnung&lt;/strong&gt; erzeugt das Unterschiedene. Man kann nicht unterscheiden, ohne zu bezeichnen - und umgekehrt. Wir benutzen den Begriff &quot;Form&quot; (zwei-Seiten-Form) als synonym zu &quot;Unterscheidung&quot; und zu &quot;Bezeichnung&quot;. Alle drei Begriffe bezeichnen denselben - nicht nur den gleichen - Sachverhalt, aber aus verschiedenen Perspektiven.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir können niemals mit einer &lt;strong&gt;Einheit&lt;/strong&gt; oder Identität, z.B. essen, lieben oder Gott, anfangen zu handeln, zu fühlen oder zu denken. Sobald wir etwas bezeichnen unterscheiden wir das Bezeichnete und das mit dieser Bezeichnung nicht Bezeichnete: was es ist und was es nicht ist. Wäre das anders, könnten wir mit einer Bezeichnung nicht unterscheiden, also nicht bezeichnen. Selbst wenn man sagt &quot;Alles&quot;, unterscheidet man gegen &quot;Nicht-Alles&quot;, z.B. Ganzes und Teil.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Deshalb kann man immer nur,&lt;br /&gt;
	egal ob man es explizit tut oder nicht,&lt;br /&gt;
	mit Unterscheidung anfangen,&lt;br /&gt;
	niemals mit Einheit.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine &lt;strong&gt;Unterscheidung&lt;/strong&gt; hat zwei Seiten. Das Bezeichnete, die eine Seite, und alles übrige, die andere Seite. Die Seiten sind getrennt - und verbunden - durch eine Grenze. Die Grenze ist nichts Substantielles, keine Substanz zwischen den Seiten, denn dann wäre sie eine dritte Seite. Sie ist, weil nur Beobachter unterscheiden können, die Operation, welche die Seiten sortiert, die unterscheidende Operation (Tätigkeit, Geschehen) - also der Beobachter. Insofern ist sie selbst die Unterscheidung im Sinne von unterscheiden &lt;u&gt;und&lt;/u&gt; Unterschiedenem. Unterscheidung ist sortieren und Sortiertes.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kann sich das an einem einfachen &lt;strong&gt;Beispiel&lt;/strong&gt; verdeutlichen: Nur die Regierungen, nicht die Geographie, bestimmen über die Grenzen von Staaten. Eine Regierung kann durch scharfe Einreise- und Zollkontrollen ihre Grenzen &quot;dicht&quot; machen, eine andere kann sie durch laxe Handhabung und liberale Gesetze öffnen. Eine Regierung kann die Staatsgrenzen verändern wollen und muss dazu mit anderen Regierungen verhandeln oder Krieg führen. Daran sieht man, dass nicht der rote Strich auf der Landkarte, sondern die Regierungen, also die Beobachter der Grenze, die Grenze ziehen und regulieren. Jeder Beobachter der Grenze wirkt mit an der Unterscheidung: Den regulären Grenzübergang benutzen oder sich durch die Büsche schlagen? Waren verzollen oder doch lieber schmuggeln?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Beobachter schaffen durch ihr Unterscheiden nicht nur Grenzen, sie sind selbst diese Grenzen. Beobachter &lt;strong&gt;projizieren&lt;/strong&gt; die Grenzen die sie sind, nach außen und entdecken sie dann dort wieder - Überraschung!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie entsteht der Beobachter? &lt;strong&gt;Fluktuationen des Formlosen&lt;/strong&gt;. Die Physik nennt es &quot;Fluktuationen des Nichts&quot;, ähnlich die Mystik, mit den Worten Heideggers: &quot;das Nichts nichtet&quot;. Wir werden das später vertiefen.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;&quot;&lt;strong&gt;Jenseits des geschichtlich entstandenen Repertoires der Formen erstreckt sich die unreduzierbare Wüste des Formlosen&lt;/strong&gt;. Nicht die ganze Erde kann man kolonisieren, privatisieren, formen. Das Frontier bleibt. ... jenseits aller hegelianischen Sicherheiten lauert das Gesetzlose, Namenlose und Wilde, das als ewige Quelle der Gefahr nicht gezähmt werden kann. Das Modell Luhmanns kann damit als theoretische Klärung des obenerwähnten Midaskomplexes verstanden werden, der das Verhältnis der Kunst zu ihrem Anderen regelt: &lt;strong&gt;das Kunstsystem kann und muß in der Suche nach dem Neuen weiter und weiter ins Formlose eindringen&lt;/strong&gt;. Dadurch wird das Formlose aber nicht besiegt, sondern bloß verschoben und wieder aus den Augen verloren, d.h. in seiner verborgenen Gefährlichkeit unangetastet belassen. Diese Vision ist beunruhigend und beruhigend zugleich. Die Gefahr ist zwar nicht beseitigt. Aber sie ist nach Außen verdrängt, so daß sich zumindest im Inneren der Form die reine, ungetrübte Freude am Werk, die wir mit dem Kunstschaffen assoziieren, friedlich entfalten kann.&quot; (Boris Groys, Die dunkle Seite der Kunst)&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Jeder Unterscheidung muss etwas zugrundeliegen: das was sortiert oder unterschieden wird. Man kann es mit Spencer-Brown &quot;unmarked space&quot; oder mit Luhmann &quot;Welt&quot; nennen. Wir nennen es einfach das &lt;strong&gt;Formlose&lt;/strong&gt;: ein Meer von irgendetwas, was auch immer, das, wie auch immer, sortiert wird. Statt &quot;sortiert&quot; können wir auch sagen: in (eine) &lt;strong&gt;Form&lt;/strong&gt; gebracht wird. Eine Unterscheidung ist eine Form mit zwei Seiten, die das Formlose in Form bringt. Das Formlose ist nur hinsichtlich der thematischen Unterscheidung formlos, in anderer Hinsicht mag es Formen enthalten und die thematische Unterscheidung mag sich daran orientieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Beispiel&lt;/strong&gt;: Simone de Beauvoir erfand die Unterscheidung zwischen biologischem Geschlecht (&quot;sex&quot;) und sozialem Geschlecht (&quot;gender&quot;) der Frau. Die Frau war für sie das Formlose, welches durch diese Unterscheidung in Form gebracht wurde. Die Unterscheidung richtete sich gegen eine Rollenfestlegung der Frau, die durch ihren Körper und dessen biologische Funktionen bestimmt war. Natürlich hatte die Frau vorher schon eine Form, z.B. durch die Differenz Frau / Mann deren Formloses der Mensch ist, welcher wiederum in der Form Mensch / Tier oder Mensch / lebloses Ding eine Form hat. Dennoch liegt die Frau der sex / gender Unterscheidung als Formloses zugrunde, denn der Aspekt der Frau, der mit der neuen Unterscheidung in Form gebracht wurde, war vorher ununterschieden und damit nicht erkennbar, also formlos.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Eine Unterscheidung gründet im Formlosen.&lt;br /&gt;
	Sie entsteht durch eine unterscheidende Operation,&lt;br /&gt;
	welche die beiden Seiten der Unterscheidung erzeugt&lt;br /&gt;
	und wird nur aufrechterhalten durch weitere unterscheidende Operationen:&lt;br /&gt;
	der Weg wird im Gehen erzeugt.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Wenn wir das vergessen&lt;br /&gt;
	glauben wir - mit sich selbst identisch bleibende - Einheiten zu erkennen:&lt;br /&gt;
	Stühle, Menschen, Gott.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Das ist der Unterschied zwischen Nomaden und Siedlern.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine Beobachtung setzt voraus, dass eine der beiden Seiten der Unterscheidung &lt;strong&gt;bezeichnet&lt;/strong&gt; wird: dick und nicht dünn, Theorie und nicht Praxis, Mensch und nicht Tier. &quot;Bezeichnen&quot; heißt hier einfach: sich darauf beziehen, auf etwas referieren, einen Bezug herstellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine Beobachtung liegt vor, wenn das, was bezeichnet wird, &lt;strong&gt;anschlussfähig&lt;/strong&gt; ist, d.h. wenn weitere Beobachtungen an die erste Beobachtung angeschlossen und Informationen gewonnen werden können. So ist die Beobachtung eines Menschen als Frau anschlussfähig, weil an diese Beobachtung weitere informative Beobachtungen, z. B. bezüglich &quot;sex&quot; oder &quot;gender&quot;, angeschlossen werden können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man könnte meinen, dass nur Menschen beobachten. Das ist falsch. Auch eine &lt;strong&gt;Amöbe&lt;/strong&gt; muss beobachten. Sie muss z. B. wenn sie frisst, zwischen sich und nicht-sich unterscheiden, ansonsten sie sich möglicherweise selbst auffressen würde. Sie beobachtet sich (Bezeichnung) und schließt weitere Beobachtungen, z. B. fressbar versus nicht fressbar, an. Ein &lt;strong&gt;Thermostat&lt;/strong&gt; unterscheidet zwischen zu hoher und zu niedriger Temperatur. Wenn das Kühlsystem ausgeschaltet ist, beobachtet er zu hohe Temperatur und kann an diese Beobachtung z.B. die weitere Beobachtung an / aus des Kühlsystems anschließen. Wir Menschen benutzen natürlich viel mehr Unterscheidungen als Amöben und Kühlschränke: dick und dünn, groß und klein, Theorie und Praxis, Identität und Unterscheidung, unterscheiden und bezeichnen, Mensch und Nicht-Mensch, etc. - aber am Prinzip ändert sich dadurch nichts.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man sagt z.B. Kinder sind süß. Welche Unterscheidung liegt der Bezeichnung &quot;süß&quot; zugrunde? Vielleicht süß / sauer? Denkt man dabei wirklich an eine Unterscheidung - oder bezeichnet man nur, ohne die Unterscheidung zu beobachten? Wenn man aber die Unterscheidung süß / sauer beobachtet, gegen welche andere Unterscheidung unterscheidet man sie? Vielleicht Mädchen / Junge? Oder blond / braun? Und - beobachtet man das, während man (gleichzeitig!) diese Unterscheidung benutzt?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es treten &lt;strong&gt;Probleme&lt;/strong&gt; auf:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Einheitsblindheit&lt;/strong&gt;: Die Einheit der Unterscheidung, also das, was unterschieden wurde, kann, während die Unterscheidung benutzt wird, nicht beobachtet werden. Werden Frauen beobachtet, so kann man nicht gleichzeitig Menschen - eine mögliche Einheit von Mann und Frau - beobachten.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Bezeichnungblindheit&lt;/strong&gt;: Der Beobachter beobachtet nur die bezeichnete Seite der Unterscheidung und nur eine spätere Beobachtung kann zeigen, dass die eine Seite der Unterscheidung nur die eine ist, weil es eine andere Seite gibt, die während dieser Beobachtung nicht bezeichnet ist. Beobachtet man Frauen, so kann man nicht gleichzeitig Männer beobachten - anders: man kann die Wörter &quot;Mann&quot; und &quot;Frau&quot; nicht gleichzeitig, nur nacheinander aussprechen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Unterscheidungsblindheit&lt;/strong&gt;: Die Unterscheidung, die für die Bezeichnung benutzt wird, kann selbst - während sie benutzt wird - nicht beobachtet (unterschieden) werden. Unterscheidet man z.B. wahr / falsch, dann kann man nicht beobachten, ob diese Unterscheidung selbst wahr oder falsch ist. Die Anwendung einer Unterscheidung auf sich selbst produziert ein Paradox: Ist die Unterscheidung gut / böse gut oder böse?&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Wenn die Unterscheidung &lt;strong&gt;gut&lt;/strong&gt; / &lt;strong&gt;böse&lt;/strong&gt; gut ist, dann ist das Böse Teil des Guten, wenn sie böse ist, ist das Gute Teil des Bösen. Schlecht für die Moral. Ist die Unterscheidung &lt;strong&gt;Transzendenz&lt;/strong&gt; (Gott) / &lt;strong&gt;Immanenz&lt;/strong&gt; (Welt) transzendent (göttlich) oder immanent (weltlich)? Wenn sie transzendent ist, woher kennen wir dann die Unterscheidung? Nur aus den Gedanken Gottes. Die Gedanken Gottes kennen? Wenn sie immanent ist, woher wissen wir dann von Gott? Nur aus der Welt, aber wie kann diese wissen was nicht Welt ist? Vielleicht ist Gott ja ununterscheidbar, unterscheidunglos - aber wie können wir ihn dann beobachten? Wie können wir etwas wissen, was wir nicht beobachten können? Schlecht für die Religion.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber für derlei Probleme gibt es die Theologie, die &lt;strong&gt;Programme&lt;/strong&gt; für das Beobachten mit dieser Unterscheidung erfindet: Gebet, Meditation, Einbruch der Transzendenz, Unfehlbarkeit des Papstes usw. Wir sehen daraus: Eine Unterscheidung allein ist nutzlos, wir brauchen immer zusätzlich ein Programm, welches regelt was auf welche Seite sortiert wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Beobachter kann immer nur beobachten, was er bezeichnet. Will er beobachten, welche Unterscheidung die Bezeichnung ermöglicht, muss er - in einer anderen Beobachtung - eine andere Unterscheidung benutzen, die die erste Unterscheidung von anderen Unterscheidungen unterscheidet.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Jede Beobachtung erzeugt beim Beobachter blinde Flecke:&lt;br /&gt;
	er &quot;sieht&quot; (beobachtet) nicht, dass er nicht &quot;sieht&quot;, was er nicht &quot;sieht&quot; -&lt;br /&gt;
