Die Selbstachtung terroristischer Selbstmordattentäter

Auf www.heise.de las ich heute, daß Kurt Vonnegut gestorben ist. Das ist vielleicht nur für die Leser der Bücher dieses Autors interessant. Aber zum Schluß der Meldung folgte eine politisch interessante Bemerkung:

Zuletzt erregte Vonnegut mit einem Interview für Aufsehen, in dem er Verständnis für terroristische Selbstmordattentäter zeigte, die ihre Selbstachtung retten wollen. Weil der Interviewer Kurt Vonnegut für geisteskrank erklärte, schrieb sein Sohn, der Schriftsteller Mark Vonnegut: "Wenn jemand nicht verstehen kann, was ein geistig rüstiger 83-Jähriger damit sagen will, dann sollten wir uns vielleicht Sorgen darüber machen, ob wir den Feind überhaupt verstehen, der gegen uns antritt." Quelle

Ich denke, darüber müssen wir uns keine Sorgen mehr machen. Wir verstehen nicht! Deshalb werden wir diesen Krieg ( vermutlich) nicht verlieren - wir haben ja die besseren Waffen - aber eben auch: nicht gewinnen.

Die Gut / Böse Unterscheidung führt zu Achtung / Ächtung und ist deshalb polemogen (kriegerzeugend). Solche Kompaktformeln zu unterlaufen und Fragen nach der Beziehung zwischen Terrorismus und Selbstachtung zu stellen ist krank. Warum? Vielleicht weil in dieser Richtung Lösungsansätze erkennbar werden könnten - die unsere eigene Selbstachtung nicht ungeschoren lassen?

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Kommentare

Ich habe hier einen Beitrag von AgapeXI - auf dessen eigenen Wunsch - gelöscht. Den Antwortbeitrag von Dhaharana habe ich gleichermaßen gelöscht, er wäre ohne den vorhergehenden Beitrag nicht verständlich gewesen.

Anmerken möchte ich dennoch: Zero Toleranz für Terroristen!

Während zum Islam übergetretene Deutsche wegen versuchten Terrors verhört werdem, Frauen zum Tragen des Schleiers gezwungen werden, üble Hinrichtungsmethoden (Hängen, Steinigung) statttfinden, das Mullah-Regime auf seine Atombombe wartet und sich Leute auf offener Straße in die Luft sprengen, findet hier in old europe eine nicht tolerierbare Appeasement-Politik statt. Eine unheilige kollektivistische Allianz aus Roten, Grünen und Braunen - letzere freuen sich nichts sehnlicher, als dass Ahmadinedschad seine Bombe erhält - liebäugelt mit den Mullahs.

DIE EXISTENZ DES EINZIG FREIHEITLICHEN STAATES IM NAHEN OSTEN, ISRAEL, IST IN GEFAHR. Und wer versucht, ein Sichindieluftsprengen zu entschuldigen bzw. zu relativieren, schüttet Wasser auf die Mühlen des Islamismus. 

BEKENNT EUCH ZUR FARBE DES LIBER(AL)ISMUS!!!

"Thou shalt study with Diligence in the mathematics, because thereby shall be revealed unto thee the Laws of thine own Reason and the Limitations thereof." (AC: Liber Aleph)

Yep, diese Politik stellt alle freiheitlichen Errungenschaften der westlichen Welt zur Disposition - und ich frage mich manchmal, welche Denkähnlichkeiten dahinter stecken.

"... schüttet Wasser auf die Mühlen des Islamismus." Nicht  nur, sondern insgesamt auf die Mühlen des alten Äons.

Die Unterscheidung zwischen Islam (die Guten) und Islamismus (die Bösen) ist künstlich und falsch. Alle Moslems stützen sich auf den gleichen Koran und da steht genau das drin, was der Islamismus propagiert: Selbstmordattentate und Terror gegen 'Ungäubige'.

 

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Exakt. Denn das Wesen des Islam ist Hingabe, ein strikter Gottesgehorsam. Im wortgetreuen Befolgen der Worte des Mohammed tun Selbstmordattentäter das, was andere Muslime auch tun: Sie nehmen die Suren des Koran wörtlich. Während das Christentum noch einen exegetischen Spielraum offen lässt, so ist die Essenz des Islam strikter Gehorsam.

 Buchempfehlung: Henryk M. Broder: Hurra! Wir kapitulieren

"Thou shalt study with Diligence in the mathematics, because thereby shall be revealed unto thee the Laws of thine own Reason and the Limitations thereof." (AC: Liber Aleph)

