Ver.di oder Arbeitsplatz?

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.de plant nun die Telekom zu bestreiken. Eine Erhöhung der Arbeitszeit von 34 auf 38 Std. pro Woche ist ja wirklich unzumutbar. Warum sollte denn die Telekom nicht jährlich Millionen Kunden verlieren, weil ihre Preise zu hoch und der Service zu schlecht sind? Wozu braucht die Telekom Kunden? Hauptsache ist doch, die Arbeitnehmer werden bezahlt.

Was? Wenn die Kunden nicht mehr zahlen können keine Arbeitnehmer mehr bezahlt werden? Kapitalistische Ideologie!

Deshalb setzt ver.di da an, wo man der Telekom den größten geschäftlichen Schaden zufügen kann: der Streik soll vor allem Geschäftskunden treffen. Die Kommunikationsinfrastruktur des G-8-Gipfels Anfang Juni in Heiligendamm erwägt man gleich mit zu bestreiken, um das internationale Ansehen der Telekom zu schädigen. Der  Leiter der Abteilung Arbeitskampf bei ver.di, Ado Wilhelm, sagte dem Nachrichtenmagazin Spiegel, daß die Gewerkschaft "keinen wilden Rundumschlag" plane, sondern "empfindliche Prestigeprojekte" der Konzerntochter T-Systems " zeitweise lahm legen" wolle. Geschäftskunden wie Versicherungen, Banken oder Industriebetriebe müssen dann von der kommenden Woche an mit eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten rechnen. Privatkunden hingegen klammere ver.di aus, "um die Solidarität der Bevölkerung mit uns nicht aufs Spiel zu setzen", sagt Wilhelm.

Da kann man den Arbeitnehmern der Telekom nur raten: Wenn euer Ziel Hartz IV ist, ist ver.di ganz auf eurer Seite.