	weil er sieht, dass er sieht, was er sieht.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das geht über die bekannte Formel, &quot;ich weiß, dass ich nichts weiß&quot;, hinaus. Wer weiß, dass er nicht weiß, weiß immerhin dies noch. Der &quot;blinde Fleck&quot; besteht aber darin, nicht nur nicht zu wissen, dass man nicht weiß, sondern - während der Beobachtung - prinzipiell nicht wissen zu können, dass man nicht weiß.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das gilt für die Beobachtung 1. Ordnung, also für die Beobachtung eines selbst nicht beobachtenden Objekts (Was-Ebene, was wird beobachtet). Die &lt;strong&gt;Beobachtung 2. Ordnung&lt;/strong&gt;, also die Beobachtung eines Beobachters (Wie-Ebene, wie wird beobachtet), kann sehen, was der Beobachter 1. Ordnung nicht beobachten kann: welche Unterscheidung dessen Beobachtung zugrundeliegt. Auf welcher Unterscheidung die Beobachtung 2. Ordnung basiert ist dem Beobachter des Beobachters aber wiederum blinder Fleck. Eine Beobachtung 2. Ordnung ist immer auch eine Beobachtung 1. Ordnung. Die Bezeichnung &quot;Beobachtung 2. Ordnung&quot; bezieht sich darauf, &lt;u&gt;was&lt;/u&gt; beobachtet wird, nämlich ein Beobachter. Der Beobachter des Beobachters ist, genauso wie dieser, bezüglich der Unterscheidung die er selbst benutzt, Beobachter 1. Ordnung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kann immer auch anders unterscheiden, also beobachten. Das ist die &lt;strong&gt;Kontingenz&lt;/strong&gt; der Beobachtung: sie ist immer auch anders möglich. Je nachdem wie man unterscheidet, also beobachtet, kommt man zu anderen Ergebnissen. Jede Unterscheidung aktualisiert eine Realität, die &lt;u&gt;nur&lt;/u&gt; durch diese Unterscheidung erschaffen wird - und durch andere Unterscheidung nicht. Andere Unterscheidungen, andere Realitäten. Es gibt nicht die eine Realität, sondern viele Realitäten: Poly-Realität oder Polykontexturalität.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Real&lt;/strong&gt; ist also nur, was durch Unterscheidungen produziert wird, aber nicht alle Unterscheidungen produzieren Realität. Die Welt muss eine Unterscheidung zulassen, sie muss sich bewähren - indem sie Realität erzeugt. Die Realität eines Beobachters kann mit der Realität eines anderen Beobachters verglichen werden, aber nicht mit einer beobachterunabhängigen Realität. Es gibt keine beobachterunabhängige Realität.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Alles was gesagt wird, wird von einem Beobachter gesagt.&lt;br /&gt;
	Alles was gehört wird, wird von einem Beobachter gehört.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zu beachten: Der Beobachter ist, weil seine Beobachtung seine Realität erschafft, immer schon Betroffener und &lt;strong&gt;Teilnehmer&lt;/strong&gt;. Hier wird nicht die Außenwelt geleugnet, aber die Möglichkeit einer eineindeutigen Korrespondenz zwischen Welt und Erkenntnis, also die Möglichkeit einer universalen oder überindividuellen Wahrheit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kontingenz&lt;/strong&gt; meint: Beobachtung kann ihre Unterscheidungen weder &lt;u&gt;beliebig&lt;/u&gt; wählen, noch sind sie &lt;u&gt;notwendig&lt;/u&gt; vorgegeben, sie sind immer auch anders möglich, aber nicht beliebig anders möglich. Erkennen durch Beobachtung ist weder &lt;strong&gt;Konstruktion&lt;/strong&gt;, wie es uns ein relativistischer postmoderner Konstruktivismus erzählen will, noch &lt;strong&gt;Instruktion&lt;/strong&gt;, wie es uns eine dogmatische alteuropäische Ontologie erzählen will, sondern Konstruktion &lt;u&gt;und&lt;/u&gt; Instruktion. Beobachten ist &lt;strong&gt;Gestalten&lt;/strong&gt;, etwas entsprechend seinen Möglichkeiten in Form bringen. Da der Beobachter sich durch seine eigenen Unterscheidungen selbst gestaltet, gilt:&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Gestalt gestaltet.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Oszillieren zwischen Beobachtung 1. Ordnung und Beobachtung 2. Ordnung, bei dem die Ergebnisse der Beobachtung 2. Ordnung als Grundlage weiterer Beobachtungen 1. Ordnung benutzt werden und die Ergebnisse der Beobachtung 1. Ordnung wiederum mit einer Beobachtung 2. Ordnung beobachtet werden, nenne ich &lt;strong&gt;Design&lt;/strong&gt;. Die Beobachtung 2. Ordnung können wir &lt;strong&gt;Reflexion&lt;/strong&gt; nennen - wenn wir darauf achten, dass mit Reflexion genau das und nichts anderes gemeint ist. Wir können dann etwas alltagssprachlicher sagen: Design ist der permanente Wechsel zwischen Handlung und Reflexion der Handlung, wobei die Ergebnisse der Reflexion modifizierend auf die reflektierte Handlung angewandt werden - &lt;strong&gt;reflektiertes Gestalten&lt;/strong&gt;. Da nur Beobachter designen können - und damit nicht nur ihre Welt sondern auch sich selbst, z. B. als Individuum, designen gilt:&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Design designt.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Damit haben wir eine Erweiterung der &lt;strong&gt;Bewusstheit&lt;/strong&gt;, des traditionellen &quot;sei bewusst&quot;, eingeführt. Natürlich setzt Design Bewusstheit voraus, denn anders wäre nichts da, was reflektiert werden könnte. Wenn Bewusstheit (Einpunktigkeit, Wachheit, Achtsamkeit) in der Beobachtung 1. Ordnung und Reflexion (die, als Beobachtung 2. Ordnung auch immer Beobachtung 1. Ordnung ist und deshalb unter der Forderung der Bewusstheit steht) oszillieren, ist der ganze Mensch einbezogen: Sinnlichkeit und Vernunft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Beobachtung 1. Ordnung ist die Welt fraglos &lt;strong&gt;selbstverständlich&lt;/strong&gt;. Es ist was ist und es geschieht was geschieht. Daran kann Bewusstheit nichts ändern. Erst in der Reflexion wird Beobachtung &lt;strong&gt;fragwürdig&lt;/strong&gt;, denn man beobachtet Beobachtungen daraufhin, auf welchen Unterscheidungen sie basieren - und erkennt dadurch ihre Kontingenz.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Versuchen wir uns das am &lt;strong&gt;Beispiel&lt;/strong&gt; anschaulicher zu machen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jemand sagt, dass er Karriere machen wolle. Er unterscheidet - mindestens implizit - Karriere / Nichtkarriere und bezeichnet &lt;strong&gt;Karriere&lt;/strong&gt;. Wenn er dabei bleibt (Beobachtung 1. Ordnung) &lt;u&gt;gestaltet&lt;/u&gt; er sich, sein Leben und seine Welt - als Karriere. Wenn er sich aber fragt,&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		welche Unterscheidung benutze ich, d.h. was ist der Gegenbegriff zu Karriere,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		was ist die Einheit dieser Unterscheidung,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		wovon unterscheide ich die Unterscheidung Karriere / Gegenbegriff,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		nach welchem Programm (Kriterien) sortiere ich die Einheit auf die beiden Seiten und&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		welche alternativen Unterscheidungen könnte ich benutzen,&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;ist er zur Reflexion übergegangen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die erste Frage macht deutlich, dass der Gegenbegriff zu Karriere nicht einfach Nichtkarriere ist, also &lt;u&gt;alles&lt;/u&gt; andere als Karriere, sondern dass die Bezeichnung der einen Seite als &quot;Karriere&quot; die andere Seite der Unterscheidung limitiert: es kommen nur Alternativen zu Karriere in Frage, nicht jedoch Tische und Stühle, obwohl diese auch Nichtkarriere sind (Hegel: bestimmte Negation). Die Welt wird zur Gesamtheit möglicher - positiv oder negativ karrierebezogener - Lebenspläne mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten der Selektion. Welcher Gegenbegriff nun gewählt wird, z.B. Kinder aufziehen oder Sozialhilfeempfänger, hat Auswirkungen auf die folgenden Fragen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Während alle fünf Fragen Sinn prozessieren, ist mit der letzten Frage der Übergang zum &lt;strong&gt;Sinn des Lebens&lt;/strong&gt; vollzogen: die &lt;u&gt;aktuale&lt;/u&gt; Entscheidung über den Lebensweg wird im Lichte alternativ &lt;u&gt;möglicher&lt;/u&gt; Entscheidungen beobachtet. &quot;Sinn&quot; ist - nach Luhmann - die Einheit der Unterscheidung von Aktualität (gegenwärtige Situation) / Possibilität (Möglichkeit, Virtualität). Sinn liegt auch in der Beobachtung 1. Ordnung vor, aber unbewusst (latent): er begleitet jede Unterscheidung, weil sie immer auch anders möglich wäre, Selektion aus einem Unterscheidungsraum (Possibilität) ist. Wer die Welt als sinnlos beobachtet, hat &quot;sinnlos&quot; aus anderen Sinn-Möglichkeiten als Sinn selegiert: Sinnlosigkeit ist der Sinn seiner Welt.&lt;/p&gt;
&lt;p class=&quot;definition&quot;&gt;[In Luhmanns Sinnbegriff ist Gotthard Günthers Polykontexturalität aus- und &quot;Rejektion&quot; als Kontingenz eingearbeitet. Das Aktuelle ist die Kontextur und die vielfältigen anderen Möglichkeiten (Possibilität) sind unbenutze Kontexturen, also Rejektionspositionen, die das &quot;auch anders möglich&quot; ausfüllen. Der Übergang von der aktuellen Unterscheidung (Günther: Kontextur) zu einer anderen möglichen Unterscheidung (Kontextur) ist Günthers &quot;Transjunktion&quot;.]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im vorstehenden Text sind viele Behauptungen enthalten. Ist das alles wahr?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der alteuropäischen Gesellschaft - und teilweise noch heute - wurde die Welt nach dem ontologischen Schema &lt;strong&gt;Sein / Nichtsein&lt;/strong&gt; beobachtet. Wenn man so beobachtet stellt, sich die Frage nach der Identität - dem Sein, der Substanz oder dem Wesen - des Beobachteten: zum Beispiel der Identität Gottes, der Identität der Gesellschaft, dem Wesen des Menschen oder dem Sein des Baumes. Es stellt sich die Frage der &lt;strong&gt;Washeit&lt;/strong&gt;, was etwas ist. Das ist die Frage nach dem Wesen: wie etwas jenseits aller Meinungen sich aus bestimmten oder bestimmbaren Teilen zusammensetzt, was sein harter Kern ist, seine wesenhafte Bestimmtheit die es hat und die es zu finden gilt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es geht also nur darum &quot;richtig&quot; zu beobachten und das Wesen oder die Wahrheit zu erfassen. Die &lt;strong&gt;Wahrheit&lt;/strong&gt; kann man nur verfehlen, wenn falsch beobachtet wird. Die der Beobachtung zugrundeliegende Unterscheidung wird von den Objekten der Beobachtung vorgegeben, nicht etwa von den Beobachtern erzeugt - und wenn doch, dann wird falsch beobachtet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn man nun bemerkt das nur Beobachter beobachten und unentwegt beobachtet werden, es mannigfache Beobachter und Beobachtungen gibt, in Beobachtungen unterschiedliche Unterscheidungen und damit verschiedene Realitäten aktualisiert werden und diese sich nicht auf eine für alle Beobachter verbindliche und &quot;absolute Beobachtung&quot; (Erkenntnis) bringen lassen, wird das ontologische Schema &lt;strong&gt;unplausibel&lt;/strong&gt;. Beobachtungen werden als kontingent erkannt, d. h. als nicht notwendig, aber eben so wie sie geschehen möglich - und immer auch anders möglich. Es gibt keinen privilegierten Standpunkt mehr - sei es Kaiser, Papst, Bibel oder Gott - von dem aus entschieden werden könnte, welche Beobachtung die eine wahre Erkenntnis ist. Selbst eine Mehrheit von Beobachtern, die das gleiche beobachten, d.h. die gleiche Unterscheidung zugrundlegen, kann nicht mehr im geringsten Wahrheit garantieren.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Das Problem des alteuropäischen Denkens ist der verlorene Performativ:&lt;br /&gt;
	Wer sagt das?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn das so ist, dann muss man von Erkenntnis auf Beobachtung und von Wahrheit auf Kontingenz umstellen. Von der Erkenntnis der Washeit (Wesen, ontologisch, Beobachtung 1. Ordnung) auf Beobachtung des Wie (funktional, Beobachtung 2. Ordnung, Reflexion): Wie funktioniert denn das? Damit entsteht das moderne &lt;strong&gt;wissenschaftliche&lt;/strong&gt; Denken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nun zeigen die Überlegungen zur Beobachtung, dass der Beobachter in der Beobachtung immer als sein eigener Gegenstand vorkommt: er beobachtet sich selbst mit und durch sich selbst. Der Beobachter operiert also selbstreferentiell (auf sich selbst bezogen). &lt;strong&gt;Selbstreferenz&lt;/strong&gt; ist die Bedingung der Möglichkeit, die Einheit (Identität) des Beobachters herzustellen: er muss sich selbst als Beobachter beobachten können. Bewusstsein oder das Subjekt sind also nicht Voraussetzung, sondern Folge von Selbstreferenz. Damit wird der ontologische Primat des Bewusstseins als einzige Struktur mit der Fähigkeit zur Selbstreferenz unterlaufen, denn wenn Bewusstsein nur eine Folge von Selbstreferenz ist, nicht umgekehrt, kann es andere Strukturen geben, die beobachten können. Als solche Strukturen wurden bisher neben dem Bewusstsein z.B. Zellen, Nervensystem und Kommunikation beobachtet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kann natürlich weiterhin &lt;strong&gt;ontologisch beobachten&lt;/strong&gt;. Hier wird nicht behauptet, dass das falsch sei. Die Frage ist einfach: was sieht man wenn man so beobachtet? Antwort: sehr wenig, nichts interessantes und nichts, was mit wissenschaftlichen Beobachtungen kompatibel ist. Wem es reicht, was er aus dieser Perspektive sieht, mag so beobachten - und Kontingenz als &quot;Diktatur des Relativismus&quot; diabolisieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ist das alles wahr? Natürlich nicht. Es ist eine &lt;strong&gt;kontingente Beobachtung&lt;/strong&gt;. Es wird so beobachtet, wenn man so beobachtet :-)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber wie kommen wir dazu gerade so zu unterscheiden? Nur dadurch, dass wir unsere Unterscheidungen mit anderen Unterscheidungen vergleichen und dann entscheiden. Die Kontingenz, die in jeder Entscheidung liegt, können wir nur mit Kontingenz bekämpfen. Eine gewisse Kontrolle (De-kontingentisierung) über unsere (kontingenten) Unterscheidungen können wir nur bekommen, wenn wir die Kontingenz der Unterscheidungen in unseren Entscheidungen berücksichtigen. Das ist nur durch ein &quot;re-entry&quot; möglich, also durch Wiedereinführung der Unterscheidung in die Unterscheidung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Durch den re-entry können wir unsere eigene Selbstreferenz bearbeiten, indem wir die Funktionsfähigkeit, Leistungsfähigkeit und Reflexionsfähigkeit unserer Unterscheidungen beurteilen. Durch das re-entry können die getroffenen Unterscheidungen beobachtet werden, ohne sie verlassen zu müssen: Ist gut / böse gut oder böse? Damit können Entscheidungen systemintern begründet werden durch Vergleich mit alternativen Unterscheidungen: Ist wahr / unwahr wahr oder unwahr? Anders ausgedrückt: Ist meine Methode wahr / unwahr zu unterscheiden wahr oder unwahr?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir können dann nicht sagen, dass eine Beobachtung wahrer sei als eine andere Beobachtung. Wir können nur feststellen, was wir &quot;&lt;strong&gt;so far&lt;/strong&gt;&quot; beobachten und was wir &quot;&lt;strong&gt;from now on&lt;/strong&gt;&quot; beobachten. Erkenntnistheorie unterscheidet nicht mehr in der Sachdimension Beobachter (z. B. Subjekt) / Beobachtetes (z. B. Objekt) und versucht dann festzustellen, wie gut die Beobachtung mit dem Beobachteten übereinstimmt: wahr / falsch. Erkenntnistheorie unterscheidet jetzt in der Zeitdimension &quot;so far&quot; (Vergangenheit) / &quot;from now on&quot; (Zukunft) und die Barre (&quot;/&quot;) ist die Gegenwart.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Beobachtungen scheitern nicht an beobachteten Objekten oder einer Realität,&lt;br /&gt;
