Die Selbstachtung terroristischer Selbstmordattentäter

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Auf www.heise.de las ich heute, daß Kurt Vonnegut gestorben ist. Das ist vielleicht nur für die Leser der Bücher dieses Autors interessant. Aber zum Schluß der Meldung folgte eine politisch interessante Bemerkung:

Zuletzt erregte Vonnegut mit einem Interview für Aufsehen, in dem er Verständnis für terroristische Selbstmordattentäter zeigte, die ihre Selbstachtung retten wollen. Weil der Interviewer Kurt Vonnegut für geisteskrank erklärte, schrieb sein Sohn, der Schriftsteller Mark Vonnegut: "Wenn jemand nicht verstehen kann, was ein geistig rüstiger 83-Jähriger damit sagen will, dann sollten wir uns vielleicht Sorgen darüber machen, ob wir den Feind überhaupt verstehen, der gegen uns antritt." Quelle

Ich denke, darüber müssen wir uns keine Sorgen mehr machen. Wir verstehen nicht! Deshalb werden wir diesen Krieg ( vermutlich) nicht verlieren - wir haben ja die besseren Waffen - aber eben auch: nicht gewinnen.

Die Gut / Böse Unterscheidung führt zu Achtung / Ächtung und ist deshalb polemogen (kriegerzeugend). Solche Kompaktformeln zu unterlaufen und Fragen nach der Beziehung zwischen Terrorismus und Selbstachtung zu stellen ist krank. Warum? Vielleicht weil in dieser Richtung Lösungsansätze erkennbar werden könnten - die unsere eigene Selbstachtung nicht ungeschoren lassen?

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Kommentare

Zivilisierter?

Oh ja, mit Sektenbeauftragten kann man sich ganz zivilisiert unterhalten. Eichmann war zu seinen Haustieren auch sehr liebevoll.

Natürlich hast du Recht. Es ist ein Unterschied ob man jemanden, im Namen der eigenen Ideologie, beschimpft und erschießt oder ihm ganz freundlich, im Namen der eigenen Ideologie, seine Lebensgrundlagen zerstört.

Wenn man ein wenig in die Geschichte zurückschaut kann man sehen, daß diejenigen, die heute freundlich diskutierend Lebensgrundlagen zerstören vor einigen Jahrhunderten noch - ganz unfreundlich - Scheiterhaufen entzündeten, naürlich im Namen der Liebe. Warum sind sie heute freundlich und Morden nicht mehr? Würden sie es wieder tun, wenn sie könnten?

Liegt die Vernichtung Andersdenkender nicht in der immanenten Logik von Ideologien?

"Gefährliche Gleichsetzung"? Ist die nicht-Gleichsetzung vielleicht viel gefährlicher?