Im Islamismus (oder genauer: Jihadismus; desweiteren Khomeiny und Nachfolger...) sehe ich noch wesentlich mehr als nur Rückgriff auf's alte Äon: Rückschritt in Feudalismus und Mittelalter.
Diese Sorte Frauenverachtung (z.B.) ist Menschenverachtung schlechthin... dazu (zu dieser Erkenntnis) brauche ich - für meinen Teil - allerdings keinen Broder.
Und: es gibt diesen Fundamentalismus im christlichen Gewand auch in den USA, jene Fanatiker, die Abtreibungskliniken bomben, abtreibende Ärzte erschiessen... derselbe, ähem, "Geist"...
Gutes Anschauungsmaterial liefert übrigens der Spielfilm "Die Dienerin"...
Genauso gibt es aber auch Interpretationen von nach Europa geflohenen (vor jenen überaus reaktionären arabischen Regimen) Mohammedanern, die RAI-Kultur in den französischen Vororten, die Yeziden im iranisch besetzten Kurdistan; historisch gesehen die Sufis... dieses dürfen wir doch nicht negieren!
Der Koran ist frauenverachtend und reaktionär; das alte Testament dito! Der Koran zusätzlich antisemitisch...
Und so ist es ein Ärgernis mit den abrahamitischen Religionen - Mensch, Du mögest zuerst Deinen Sohn opfern als Zeichen Deines Gottvertrauens, dann läßt sich Gott herab und schenkt Deinem Sohn das Leben... Autoritär...
Allerdings scheint es einen Unterschied in der Wertung von Menschenrechten zu geben in einem Staat wie der Islamischen Republik Iran einerseits und Ländern OHNE ERDÖL, etwa die Situation von Frauen im Eritrea (das frühere Äthiopien), was hierzulande höchstens Feministinnen interessiert...

http://landulf2.animexx.jp

Sure 4, Vers 89: "Sie wünschen, dass ihr ungläubig werdet, wie sie
ungläubig sind, und dass ihr ihnen gleich seid. Nehmet aber keinen
von ihnen zum Freund, ehe sie nicht auswanderten in Allahs Weg. Und
so sie den Rücken kehren, so ergreifet sie und schlagt sie tot, wo
immer ihr sie findet; und nehmet keinen von ihnen zum Freund oder
Helfer."

"Thou shalt study with Diligence in the mathematics, because thereby shall be revealed unto thee the Laws of thine own Reason and the Limitations thereof." (AC: Liber Aleph)

Hinzuzufügen wäre vielleicht, dass man in der Bibel, insbesondere auch im alten Testament (jüdische Schriften) Stellen von sehr ähnlicher Menschenfreundlichkeit findet.

Aber, wie sagt das Liber Legis dazu: "Alle Worte sind heilig und alle Propheten wahr" - zumindest ein bisserl :-)

Wenn man irgendwo Jesus beschimpft, wird man höchstens eine emotionale Betroffenheit bei einem Pfarrer erleben; zeichnet man hingegen Bildchen von Mohammed, so wierden gleich Morddrohungen versendet.

 

"Thou shalt study with Diligence in the mathematics, because thereby shall be revealed unto thee the Laws of thine own Reason and the Limitations thereof." (AC: Liber Aleph)

Ich habe den Eindruck, daß du die Sektenverfolgung in Deutschland in den letzten Jahrzehnten eher unaufmerksam verfolgt hast.

Da wird nicht nur auf die öffentliche und psychische Vernichtung der 'Ungläubigen' abgezielt, sondern auch auf die physische Vernichtung:

  • Arbeitgeber terrorisieren, damit Sektenmitglieder gekündigt werden
  • Hartz IV und Sozialhilfe streichen - selbst bei Müttern mit kleinen Kindern, weil sie kein Leben im Sinne des Sozilahilfegesetzes führen -
  • überziehen mit Strafprozessen,
  • Terror von Lehrer gegen Schüler deren Eltern in der falschen Sekte sind
  • usw.

Zwischen gesellschaftlicher Ächtung, die in geistigen Tradition der Brandt'schen Berufgsverbote stehen, und dem Androhen von Mord sehe ich gewaltige Unterschiede.

Und zur "Sektenverfolgung": Das stimmt. Dazu bedarf es meinerseits an Nachholbedarf, was es zu prüfen gilt. Und ich glaube auch, mich mit einem "Sektenbeauftragten" unterhalten zu können, ohne dass er mir den Kopf abreisst. - Die Wette biete ich. ;)

"Thou shalt study with Diligence in the mathematics, because thereby shall be revealed unto thee the Laws of thine own Reason and the Limitations thereof." (AC: Liber Aleph)

Oh ja, mit Sektenbeauftragten kann man sich ganz zivilisiert unterhalten. Eichmann war zu seinen Haustieren auch sehr liebevoll.

Natürlich hast du Recht. Es ist ein Unterschied ob man jemanden, im Namen der eigenen Ideologie, beschimpft und erschießt oder ihm ganz freundlich, im Namen der eigenen Ideologie, seine Lebensgrundlagen zerstört.

Wenn man ein wenig in die Geschichte zurückschaut kann man sehen, daß diejenigen, die heute freundlich diskutierend Lebensgrundlagen zerstören vor einigen Jahrhunderten noch - ganz unfreundlich - Scheiterhaufen entzündeten, naürlich im Namen der Liebe. Warum sind sie heute freundlich und Morden nicht mehr? Würden sie es wieder tun, wenn sie könnten?

Liegt die Vernichtung Andersdenkender nicht in der immanenten Logik von Ideologien?

"Gefährliche Gleichsetzung"? Ist die nicht-Gleichsetzung vielleicht viel gefährlicher?