	sondern an anderen Beobachtungen.&lt;br /&gt;
	Die Realität sind unsere Beobachtungen &quot;so far&quot;.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nun leben wir alle schon in einer Realität, die von einer &lt;strong&gt;Fülle von Unterscheidungen&lt;/strong&gt; bestimmt ist. Die selbstverständlichen Unterscheidungen, die wir benutzen sind konditioniert, d.h. wir bemerken gar nicht mehr, dass wir diese Unterscheidungen immer wieder selbst erzeugen, sondern erfahren sie als selbstverständliche und vorgebene Realität. Das plausibilisiert natürlich ihre Beobachtung nach dem ontologischen Schema. Abhilfe? Verlernen! Lernen ist immer auch verlernen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Statt der einen ontologisch wahren Welt haben wir nun eine Fülle von Welten gewonnen, die sich alle auch noch in der Zeit verändern (so far -&amp;gt; from now on) - und uns damit &lt;strong&gt;Orientierungsprobleme&lt;/strong&gt; eingehandelt: Unübersichtlichkeit. Wir wollen die gewonnene Fülle an Alternativen nicht wieder aufgeben, sie machen das Leben spannender. Aber wir brauchen dennoch Orientierung, denn sonst verlaufen wir uns im Nirgendwo. Abhilfe kann nur ein selbstreferentielles, die Welt als Realität konstituierendes Beobachtungssystem schaffen, welches beide Bedingungen erfüllt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf dem Hintergrund dieser Überlegung können wir manche Philosophen neu lesen (beobachten). Mir erscheinen z.B. Luhmann, Günther, Hegel, Nietzsche, Whitehead und Heidegger besonders geeignet für solche Orientierungsexplorationen - aber das soll andere Möglichkeiten nicht ausschließen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das &lt;strong&gt;Liber L vel Legis&lt;/strong&gt; ist ein Welt als Realität konstituierendes selbstreferentielles Beobachtungssystem. Was es für unsere Zwecke qualifiziert ist: Es ist kein wissenschaftliches Beobachtungssystem, sondern ein Kunstwerk von Metaspielregeln: Gesetzen zum Erschaffen von Spielen. Es ist den Beschränkungen wissenschaftlicher Methode nicht unterworfen, dennoch mit wissenschaftlichen Beobachtungen kompatibel. Es gibt kein anderes Kunstwerk, welches diese Bedingungen erfüllt. Natürlich müssen wir das Liber Legis &lt;u&gt;anwenden&lt;/u&gt;, d. h. mit seinen Unterscheidungen beobachten, damit es Realität wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf dieser Website werde ich das &lt;strong&gt;Unterscheidungsspiel&lt;/strong&gt; spielen: konditionierte Unterscheidungen als solche bewusst machen, mit neuen Unterscheidungen spielen - und Anderswelten erkunden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;P.S.&lt;/strong&gt;: Wenn im Text ein &quot;&lt;strong&gt;ist&lt;/strong&gt;&quot; erscheint, so ist das nicht im Sinne von Identität, Substanz oder Sein zu verstehen, sondern meint: &quot;tun wir so, als ob&quot; oder &quot;wird so beobachtet&quot;.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;&quot;Die Rose ist rot&quot; = &quot;Wir beobachten die Rose als rot&quot; oder&lt;br /&gt;
	&quot;Tun wir so, &#039;als ob&#039; die Rose rot sei&quot;.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/47&quot;&gt;Denken&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/27&quot;&gt;FAQ&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/46&quot;&gt;Philosophie&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/48&quot;&gt;Vernunft&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-vg-wort-story field-type-text field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://vg06.met.vgwort.de/na/730ec7c5c1bd4e759b18c511d97c73db&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Thu, 09 Aug 2007 13:15:54 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>Der Untergang der &quot;wahren Welt&quot;</title>
 <link>https://www.mde-net.de/wahrheitsfragen</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;Die &lt;strong&gt;Killerunterscheidungen&lt;/strong&gt; teilen die Welt in ein unerkennbares Jenseits und ein wahrnehmbares Diesseits. Ersteres wird &quot;Wahrheit&quot; oder &quot;Sein&quot;, letzteres &quot;Schein&quot; oder &quot;Erscheinung&quot; genannt. Verweigert man die Teilnahme am Kampf der Killerunterscheidungen, sind Sein und Schein, die wahre und die scheinbare Welt - dasselbe. There is no difference.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man könnte denken, dass das Fragen sind, die unser normales Leben nicht im geringsten betreffen. Wann streiten wir uns im &lt;strong&gt;Alltagsleben&lt;/strong&gt; schon mal über Wahrheit oder Erscheinung? Wir verlassen uns auf unsere Wahrnehmungen und Erfahrungen. Damit kommen wir gewöhnlich bestens durchs Leben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Relevanz dieser Fragen für den Normalmenschen wird vielleicht deutlich, wenn wir an die &lt;strong&gt;Religion&lt;/strong&gt; denken. Religionen leben von der Unterscheidung Immanent (diesseitige, scheinbare Alltagswelt) und Transzendent (das Jenseits, die Ewigkeit, das Wahre und das Göttliche). Die letzten 2000 Jahre der Geschichte Europas wurden vom Christentum bestimmt, also von einer Religion, die auf dieser Unterscheidung basiert. Das Christentum bestimmte das alltägliche Leben der Menschen durch Moralgebote, Kirchgang, Scheiterhaufen usw.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch wenn wir selbst keine Killerunterscheidungen machen, die Welt wurde jahrtausendelang von Menschen beherrscht, die sich auf diese Unterscheidungen stützen. Daran hat sich wenig geändert. Der moderne islamische &lt;strong&gt;Terrorismus&lt;/strong&gt; genauso wie der &#039;Anti&#039;-Terror-Krieg der Bush-Regierung basieren auf den gleichen Killerunterscheidungen wie Faschismus, Kommunismus und die Ausrottung der Heiden durch die Christen in der Antike.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Killerunterscheidungen bestimmen unbemerkt unser gesamtes Leben, weil sie sich in der Sprache, den sozialen Gewohnheiten und der Art unseres Denkens fest eingenistet haben. Wenn wir die Herrschaft der Killerunterscheidungen über unser Leben nicht mehr zulassen wollen, müssen wir sie erkennen, bloßstellen und &lt;strong&gt;Alternativen&lt;/strong&gt; schaffen. Das ist es, was wir hier tun!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Friedrich Wilhelm Nietzsche (* 15. Oktober 1844 in Röcken bei Lützen; † 25. August 1900 in Weimar, deutscher Philosoph und klassischer Philologe) beschreibt die Geschichte der &quot;wahren Welt&quot; in seinem Buch &quot;Götzen-Dämmerung&quot; (1889):&lt;/p&gt;
&lt;p id=&quot;oneline&quot; style=&quot;border-color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt; &lt;/p&gt;
&lt;h3 align=&quot;center&quot; style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;
	Wie die „wahre Welt” endlich zur Fabel wurde.&lt;/h3&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot; style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;&lt;strong&gt;Geschichte eines Irrthums.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;ol start=&quot;1&quot; style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;&lt;li&gt;
		Die wahre Welt erreichbar für den Weisen, den Frommen, den Tugendhaften, — er lebt in ihr, &lt;strong&gt;er ist sie&lt;/strong&gt;.&lt;br /&gt;
		(Älteste Form der Idee, relativ klug, simpel, überzeugend. Umschreibung des Satzes „ich, Plato, &lt;strong&gt;bin&lt;/strong&gt; die Wahrheit.”)&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;&lt;ol start=&quot;2&quot; style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;&lt;li&gt;
		Die wahre Welt, unerreichbar für jetzt, aber versprochen für den Weisen, den Frommen, den Tugendhaften (&quot;für den Sünder, der Busse thut&quot;).&lt;br /&gt;
		(Fortschritt der Idee: sie wird feiner, verfänglicher, unfasslicher, — &lt;strong&gt;sie wird Weib&lt;/strong&gt;, sie wird christlich ... )&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;&lt;ol start=&quot;3&quot; style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;&lt;li&gt;
		Die wahre Welt, unerreichbar, unbeweisbar, unversprechbar, aber schon als gedacht ein Trost, eine Verpflichtung, ein Imperativ.&lt;br /&gt;
		(Die alte Sonne im Grunde, aber durch Nebel und Skepsis hindurch; die Idee sublim geworden, bleich, nordisch, königsbergisch.)&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;&lt;ol start=&quot;4&quot; style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;&lt;li&gt;
		Die wahre Welt — unerreichbar? jedenfalls unerreicht. Und als unerreicht auch &lt;strong&gt;unbekannt&lt;/strong&gt;. Folglich auch nicht tröstend, erlösend, verpflichtend: wozu könnte uns etwas Unbekanntes verpflichten? ...&lt;br /&gt;
		(Grauer Morgen. Erstes Gähnen der Vernunft. Hahnenschrei des Positivismus.)&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;&lt;ol start=&quot;5&quot; style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;&lt;li&gt;
		Die „wahre Welt” — eine Idee, die zu Nichts mehr nütz ist, nicht einmal mehr verpflichtend, — eine unnütz, eine überflüssig gewordene Idee, &lt;strong&gt;folglich&lt;/strong&gt; eine widerlegte Idee: schaffen wir sie ab!&lt;br /&gt;
		(Heller Tag; Frühstück; Rückkehr des bon sens und der Heiterkeit; Schamröthe Plato&#039;s; Teufelslärm aller freien Geister.)&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;&lt;ol start=&quot;6&quot;&gt;&lt;li style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;
		Die wahre Welt haben wir abgeschafft: welche Welt blieb übrig? die scheinbare vielleicht? ... Aber nein! &lt;strong&gt;mit der wahren Welt haben wir auch die scheinbare abgeschafft&lt;/strong&gt;!&lt;br /&gt;
		(Mittag; Augenblick des kürzesten Schattens; Ende des längsten Irrthums; Höhepunkt der Menschheit; INCIPIT ZARATHUSTRA.)&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;&lt;p id=&quot;oneline&quot; style=&quot;border-color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was Nietzsche uns unterschlägt sind die &lt;strong&gt;Argumente&lt;/strong&gt; gegen die &quot;wahre Welt&quot;: warum sie den Menschen abhanden kam. Die Wurzeln dieses &#039;Verlustes&#039; liegen tief in der Vergangenheit, bei den antiken Skeptikern. Ihre Argumente fasste der Arzt und Philosoph Sextus Empiricus im 2. Jahrhundert n. Chr. in seinem Werk &quot;Grundriß der Pyrrhonischen Skepsis&quot; zusammen (Zitert nach &quot;Sextus Empiricus: Grundriß der pyrrhonischen Skepsis&quot;; Suhrkamp. Hervorhebungen, Listen und &quot;[ ]&quot; von MDE):&lt;/p&gt;
&lt;p id=&quot;oneline&quot; style=&quot;border-color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt; &lt;/p&gt;
&lt;h3 style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;
	15. Die fünf Tropen&lt;/h3&gt;
&lt;p style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;Die jüngeren Skeptiker überliefern &lt;strong&gt;fünf Tropen der Zurückhaltung&lt;/strong&gt; [in Wahrheitsfragen], und zwar folgende:&lt;/p&gt;
&lt;ul style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;&lt;li&gt;
		als ersten den aus dem &lt;strong&gt;Widerstreit&lt;/strong&gt;,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		als zweiten den des &lt;strong&gt;unendlichen Regresses&lt;/strong&gt;,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		als dritten den aus der &lt;strong&gt;Relativität&lt;/strong&gt;,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		als vierten den der &lt;strong&gt;Voraussetzung&lt;/strong&gt;,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		als fünften den der &lt;strong&gt;Diallele&lt;/strong&gt;. [Zirkeldefinition, in der das zu Definierende vorkommt oder die dieses voraussetzt.]&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;Der &lt;strong&gt;Tropus aus dem Widerstreit&lt;/strong&gt; besagt, daß wir über den vorgelegten Gegenstand einen unentscheidbaren Zwiespalt sowohl im Leben als auch unter den Philosophen vorfinden, dessentwegen wir unfähig sind, etwas zu wählen oder abzulehnen, und daher in die Zurückhaltung münden. [Es gibt zu allem verschiedene Meinungen und keine Möglichkeit zu entscheiden, wer Recht hat.]&lt;/p&gt;
&lt;p style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;Mit dem &lt;strong&gt;Tropus des unendlichen Regresses&lt;/strong&gt; sagen wir, daß das zur Bestätigung des fraglichen Gegenstandes Angeführte wieder einer anderen Bestätigung bedürfe und diese wiederum einer anderen und so ins Unendliche, so daß die Zurückhaltung folge, da wir nicht wissen, wo wir mit der Begründung beginnen sollen. [Man kann auf jeder Antwort wieder fragen: Warum?]&lt;/p&gt;
&lt;p style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;Beim &lt;strong&gt;Tropus aus der Relativität&lt;/strong&gt; erscheint zwar der Gegenstand, wie oben schon gesagt, so oder so, bezogen auf die urteilende Instanz und das Mitangeschaute, wie er aber seiner Natur nach beschaffen ist, darüber halten wir uns zurück. [Alles erscheint in verschiedenen Zusammenhängen verschieden, nie kann man wissen, wie etwas &#039;an sich&#039;, also außerhalb von Zusammenhängen, in Wahrheit ist.]&lt;/p&gt;
&lt;p style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;Um den &lt;strong&gt;Tropus aus der Voraussetzung&lt;/strong&gt; handelt es sich, wenn die Dogmatiker, in den unendlichen Regreß geraten, mit irgend etwas beginnen, das sie nicht begründen, sondern einfach und unbewiesen durch Zugeständnis anzunehmen fordern. [Es wird willkürlich eine Grenze gesetzt wo nicht mehr weiter gefragt werden darf.]&lt;/p&gt;
&lt;p style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;Der &lt;strong&gt;Tropus der Diallele&lt;/strong&gt; schließlich entsteht, wenn dasjenige, das den fraglichen Gegenstand stützen soll, selbst der Bestätigung durch den fraglichen Gegenstand bedarf. Da wir hier keines zur Begründung des anderen verwenden können, halten wir uns über beide zurück. [Es wird vorausgesetzt, was bewiesen werden soll: A ist B und B ist C, denn A ist C.]&lt;/p&gt;
&lt;h3 style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;
	11. Das Kriterium der Skepsis&lt;/h3&gt;
&lt;p style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;Daß wir uns an die Erscheinungen halten, ist klar aus unseren Aussagen über das Kriterium der skeptischen Schule. &quot;&lt;strong&gt;Kriterium&lt;/strong&gt;&quot; heißt ... das Kriterium des Handelns, an das wir uns im Leben halten, wenn wir das eine tun und das andere lassen. Von diesem spreche ich hier.&lt;/p&gt;
&lt;ul style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;&lt;li&gt;
		Wir sagen nun, das Kriterium der skeptischen Schule sei das &lt;strong&gt;Erscheinende&lt;/strong&gt;, wobei wir dem Sinne nach die Vorstellung [Wahrnehmung] so nennen; denn da sie in einem Erleiden und einem unwillkürlichen Erlebnis liegt, ist sie fraglos. Deshalb wird niemand vielleicht zweifeln, ob der zugrundeliegende Gegenstand so oder so &lt;strong&gt;erscheint&lt;/strong&gt;. Ob er dagegen so &lt;strong&gt;ist&lt;/strong&gt;, wie er erscheint, wird infrage gestellt.&lt;br /&gt;
		[Hier sehen wir, wie die Skeptiker die Killerunterscheidung Schein-Sein einerseits akzeptieren, aber andererseits zurückweisen, weil die &quot;wahre Welt&quot; als unerkennbar zurückgewiesen wird.]&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Wir halten uns also an die Erscheinungen und leben undogmatisch nach der alltäglichen Lebenserfahrung, da wir gänzlich untätig nicht sein können. Diese alltägliche Lebenserfahrung scheint vierteilig zu sein und teils aus Vorzeichnung der Natur, teils aus Erlebniszwang, teils aus Überlieferung von Gesetzen und Sitten, teils aus Unterweisung in Techniken dazu bestehen.
&lt;ul style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;&lt;li&gt;
				Und zwar aus &lt;strong&gt;natürlicher Vorzeichnung&lt;/strong&gt;, sofern wir von Natur aus die Fähigkeit besitzen, &lt;u&gt;sinnlich wahrzunehmen und zu denken&lt;/u&gt;;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
				aus &lt;strong&gt;Erlebniszwang&lt;/strong&gt;, sofern uns Hunger zur Nahrung, Durst zum Getränk führt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
				aus &lt;strong&gt;Überlieferung&lt;/strong&gt; von Sitten und Gesetzen, sofern wir es für das alltägliche Leben so übernehmen, daß wir die Gottesfurcht als ein Gut, die Gottlosigkeit als ein Übel betrachten;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
				aus &lt;strong&gt;Unterweisung&lt;/strong&gt; in Techniken schließlich, sofern wir nicht untätig sind in den Techniken, die wir übernehmen. Dieses alles meinen wir jedoch undogmatisch.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p id=&quot;oneline&quot; style=&quot;border-color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die antike Skepsis suchte nach einem Zustand des &lt;strong&gt;Seelenfriedens&lt;/strong&gt; (Ataraxia; Apathie). Die Argumente gegen jeden Dogmatismus und Fundamentalismus sollten die Ungestörtheit und &quot;Meeresstille der Seele&quot; fördern. Da die &quot;wahre Welt&quot; unbekannt blieb, wussten die antiken Skeptiker nicht, wonach sie streben sollten. Also passten sie sich den Sitten und Gewohnheiten der Gesellschaft an, glaubten an die Götter und strebten darüberhinaus nach Gemütsruhe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Götter, an welchen die Skeptiker noch nicht zu rütteln wagten, reduzierten sich mit dem &lt;strong&gt;Christentum&lt;/strong&gt; auf den &quot;einen, wahren Gott&quot; - und diesem machte Immanuel &lt;strong&gt;Kant&lt;/strong&gt; (* 22. April 1724 in Königsberg; † 12. Februar 1804 ebenda), einer der bedeutendsten Philosophen der Neuzeit, den Garaus. Kant zertrümmerte alle Gottesbeweise, wies aber dem Gottesglauben noch eine moralische Notwendigkeit zu. Aber ein Gott, an den man nur deshalb glauben soll, weil sonst die Moral ihren Grund verliert, ist nicht mehr besonders glaubwürdig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Nietzsche&lt;/strong&gt; ging folgerichtig einen Schritt weiter, indem er mit der Wahrheit auch Gott abschaffte. Im Aphorismus 125 aus der Fröhlichen Wissenschaft mit dem Titel &quot;Der tolle Mensch&quot;. schreibt er (Hervorhebungen, Listen, Absätze und &quot;[ ]&quot; von MDE):&lt;/p&gt;
&lt;p id=&quot;oneline&quot; style=&quot;border-color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt; &lt;/p&gt;
&lt;h3 align=&quot;center&quot; style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;
	Der tolle Mensch&lt;/h3&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot; style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;&lt;strong&gt;125.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;Der tolle Mensch. — Habt ihr nicht von jenem tollen Menschen gehört, der am hellen Vormittage eine Laterne anzündete, auf den Markt lief und unaufhörlich schrie: &quot;&lt;strong&gt;ich suche Gott! Ich suche Gott!&lt;/strong&gt;&quot; —&lt;/p&gt;
&lt;p style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;Da dort gerade Viele von Denen zusammen standen, welche nicht an Gott glaubten, so erregte er ein großes Gelächter. Ist er denn verloren gegangen? sagte der Eine. Hat er sich verlaufen wie ein Kind? sagte der Andere. Oder hält er sich versteckt? Fürchtet er sich vor uns? Ist er zu Schiff gegangen? ausgewandert? — so schrieen und lachten sie durcheinander.&lt;/p&gt;
&lt;p style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;Der tolle Mensch sprang mitten unter sie und durchbohrte sie mit seinen Blicken. &quot;Wohin ist Gott? rief er, ich will es euch sagen! &lt;strong&gt;Wir haben ihn getötet&lt;/strong&gt;, — ihr und ich! Wir Alle sind seine Mörder! Aber wie haben wir dies gemacht? Wie vermochten wir das Meer auszutrinken? Wer gab uns den Schwamm, um den ganzen Horizont wegzuwischen? Was taten wir, als wir diese Erde von ihrer Sonne losketteten? Wohin bewegt sie sich nun? Wohin bewegen wir uns? Fort von allen Sonnen? Stürzen wir nicht fortwährend? Und rückwärts, seitwärts, vorwärts, nach allen Seiten? Gibt es noch ein Oben und ein Unten? Irren wir nicht wie durch ein unendliches Nichts? Haucht uns nicht der leere Raum an? Ist es nicht kälter geworden? Kommt nicht immerfort die Nacht und mehr Nacht? Müssen nicht Laternen am Vormittage angezündet werden? Hören wir noch Nichts von dem Lärm der Todengräber, welche Gott begraben? &lt;strong&gt;Riechen wir noch Nichts von der göttlichen Verwesung? — auch Götter verwesen! Gott ist todt! Gott bleibt todt! Und wir haben ihn getötet!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder? Das Heiligste und Mächtigste, was die Welt bisher besaß, es ist unter unseren Messern verblutet, — wer wischt dies Blut von uns ab? Mit welchem Wasser könnten wir uns reinigen? Welche Sühnfeiern, welche heiligen Spiele werden wir erfinden müssen? Ist nicht die Größe dieser Tat zu groß für uns? &lt;strong&gt;Müssen wir nicht selber zu Göttern werden, um nur ihrer würdig zu erscheinen?&lt;/strong&gt; Es gab nie eine größere Tat, — und wer nur immer nach uns geboren wird, gehört um dieser Tat willen in eine höhere Geschichte, als alle Geschichte bisher war!&quot; —&lt;/p&gt;
&lt;p style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;Hier schwieg der tolle Mensch und sah wieder seine Zuhörer an: auch sie schwiegen und blickten befremdet auf ihn. Endlich warf er seine Laterne auf den Boden, dass sie in Stücke sprang und erlosch. &quot;Ich komme zu früh, sagte er dann, ich bin noch nicht an der Zeit. Dies ungeheure Ereignis ist noch unterwegs und wandert, — es ist noch nicht bis zu den Ohren der Menschen gedrungen. Blitz und Donner brauchen Zeit, das Licht der Gestirne braucht Zeit, Taten brauchen Zeit, auch nachdem sie getan sind, um gesehen und gehört zu werden. &lt;strong&gt;Diese Tat ist ihnen immer noch ferner, als die fernsten Gestirne, — und doch haben sie dieselbe getan!&lt;/strong&gt;&quot; —&lt;/p&gt;
&lt;p style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;Man erzählt noch, dass der tolle Mensch des selbigen Tages in verschiedene Kirchen eingedrungen sei und darin sein Requiem aeternam deo angestimmt habe. Hinausgeführt und zur Rede gesetzt, habe er immer nur dies entgegnet: &quot;&lt;strong&gt;Was sind denn diese Kirchen noch, wenn sie nicht die Grüfte und Grabmäler Gottes sind?&lt;/strong&gt;&quot; —&lt;/p&gt;
&lt;p id=&quot;oneline&quot; style=&quot;border-color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nietzsche entwickelte aus diesen Gedanken heraus später die Idee des &quot;Übermenschen&quot;, wie sie vor allem im Zarathustra dargestellt wird: &quot;Tot sind alle Götter: nun wollen wir, dass der Übermensch lebe.&quot; Wir müssen das hier nicht weiter verfolgen. Weder die Seelenruhe der Skeptiker noch Nietzsches Übermensch entsprechen, wie später gezeigt wird, einem Leben des Menschen &lt;u&gt;als&lt;/u&gt; Mensch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der heutige Stand der Diskussion wird in der Wikipedia unter dem Stichwort &quot;&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Postmoderne&quot;&gt;Postmoderne&lt;/a&gt;&quot;  wie folgt zusammengefasst (Hervorhebungen von MDE):&lt;/p&gt;
&lt;p id=&quot;oneline&quot; style=&quot;border-color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;&lt;strong&gt;Elemente postmodernen Denkens und Urteilens sind&lt;/strong&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;ul style=&quot;color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt;&lt;li&gt;
		Absage an das seit der Aufklärung betonte Primat der &lt;strong&gt;Vernunft&lt;/strong&gt; (ratio) und die Zweckrationalität (die bereits in der Moderne erschüttert wurden)&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Verlust des autonomen &lt;strong&gt;Subjekts&lt;/strong&gt; als rational agierender Einheit&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Neue Hinwendung zu Aspekten der menschlichen Affektivität und &lt;strong&gt;Emotionalität&lt;/strong&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Ablehnung oder kritische Hinterfragung eines universalen Wahrheitsanspruchs&lt;/strong&gt; im Bereich philosophischer und religiöser Auffassungen und Systeme (sog. Metaerzählungen oder Mythen wie Moral, Geschichte, Gott, Ideologie, Utopie oder Religion, aber auch, insofern sie einen Wahrheits- oder Universalitätsanspruch trägt, Wissenschaft)&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Verlust traditioneller &lt;strong&gt;Bindungen&lt;/strong&gt;, von Solidarität und eines allgemeinen Gemeinschaftsgefühls&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Sektoralisierung&lt;/strong&gt; des gesellschaftlichen Lebens in eine Vielzahl von Gruppen und Individuen mit einander widersprechenden Denk- und Verhaltensweisen&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Toleranz, Freiheit und radikale &lt;strong&gt;Pluralität&lt;/strong&gt; in Gesellschaft, Kunst und Kultur&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Dekonstruktion&lt;/strong&gt;, Sampling, Mixing von Codes als (neue) Kulturtechniken&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Zunehmende &lt;strong&gt;Zeichenhaftigkeit&lt;/strong&gt; der Welt (siehe auch Semiotisches Dreieck u. Baudrillard)&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Feminismus&lt;/strong&gt; und &lt;strong&gt;Multikulturalismus&lt;/strong&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p id=&quot;oneline&quot; style=&quot;border-color: rgb(102, 0, 0);&quot;&gt; &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine typisch &lt;strong&gt;postmoderne Stimmung&lt;/strong&gt; formuliert Gianni Vattimo (* 4. Januar 1936 in Turin, postmoderner italienischer Philosoph, Autor und Politiker.) in &quot;&lt;a href=&quot;http://them.polylog.org/5/dvg-de.htm&quot;&gt;polylog. Zeitschrift für interkulturelles Philosophieren&lt;/a&gt;&quot;:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Vattimo&lt;/strong&gt;: &quot;Ich denke, das christliche Abendland sollte wirklich Abendland werden, in jenem Sinn, in dem Heidegger von &#039;Abendland&#039; spricht, also als Land, das sich darauf einlässt unterzugehen. Das gilt auch für das Christentum: Es scheint mir dazu bestimmt unterzugehen, sich aufzulösen, um nicht zu sterben.&quot;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Den gegenwärtigen Schlusspunkt der Wahrheitsdebatten mit Killerunterscheidungen scheint mir der Philosoph &lt;strong&gt;Josef Mitterer&lt;/strong&gt; (* 1948 in Westendorf) mit seinen Büchern &quot;Das Jenseits der Philosophie&quot; (Wien, 1992) und &quot;Die Flucht aus der Beliebigkeit&quot; (Frankfurt / M., 2001) gesetzt zu haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mitterer schlägt vor, den Begriff der Wahrheit abzuschaffen. Zur Begründung zeigt er, wie der Begriff der Wahrheit eingesetzt und was mit ihm bezweckt wird. Wer Wahrheit behauptet, bewegt sich unvermeidlich im Rahmen seiner selbstgesetzten Voraussetzungen. Der Rückgriff auf eine im Jenseits der Erkenntnis liegenden &quot;wahren Welt&quot; ist nur eine &lt;strong&gt;Illusion&lt;/strong&gt; - und der Versuch, den eigenen Standpunkt unangreifbar zu machen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genau das ist es, was wir Killerunterscheidungen nannten: die Illusion der Unterscheidung zwischen der von uns erkannten scheinbaren und der &quot;wahren Welt&quot;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mitterers &lt;strong&gt;Alternative&lt;/strong&gt; lautet:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		auf alle Killerunterscheidungen der Art &quot;scheinbare Welt&quot; - &quot;wahre Welt&quot; verzichten und&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		unsere Beschreibungen nicht auf Objekte (die Wirklichkeit, die Welt) beziehen, sondern von Objekten ausgehen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Die Objekte sind demzufolge die bislang erfolgten Beschreibungen. Mitterer nennt sie Beschreibungen &quot;&lt;strong&gt;so far&lt;/strong&gt;&quot; (bisher). Eine neue Beschreibung eines Objekts ändert das Objekt der Beschreibung &quot;so far&quot; zu einem geänderten Objekt der Beschreibung &quot;&lt;strong&gt;from now on&lt;/strong&gt;&quot; (ab jetzt). Beschreibungen &quot;so far&quot; scheitern also nicht an der &quot;wahren Welt&quot;, sondern an anderen Beschreibungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;	So weit so gut, aber: sollen Beschreibungen und Argumente nicht in &lt;strong&gt;Beliebigkeit&lt;/strong&gt; versinken, muss die Frage beantwortet werden, nach welchen Kriterien Beschreibungen &quot;so far&quot; durch Beschreibungen &quot;from now on&quot; zu ändern sind. Wir stehen dabei vor dem Problem, dass mit der Verabschiedung der Killerunterscheidungen alle Kriterien und Begründungsmöglichkeiten der letzten 2.500 Jahre unmöglich geworden sind. Weder die &quot;wahre Welt&quot;, noch die philosophische Vernunft, noch irgendeine Offenbarung stehen noch als Kriterium zur Verfügung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir können an die alten Kriterien nicht einmal anknüpfen. Wir brauchen keine neuen Kriterien, sondern qualitativ (oder kategorial) andere Kriterien.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erste Ansätze zu anderen Kriterien bieten:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		die amerikanischen &lt;strong&gt;Pragmatiker&lt;/strong&gt;: der Erfinder des Pragmatismus Charles S. Peirce, der Popularisierer des Pragmatismus William James und insbesondere der Neopragmatiker Richard Rorty.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		der &lt;strong&gt;Objektivismus&lt;/strong&gt; von Ayn Rand (eigentlich Alissa Sinowjewna Rosenbaum, * 20. Januar/2. Februar 1905 in Sankt Petersburg, Russland; † 6. März 1982 in New York City, US-amerikanische Schriftstellerin und Philosophin), einer entschiedenen Gegnerin des Pragmatismus.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		die &quot;&lt;strong&gt;Allgemeine Theorie von Leben und Verhalten lebender Organismen&lt;/strong&gt;&quot; von Elliott Jaques (* 18. Januar 1917, † 8. März 2003, kanadischer Psychologe), der u.a. 1965 das Konzept der &quot;mid-life crisis&quot; einführte.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Die Antworten, welche von den Genannten angeboten werden, sind einerseits recht ähnlich, sehr praktisch an Erleben und Handeln orientiert, andererseits in den Einzelheiten dennoch wesentlich verschieden. Das beruht darauf, dass sie zwar alle keine Killerunterscheidungen verwenden, dennoch sehr verschiedene Wege gehen - aber diese philosophischen Feinheiten werde ich hier nicht vertiefen.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Die Antwort der Pragmatisten lautet: &lt;strong&gt;Nutzen&lt;/strong&gt;. Die Beschreibung, welche in Bezug auf die Realisierung eines Ziels effizienter oder effektiver ist als eine andere Beschreibung, ist vorzuziehen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Die Antwort des Objektivismus lautet: die &lt;strong&gt;vernünftigere&lt;/strong&gt; Beschreibung, d.h. die Beschreibung, die ein &lt;strong&gt;blühendes Leben&lt;/strong&gt; mehr fördert, ist vorzuziehen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Die Antwort von Elliott Jaques lautet: &lt;strong&gt;Time-Frame&lt;/strong&gt;. Die Beschreibung, welche langfristigere Vorhersagen erlaubt ist vorzuziehen (das ist etwas verkürzt, aber wir behandeln das Thema weiter unten ausführlicher).&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Damit haben wir alle Voraussetzungen zusammen, um das Konzept einer anderen Welt zu erschaffen:&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Scheinbare Welt = wahre Welt.&lt;br /&gt;
	Vernünftige Argumente sind vorzuziehen.&lt;br /&gt;
	Vernunft ist, was langfristig dem blühenden Leben nutzt.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Nebenbei bemerkt:&lt;br /&gt;
	Der gesunde Menschenverstand hat das schon immer gewusst.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/46&quot;&gt;Philosophie&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/24&quot;&gt;Thelema&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-vg-wort-story field-type-text field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://vg06.met.vgwort.de/na/ad931aeeac064516b88bfeeca901cad5&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Mon, 06 Aug 2007 17:05:53 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>Die formale Anzeige</title>
 <link>https://www.mde-net.de/formale-anzeige</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Von MDE und TS-Nomaden&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Einführung&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Das Wort &quot;&lt;strong&gt;formal&lt;/strong&gt;&quot; bedeutet, dass inhaltlich noch nichts vorgegeben ist, wohl aber in eine bestimmte Richtung gezeigt wird; daher das Wort &quot;&lt;strong&gt;anzeigend&lt;/strong&gt;&quot;: die Anzeige weist auf die faktische Existenz hin. Ich zitiere Gadamer, um diesen Sachverhalt darzustellen:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;&quot;Eine Anzeige hält sich immer in der Distanz des Zeigens, und das heißt wiederum, daß der andere, dem etwas gezeigt wird, selber sehen muß.&quot;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Gadamer bezieht sich auf eine Stelle wo Heidegger sagt, &quot;daß es, soll es zum Eigentlichen kommen, nur den Weg gibt, das uneigentlich Angezeigte auszukosten und zu erfüllen, der Anzeige zu folgen&quot;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gadamer bemerkt dazu:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;&lt;p&gt;&quot;Heidegger gebraucht dafür [also für die Anzeige] ein Wort, mit dem ich anfangs nicht zurechtkam. Er sprach von ‚Auskosten und Erfüllen&#039; und erläuterte ‚Auskosten&#039; mit ‚aus ihm herausheben&#039;. … Aber die Pointe ist, daß das Leere gerade ins Konkrete führt. … Es gilt, sich gegen die Tendenz zu wehren, etwas zum Dogma zu machen. Stattdessen heißt es versuchen, das, was einem im Zeigen gezeigt wird, nun selber in Worte zu fassen und zur Sprache zu bringen. Was sich da zeigt, muß man zu sagen lernen, sagen mit eigenen Worten. Denn nur die eigenen, nicht die nachgesprochenen Worte wecken die Anschauung dessen, was man selber zu sagen suchte.&quot;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;h2&gt;
	Vorbemerkung: Sprache und das Bekannte&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Worte bezeichnen etwas, darum benutzen wir sie. Worte, die nichts bezeichnen, sind unklar, &lt;strong&gt;sinnlos&lt;/strong&gt; oder unbrauchbar und müssen präzisiert oder durch andere ersetzt werden. Allein, wenn jedes begegnende Ding seinen Namen hat, jeder Name bzw. jede Beschreibung auf andere verweist und so unsere benutzte Wortsprache quasi das Netz bildet, in dem wir alltäglich leben, wo sind wir dann? Wer sind wir dann? Was umgibt uns dann? Was wissen wir von uns und den anderen und den Dingen - außer dem, was uns die durch Benutzung bekannte Sprache sagt?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wollen wir mehr, sollten wir vielleicht Sprache analysieren. Es gibt Modelle über Sprache, die selbst wieder sprachliche Modelle sind, was sonst. Es gibt Modelle über das Verhältnis von Sprache (Bezeichnendem) und Objekten (Bezeichnetes), die auch sprachlich sind und auf Außersprachliches hinzudeuten versuchen: auf etwas, das unseren Sprachgebrauch lenkt und sozusagen die Äste sind, in denen wir das Netz Sprache aufspannen, in dem wir leben. Es gibt Versuche, uns vom distanz- und wissenlosen &lt;strong&gt;Verhaftetsein&lt;/strong&gt; an Sprache zu lösen und etwas zu sehen, was wir vorher nicht sehen konnten. Gemeinsam ist ihnen: Sie bieten Methoden, um das zu schaffen. Den Methoden gemeinsam ist: Sie führen zu vorhersagbaren, mindestens begrenzten Ergebnissen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir leben, könnte man sagen, in einem Gefängnis der Sprache. &quot;Sprache&quot;, sagte Heidegger, &quot;ist das Haus des Seins. In ihrer Behausung wohnt der Mensch.&quot; Haus - Gefängnis, es könnte beides zutreffen. Ein neuer Ansatz war die Phänomenologie mit dem Schlachtruf &quot;&lt;strong&gt;Zu den Sachen selbst!&lt;/strong&gt;&quot; Nicht weg von den Phänomenen (vulgo: Dingen), sondern viel, viel näher ran.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Was ist die formale Anzeige? Wie wird sie angewandt?&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Die &quot;formale Anzeige&quot; als Methode meint nicht eine funktionale Gebrauchsanleitung zu einem angestrebten Ergebnis, sondern ein Verhalten: gr. &lt;strong&gt;μεθα οδοσ&lt;/strong&gt; = META ODOS, der Weg nach …, oder: &lt;strong&gt;μεθοδοσ&lt;/strong&gt;, METHODOS, was &quot;Auf-dem-Weg-bleiben&quot; meint. Das bedeutet, Du musst den Weg (selbst) gehen, er-fahren und: Der Weg ist das Entscheidende, nicht der Zielpunkt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine Methode … von was, wofür? Eine Methode des phänomenologisch Philosophierenden, um &quot;den Blick auf die &lt;strong&gt;Phänomene&lt;/strong&gt; von theoretisierenden Vorgriffen, insbesondere von ihrer Betrachtung als Objekte, freizuhalten, um somit die Phänomene als solche&quot; in den Blick zu bekommen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&quot;Des phänomenologisch Philosophierenden&quot; ist schon irreführend, denn es geht eben nicht darum, dass dies ein Verhalten &#039;der anderen&#039; oder einer bestimmten Berufsklasse von Menschen ist, sondern eine &lt;strong&gt;Er-fahr-ung des unverstellten Daseins&lt;/strong&gt; (&quot;Dasein&quot; meint bei Heidegger den Menschen), von mir und von dir, wenn wir uns zur Eigentlichkeit (&quot;Eigentlichkeit&quot; meint bei Heidegger das &#039;eigentliche&#039; Leben) entschließen. Er-fahr-ung heißt: Ich nehme mich selbst mit, ich stelle bei der Betrachtung der Phänomene alles, was ich über sie schon zu wissen meine, zur Disposition, ich bin offen für das Phänomen als solches und somit auch bereit, mich durch das Neue, das ich er-fahre, wandeln zu lassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hier sind schon einige der entscheidenden Charaktere der formalen Anzeige genannt:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Abweisung (das, was ich schon zu wissen meine, in Frage stellen),&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Offenheit,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Bereitschaft,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Konversion (Wandlung meiner selbst).&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Was meint Offenheit für ein &lt;strong&gt;Phänomen&lt;/strong&gt;? Ein Phänomen besteht nicht nur aus seinem Gehalts-, sondern auch aus seinem Bezugs- und Vollzugssinn:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Gehaltssinn&lt;/strong&gt;: das zumeist als Gegenständliches gefasste &#039;Was&#039; des Phänomens&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Bezugssinn&lt;/strong&gt;: das &#039;Wie&#039; des &#039;Habens&#039; des Gegenstandes&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		&lt;strong&gt;Vollzugssinn&lt;/strong&gt;: die Weise, in der ich mich in Bezug auf den Gegenstand verhalte, z.B. traurig, distanziert&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Üblicherweise wird ein Phänomen als dessen Gehaltssinn gefasst, als Gegenstand, bzw. Objekt. Indem aber auf ein Phänomen als Objekt Bezug genommen wird, wird der &lt;strong&gt;Vollzugssinn&lt;/strong&gt; dieser Bezugnahme vernachlässigt. D.h. wenn ich ein Phänomen als Objekt betrachte, distanziere ich mich von dem Phänomen. Dadurch wird ein Phänomen nicht in seiner Gesamtheit gefasst, sondern aus seinem lebendigen Erfahrungszusammenhang herausgerissen und zum bloßen Untersuchungsgegenstand degradiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie aber komme ich in die &quot;lebendige Erfahrung&quot;? Wo doch meine alltäglichen selbstverständlichen Konzepte und Begriffe mir den freien Blick auf das Phänomen verstellen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Bezeichnung &quot;formale Anzeige&quot; selbst gibt einen Wink auf das Besondere der Methode oder des Prozesses (um das Sich-selbst-mitnehmen, das Selbst-gehen und die daraus folgende Verwandlung deutlicher zu machen): &lt;strong&gt;formalanzeigend&lt;/strong&gt;, weil der jeweils verwendete Begriff zur Anzeige eines bestimmten Phänomens jeder vorgängigen inhaltlichen Bedeutung entbehren soll, rein formal, inhaltlich leer, schlicht und einfach eine &lt;strong&gt;Zeichenfolge&lt;/strong&gt;, die auf das noch un-begriffene Phänomen zeigt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die so richtig verstandene, er-fahrene &lt;strong&gt;Leerstelle&lt;/strong&gt; weist auf das Phänomen und bewirkt das Fragen, Hin-wenden und Hin-hören zum Phänomen, das Eröffnen und Sich-öffnen-für neue Möglichkeiten des Sehens oder anders, die Bereitschaft, die Leerstelle neu und anders zu füllen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Damit sind weitere Charaktere der formalen Anzeige genannt:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Anweisung (Hinweis auf die Verstehensrichtung, die vom Phänomen selbst vorgegeben wird),&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Richtung (in die ich mich hin-wende),&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Möglichkeit,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Hören,&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Frage.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Die &quot;formale Anzeige&quot; bedeutet zuerst und vorrangig: &lt;strong&gt;Fragen&lt;/strong&gt;. Die Frage braucht nicht unbedingt ein Satzmodus zu sein. Entscheidend ist der Vollzug des In-Frage-Stellens. Zum echten Fragen schreibt Heidegger, es ist&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;&quot;... ein Fragen, in dem wir in das Ganze des Seienden hineinfragen&lt;br /&gt;
	und so fragen, daß wir selbst, die Fragenden,&lt;br /&gt;
	dabei mit in die Frage gestellt,&lt;br /&gt;
	in Frage gestellt werden.&quot;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieses Fragen - anders als wir es aus Schule und Alltäglichkeit gewohnt sind - führt nicht zu einer schnellen Antwort, einem Ergebnis, das wir abschließen können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine typische erste &#039;Anwort&#039; im Prozess der formalen Anzeige ist eine &lt;strong&gt;Tautologie&lt;/strong&gt; oder ein &lt;strong&gt;Zirkel&lt;/strong&gt;: Was ist Sprache? Sprache ist sprechen - um jeglichen unhinterfragten, vorgängigen Gehalt des Phänomens oder die Gewohnheit, das Phänomen schon als etwas anderes zu sehen, abzuweisen und stattdessen nur das Phänomen als solches anzuweisen. Das &quot;als&quot; führt jedoch nicht notwendig vom Phänomen weg, z. B. ist bei der Formulierung &quot;Sprache als Sprache&quot; der gewollte Zirkel gewährleistet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &quot;formale Anzeige&quot; ist in sich in &lt;strong&gt;drei Stufen&lt;/strong&gt; unterteilt. Diese konretisieren sich von der ersten Anzeige eines rein formalen, noch vollständig inhaltsleeren Phänomens hin zu einem konkreten, vulgären Phänomen. Diese Abfolge kann auch als &lt;strong&gt;Entformalisierung&lt;/strong&gt; bezeichnet werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Stufen sind:&lt;/p&gt;
&lt;div align=&quot;center&quot; id=&quot;kreuztabelle&quot;&gt;
&lt;table&gt;&lt;caption&gt;
			Kreuztabelle: Formale Anzeige&lt;/caption&gt;
&lt;tbody style=&quot;border-top: 0pt none;&quot;&gt;&lt;tr&gt;&lt;th class=&quot;kreuztabellethema&quot;&gt;
					Formale&lt;br /&gt;
					Anzeige&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;
					Möglichkeits-&lt;br /&gt;
					Stufen&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;
					Phänomen-&lt;br /&gt;
					Begriff&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;
					Frage&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;
					Syllogismus&lt;/th&gt;
&lt;th&gt;
					Ontologie&lt;/th&gt;
&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;th&gt;
					1. Stufe&lt;/th&gt;
&lt;td&gt;
					Ermög-&lt;br /&gt;
					lichendes&lt;/td&gt;
&lt;td class=&quot;cellcolordark&quot;&gt;
					formal&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;
					Ge-&lt;br /&gt;
					fragtes&lt;/td&gt;
&lt;td class=&quot;cellcolordark&quot;&gt;
					Allgemeines&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;
					Sein&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;th&gt;
					2. Stufe&lt;/th&gt;
&lt;td class=&quot;cellcolordark&quot;&gt;
					Möglichsein&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;
					phänome-&lt;br /&gt;
					nologisch&lt;/td&gt;
&lt;td class=&quot;cellcolordark&quot;&gt;
					Er-&lt;br /&gt;
					fragtes&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;
					Besonderes&lt;/td&gt;
&lt;td class=&quot;cellcolordark&quot;&gt;
					Sinn von&lt;br /&gt;
					Sein&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;th&gt;
					3. Stufe&lt;/th&gt;
&lt;td&gt;
					Möglichkeit&lt;/td&gt;
&lt;td class=&quot;cellcolordark&quot;&gt;
					vulgär&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;
					Be-&lt;br /&gt;
					fragtes&lt;/td&gt;
&lt;td class=&quot;cellcolordark&quot;&gt;
					Einzelnes&lt;/td&gt;
&lt;td&gt;
					Seiendes&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Die genannte Entformalisierung ist also das Aufzeigen eines &lt;strong&gt;Ermöglichungszusammenhangs&lt;/strong&gt;: Der formale Phänomenbegriff ist dasjenige, was überhaupt er-möglicht oder auch: der Grund der Bedingung der Möglichkeit. Der phänomenologische Phänomenbegriff bezeichnet das Möglichsein oder die Bedingung der Möglichkeit: Das, &quot;was sich in den Erscheinungen, dem vulgär verstandenen Phänomen vorgängig und mitgängig, obzwar unthematisch, schon zeigt&quot;. Der vulgäre Phänomenbegriff bezeichnet eine realisierte Möglichkeit. Formal anzeigendes Denken kann auf jeder dieser drei Stufen begonnen werden.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Begriffe auf der &lt;strong&gt;1. Stufe&lt;/strong&gt; beginnend zu erkunden, wird heißen, sie fortschreitend zu konkretisieren. Zunächst wird ein Begriff gefunden (Sein, Kreativität, Freiheit, Schönheit), der ein Allgemeines (formale Struktur) anzuzeigen geeignet ist, also vollständig leer von Vorstellungen gemacht werden kann. Erst dann kann der Fragende sich unbefangen in diese Frage stellen und Besonderes nach Hinweisen absuchen, wie sich eine solche Struktur konkretisieren ließe. Auf der dritten Stufe, im Einzelnen erst wird sie greifbar, sinnlich anschaubar.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Begriffe auf der &lt;strong&gt;3. Stufe&lt;/strong&gt; zu befragen heißt, sie nach dem zu befragen, was und wie sich in ihnen etwas zeigt und sodann nach dem, was dieses ermöglicht. Alltägliches Verstehen von Begriffen auf der Stufe vulgärer Phänomene ist zunächst durch das uns so selbstverständliche Denken in &quot;Vorhandenheiten&quot; geprägt. Sie in &quot;formale Anzeige&quot; zu nehmen, wird bewirken, dass sie sich wandeln und mit sich den Fragenden, der sich selbst von einem vermeintlich &quot;Vorhandenen&quot; in ein &quot;Dasein&quot; wandeln muss, wenn er das was sie ihm sagen, verstehen will.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Von der &lt;strong&gt;2. Stufe&lt;/strong&gt; beginnend zu fragen, ist die eigentliche Domäne des formal anzeigenden Denkens - sie führt in den &quot;Hermeneutischen Zirkel&quot;: Das Einzelne durch Fragen an das Allgemeine (Ganze) und dieses durch das beharrende Fragen, wie es sich im Konkreten zeige, zurückzufragen. Erfragt wird in diesem kreisenden Denken nicht nur die Mitte zwischen Ermöglichendem und realisierter Möglichkeit, zwischen Allgemeinem und Einzelnen, sondern in dieser Mitte entbirgt der Fragende sich selbst.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Ein Beispiel für den Ermöglichungszusammenhang: Das Sein, welches als Ermöglichendes das Seinsverständnis schickt (1. Stufe), das Seinsverständnis (2. Stufe), welches als vorgängiges Verstehen schon immer gegeben sein muß, um &quot;Dasein&quot;, sprich &quot;In-der-Welt-sein&quot; sein zu können. Das &quot;In-der-Welt-sein&quot; schließlich als realisierte Möglichkeit eines Seienden (3. Stufe).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;An diesem Beispiel ist zu sehen, dass die &quot;formale Anzeige&quot; 3. Stufe nicht vorschnell mit empirisch zugänglichen, konkretem Seiendem gleichgesetzt werden kann. Es geht &lt;strong&gt;nicht&lt;/strong&gt; darum, am Ende, endlich, ein &lt;strong&gt;Resultat&lt;/strong&gt; vorweisen zu können (&quot;Ah, nun weiß ich es: Das ist ein weltloser Gegenstand, ein &#039;Vorhandenes&#039;, ein Tisch.“), sondern die drei Stufen sind jeweils Stufen der Näherung an ein Phänomen, sozusagen die Suchgegend, in der ich meine Expedition starte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kann die Expedition an einem Punkt abbrechen und sich zufrieden geben, weil man etwas gefunden hat. Dies entspricht nicht der formalen Anzeige als Seinsweise des &quot;eigentlichen Daseins&quot;, sich vom Phänomen immer wieder neu angehen und wandeln zu lassen. Der umgangssprachliche Phänomenbegriff (wie in: &quot;ein Phänomen!&quot;, &quot;phänomenal!&quot;) weist die Richtung: Die formale Anzeige hält den Philosophierenden im &lt;strong&gt;Staunen&lt;/strong&gt;, die Welt ist nicht altbekannt, sondern Abenteuer.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Ausblick&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Was dürfen, was können wir in einer Zeit des weltpolitischen und gesellschaftlichen Verfalls, in einer von Willkür und machenschaftlichen Denken getriebenen Welt, in der uns nichts erstaunt, von einer formal anzeigenden Philosophie erwarten?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nun, nichts, was uns abgeschlossene Antworten geben könnte! Nichts, was uns in unserer Bequemlichkeit und Selbstgenügsamkeit bestärken oder sogar bestätigen könnte! Die &quot;formale Anzeige&quot; mit ihrer permanenten Konversionsforderung ist die radikalste Kampfansage an das, was wir für die selbstverständlichste Sache der Welt halten – nämlich uns selbst.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;&quot;Nur was wir nicht verstanden haben, können wir abschließen.&quot;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
	(Peter Hoeg, Fräulein Smilla)&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Metapher für die formale Anzeige - ein Seiltanz&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Ein Seiltanz zwischen den Abgründen der analytischen, alles in kleine handhabbare, machbare Häppchen zerteilende Präzision auf der einen und dem der im Unbestimmt-Nebligen bleibenden Vagheit auf der anderen Seite - zwischen der Gefahr im Einzelnen zu versinken oder sich im Allgemeinen zu verlieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie hält ein Mensch sich in dieser schwankenden Höhe - auf dem Seil - ohne abzustürzen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tanzend, das ist mit &quot;Seiltanz&quot; schon angezeigt, aber wie tanzt er, wie allein kann Mensch auf einem Seil tanzen? In Bewegung bleibend - tastend zwar aber entschlossen, auf jeden Schritt ohne Zögern den nächsten zu wagen. Den Mut, die Kraft für den nächsten Schritt, erhört, erfühlt, ersieht der Tanzende aus den Abgründen sich, die ihn tragen, indem der eine sowohl wie der andere ihn in je seine Tiefe zu sinken lockt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Je tiefer und zarter sich ziehen lassend - er beiden Abgründen zugleich sich öffnet, je sicherer, tanzender setzt er seine Schritte.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Das Ohr hin zum Abgrund der Vagheit lauscht auf das frag-würdige Wort und vernimmt immer feiner seine Fragen, seine Herkunft, seine Sehnsucht, verstanden, gehört, gehütet zu werden.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Das andere Ohr steht senkrecht-scharf in die Höhe, das Gewirr der klagenden, zerrenden Schreie aus dem Abgrund der Zerteilten zu orten und aufzusammeln, in Worte zu sammeln.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Im endlos kreisenden Hin und Her zu den Abgründen hin erprobt der Tanzende das Lied, das er unentwegt weiter-dichtend, zu singen lernt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Mensch, der sich zu &quot;Dasein&quot; wandelt, wäre dann ein singender Mensch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Oder wird er zum Übersetzer zwischen zwei Abgründen, die ohne ihn nicht die Spur einer Chance haben, einander und damit sich selbst zu verstehen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie singt er genau?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um singend den nächsten Tanzschritt zu finden, kommt alles darauf an, dass er sein Hören-können entwickelt. Um Nach-zusprechen, was er verstanden hat - so treffend und fein wie ihm möglich - nachsprechend, in Worten aussprechend?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und Hören meint auch - vernehmliche Laute, Stimmen, ebenso aber das Bewegen, Zucken, Schwingen, Leuchten aller Arten von Sinne. Die er zu Worten übersetzen lernt?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine seltsame Gegenbewegung ist dieses Hören, das er, ja schon auf dem Seil tanzend, immer weiter verfeinern muß:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hören auf die Frage, die &lt;strong&gt;sich selbst&lt;/strong&gt; (ohne von ihm gesungen zu werden) nicht verstehen kann.&lt;br /&gt;
	Dafür muss er - sein Hören &quot;klar&quot; halten. Er muss standhalten: Mehr und zugleich weniger hören als er vielleicht gewohnt sein mag:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Hellhörig werden dafür, wie mögliche Antworten, mögliche antwortende Fragen klingen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Und taub für das sonstige Stimmengewirr, das ihn hier - oder dort in den Abgrund zöge.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;
		Und nur er kann die einen mit den anderen - zueinander - ins Gespräch bringen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Und dieses Gespräch ist er selbst - er wird es, indem er es singt.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;&lt;h2&gt;
	Beispiele um in formal anzeigendes Denken hineinzukommen&lt;/h2&gt;
&lt;h3&gt;
	Kant&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Kant hat über Mündigkeit nachgedacht, hat dann diesen tollen Satz, &quot;Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit&quot;, geschrieben. Den können wir lesen, abschreiben, lernen und die Sache ist erledigt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn wir Begriffe wie &quot;Aufklärung&quot; oder &quot;Mündigkeit&quot; formal anzeigend fassen ... dann sind sie provisorische Platzhalter ... dann kann uns Kant nicht mehr das Denken abnehmen, sondern wird eine Zeitlang unser Begleiter und irgendwann verlassen wir ihn und wo wir letztlich landen, ist ungewiss.&lt;/p&gt;
&lt;h3&gt;
	Drache&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Nun stelle dir vor, du gehst eine belebte Straße entlang. Es pfeift auf irgendwie anstößige Weise, und wie du dich im Laufen umdrehst, da siehst du einen goldenen Drachen hinter dir her trippeln, der ganz lässig eine türkisfarbene Handtasche um sein linkes Handgelenk schlenkert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Du staunst! „Wow, das kann doch nicht wahr sein, ein leibhaftiger goldener Drache, der seine türkisfarbene Handtasche schlenkert.“&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber im nächsten Moment würdest du denken, dass es so etwas doch gar nicht gibt, weil so etwas einfach nicht &lt;u&gt;sein&lt;/u&gt; kann. Erstens ist es um diese Jahreszeit viel zu kalt und zweitens gibt es keine goldenen Drachen, die am hellichten Tag mit einer farbigen Handtasche am Arm auf einer belebten Straße herumlaufen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gut, vielleicht hast du recht. Doch im Grunde ist diese Situation wie geschaffen für ein phänomenologisch ausgezeichnetes philosophierendes Verhalten und - die &quot;formale Anzeige&quot;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Du hast nun zwei Möglichkeiten: Du rennst entweder Hals über Kopf davon, um nie wieder auch nur ein Wort darüber zu verlieren oder du bleibst und stellst dich dieser ungeheuerlichen Konversionszumutung. Denn, was du jetzt zu tun hast, ist fragend denkendes Besinnen dieses Phänomens und deines &quot;Daseins&quot; in der Welt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ok, was siehst du? Einen Drachen, was sonst. Du fragst ihn, ob er einer ist, doch er blinzelt nur zurück. Du beschließt, ihn anzufassen und wunderst dich, wie kühl diese Haut ist. Aber eigentlich ist sie gar nicht kühl und auch gar keine Haut. Da sind jede Menge Schuppen und Schüppchen und als du dran zupfst, beginnt er zu glucksen. Auch das noch!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber du merkst, dass dir bei diesem Erkundungsgang nicht ganz wohl ist. Du diagnostizierst an dir eine Art Schock und musst dich zwingen, das Gerede in Deinem Kopf im Zaum zu halten: „das kann doch nicht sein, das kann doch nicht sein, das kann doch nicht sein, das kann doch nicht…“, u.s.f.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Worauf es jedoch ankommt ist, weiterhin &#039;im Sturm zu stehen&#039;, dabei zu bleiben, offen zu sein und mit zu bekommen, was mit dir geschieht, was dieses Phänomen mit dir &#039;macht&#039;. Wichtig ist, wie wir die Erkundung des Phänomens vollziehen. Wie wir uns als Mensch und Mitmensch in und mit unserer Welt auseinandersetzen und das dies immer mit unserer &#039;Selbstwelt&#039; zu tun hat.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;
	Beispiele für Verhalten, das sich der Aufgabe, die eine formale Anzeige ist, stellt&lt;/h2&gt;
&lt;h3&gt;
	&quot;Sein und Zeit&quot;&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Die Frage nach dem &lt;strong&gt;Sein&lt;/strong&gt; zu stellen, überhaupt zu finden, wie nach dem Sein fragen, erfordert (so Heidegger in der Einleitung zu SZ) das &lt;strong&gt;Seiende&lt;/strong&gt; selbst auf sein Sein hin abzufragen. (S.6)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das heißt aber nicht einfach: Hinsehen und beschreiben, sondern zuvor muss dieses Seiende &#039;zugänglich&#039; für den Fragenden geworden sein. Und &#039;zugänglich machen&#039; kann ja dann nicht heißen, wild draufloszufragen, sondern erst zu finden, wie ich fragen kann, damit dieses Seiende mir zugänglich wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was will ich erfahren? - Wie es ist. Wie es sein kann. Wozu und dann: Worumwillen es ist - den &lt;strong&gt;Sinn seines Seins&lt;/strong&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber wie frage ich das Seiende danach? Heidegger lenkt die Aufmerksamkeit auf das Seiende, das sich verstehend, fragend zu sich selbst verhält - dem Dasein. Wie &lt;strong&gt;Dasein&lt;/strong&gt; sich selbst, sein &quot;Wozu&quot;, &quot;Worumwillen&quot; verstehen kann. Was es von sich versteht und was ihm zunächst verborgen bleiben muss.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das &lt;strong&gt;Gefragte&lt;/strong&gt; also ist das &lt;strong&gt;Sein&lt;/strong&gt;, das Ermöglichende, die eröffnende Frage. Sie öffnet den Antwortraum und hält ihn offen. Diese, die eröffnende, ermöglichende Frage, wird an keiner Stelle von &quot;Sein und Zeit&quot; beantwortet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das &lt;strong&gt;Erfragte&lt;/strong&gt; ist der &lt;strong&gt;Sinn von Sein&lt;/strong&gt;, der zu erforschende Antwortraum, der vom Gefragten offengehalten wird. Diesen Antwortraum erforscht Heidegger fragend danach, wie, wodurch es möglich ist (Möglichsein), dass Sein verstanden werden kann:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&quot;Der gesuchte &lt;strong&gt;Sinn von Sein&lt;/strong&gt; ist nichts hinter dem Sein. Der Sinn ist das, aus dem her Sein verstanden wird.&quot; (§ 32, S. 152)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das &lt;strong&gt;Befragte&lt;/strong&gt; ist das &lt;strong&gt;Seiende&lt;/strong&gt; selbst (Möglichkeit), das auf sein Sein-können, sein Möglich-sein hin befragt wird - Dasein. &quot;Die Frage nach dem Sinn ist die Frage nach dem Sein, vorausgesetzt, das Sein hält sich in der Verständlichkeit des &lt;strong&gt;Daseins&lt;/strong&gt; .&quot; (ebd.)&lt;/p&gt;
&lt;h3&gt;
	Wer bin ich?&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Zunächst werden dir vermutlich sämtliche Eigenschaften einfallen, die du dir zuschreiben würdest. Irgendwann - obwohl du es vermutlich endlos so weiter machen könntest - bist du mit deinem Latein am Ende: Das bin ich nicht!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als nächstes könnten dir Erinnerungen einfallen - Erlebnisse, die dich geprägt haben - Erfahrungen, die zu dir gehören, die du bist. Irgendwann kommt ein Punkt, wo es auch hier nicht weiterzugehen scheint.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was nun? Deine räumliche Umgebung scheint plötzlich furchtbar aufregend zu werden, aber dir wird klar, dass dieses urplötzliche Interesse nur dazu dient, um von dir abzulenken. Wenn du dich wieder auf dich zentrierst und tief in dich hineinspürst, bist du irgendwann nur noch deine Empfindungen. Alle Äußerlichkeiten sind beiseite geräumt, deine Vergangenheit zählt nicht mehr, dein Kopf ist geleert, du bist deine Empfindung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nachdem du dich von allem befreit hast, woran du dich festgehalten hattest, und nichts mehr übrigbeleibt, ist der Punkt erreicht, an dem eine Umwandlung stattfinden kann.&lt;/p&gt;
&lt;h3&gt;
	Geist&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Was ist Geist? Zur vulgären Fassung des Phänomens ist festzuhalten, dass man sich davon distanziert, sei es verunsichert, verächtlich oder anders. Die Frage: &quot;Was ist Geist&quot;, ist jedenfalls unzulässig und irrelevant. Man weiß, es ist eine Frage für studierte Philosophen, vielleicht auch für Psychiater. Sind nicht beide Berufe dafür bekannt, uns das Leben schwer zu machen durch die Erfindung abstruser Begriffe?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf der formalen Ebene wird ein Philosoph gerade aus dem Umstand, daß der Begriff &quot;Geist&quot; vage ist, den Ansporn ziehen, ihn klären zu wollen. Er muss nicht überzeugt sein, die wahre Antwort zu finden, doch zumindest eine wahrere als wir bisher kennen. So liegt es nahe, die Ergebnisse und Aussagen anderer Philosophen (evt. auch Naturwissenschaftler) zu vergleichen und durch Gemeinsamkeiten und Unterschiede und Widersprüche mehr zu erkennen. Da die Erkenntnisfähigkeit des Einzelnen begrenzt ist, kann durch Kombination vieler einzelner Ansätze mehr erkannt werden. Zugrunde liegt dem die Überzeugung, dass die Wahrheit in der optimalen Beschreibung liegt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf der phänomenologischen Ebene muss man sich von den vorgängigen Leitgedanken lösen. Das vulgäre Phänomen, also das, was ich selbstverständlich mit &quot;Geist&quot; meine, befrage ich auf sein Wesen. Ergänzend zur Sachliteratur werde ich z.B. meditieren, Drogen nehmen, den Biorhythmus einbeziehen. All diese Erfahrungen können bedenkenswerte Wege und Abwege zeigen.&lt;/p&gt;
&lt;h3&gt;
	Faschismus&lt;/h3&gt;
&lt;ol&gt;&lt;li&gt;
		Schritt: das III. Reich war schlecht; Nazis sind super; u.a. Aussagen&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Schritt: &quot;Der Begriff Faschismus entstand als Name für die Bewegung Benito Mussolinis in Italien. Beginnend mit Stalin wurde er von der kommunistischen Propaganda weitgehend dem Antikommunismus gleichgesetzt. Eine neuere Interpretation des Begriffes durch Ernst Nolte (seit etwa 1970) beschränkt die Verwendung des Begriffes auf antiliberale, antidemokratische und antikommunistische Ideologien und schließt damit auch den (deutschen) Nationalsozialismus ein. Abgeleitet ist der Begriff Faschismus vom italienischen fascio bzw. lateinischem fascis für Bund, Bündel. ...&quot;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;
		Schritt: ein Gedicht (eine Möglichkeit zumindest; um die abschließende Wahrheit geht es nicht)&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Theodor Kramer&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Dichter Theodor Kramer war ein österreichischer Jude. Er floh nach dem Anschluß Österreichs nach England. Der Faschist, um den es in dem Gedicht geht, war Josef Weinheber - auch er ein österreichischer Dichter. Er schrieb nach dem Anschluss Gedichte zur Verherrlichung Hitlers. Im April 45 nahm Weinheber sich das Leben. Einen Monat später schrieb Kramer das &quot;Requiem&quot;.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;&lt;strong&gt;Requiem für einen Faschisten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;Du warst in allem einer ihrer Besten&lt;br /&gt;
	erschrocken fühl ich heut mich dir verwandt,&lt;br /&gt;
	du schwelgtest gerne bei den gleichen Festen&lt;br /&gt;
	und zogst wie ich oft wochenlang durchs Land.&lt;br /&gt;
	Es füllte dich wie mich der gleiche Ekel&lt;br /&gt;
	vor dem Geklügel ohne innern Drang,&lt;br /&gt;
	vor jedem Wortgekletzel und Gehäkel,&lt;br /&gt;
	nichts galt dir als der schöne Überschwang.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;So zog es dich zu ihnen, die marschierten,&lt;br /&gt;
	wer weiß da, wann du auf dem Marsch ins Nichts&lt;br /&gt;
	gewahr der Zeichen wurdest, die sie zierten?&lt;br /&gt;
	Du liegst gefällt am Tage des Gerichts.&lt;br /&gt;
	Ich hätte dich mit eigner Hand erschlagen;&lt;br /&gt;
	doch unser keiner hatte die Geduld,&lt;br /&gt;
	in deiner Sprache dir den Weg zu sagen:&lt;br /&gt;
	dein Tod ist unsre, ist auch meine Schuld.&lt;/p&gt;
&lt;p align=&quot;center&quot;&gt;Ich setz für dich zu Abend diese Zeilen,&lt;br /&gt;
	da schrill die Grille ihre Beine reibt,&lt;br /&gt;
	wie du es liebtest, und der Seim im geilen&lt;br /&gt;
	Faulbaum im Kreis die schwarzen Käfer treibt.&lt;br /&gt;
	Daß wir des Tods und Ursprungs nicht vergessen,&lt;br /&gt;
	wann jeder Brot hat und zum Brot auch Wein,&lt;br /&gt;
	vom Überschwang zu singen wie besessen,&lt;br /&gt;
	soll um dich, Bruder, meine Klage sein.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomy-vocabulary-4 field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/46&quot;&gt;Philosophie&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/48&quot;&gt;Vernunft&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;&lt;div class=&quot;field field-name-field-vg-wort-story field-type-text field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://vg06.met.vgwort.de/na/4453dd45560440a69deb256cf6fa0678&quot; width=&quot;1&quot; height=&quot;1&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;</description>
 <pubDate>Fri, 03 Aug 2007 19:51:38 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>Neuer Blogger</title>
 <link>https://www.mde-net.de/punxatan</link>
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&lt;p&gt;Ich denke, daß wir viele interessante, intelligente und lebendige Beiträge von ihm bekommen werden. Vielleicht stellt er sich ja in seinem ersten Beitrag ein wenig vor (hint, hint) :-)    &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;&lt;p&gt; &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomyextra field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/44&quot;&gt;Allgemeines&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;</description>
 <pubDate>Thu, 02 Aug 2007 10:55:24 +0000</pubDate>
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 <title>Feintuning auf mde-net</title>
 <link>https://www.mde-net.de/feintuning</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;In den letzten beiden Wochen habe ich die Inhalte dieser Site ein wenig vernachlässigt: Keine neuen Texte, keine neuen Blogeinträge. Grund: Feintuning.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich habe sehr viel am Script, an den Innereien der Site und am CSS gebastelt. Wer auf Feinheiten achtet, dem werden einige funktionale und optische Änderungen aufgefallen sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es geht also weiter, aber neue Texte werden noch ein wenig warten müssen :-(&lt;/p&gt;
&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomyextra field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/44&quot;&gt;Allgemeines&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;</description>
 <pubDate>Fri, 27 Jul 2007 22:35:46 +0000</pubDate>
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&lt;p&gt;Ein spannendes Thema, nicht nur für meine Website. Jedenfalls scheine ich mit der Teilung meiner Site in Artikel, die Themen ausführlich behandeln, und Blogeinträge, die kurze und meist aktuelle Beiträge bringen, nach Meinung der &#039;Experten&#039; richtig zu liegen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Also ... mache ich weiter so :-)&lt;/p&gt;
&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomyextra field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/8&quot;&gt;Internet&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;</description>
 <pubDate>Tue, 10 Jul 2007 10:57:19 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>Thelema-Society Sommerfest 2007</title>
 <link>https://www.mde-net.de/sommerfest-2007</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;Vom 16. - 19. August findet in Bergen/Dumme das diesjährige &lt;a href=&quot;http://www.thelema.de/node/109&quot;&gt;Sommerfest der Thelema-Society&lt;/a&gt; statt. Ich versüße mir schon seit einigen Jahren den August durch die Teilnahme an diesem Fest oder vielleicht besser Festival.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es fanden in den vergangenen Jahren sehr viele interessante Veranstaltungen statt, von Vorträgen über Musik bis zu Handwerk und Kunst, Trommeln, Tanzen und abends bis tief in die Nacht ellenlange Gespräche mit Menschen, die man nirgendwoanders trifft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich werde auch in diesem Jahr wieder aktiv teilnehmen und einen verwegenen Vortrag beisteuern:&lt;/p&gt;
&lt;div align=&quot;center&quot;&gt;
&lt;table align=&quot;center&quot; border=&quot;1&quot; cellpadding=&quot;0&quot; cellspacing=&quot;0&quot; style=&quot;border-color: rgb(255, 182, 67);&quot; width=&quot;80%&quot;&gt;&lt;tbody style=&quot;border-top: 0pt none;&quot;&gt;&lt;tr&gt;&lt;td bgcolor=&quot;#fff8ed&quot; style=&quot;padding: 10px;&quot;&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;a href=&quot;http://www.thelema.de/node/108&quot;&gt;&lt;strong&gt;Thelema ohne Alternative&lt;/strong&gt;&lt;/a&gt;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;strong&gt;Vortrag von MDE mit anschließender Diskussion&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Jeder Mensch steht jederzeit in der Entscheidung: Leben oder Tod. Wer sich für Tod entscheidet, hat Alternativen: Selbstmord, Vegetieren oder als Zombie herumschlurfen. Wer sich für Leben entscheidet, hat keine Alternative zu Thelema. Es reicht nicht, sich Thelemit zu nennen, sondern man muß als Thelemit denken und handeln.&lt;/p&gt;
&lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Das ist keine Wahrheit, sondern ein hypothetischer Imperativ: Wenn Du leben willst, mußt Du thelemisch denken und handeln.&lt;/p&gt;
&lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;Ich werde diese Behauptung mit den Mitteln argumentativer Vernunft beweisen.&lt;/p&gt;
&lt;div&gt;
						Michael D. Eschner&lt;/div&gt;
&lt;/td&gt;
&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;
	 &lt;/div&gt;
&lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;BTW, jeder Besucher kann eigene Veranstaltungen anbieten. Einfach vorher den Veranstaltern eine &lt;a href=&quot;mailto:feste@thelema-society.de &amp;lt;feste@thelema-society.de&amp;gt;&quot;&gt;Email&lt;/a&gt; schreiben.&lt;/p&gt;
&lt;p class=&quot;MsoNormal&quot;&gt;&lt;strong&gt;See you&lt;/strong&gt; - beim &lt;a href=&quot;http://www.thelema.de/node/109&quot;&gt;Sommerfest 2007&lt;/a&gt; der Thelema-Society :-)&lt;/p&gt;
&lt;hr size=&quot;2&quot; width=&quot;100%&quot; /&gt;&lt;p&gt; &lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomyextra field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/44&quot;&gt;Allgemeines&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/24&quot;&gt;Thelema&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/25&quot;&gt;Spiel&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/45&quot;&gt;Kunst&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;</description>
 <pubDate>Mon, 09 Jul 2007 18:52:00 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>Robert Heinlein</title>
 <link>https://www.mde-net.de/robert-heinlein</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;Am 07.07. 2007 wäre &lt;strong&gt;Robert Heinlein&lt;/strong&gt; 100 Jahre alt geworden. Heinlein war der Science-Fiction Autor, den ich in meiner Jugend nur so verschlungen habe. In den USA war Heinlein zeitweilig ein Kult-Autor, wurde dann mehr oder weniger vergessen - und heute erinnert man sich wieder an ihn als einen der großen amerikanischen Schriftsteller. Bei  angloamerikanischen Science-Fiction-Lesern ist Heinlein immer noch der beliebteste Science-Fiction-Autor der Welt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sein kultigster Roman war &lt;span style=&quot;font-family:Arial&quot;&gt;&lt;span style=&quot;font-family:Arial; font-size:small&quot;&gt;&quot;&lt;strong&gt;Stranger in a Strange Land&lt;/strong&gt;&quot; (1962), sein umstrittenster &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style=&quot;font-family:Arial; font-size:small&quot;&gt;&quot;&lt;strong&gt;Starship Troopers&lt;/strong&gt;&quot; (1960) - und mein Lieblingsroman war &quot;&lt;strong&gt;Das Leben des Lazarus Long&lt;/strong&gt;&quot;&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wer mehr wissen will: Besuche die &lt;a href=&quot;http://www.heinleinsociety.org/&quot;&gt;Heinlein Society&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomyextra field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/14&quot;&gt;Bücher&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;</description>
 <pubDate>Sun, 08 Jul 2007 11:23:07 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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 <title>Ausländer rein!</title>
 <link>https://www.mde-net.de/auslaender-rein</link>
 <description>&lt;div class=&quot;field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden view-mode-rss&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;div class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;p&gt;In der Zeitschrift &quot;&lt;a href=&quot;http://www.ef-magazin.de/&quot;&gt;eigentümlich frei&lt;/a&gt;&quot; (Juli 2007) macht Rober Grözinger einen interessanten Vorschlag zur Lösung des Einwanderungsproblems, einschließlich Islamismus:&lt;/p&gt;
&lt;ol&gt;&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Abschaffung aller Anti-Diskriminierungsmaßnahmen&lt;/strong&gt; (Frauenquoten werden ersatzlos gestrichen, wenn ein Arbeitgeber oder Vermieter z. B. Christen oder Heteros nicht leiden kann, braucht er sie nicht einstellen bzw. an sie zu vermieten, sondern kann von vornherein klar sagen, dass er solche Menschen nicht haben will).&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Legalisierung von Drogen, Glücksspiel und Prostitution&lt;/strong&gt; (jeder hat das Recht, seinen eigenen Weg in die Hölle - genauso wie in den Himmel - zu gehen).&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Abschaffung der nationalen wie internationalen Umverteilung &lt;/strong&gt;(massive Steuersenkung, Streichung aller Subventionen und Sozialleistungen genauso wie der Entwicklungshilfe).&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;&lt;p&gt;Grözinger meint, dass dadurch schlagartig nicht mehr arbeitsscheue Schmarotzer, sondern die Leistungsfähigen und -bereiten, die in der Lage sind, sich selbst zu ernähren, einwandern würden. Ich möchte hinzufügen: Nur die Leistungsfähigen und -bereiten würden in Deutschland bleiben. Wollen wir das? Yep! Denn dadurch steigt unser aller Wohlstand.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt in der Welt nur &lt;strong&gt;wenige reiche Menschen&lt;/strong&gt; und Länder, aber es gibt &lt;strong&gt;Milliarden arme Menschen&lt;/strong&gt;. Durch Umverteilung des Reichtums ist es schlicht nicht möglich, die Milliardenheere der Armen zu ernähren. Umverteilung führt nur dazu, daß wir letztlich alle nichts mehr haben. Nur die Steigerung der Produktivkräfte und des Wohlstands kann langfristig dazu führen, dass alle Menschen, die bereit sind für ihre Nahrung zu arbeiten, menschenwürdig leben können. Wollen wir das? Yep! Denn dann leben wir alle in Wohlstand!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Geld ist nicht alles? Yep! Aber ohne etwas zu fressen zu haben ist alles nichts!&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;section class=&quot;field field-name-taxonomyextra field-type-taxonomy-term-reference field-label-inline clearfix view-mode-rss&quot;&gt;&lt;h2 class=&quot;field-label&quot;&gt;Tags:&amp;nbsp;&lt;/h2&gt;&lt;ul class=&quot;field-items&quot;&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/3&quot;&gt;Wirtschaft&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item odd&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/4&quot;&gt;Politik&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;li class=&quot;field-item even&quot;&gt;&lt;a href=&quot;/taxonomy/term/15&quot;&gt;Gesellschaft&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;/section&gt;</description>
 <pubDate>Fri, 06 Jul 2007 13:36:13 +0000</pubDate>
 <dc:creator>MDE</dc:creator>
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